Mittwoch, 30. November 2022

Fattoria La Vialla

Die sogenannte Speise- oder Vorratskammer des toskanischen Bauernhofs La Vialla produziert eine breite Auswahl an toskanischen Produkten: Wein, Olivenöl, Balsamico, Schafskäse, Pasta, Soßen, Antipasti, Süßes, Kosmetik.

Standorte in Deutschland sind Horb am Neckar, Frankfurt am Main, Rosenhof, Rothrist. Ein bargeldloses Zahlungssystem mit einer Magnetkarte aus Olivenholz bietet zudem ein exklusives Einkaufserlebnis.

Geschichte: Der Hof wurde 1978 von der Familie Lo Franco übernommen, vor dem Verfall gerettet und wiederaufgebaut. Auf dem 1.600 Hektar großen Hof werden die Produkte für die Läden und den Onlineshop angebaut und produziert. Hierbei achtet das Familienunternehmen auf folgende Punkte im Anbau wie im Versand:

Naturschutz und Biodynamik:

  • Rückverfolgbarkeit vom Feld bis zum Kunden
  • Abwesenheit von Pestiziden, Insektiziden, Herbiziden, Kunstdünger und Konservierungsstoffen
  • Verzicht auf gentechnisch veränderte Lebensmittel
  • Demeter-Zertifizierung
  • Arbeit nach dem Mondkalender

Umweltfreundliche Zustellung:

  • 90% der Produktionsprozesse sind CO2-neutral zertifiziert
  • Verpackung besteht aus FSC recyceltem Papier und Karton

Positive CO2 Bilanz:

  • Zusammenarbeit mit der Universität Siena

Gesundheit:

  • Auflistung von geeigneten Produkten bei Unverträglichkeiten

Bodenfruchtbarkeit:

  • Einhaltung des Mondkalenders

Ferien bei La Vialla: Aufwändig restaurierte Landhäuser sind zwischen April und Oktober für Übernachtungsgäste bereit. Außerdem bietet der Hof dort zwei bis drei Mal in der Woche traditionelle „merende“ (Brotzeit) für die Gäste.

Ein Tagebuch des Bauernhofes informiert regelmäßig über aktuelle Ernte- und Produktionsschritte. Des Weiteren finden sich Rezeptvorschläge für die jeweilige Jahreszeit auf der Homepage. Bestellungen können über einen Katalog oder Bestellkarten getätigt werden.

Dienstag, 29. November 2022

Taschen aus LKW-Planen 

Die Marke FREITAG produziert unter anderem Taschenmodelle aus recycelten LKW-Planen, benutzten PET-Flaschen, nie benötigten Airbags oder aus Autogurten. Ich selbst habe zwei Unikate von FREITAG und mag den Gedanken sehr, dass Materialien, die in unserer Welt herumgeistern, ein neues Leben eingehaucht wird und dadurch neue Dinge entstehen. In diesem Fall Taschen, Rücksäcke, Accessoires, Kleidung und vieles mehr.

Die Geschichte der Marke begann in den 90er Jahren in einer WG und entsprang der Idee von Markus Freitag. Er wollte schlicht und einfach eine Tasche für Fahrradfahrer aus LKW-Planen machen, welche robust und wetterfest ist. Die LKWs, die in Zürich das Wohnhaus der WG passierten, inspirierten den Gründer zu dieser innovativen Idee. Die Wohngemeinschaft der drei Jungs wurde kurzerhand zur Ideen- und Umsetzungsstätte umfunktioniert.

Als Materialen dienen den FREITAG-Gründern benutzte LKW-Planen, ausrangierte Fahrradschläuche, und Autogurte. Außerdem wurde 2014 eine Innovation gelauncht, die sogenannte F-ABRIC. Die F-ABRIC ist eine in Europa produzierte Kleiderlinie, die aus Bastfasern gefertigt wird. FREITAG wirbt hierbei damit, den Kreis geschlossen zu haben. Die Kleidungsstücke sollen vollständig biologisch abbaubar sein und keine schädlichen Inhaltstoffe zurücklassen. Das Manifest der Marke besteht aus acht Grundfesten:

  • #1 Sie haben geschlossene Kreisläufe und außerdem sind ihre Ressourcen nachhaltig produziert und biologisch abbaubar oder werden in geschlossene Material-Kreisläufe geführt.
  • #2 Langlebige Produkte und Materialien.
  • #3 Freitag repariert, da die Materialien, mit denen sie arbeiten, oft alt sind und die Produkte durch die Reparatur an Charme gewinnen.
  • #4 Sie achten auf Kompatibilität und Anpassungsfähigkeit durch ein dynamisches Design.
  • #5 Sie wollen Zugang, keinen Besitz. Der Zugang zu Produkten ist ihnen wichtiger als diese zu besitzen und zu unterhalten.
  • #6 Sie bezahlen für Resultate, nicht für Ressourcen.
  • #7 Sie verzichten auf Geschwindigkeit. Stichwort Slow Food/Slow Fashion.
  • #8 Das Manifest der Marke FREITAG kann immer noch ergänzt werden durch weitere wichtige, sich verändernden Gegebenheiten.


Montag, 28. November 2022

"Krumm & schief" - Die Etepetete-Box

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass die Menge der Lebensmittelabfälle ansteigt. Das Wegwerfen startet in der Primärproduktion und endet in den privaten Haushalten. Einer Erhebung zufolge wurden im Jahr 2020 ungefähr 11 Millionen Tonnen noch essbare Lebensmittel weggeschmissen. Auf diese katastrophalen Umstände ist auch das Team der Etepetete-Box aufmerksam geworden. Das Unternehmen hat sich auf das Problem des Wegwerfens von Obst und Gemüse spezialisiert und will dieses mit einem einfallsreichen Konzept verhindern. Doch warum wird überhaupt so viel Obst und Gemüse weggeschmissen? Die Antwort liegt im Anspruch der Konsumenten.

Stellen wir uns vor, wir wollen unseren Wocheneinkauf in einem Supermarkt in unserer Nähe starten. Dieser beginnt meist in der Obst- und Gemüseabteilung. Hier stapeln sich rote oder grüne Äpfel ohne Druckstellen, perfekt geformte Zucchini und viele weitere Sorten von Obst und Gemüse, die der Norm entsprechen MÜSSEN. An diesem Punkt beginnt das Konzept der Etepetete-Box. Ein großer Teil der Ernte bleibt aufgrund abweichenden Aussehens auf den Feldern der Landwirt:innen liegen und wird oft vernichtet. Aufgrund dieser Zustände hat sich das Team gemeinsam mit einem Netzwerk an Landwirt:innen die Sicherung dieser Lebensmittel zur Aufgabe gemacht. Das Schaffen eines Auffangbeckens für Bio-Obst und -Gemüse rettet die vielleicht nicht perfekt aussehenden Tomaten, Auberginen und Co. und gibt ihnen eine "zweite Chance". Ganz nach dem Motto "Der Geschmack zählt!"

Jetzt stellt sich nur noch eine Frage: Wie kommen die fertiggestellten Boxen bis vor unsere Haustür? Das Unternehmen verzichtet auf lange Transportwege und Lieferketten. Von den Erzeuger:innen wird das Obst und Gemüse auf direktem Weg an die zwei Standorte der Firma geliefert. Sollte dies den Landwirt:innen aufgrund fehlender Transportmittel nicht möglich sein, wird eine Spedition eingeschaltet. In den Verpackungshallen werden die Boxen von Hand eingeräumt und zu Euch nach Hause verschickt.

Ihr/Sie wollt/wollen noch mehr über die Etepetete-Box erfahren? Dann schaut doch einfach auf der Website vorbei: etepetete Boxen gefüllt mit ganz viel Bio-Obst und -Gemüse (etepetete-bio.de)

Samstag, 26. November 2022

Kaffee des "Cafe Libertad Kollektivs"

Kaffee gehört für viele Menschen in unserer Gesellschaft zum täglichen Ritual, um entspannt(er) in den Tag starten zu können. Doch wer weiß wirklich, unter welchen Umständen und mit welchen Mitteln der tägliche Kaffee hergestellt wird? Wie vertrauenswürdig sind herkömmliche Kaffeemarken wie beispielsweise Nestle, Tchibo und die JAB Holding bezüglich der nachhaltigen und fairen Herstellung und Verarbeitung? Im folgenden Beitrag stelle ich das „Cafe Libertad Kollektiv“ vor, um eine Alternative zum Supermarkt-Kaffee zu präsentieren.

Das „Cafe Libertad Kollektiv“ ist ein genossenschaftlicher Kollektivbetrieb aus Hamburg. Das bedeutet, dass dieser Betrieb „niemandem gehört“ und Überschüsse nicht in private Geldbeutel fließen. Der Kaffee wird in fünf Kooperativen aus Mexico, Costa Rica, Kolumbien und Honduras angebaut. Die dortigen Kaffeebauern und -bäuerinnen arbeiten in traditioneller Weise. Die Kaffeepflanzen werden in Mischkultur mit Schattenbäumen und ohne Pestizide angepflanzt (klimaschonend). Die Kaffeekirschen werden in Handarbeit gelesen, entkernt und getrocknet – ressourcenschonend, im Gegensatz zu großen industrialisierten Kaffeeplantagen. Anbau, Verarbeitung und Export werden selbstständig von den Kooperativen vor Ort betrieben, dies minimiert den Einsatz von umweltbelastendem Transport.

Der Kaffee des „Cafe Libertad Kollektivs“ hat zudem eine sozial-revolutionäre Komponente, denn die zwei Kooperativen aus Mexico fühlen sich den „Zapatistas“ angehörig. Diese Gruppierung besteht aus indigenen Personen/Gemeinden, die sich gegen Unterdrückung, Landwegnahme, Kapitalismus und Neoliberalismus in Mexico einsetzen. Das Ziel dieser Gruppe ist lokale Autonomie und Selbstverwaltung als Anreiz und Vorbild für ein globales System.

Quellen: Café Libertad Kollektiv eG (cafe-libertad.de)

Donnerstag, 24. November 2022

Erdhäuser als nachhaltiges Wohnkonzept

Wohnraum unter der Erde oder in Felswänden zu schaffen, ist ein Wohnkonzept, das in der Menschheitsgeschichte schon lange genutzt wird. In der neueren Zeit haben Erdhäuser vor allem durch die Hobbit-Höhlen aus den Herr der Ringe-Filmen einiges an Bekanntheit erlangt.

Abseits der Fantasy-Welten könnten Erdhäuser aber auch einen großen Beitrag zum klimafreundlichen und nachhaltigen Bauen leisten. Im Gegensatz zu normalen Häusern passen sich Erdhäuser viel besser in die Landschaft ein und kommen auch in schwierigen Hanglagen ohne große Fundamente und Aufschüttungen aus. Sie können aus nachhaltigen Rohstoffen gebaut werden und reduzieren die Bodenversiegelung in Wohnsiedlungen, da man den Aushub einfach wieder aufs Dach schütten kann und somit kaum Grünflächen verloren gehen.

Mit der richtigen Bepflanzungsstrategie lässt sich ein Erdhaus ziemlich einfach in ein Insektenparadies verwandeln. Der Wasserhaushalt des Bodens und auch der Erosionsschutz werden durch die bepflanzte Oberfläche verbessert. Außerdem sind Erdhäuser von Natur aus Passivhäuser d.h. sie verbrauchen sehr wenig Energie. Zudem müssen sie nicht mit Styropor etc. gedämmt werden, da die äußere Erdschicht diese Aufgabe übernimmt. Die Baukosten solch eines Hauses sind vergleichbar mit denen eines normalen Einfamilienhauses. Hier offenbart sich auch einer der größten Nachteile. Bisher können Erdhäuser nicht als große Mehrfamilienhäuser realisiert werden, obwohl man in Zukunft gerade diese gut brauchen könnte.

Größter Vorreiter in Europa ist in diesem Bereich der Schweizer Architekt Peter Vetsch, der seit gut vierzig Jahren an diesem Wohnkonzept arbeitet und schon etliche Projekte in ganz Europa realisiert hat. Er setzt sich auch mit dem Bau von größeren Häusern auseinander. In Kombination mit dem 3D-Druck im Bau könnte man die Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz weiter verbessern, indem man Material einspart und die Stabilität und Langlebigkeit der Wandelemente verstärkt.

Links zum Thema:

Montag, 21. November 2022

Schätze im Müll

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. 3,5 Millionen Tonnen Müll produziert die Weltbevölkerung jeden Tag. Ein Deutscher kommt auf 632 Kilogramm im Jahr (Stand 2020). Diese hohen Mengen an Abfall tragen ihren Teil zur Erderwärmung und zum Klimawandel bei. Vor allem Plastikmüll ist hier ein großes Problem, da er durch die Sonneneinstrahlung zersetzt wird und schädliche Treibhausgase und Methan frei werden. Durch unsere Konsumgesellschaft wird diese Müllproduktion leider immer weiter erhöht. Es werden immer neue Dinge angeschafft, für die immer neue Rohstoffe und Ressourcen benötigt werden, und alte und gebrauchte Dinge werden entsorgt.

In diesem Beitrag möchte ich eine großartige Möglichkeit für nachhaltigen Konsum sowie eine Möglichkeit für Schnäppchenjäger aufzeigen. Die AVL (Abfallverwertung des Landes) Ludwigsburg betreibt seit über 10 Jahren ein Gebrauchtwarenkaufhaus unter dem Namen „Warenhandel“. Hier hat man die Möglichkeit, schöne und gute Gebrauchtwaren zu günstigen Preisen zu erwerben. Zeitgleich schont man durch einen Einkauf auch Ressourcen.

Bürgerinnen haben die Möglichkeit, gebrauchte Gegenstände und Möbel bei verschiedenen Wertstoffhöfen im Landkreis abzugeben. Diese werden vor Ort geprüft und anschließend ins Kaufhaus gebracht. Im Kaufhaus können viele Gegenstände dann für kleines Geld erstanden werden. Im Jahr 2019 wurden dort 2.519 Möbel verkauft sowie 30.797 Stücke für 1 €. Sollte also noch jemand auf der Suche nach günstigen Möbeln sein oder generell auf der Suche nach einem Schnäppchen, bietet die AVL Ludwigsburg eine nachhaltige Alternative direkt vor Ort.

Quellen:

Dienstag, 15. November 2022

Shared Mobility - Es gibt viele Möglichkeiten der Mobilität

Umweltfreundliche Mobilität kann sehr vielseitig sein, seit Jahren häufen sich die Möglichkeiten, um vom eigenen Auto abzusehen. Dazu zählen neben dem klassischen Fahrrad oder dem Zu-Fuß-gehen der öffentliche Nahverkehr, ein E-Bike oder eben auch unterschiedliche Carsharing-Angebote.

Zwar geht die Tendenz immer weiter weg vom eigenen Auto, trotzdem nutzt die überwiegende Mehrheit, nämlich 84 Prozent der Bevölkerung, einmal pro Woche ein Auto. Laut Statistischem Bundesamt verfügten Im Jahr 2014 77,3 % der deutschen Haushalte über mindestens einen Pkw. 1963 waren es gerade einmal 27 % (vgl. Lisa Ruhrort, Transformation im Verkehr, Springer VS, 2017).

In letzter Zeit sind in vielen Städten die Anteile von Rad und ÖPNV leicht gewachsen, während der Anteil des privaten Pkw leicht zurückging. Vor allem bei jüngeren Menschen in den Städten zeigt sich ein Trend zu mehr Multimobilität. Laut Bundesverband Carsharing e.V gab es 2022 insgesamt 3.393.000 Teilnehmende in Deutschland. In Deutschland gibt es 243 Carsharing-Anbieter (siehe https://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/mobilitaet-privater-haushalte#mobilitat-carsharing).

Ich möchte in diesem Beitrag einen Vergleich unterschiedlicher Fortbewegungsmittel über eine bestimmte Strecke innerhalb Deutschlands aufzeigen:

  • Strecke: Stuttgart – Leipzig (480 km)
  • Datum: 16.11.2022
  • Möglichkeiten: Auto, Bahn, Mitfahrgelegenheit (BlaBlaCar),

Auto: Wir rechnen mit einem Auto, das durchschnittlich 8 Liter Benzin verbraucht. 4,8 x 8 = 38,4 Liter verbraucht das Auto. 38,4 x 1,85 € = 71,04 € kostet es, ein Auto von Stuttgart nach Leipzig zu führen.

Bahn: Natürlich hängen die Bahnpreise stark vom Buchungszeitraum ab, ich gehe bei meiner Recherche von einer Woche im Voraus aus. Je nach Tageszeit schwanken die Preise zwischen 25,00 € und 29,0 0€.

Mitfahrgelegenheit: Die preiswerteste Carsharing-Mitfahrt an diesem Tag finde ich für 22,00 €.

Mit 22,00 € kommt man über eine Mitfahrgelegenheit am günstigsten von Stuttgart nach Leipzig. Nicht nur preislich lohnt sich das gemeinsame Fahren. Das Bilden von Fahrgemeinschaften spart für alle Nutzer:innen Kosten, je mehr mitfahren, desto günstiger wird es, wenn die Mitfahrer:innen sich die Kosten teilen. Außerdem: Zwei Autos mit je einer Person benötigen für die gleiche Strecke fast doppelt so viel Treibstoff wie ein Auto mit zwei Personen.

Montag, 14. November 2022

Nachhaltiger Waschen

Es gibt viele verschiedene Waschmittel auf dem Markt. Es gibt flüssiges Waschmittel oder festes Waschpulver. Alle haben Vor- und Nachteile, aber die allermeisten haben eines gemeinsam, egal ob Persil, Coral oder Unilever: Sie alle enthalten entweder Konservierungsstoffe, Parabene, Bleichmittel, Farbstoffe, sind an Tieren getestet worden, nicht vegan oder enthalten Mikroplastik. Meist trifft auf ein Waschmittel mindestens einer der genannten Punkte zu. Es gibt sehr wenige Waschmittel, die keinen der oben genannten Inhaltsstoffe haben oder vegan sind. Dazu gehört zum einen Frosch und zum anderen Kuno Waschmittel. Ich möchte letzteres vorstellen.

Kuno Vollwaschmittel ist ein Festwaschmittel in Streifenform, ähnlich einem Papier. Zwei Freunde haben es 2021 in Deutschland erfunden und ein Unternehmen gegründet. Man kann Kuno im Internet bestellen oder in über 70 Geschäften in Deutschland (z.B. Ohne PlaPla Ludwigsburg) kaufen. Wenn man es bestellt, wird das Waschmittel mit dem Zug ins Kuno Lager gefahren. Von dort aus geht es in den Versand. Das Waschmittel ist in einer Papier-Verpackung ohne Plastikanteile, die also in den Papiermüll darf.

Durch die Streifenform ist das Waschmittel sehr leicht dosierbar (abbrechbar), je nach Verschmutzungsgrad der Wäsche. Die Tabelle auf der Rückseite der Verpackung gibt an, wie dosiert werden muss. Kuno wird direkt in die Trommel gelegt. Das ist kein Problem, da es kein Mikroplastik enthält und sich nach wenigen Sekunden im Wasser auflöst. Das Waschmittel kommt ohne Parabene, Konservierungsstoffe, Bleichmittel oder Farbstoffe aus. Die Konkurrenz schafft das nicht. Das Produkt ist vegan und wurde nicht an Tieren getestet. Konkurrenten wie Henkel (Persil, Perwoll) können das für ihre Produkte nicht garantieren. Ebenfalls wirkt das Unternehmen bei Müllsammelaktionen mit und spendet jährlich an Nabu, Greenpeace, den BUND und WWF. Und natürlich wäscht Kuno nicht schlechter als andere Waschmittel – ich benutze es selbst :)

Durch die geringeren Maße und das Gewicht wird Kuno im Papierumschlag verschickt und verursacht dadurch ebenfalls weniger CO2 als herkömmliche Waschmittel im Transport. Außerdem ist es auch zu Hause sehr viel platzsparender.

Im Gegensatz zu einigen anderen Waschmittelherstellern produziert Kuno das Waschmittel im asiatischen Ausland in einer spezialisierten Fabrik. Von dort wird es zwar per Zug nach Deutschland transportiert, aber Waschmittelhersteller wie Henkel produzieren in Deutschland und somit lokaler. Das ist Kunos Ziel und sie arbeiten daran, in Deutschland einen Produktionsstandort zu eröffnen. Noch ist der Standort aber nicht fertig.

Je nach Bestellmenge variiert der Preis pro Waschgang bei Kuno zwischen 0,23€ und 0,33€. Eine Packung enthält genug Waschmittel für 60 Waschladungen. Bei Konkurrenten landet man zwischen 0,20€ und 0,30€ pro Waschladung; es ist aufgrund der Menge an Konkurrenten schwierig, einen Mittelwert festzustellen. Festhalten lässt sich allerdings, dass Kuno etwas teurer als die Konkurrenz ist. Aber meines Erachtens wird die Leistung dem Preis gerecht. Ich nutze es nun seit vier Monaten und kann es sehr empfehlen. Wer Interesse daran hat, kann sich unter folgender Website informieren und bestellen: https://kuno-waschmittel.de

Montag, 31. Oktober 2022

Globales Lernen in der Schule als Schlüssel für eine zukunftsfähige Welt?

1. Einleitung

„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist, es wäre nur deine Schuld, wenn sie so bleibt...“ (Die Ärzte 2004).

Globales Lernen nimmt für sich in Anspruch, die im Zitat angesprochene notwendige Veränderung der Welt mitzugestalten und zu einer globalen Transformation hinsichtlich Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit beizutragen. Diese Arbeit wird der Frage nachgehen, ob Globales Lernen in der Schule als Schlüssel für eine zukunftsfähige Welt gesehen werden kann: Kann man mit Bildung die Welt verändern?

Um die Fragen zu beantworten, wird zu Beginn der Begriff Globales Lernen, seine Herkunft und die Relevanz des Themas erklärt. Im dritten Kapitel wird der Bezug zu Schule erläutert. Dafür wird der von der Kultusministerkonferenz bereitgestellte Orientierungsrahmen für globale Entwicklung vorgestellt, auf den auch in den weiteren Kapiteln immer wieder Bezug genommen wird. Er bietet die Grundlage für die Arbeit.

Im vierten Kapitel geht es um die Auswirkungen auf den Unterricht. Es werden die neuen Anforderungen, wie zum Beispiel neue Inhalte, Ziele und veränderte Kompetenzen, dargestellt. An dieser Stelle soll auch ein kurzer Bezug zur schulischen politischen Bildung hergestellt werden, bevor die Leitfrage im Fazit der Arbeit aufgegriffen und beantwortet wird.

Dienstag, 27. September 2022

Emissionshandel – Wie der Markt unser Klimaproblem regeln soll

Unser heutiger Wohlstand basiert auf unserem Wirtschaftssystem, das bekanntlich durch steigende Emissionen zu unserer heutigen Klimaproblematik maßgeblich beigetragen hat. Daher versuchen die politischen Akteur:innen seit einigen Jahren, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Klimakrise mithilfe von marktbasierten Instrumenten in den Griff zu bekommen ist. Dazu ist auch im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung aus SPD, Bündnis 90 / Die Grünen und FDP (2021) im Kapitel Wirtschaft zu lesen:

„Wir wollen mehr Innovation, mehr Wettbewerbsfähigkeit, mehr Effizienz, gute Arbeit und klimaneutralen Wohlstand. Dafür brauchen wir ein Jahrzehnt der Zukunftsinvestitionen und mehr Tempo. Unser Ziel ist eine sozial-ökologische Marktwirtschaft“ (S. 20).

Der Wohlstand soll durch eine Transformation der Wirtschaft hin zu einer Marktwirtschaft, die neben sozialen nun auch ökologische Kriterien stärker berücksichtigt, erhalten bleiben. Doch was sind die Ideen unserer Bundesregierung konkret? Liest man hier im Koalitionsvertrag weiter, fallen verschiedene Bezeichnungen: Durch den Green Deal der EU soll ein Carbon Leakage verhindert werden, sogenannte Carbon Contracts for Difference möchte die Ampel-Regierung einführen, um Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Wichtig ist außerdem ein wirksamer CO2-Grenzausgleichsmechanismus und weitere wirksame Instrumente. Diese sollen zusammen mit europäischen und internationalen Partner:innen in einem Klimaclub mit einheitlichem CO2-Mindestpreis umgesetzt werden (SPD, Bündnis 90 / Die Grünen, FDP 2021, S. 21).

Spätestens an dieser Stelle hat die Ampel den Großteil der Leser:innen, die sich für die Verbindung von Wirtschaft und Klimaschutz interessieren, verloren. Denn diese komplizierten Begriffe und die dahinterliegenden Konzepte sind den wenigsten Bürger:innen geläufig. Dabei sind diese Ideen Teil eines übergeordneten Konzeptes, dem Emissionshandel mit Emissionszertifikaten, der EU-weit bereits 2005 etabliert und seither mehrmals weiterentwickelt wurde (European Commission 2015, S. 4).

Der vorliegende Beitrag möchte Licht in den Begriffs-Dschungel rund um den Emissionshandel bringen. Dazu wird das Konzept und seine geschichtlichen Hintergründe erläutert und seine Möglichkeiten zur Weiterentwicklung in der EU und auf globaler Ebene skizziert, um das Konzept anschließend kritisch einzuordnen. Zum Schluss werden die Positionen der Ampelparteien zum Thema beleuchtet und weitere Mechanismen und Konzepte aufgegriffen, die den Emissionshandel ergänzen können.

Samstag, 24. September 2022

Kapitalismus und Klimaschutz - Podcast mit Ulrike Herrmann

Gestern war die Wirtschaftsjournalistin (taz) Ulrike Herrmann zu Gast bei der SWR1-Sendung "Leute". Es lohnt sich, das Gespräch nachzuhören. Herrmann macht deutlich, dass grünes Wachstum eine Illusion ist und dass sich der Kapitalismus deshalb grundlegend in eine "Überlebenswirtschaft" weiterentwickeln muss. Für diese Transformation im Rahmen einer demokratischen Ordnung gibt es - wenn überhaupt - nur ein einziges historisches Vorbild, nämlich die britische Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg. Den Podcast gibt es hier: "Was bedeutet "Überlebenswirtschaft" für uns?" Er kann als Anregung dienen, sich anhand des neuen Buches von Herrmann ("Das Ende des Kapitalismus: Warum Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind – und wie wir in Zukunft leben werden", Kiepenheuer & Witsch 2022) genauer mit den Inhalten zu beschäftigen:


Donnerstag, 8. September 2022

Nachhaltigkeit und Philosophie

In zwei Zeitschriften für Philosophie sind Ausgaben zum Thema "Nachhaltigkeit" erschienen, die eine sehr anregende Lektüre bilden:

  • der blaue reiter - Journal für Philosophie: Nachhaltigkeit. Eine Frage der Verantwortung, Heft 48, 2021.
  • Philosophie Magazin: Sonderausgabe Klimakrise: Was können wir wissen – Was sollen wir tun – Was dürfen wir hoffen, 2020.

         

Dienstag, 30. August 2022

Glück und Glücksindustrie - Doku von arte

Fragt man nach Möglichkeiten der nachhaltigen Umgestaltung, wie wir das in den Seminaren Nachhaltigkeit I und II tun, landet man eher früher als später bei der Frage nach dem guten Leben und damit auch beim Thema Glück. Ein aktueller Dokumentarfilm auf arte nimmt sich des Themas an: "Glücklichsein um jeden Preis"


Dienstag, 16. August 2022

Wasserkrise - Rolle der Privatisierung der Wasserwirtschaft

Wasser ist Leben. Dieser Satz verdeutlicht die enorme Wichtigkeit der Ressource Wasser. Unsere Gesellschaft benötigt Wasser in den unterschiedlichsten Lebensbereichen, sei es für den täglichen Konsum, Hygiene, die Landwirtschaft oder die wirtschaftliche Produktion. Ohne Wasser wäre jegliches Leben auf der Erde unmöglich, weshalb der Zugang zu ausreichendem und sauberem Trinkwasser als grundlegendes Menschenrecht angesehen werden sollte (vgl. Rejak, 2018, S. 6ff.).

Die gegenwärtige Wasserkrise stellt uns auf globaler Ebene vor eine große Herausforderung. Viele Länder, vor allem in den südlichen Regionen der Erde, leiden unter chronischem Wassermangel, woraus gesundheitliche Probleme und Krankheiten angesichts der mangelnden Hygiene hervorgehen. Die vor allem regional und klimatisch bedingte Ungleichverteilung des Wassers und die damit einhergehende Wasserknappheit machen sich vor allem große Wasserkonzerne, wie beispielsweise der Schweizer Konzern Nestlé, zunutze. Eine Privatisierung der Wasserversorgung kann zwar Vorteile mit sich bringen, geht aber letztendlich immer zulasten der ansässigen Bevölkerung, welche die Folgen erdulden muss (vgl. Müller/Henne, 2007, S. 14f.).

In diesem Beitrag erfolgt zu Beginn eine Hinführung zur Thematik Wasser, wobei auf den allgemeinen Ressourcenverbrauch und die Wasserkrise auf nationaler und globaler Ebene eingegangen wird. Im Anschluss wird der Begriff der Wasserprivatisierung genauer erläutert sowie dessen Vor- und Nachteile diskutiert. Der genaue Vorgang und die Folgen der Wasserprivatisierung werden am Beispiel des Nestlé Konzerns verdeutlicht. Zum Schluss werden die globalen Maßnahmen hin zu einer nachhaltigen Wasserwirtschaft aufgezeigt.

Dienstag, 19. Juli 2022

Die Bundesregierung, die Klimakatastrophe und das Bundesverfassungsgericht

Dieser Beitrag befasst sich mit der Frage, was die Bundesregierung tut, um der Klimakatastrophe Herr zu werden - oder eben auch, was Sie nicht tut oder getan hat. Laut einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist nämlich das Klimaschutzgesetz (KSG) der Bundesregierung vom 12.12.2019 verfassungswidrig. Mit dem von der Bundesregierung verabschiedeten Gesetz gibt es erstmals einen verbindlichen Rechtsrahmen zum Erreichen der Klimaschutzziele bis 2030. Die WELT schreibt hierzu:

„Mit dem Vorhaben werden nach langem Streit in der Koalition konkrete Treibhausgaseinsparziele für einzelne Sektoren wie Energiewirtschaft, Verkehr oder Wohnen festgelegt. Jedes Ministerium ist beispielsweise dafür verantwortlich, die gesetzten Vorgaben über die nächsten Jahre zu erreichen. Damit soll sicher gestellt werden, dass Deutschland bis 2030 sein Klimaziel erreicht und 55 Prozent Treibhausgase im Vergleich zu 1990 einspart.“ (WELT ONLINE, 2019).

Konkret bedeutete dies, dass die CO2-Preise für fossile Brennstoffe und die Luftverkehrssteuern steigen sollen und Pendler entlastet, Gebäudesanierung staatlich unterstützt und Windkraft ausgebaut und durch finanzielle Anreize attraktiver gestaltet werden soll (WELT ONLINE, 2019).

Montag, 18. Juli 2022

Time matters! Das Verhältnis von Klimaschutz und bedingungslosem Grundeinkommen

Was kann das bedingungslose Grundeinkommen zum Klimaschutz beitragen? Auch wenn das Verhältnis von Nachhaltigkeit und bedingungslosem Grundeinkommen in der Wissenschaft noch nicht ausreichend aufgegriffen wurde, bietet das Konzept, das allen Menschen ein gleiches Einkommen unabhängig von der individuellen wirtschaftlichen Lage sichern soll, die Chance, aus dem Hamsterrad des modernen Wirtschaftssystems zu entkommen.

Wenn es um die individuelle nachhaltige Lebensweise und den Konsum geht, werden die Faktoren Zeit und Geld häufig als Hindernisse gesehen. „Weder habe ich genug Geld, um mir teuere, ökologische und nachhaltige Konsumgüter zu kaufen, noch habe ich die Zeit, mich mit Fragen der Nachhaltigkeit zu beschäftigen.“ Das bedingungslose Grundeinkommen bietet die Möglichkeit, diesen zwei Hindernissen entgegenzuwirken.

Green New Deal

Der Green New Deal ist das wohl größte Projekt, das sich die EU bislang vorgenommen hat. Europa soll als erstes Kontinent klimaneutral werden und somit die wirtschaftliche Entwicklung in eine andere Richtung lenken. Durch Maßnahmen in allen Politikfeldern soll dies ermöglicht werden. Wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Ziele sollen miteinander verwoben werden (vgl. Dröge).

Die 27 EU-Mitgliedstaaten wollen bis 2050 klimaneutral werden. Zu Beginn sollen die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55% gegenüber dem Stand von 1990 sinken. Um das gemeinsam schaffen zu können, müssen Wirtschaft und Gesellschaft in vielen Bereichen neu ausgerichtet werden.

Direct Air Capture – CO2-Filter als (Teil-)Lösung der Klimakrise?

Unter anderem durch den 2019 erstmals vorgestellten „European Green Deal“ und dem damit verbundenen Ziel, die Netto-Emissionen auf Null zu reduzieren, kamen wieder vermehrt sogenannte „Direct Air Carbon Capture and Storage“-Systeme in den Fokus der Debatte rund um politische Maßnahmen zur Abschwächung bzw. Lösung der Klimakatastrophe (Europäische Kommission 2019, S. 1). Der Weltklimarat IPCC geht in seinen neuesten Modellen sogar von einer Notwendigkeit von Maßnahmen zur CO2-Entnahme aus, um das Netto-Null-Ziel überhaupt erreichen zu können (IPCC 2022, S. 1).

Dementsprechend wird innerhalb der europäischen Institutionen sowie der nationalen Regierungen auch an potenziellen Maßnahmen zur gezielten Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre und dessen dauerhaften Lagerung gearbeitet, da die natürlichen Entnahmekapazitäten, zum Beispiel durch (Wieder-)Aufforstung, nicht ausreichen, um die vereinbarten Ziele zu erreichen (Schenuit et al. 2022, S. 1). So geht die Europäische Kommission davon aus, dass „im Jahr 2050 [immer noch] etwa 500 Megatonnen (Mt) CO2-Äquivalente (CO2eq) ausgeglichen werden […], um Netto-Null-Emissionen zu erreichen“ (ebd., S. 2).

Ökosystembasierte Methoden, unter anderem (Wieder-)Aufforstung, werden allein nicht ausreichen, um die Emissionen auszugleichen, weswegen künstliche Carbon Dioxide Removal-Maßnahmen (CDR) vermehrt in den Fokus rücken bzw. politisch, insbesondere hinsichtlich der potenziellen Entnahmemethoden, diskutiert werden (ebd.). Zu den bislang meistdiskutierten Maßnahmen gehören sogenannte „Direct Air Carbon Capture and Storage“-Systeme (DACCS), welche CO2 aus der Umgebungsluft herausfiltern und speichern bzw. anderweitig verwendbar machen (z.B. synthetische Kraftstoffe).

Freitag, 15. Juli 2022

Anpassen an den Klimawandel: schwimmende Städte


Kennt heute noch jemand den von Kritikern eher negativ aufgenommen Spielfilm „Waterworld“ von 1995 mit Kevin Costner in der Hauptrolle? Die Polkappen sind geschmolzen, festen Boden gibt es nicht mehr aufgrund des Anstiegs des Meeresspiegels, alle leben auf improvisierten, aus Müll zusammengebastelten Plattformen, die im Meer schwimmen. Trinkwasser und Erde werden zu den teuersten Ressourcen, für die gemordet und geplündert wird, die einzige Hoffnung ist der Mythos Dryland, das letzte Stück fester Boden, den alle finden wollen. Auch wenn der Film in vielen Punkten versagt, so muss man doch anerkennen, dass die Idee von schwimmenden Plattformen als Lebensraum durchaus seinen Reiz hat. Und heute, 2022, ist das nicht mehr nur eine verrückte Vorstellung, auch nicht nur ein grobes Konzept, es ist bereits Realität dank eines Prototyps in der südkoreanischen Metropole Busan.

Idee der schwimmenden Stadt

In erstaunlich kurzer Zeit hat sich die Idee zum Prototyp weiterentwickeln können: 2019 fand die erste Round Table Sitzung des UN-Programms UN-Habitat, ein Wohn- und Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen, statt. Das Problem ist offensichtlich: mehr und mehr Menschen, Städte, sogar ganze Nationen sind vom Anstieg des Meeresspiegels sowie zunehmenden Naturkatastrophen in Küstengebieten gefährdet. 9 der 10 größten Städte weltweit sind einem starken Risiko ausgesetzt und mehr als eine halbe Milliarde Menschen sehen sich heute schon den zunehmenden Problemen ausgesetzt. Der Gedanke stand stets im Raum, die Flucht in die Höhe zu suchen, also höher gelegene Regionen als Zuflucht zu wählen vor Überschwemmungen und anderen lebensbedrohlichen Katastrophen. Doch nun wird auch der Idee nachgegangen, das Wasser als Wohnraum zu erschließen.

Das Projekt der blue technology Firma Oceanix soll genau das ermöglichen. In Zusammenarbeit mit einer Vielzahl an Menschen und Organisationen aus aller Welt und mithilfe der UN wird das Ziel verfolgt, schwimmende Plattformen als eigenständige, sich selbst komplett versorgende und vor allem klimaneutrale Städte zu errichten. Damit soll nicht nur auf Klimakatastrophen reagiert werden, man erhofft sich auch, soziale Ungleichheit reduzieren zu können, indem man mehr Wohnraum zur Verfügung stellen kann, um die ständig steigenden Kosten in Großstädten aufhalten zu können.

Dienstag, 12. Juli 2022

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Heute gilt der Ausbau erneuerbarer Energien als eine zentrale Säule der Energiewende. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist Teil nachhaltig gestalteter Energiepolitik und gehört laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klima (BMWK 2022) zu den wirkungsvollsten und effizientesten Klimaschutzinstrumenten in Deutschland.

Klimaschutz ist zu einer der größten politischen und gesellschaftlichen Herausforderung geworden. In Deutschland wird seit dem Stromeinspeisungsgesetz von 1991 die Erzeugung von erneuerbaren Energien gefördert. Am 1. April 2000 trat das EEG in Kraft, um kurzfristig Investitionen in erneuerbare Energien zu steigern, und löste somit das Stromeinspeisungsgesetz ab, welches von 1991 bis 2000 gültig war.

Anhand des Gesetzes erfolgte erstmalig die Einspeisung von Strom aller erneuerbaren Energiequellen in das deutsche Verteilernetz und zugleich ermöglichte es eine schrittweise Veränderung von umweltschädigenden Atom- und Kohlekraftwerken hin zu ökologischer Elektrizität (vgl. Stadermann, 2021, S. 616f.). Das EEG wurde mehrfach evaluiert, wobei Rahmenbedingungen und Fördersätze verändert wurden. Die derzeit letzte Novellierung des EEG erfolgte 2021. Zweck des Gesetzes ist es,

„eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen, die volkswirtschaftlichen Kosten [...] auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte zu verringern, fossile Energieressourcen zu schonen und die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien zu fördern“ (Umweltbundesamt 2021).

Tempolimit auf Autobahnen

Als im November 2021 die Parteien SPD, Grüne und FDP den Koalitionsvertrag ausgehandelt haben, existierte bei manchen die Hoffnung, dass ein generelles Tempolimit aufgrund der Mitwirkung der Grünen kommen wird. Allerdings war dem nicht so und manche Stimmen sahen darin ein Zugeständnis an die FDP.

Kein halbes Jahr später überfiel Russland die Ukraine und seither herrscht Krieg. Deutschland ist von Russlands Rohstoffimporten abhängig. Die damit einhergehenden Zahlungen Deutschlands an Russland können als Finanzierung des Krieges angesehen werden. Dies führte unter anderem dazu, dass sich die Umweltministerkonferenz der Länder für ein Autobahn-Tempolimit einsetzte, mit der Begründung, dass dies eine kostengünstige, schnell umsetzbare und sofort wirksame Maßnahme sei, um den nationalen Kraftstoffverbrauch zu reduzieren. Dies würde wiederum die Abhängigkeit von russischen Rohstoffimporten verringern. Die Umweltminister stellen sich somit gegen die Bundesregierung, die ein Tempolimit zum jetzigen Zeitpunkt ablehnt.

Doch neben dem Aspekt der Reduzierung von Rohstoffimporten existieren weitere Argumente, fossile Kraftstoffe einzusparen – eines davon ist die Klimakrise. Doch bevor das klimafreundliche Potenzial eines Tempolimits thematisiert wird, soll eine kurze Bestandsaufnahme vorgenommen werden. In Deutschland sind 70% der Autobahnstrecken ohne Tempolimit. Dies sind rund 18115 Kilometer. Auf diesen Abschnitten beträgt die Durchschnittsgeschwindigkeit 125 km/h, ermittelte die Bundesanstalt für Straßenwesen.

Montag, 11. Juli 2022

Aquaponik: Wenn Fische und Gemüse im Kreislauf stehen

Die Meere sind überfischt, die Felder überdüngt und der Klimawandel sorgt dafür, dass sich die Biodiversität drastisch reduziert hat. Hinzu kommt, dass die Wasserqualität von Seen und das Grundwasser unter der konventionellen Fischzucht leidet. Eine mögliche Lösung könnte sein, diese Probleme zu kombinieren und hieraus ein neues Konzept zu entwickeln. Erste Forschungsergebnisse des Aquaponik-Konzepts sind vielversprechend und der erste Schritt in die richtige Richtung.

Dieser Blogeintrag beschreibt das Konzept Aquaponik in Kürze und fragt, inwieweit es zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen kann. Darüber hinaus wird auf die politische Umsetzung bzw. Förderung eingegangen.

Freitag, 10. Juni 2022

Photovoltaik: mit der PV-Pflicht hin zur Klimaneutralität?

‚In erneuerbaren Energien liegt unsere Zukunft‘: so lauten seit einigen Jahren die Schlagzeilen verschiedenster Tageszeitungen, die immer wieder über die Möglichkeiten von Sonnen- und Windenergie berichten. Im Bereich der erneuerbaren Energien nimmt Photovoltaik inzwischen eine führende Rolle ein. So kann dieser Prozess folgendermaßen beschrieben werden:

„Als Photovoltaik wird der Zweig der Energietechnik bezeichnet, der sich mit der Umwandlung von solarer Strahlungsenergie (Photonen) in elektrische Energie beschäftigt. Mit der Nutzung der Photovoltaik als erneuerbare Energiequelle werden viele positive Aspekte assoziiert. So stellt die Sonne eine für den Menschen unerschöpfliche Energiequelle dar. Die Strahlungsenergie der Sonne ist ein sogenanntes freies Gut, das heißt, sie steht jedem jederzeit kostenfrei zur Verfügung.“ (Dengler 2012, S.14)

Auch hinsichtlich der Reduzierung der CO2-Emissionen ist Photovoltaik als alternative, erneuerbare Energie von besonders großer Bedeutung. Die Nutzung von eigens auf dem Dach produziertem Solarstrom statt herkömmlich erzeugtem Strom trägt zudem zur Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen und damit zur Minderung der Folgen des Klimawandels bei. Somit hat die Nutzung der Photovoltaik also auch direkte Auswirkungen auf die Bekämpfung der Klimakatastrophe (vgl. Dengler 2012, S.13).

Montag, 30. Mai 2022

Der European Green Deal

Der European Green Deal ist ein Konzept der Europäischen Union, das 2019 von Ursula von der Leyen vorgestellt wurde. Ziel des Green Deals ist es, dass Europa als erster Kontinent bis zum Jahr 2050 klimaneutral wird. Dabei sollen verschiedene Maßnahmen in unterschiedlichen Politikfeldern ergriffen werden, um eine möglichst breite Abdeckung zu erzielen. Es ist ein ganzheitlicher und sektorenübergreifender Ansatz erforderlich, bei dem alle relevanten Politikbereiche zum übergeordneten Klimaziel beitragen (Generalsekretariat des Rates 2022). Wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Ziele werden miteinander verwoben, um die EU durch den Green Deal zukunftsfest zu machen (vgl. Dröge 2022).

„Der Green Deal ist die ehrgeizigste Agenda, die sich die EU je gegeben hat. Die Kommission verfolgt nicht bloß den Klimaschutz als Ziel, sondern will durch den Deal auch wirtschaftlich und geopolitisch zu den USA und China aufschließen“ (ebd.).