Samstag, 28. November 2020

Podcast zum Thema CO₂-Kompensation

Kürzlich wurde an dieser Stelle ein längerer Beitrag zum Thema "Freiwillige CO₂-Kompensation" veröffentlicht. Ergänzend dazu kann man sich den Podcast "Klimakompensation - Fliegen mit gutem Gewissen?" von SWR2 Wissen anhören, der sich mit demselben Thema beschäftigt: Handelt es sich um modernen Ablasshandel oder sind Kompensationszahlungen für CO₂-Emissionen sinnvoll?

Sonntag, 22. November 2020

Wachstum in den Köpfen: Leseempfehlungen

Empfehlungen von Jonathan Hörtkorn

Ein Interview aus dem Tagesspiegel (03.11.2014) mit dem Titel "Stetiges Wachstum ist obsolet" thematisiert das ständige Verlangen nach Wachstum, das sich in unseren Köpfen wiederfindet und sich in der Ökonomie widerspiegelt. Dabei zeigt der Ökonom Holger Rogall Ansätze auf, die das Wachstumsdenken der Menschen abschwächen könnten.

Der Beitrag "Wahrnehmung des Klimawandels" von Prof. Dr. Ines Weller auf dem insgesamt empfehlenswerten Portal Klimanavigator wertet verschiedene Studien zum Konsumverhalten aus. Außerdem werden im Text Einflussfaktoren auf das Konsumverhalten und die Ressourcennutzung dargelegt und er bietet einige Anhaltspunkte zur Selbstreflektion des eigenen Konsumverhaltens.

Samstag, 21. November 2020

Das gute Leben: Harvard-Studie

 

Der folgende, kollaborativ im Rahmen des coronabedingten Online-Semesters verfasste Text fasst die zentralen Aspekte des TED-Talks von Robert Waldinger zur Harvard-Studie zusammen.

I. Besonderheiten der Studie

  • Seit über 75 (!) Jahren verfolgt die Studie die Lebensläufe von 724 Männern und sammelt Informationen zu deren Arbeit, Familienleben und Gesundheit. Es werden Interviews und Tests durchgeführt. Heute noch nehmen über 60 Männer, die zwischenzeitlich über 90 Jahre alt sind, an dieser Studie teil.
  • Es gibt zwei Gruppen: Die eine Gruppe startete ihr Studium in Harvard. Sie beendeten das Studium während des Zweiten Weltkrieges und dann zogen die meisten in den Krieg. Die andere Gruppe bestand aus Jungen aus einem der ärmsten Viertel Bostons.
  • Zu Beginn waren alle Probanden Teenager. Später wurden aus ihnen Fabrikarbeiter, Anwälte, Maurer und Ärzte. Manche wurden alkoholabhängig, andere stiegen gesellschaftlich auf, von ganz unten nach ganz oben, und bei anderen war es umgekehrt.

II. Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie

  • Die zentrale Erkenntnis lautet: Gute Beziehungen machen uns glücklicher und gesünder.
  • “Einsamkeit tötet.”
  • Sozial vernetzte Menschen (Freunde, Familie, Gemeinde) sind glücklicher, körperlich gesünder und leben länger als Menschen, die weniger gut vernetzt sind.
  • Es geht nicht um die Anzahl der Freunde, die man hat, oder wie lange man schon eine Beziehung führt. Es geht um die Qualität dieser Beziehungen.
  • Die Menschen die in ihren 50ern am glücklichsten in der Beziehung waren, sind am gesündesten in ihren 80ern.
  • Gute Beziehungen schützen nicht nur unseren Körper, sondern auch unser Gehirn.
  • Menschen, die sich in Notzeiten wirklich auf die andere Person verlassen können, behalten länger ein gutes Gedächtnis.
  • Den Probanden, die sich am intensivsten um ihre Beziehungen (Freunde, Familie, “Community”) gekümmert haben, geht es am besten.
  • All dies sind keine neuen Erkenntnisse. Doch wir ignorieren sie oft. Das liegt schlichtweg daran, dass wir Menschen und eben menschlich sind. Wir hätten gerne eine schnelle und einfache Lösung, um ein gutes Leben zu führen. Daher sind wir auch so anfällig für Leistungsgedanken. Dass wir zurückbekommen, was wir hineinstecken - eine einfache Gleichung. Doch wie im Vortrag sehr schön gesagt wird, sind Beziehungen das nicht. Sie sind durcheinander und anstrengend und umständlich. Doch nur sie sind das, was uns wirklich nachhaltig gut tut, gesund hält und glücklich macht.
  • “Niemand sagt an seinem Sterbebett, dass er sich gewünscht hätte, mehr im Büro gewesen zu sein.”
  • Isolation führt zu einer toxischen Verhaltensentwicklung.
  • Menschen, die aus ihren Arbeitskollegen Freunde gemacht haben, sind im Ruhestand glücklicher.

III. Kommentare, Anmerkungen, Fragen

  • Wichtige Erkenntnisse die uns nochmal vor Augen halten, wie wichtig es ist, sich Zeit für Menschen zu nehmen, die einem gut tun! Durch die Studie wird zudem deutlich, dass materielle Güter Menschen auf Dauer nicht glücklich machen können.
  • Lebensziele der Generation Y (Millennials): 80% der Millennials haben das Ziel in ihrem Leben reich zu werden. Weitere 50% wollen berühmt werden. Das ist nicht nur statistisch unrealistisch, sondern, wie die Studie zeigt, auch nicht zielführend für ein glückliches Leben.
  • Frage: Sind Menschen glücklich, weil sie in guten Beziehungen sind, oder sind sie in guten Beziehungen, weil sie glücklich sind?
  • Das eine schließt das andere nicht aus. Oft sieht man glückliche alte Paare draußen herumspazieren. Viele Menschen stellen sich dann solche Situationen auch mit ihrem Partner vor, doch an so ein Ziel zu kommen, ist oft schwer. Beziehungen laufen nicht von selber, es ist ein kontinuierliches Arbeiten, wie beim Job. Tagtägliche Kleinigkeiten wie ein “Ich liebe dich” oder kleine Komplimente führen schon zu einer festeren Beziehung. Arbeitet an eurer Beziehung so, als würdet ihr eine Gehaltserhöhung in der Arbeit anstreben.

Montag, 16. November 2020

Offene Klima-Uni für alle

Students for Future Deutschland“ veranstaltet vom 23.11.- 27.11.2020 die dritte Public Climate School. Bundesweit wird es verschiedene Lehrveranstaltungen geben, die in einem Livestream und nachträglich auf YouTube verfolgt werden können. Das folgende Video bezieht sich auf das neu ausgearbeitete Schulprogramm #SchuleNeuDenken (https://www.youtube.com/watch?v=g4Q2baX2SJw):


Samstag, 14. November 2020

Nachhaltige Ernährung: Podcast und Buch

Vor kurzem hat Deutschlandfunk Nova einen hörenswerten Vortrag von Prof. Dr. Nina Langen zum Thema nachhaltige Ernährung veröffentlicht. Die Website mit weiteren Informationen finden Sie hier, hier geht es direkt zum Podcast.

Wer lieber Bücher liest, für den gibt es eine interessante neue Publikation des Verlags Brandes & Apsel. In diesem Verlag ist auch das Handbuch für fairen Konsum erschienen, das an dieser Stelle bereits vorgestellt wurde.

Volker Manz (2020): Food for Future! Einstieg in eine klimagerechte, nachhaltige und gesunde Ernährungsweise, Brandes & Apsel.

 

Dienstag, 10. November 2020

Neues Buch: Glück und Nachhaltigkeit

Kürzlich ist ein für unser Thema unmittelbar einschlägiges Buch erschienen, was schon für sich genommen eine gute Nachricht ist. Es kommt aber noch besser: Dieses Buch steht im epub- oder pdf-Format kostenlos zur Verfügung:

  • Dallmer, Jochen (2020), Glück und Nachhaltigkeit. Subjektives Wohlbefinden als Leitmotiv für nachhaltige Entwicklung, transcript.

Die Beschreibung auf der Verlagswebsite, von der aus man sich das Buch auch herunterladen kann, liest sich folgendermaßen:

"Wie lassen sich Glück und Nachhaltigkeit verbinden? Um die gegenwärtige ressourcenintensive Lebensweise zu überwinden, braucht es neue Leitbilder von subjektivem Wohlbefinden, die das gute Leben jenseits von Produktion und Konsum verorten. Die bisherige Debatte um Suffizienz und Postwachstum ist dabei vor allem von asketischen Idealen geprägt, welche für die Mehrzahl der Menschen nicht attraktiv erscheinen. Als eine vielversprechende Variante entwickelt Jochen Dallmer das Modell eines aufgeklärten Hedonismus, welcher das Streben nach subjektivem Wohlbefinden zu einem Beitrag für Nachhaltigkeit werden lässt."

Montag, 9. November 2020

Ein gutes Leben heißt für mich...

Zur Erläuterung: In der Anmeldemail zum Seminar "Klimawandel, Wachstum und das gute Leben" im momentan anlaufenden zweiten Online-Semester hatte ich darum gebeten, neben der Angabe der üblichen Daten auch einen Satz zu vervollständigen, nämlich "Ein gutes Leben heißt für mich ...". Hier finden sich die Antworten im Wortlaut.

Ihre Ergänzungen des Satzes: Ein gutes Leben heißt für mich, ... 

  • ... dass ich achtsam und respektvoll mit mir, meinen Mitmenschen und meiner gesamten Umwelt umgehe.
  • ... frei von Reue zu sein.
  • ... Gesundheit für meine Familie und mich.
  • ... meinen eigenen Horizont stetig zu erweitern und meinen doch sehr kleinen Fußabdruck auf der Welt zu hinterlassen.
  • ... ein Leben ohne andauernde Sorgen und Ängste.
  • ... in der Lage zu sein, auch die negativen Aspekte des Lebens wertzuschätzen, da in ihnen das größte Potential zur Weiterentwicklung liegt.
  • ... alles zu akzeptieren, wie es ist, und die Möglichkeit zu haben, nach seinen Werten und Vorstellungen zu handeln.
  • ... glücklich und konform zu sein, mit dem was und wie ich es tue.
  • ... ein Leben in Freiheit und Sicherheit mit viel Gesundheit in der Nähe meiner Liebsten führen zu können.
  • ... eine gesicherte Zukunft zu haben, finanziell abgesichert zu sein, in ein soziales Umfeld integriert zu sein und in einem Staat zu leben, welcher Sicherheit und Freiheit garantieren kann.
  • ... den Blick für das Gute nicht zu verlieren.
  • ... für das dankbar zu sein, was mich umgibt (z.B. Mitmenschen, Tiere, Natur) und es mit Respekt, Achtung und Wertschätzung zu behandeln. Dazu gehört auch, mein eigenes Handeln immer wieder zu hinterfragen und zu überprüfen, inwieweit ich auf das gute oder weniger gute Leben anderer Einfluss nehm(en kann). Das geht am besten in Gemeinschaft.
  • ... innere Zufriedenheit.
  • ... ein Leben Aller in Frieden und Freiheit ohne Einschränkungen, Benachteiligungen und Ausgrenzung.
  • ... gesund zu sein, keine schwerwiegenden Sorgen zu haben, einen gefestigten Familien- und Freundeskreis zu haben und meinen Leidenschaften nachgehen zu können.
  • ... frische Luft und genügend sauberes Wasser.
  • ... sumak kawsay, Respekt und Eigenrecht der Natur, die uns umgibt, denn aus ihr stammt all das Leben und Alles zum Leben.
  • ... gesund und glücklich zu sein.
  • ... das Beste aus meinen Möglichkeiten zu machen und dadurch glücklich zu sein.

Donnerstag, 29. Oktober 2020

Kreuzfahrttourismus – eine Gefahr für die Umwelt?

Ob bei Fridays for Future oder der neuesten Umwelt Dokumentation - der Klimawandel ist ein Thema, was uns im alltäglichen Leben begleitet und es fortan prägen wird. Seit der Existenz der Erde hat sich das Klima stetig verändert. Dies geschieht auf unterschiedliche Weise und aus unterschiedlichen Gründen. Es gibt viele Anzeichen dafür, dass das Industriezeitalter einen besonders starken Klimawandel erlebt und gerade jetzt können die Menschen die Erwärmung der Erde und andere Veränderungen im Klimasystem regelrecht beobachten.

Hier deuten alle Anzeichen auf einen vom Menschen verursachten Klimawandel hin. Forschungen zufolge wird es auch in Zukunft so bleiben. Es wird zu Temperaturänderungen und auch Veränderungen des Niederschlags kommen. Die ökologischen und sozioökonomischen Folgen dieser Veränderungen können erheblich sein. Der Tourismus ist eines der Gebiete, das besonders vom Klimawandel betroffen ist und gleichzeitig ein offensichtlicher Mitverursacher der Klimakrise ist. (vgl. Klein 2007, S. 3)

Es ist bekannt, dass es diverse Ursachen für den Klimawandel gibt, doch in welchem Ausmaß tragen Kreuzfahrten, die bei den Eltern und Großeltern besonders beliebt sind, ebenfalls zur Erderwärmung und somit zum Klimawandel bei?

Dienstag, 6. Oktober 2020

Instagram, Facebook, Twitter und Co.: Nachhaltigkeit und Soziale Medien

1. Einleitung

Man braucht jeweils zwei Teelöffel Natron und Speisestärke, drei Teelöffel Kokosöl und 10 Tropfen ätherisches Öl. Als erstes vermischt man das Natron und die Speisestärke gleichmäßig miteinander. Dann erwärmt man das Kokosöl und rührt es unter. Man muss solange rühren, bis eine cremige Paste entsteht. Anschließend rührt man das ätherische Öl darunter und zum Schluss wird alles in einen verschließbaren Behälter gegossen. Fertig ist das selbstgemachte Deo ohne schädliche Zusatzstoffe. (vgl. Ecoyoucommunity 2020)

DIY nennt sich so etwas, also Do-it-yourself. Unter diesem und vielen weiteren Hashtags (deutsch in etwa: Schlagwort) finden sich unzählige Anleitungen auf diversen Plattformen wie Instagram und Co., um alle möglichen Produkte selber herzustellen. Hierbei geht es häufig um weniger und "besseren" Konsum. „Less waste - more nature“ - damit wirbt der Instagram-Kanal Ecoyoucommunity und bezeichnet seine Anhänger als „Umwelthelden“. Auch in den sozialen Medien ist Nachhaltigkeit längst ein Trend geworden. Gibt man bei Instagram den Hashtag #nachhaltigkeit ein, erscheinen über 800.000 Beiträge unter diesem Begriff.

Luise Neubauer, die sich für "Fridays for Future" engagiert, hat über 170.000 Abonnenten auf ihrem Instagram-Kanal. Auf Facebook finden sich massenhaft Gruppen und Diskussionsforen zum Thema Nachhaltigkeit und auch Blogs möchten über das Thema aufklären. Der Blog Energieblogger verfolgt das Ziel, über erneuerbare Energien aufzuklären und diese dem durchschnittlichen Verbraucher näherzubringen. Sie bieten außerdem an, unseriöse Berichte zum Thema Energiewende auf Unwahrheiten zu prüfen. (vgl. Energieblogger 2020)

Auch bei Unternehmen ist die entsprechende Berichterstattung in den sozialen Medien längst angekommen. So twitterte Amazon Deutschland erst vor kurzem unter dem Hashtag #Nachhaltigkeit, dass sie sich eine nachhaltige Umsetzung zur obersten Priorität gesetzt haben. Sie kündigten an, bis 2030 die Hälfte ihrer Lieferungen CO2-neutral durchführen zu wollen. (vgl. Amazon DE, 2020)

Dies sind nur einige von etlichen Beispielen, welche die Verknüpfungen von sozialen Medien und dem Thema Nachhaltigkeit aufzeigen. Es stellt sich jedoch oft die Frage: Handelt es sich hierbei lediglich um eine Trenderscheinung zur Verbesserung der Reputation von Unternehmen durch das Werben mit dem Konzept der Nachhaltigkeit?

Zum besseren Verständnis wird in dieser Arbeit zunächst versucht, das Konzept der Nachhaltigkeit zu definieren. Anschließend soll kurz erläutert werden, welche Wirkung soziale Medien ausüben und einige erfolgreiche Beispiele mit Nachhaltigkeitskonzepten aufgezählt werden. Es soll aufgezeigt werden, welche Vor- und Nachteile die sozialen Medien im Umgang mit diesen Konzepten bieten - sowohl für den durchschnittlichen Verbraucher als auch für Unternehmen.

Außerdem soll deutlich gemacht werden, wie Unternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit in den sozialen Medien umgehen und welche Kriterien sie zu erfüllen haben. Abschließend soll die Frage beantwortet werden, ob durch soziale Medien eine wirkliche Chance zur Veränderung und Manifestierung neuer nachhaltiger Lebens- und Wirkungsmechanismen gegeben ist oder ob es sich nur um eine Trenderscheinung handelt.

Freitag, 25. September 2020

Der Green New Deal - die Rettung vor der globalen Klimakatastrophe?

Wissenschaftler*innen warnen uns: wir befinden uns mitten im sechsten großen Massenaussterben der Erdgeschichte. Der weltweite Zusammenbruch des Klimas stellt keine ferne Bedrohung mehr da, sondern die erlebte Realität (vgl. Klein 2019, S.15).

Diesbezüglich fordert nicht nur Deutschland, sondern auch die USA, Großbritannien und weitere Länder einen Green New Deal, der die Rettung vor der globalen Klimakatastrophe verheißt. Es besteht aber längst noch keine Einigkeit darüber, wie dieser Green New Deal, der den New Deal von US-Präsident Roosevelt zum Vorbild hat, aussehen und umgesetzt werden soll. Es gibt verschiedene Ansätze, wie genau sich ein Green New Deal gestalten könnte und wie er uns vor der globalen Klimakatastrophe schützen soll. Das Herzstück des Green New Deal stellt die Wende auf Basis einer smarten grünen Infrastruktur hin zur kohlenstofffreien Wirtschaft der dritten industriellen Revolution dar (vgl. Rifkin 2019, S.41).

Der New Deal stammt aus den 30er Jahren aus den USA. Damals wurde Franklin D. Roosevelt Präsident zu Zeiten einer schwerwiegenden Weltwirtschaftskrise. Roosevelt sorgte mit seinem erfolgreichen New Deal für eine Kehrtwende in der Wirtschaftspolitik (vgl. Löhle 2020). 2007 knüpfte Thomas Friedman an das Konzept des New Deal in einem Artikel in der New York Times an und prägte den Begriff des „Green New Deal“ wesentlich. Er beschrieb den Kampf gegen den Klimawandel durch den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energiequellen und entwickelte eine Idee der „Grünen Revolution“:

„Wenn wir das Blatt beim Klimawandel wenden und unsere Ölabhängigkeit beenden wollen, brauchen wir von allem mehr: Sonne, Wind, Wasser, Ethanol, Biodiesel, saubere Kohle- und Kernkraft und Umweltschutz. Es braucht einen Green New Deal, denn all diese Technologien soweit zu fördern, dass sie wirklich groß sind, wäre ein riesiges Industrieprojekt“ (Friedman 2007).

Friedman setzt dabei auf staatliche Vorschriften, die dafür sorgen sollen, dass Unternehmen zu Innovationen und höheren Preisen gezwungen werden (ebd.). Seitdem wird immer wieder vom Green New Deal gesprochen. Mehr als 10 Jahre später, 2018, prägte das Sunrise-Movement in den USA den Begriff neu. Die US-Klimaaktivist*innen forderten bis 2035 100 prozentige erneuerbare Energien, maximale Effizienzsteigerung im Gebäudesektor, ein Nullemissionstransportsystem, Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung für alle Bürger*innen und Weiterbildungsprogramme, wie einst bei Roosevelt (vgl. Löhle 2020).

Montag, 14. September 2020

Nachhaltigkeit bei ADIDAS

In den vergangenen Jahren ist die Thematik der Nachhaltigkeit immer mehr in den Fokus der Gesellschaft gerückt. Dass die Thematik nun Beachtung findet, ist auch zwingend notwendig, denn die Naturkatastrophen sind in den vergangenen Jahren immer gewaltiger geworden. Auch das Klima wurde wärmer, sodass es vielerorts, wo es früher immer wieder zu Schneefällen kam, heute kaum noch Schnee gibt (vgl. Horx 2014, S. 212ff.).

Konsumenten haben ihr Konsumverhalten in den vergangenen Jahren geändert. So werden immer mehr nachhaltig produzierte Produkte und Lebensmittel gekauft. Manche Konsumenten gehen dabei noch weiter, indem sie sich nur noch vegetarisch oder sogar vegan ernähren, um so zum Erhalt der Erde beizutragen. Insgesamt konnte in Umfragen festgestellt werden, dass die Menschen mittlerweile gesünder und bewusster leben. Staud merkt dazu an, dass es wichtig sei, etwas für das Klima zu tun, „[d]enn das Klima jammert nicht. Es kippt halt irgendwann um“ (Staud, 2009, S. 25).

Der Wunsch der Gesellschaft nach einem bewussteren Umgang mit Rohstoffen führt in den Unternehmen zu einem Umdenken in der Produktion. Sie sind gefragt und müssen investieren, um den Anforderungen der Gesellschaft auch in Zukunft gerecht zu werden. Auch wenn dies zunächst mit höheren Kosten für die Unternehmen verbunden ist, so kann sich diese Investition über die Jahre hinweg lohnen, da es zu gesteigerten Absätzen und einem besseren Image des Unternehmens führt (vgl. Wenzel/Kirig/Rauch 2008, S. 31).

Die vorliegende Arbeit betrachtet zunächst den Begriff der Nachhaltigkeit und dessen Relevanz für Unternehmen und Gesellschaft. Dabei spielt das Corporate Social Responsibility (im Folgenden mit CSR abgekürzt) Konzept und das ökologische Marketing eine wichtige Rolle (vgl. Kleine 2012, S. 3). Dieses Konzept soll als Grundlage dafür dienen, um die Bemühungen von ADIDAS zum Klimaschutz zu beurteilen.

Das darauffolgenden Kapitel handelt von dem Unternehmen ADIDAS. Dabei wird zunächst auf die Ziele des Unternehmens eingegangen. Anschließend wird die Strategie zur Nachhaltigkeit, die ADIDAS verfolgt, und das ökologische Marketing genauer betrachtet. Anschließend soll im Fazit geklärt werden, wie ADIDAS seinen Beitrag zur Nachhaltigkeit bewirbt und ob dieser Ansatz mit der Theorie des ökologischen Marketings übereinstimmt.

Sonntag, 30. August 2020

Nachhaltiger Konsum in Zeiten von Fast Fashion

Nachhaltigkeitskampagnen, CO2-Kompensationszahlungen für Flugreisen, Recyclingangebote anstatt wegzuwerfen und die Aufforderung zum umweltbewussteren Leben und nachhaltigeren Kaufen findet man heutzutage überall. In sozialen Netzwerken, in Printmedien und im Fernsehen werben Unternehmen mit ihrem „Sustainability“-Management. Und auch Verbraucher selbst betonen oftmals gerne, auf möglichst viele Plastikverpackungen zu verzichten, öffentliche Verkehrsmittel anstelle des eigenen Autos zu nutzen oder sich vegetarisch bis vegan zu ernähren, da dies insgesamt die Umwelt schone. Das Thema Nachhaltigkeit und der bewusste Konsum scheinen in der Gesellschaft angekommen zu sein.

Doch ist dem tatsächlich so? Ein Blick auf die Textil- und Bekleidungsindustrie (TBI) zeigt, dass hier weiterhin nach alten Maßstäben konsumiert und produziert wird. Viel mehr noch scheinen die großen Modeketten den Eindruck zu machen, als fluten sie im monatlichen Rhythmus die Läden mit neuen Kollektionen, immer mit der Hoffnung verbunden, die Verbraucher zum Kaufen anregen zu können. Und so wird weiterhin unter schlechten Arbeitsbedingungen in fernöstlichen Ländern billige Massenware hergestellt, die weder nachhaltig noch fair produziert wird.

In Zeiten von Fridays-for-Future (FFF), in denen ein nachhaltigeres Leben gefordert wird, kann sich die TBI offenbar diesen Erwartungen nach wie vor entziehen und steht nicht im Fokus der Öffentlichkeit. Die Automobilindustrie, die Flugzeugbranche sowie Kreuzfahrtschiffe sind dagegen stark in Verruf geraten, zu wenig für den Klimawandel zu tun bzw. zu viele schädliche Abgase auszustoßen.

Das Ziel der Arbeit ist es, einen Leitfaden für den Leser zu geben, wo und wie fair gehandelte Mode gekauft werden kann. Auf welche Merkmale beim Kauf von Kleidung geachtet werden sollte. Denn ist ein teures T-Shirt automatisch auch ein hochwertiges sowie fair und nachhaltig? Diesen Fragen gilt es auf den Grund zu gehen und Antworten dafür zu finden, wie ein umweltfreundliches Konsumverhalten aussehen kann. Doch natürlich soll in diesem Zusammenhang auch die Frage erläutert werden, wie es sich die TBI leisten kann, in immer kürzeren Abständen neue Kollektionen zu produzieren und diese als Massenware in den Einkaufsläden anzubieten.

Montag, 3. August 2020

Uni Kassel: Studierende erstellen Gemeinwohl-Bilanz

Im Rahmen von Projekten im Bereich Service Learning haben Studierende in einem Seminar Unternehmen aus der Region Kassel bei der Erstellung einer Gemeinwohl-Bilanz unterstützt: "Bilanz ziehen fürs Gemeinwohl". Die Leiterin des Bereichs Service Learning, Imke-Marie Badur, wird auf der Uni-Website mit folgendem Satz zitiert:
„Die Unternehmen waren dankbar, Unterstützung bei diesem recht komplexen Prozess zu bekommen, während die Studierenden ihr theoretisches Wissen direkt in der Praxis umsetzen konnten und zudem Einblicke in ein mögliches Berufsfeld bekamen, als potentielle Nachhaltigkeitsberater. Den Mitgliedern der GWÖ-Gruppe in Kassel hat das Seminar geholfen, die Idee der GWÖ weiter zu verbreiten und ihr Netzwerk auszubauen.“

Sonntag, 26. Juli 2020

Doku: "So zerstören unsere Klamotten die Umwelt"

Jeder kennt heutzutage den Begriff Nachhaltigkeit, und viele versuchen auch schon, nachhaltiger zu leben, indem sie weniger Plastikverpackungen kaufen oder nicht mehr so viel Auto fahren. Da sich jeder mit dem Thema beschäftigt, gehen viele davon aus, dass die Klamottenfabriken sich daran auch beteiligen. Im nachfolgenden Video wird allerdings aufgezeigt, wie sehr unsere Umwelt noch heute unter den Bedingungen der Fabriken leidet: https://www.youtube.com/watch?v=pXGr8qX4eNE

Freitag, 24. Juli 2020

Weekday Vegetarian


Hier ist ein kurzes Video über Fleischkonsum und seine Auswirkungen auf die Umwelt. Der sinkende Fleischkonsum in unserem Alltag trägt dazu bei, eine nachhaltige Ernährungsweise aufzubauen. Vielleicht können Sie auch Wochentagvegetarier werden?

Samstag, 18. Juli 2020

Nachtrag: Gemeinwohl-Ökonomie in der Praxis

Der Artikel "Den Menschen soll es gut gehen" von Donato Nicolaidi (Süddeutsche Zeitung, 06.07.2020) zeigt anhand eines konkreten Beispiels aus Freising, was Gemeinwohl-Ökonomie heißt und wie die Sache mit der Gemeinwohl-Bilanz in der Praxis funktioniert - zur Abrundung der Beschäftigung mit diesem Ansatz unbedingt lesenswert...

Freitag, 10. Juli 2020

Lösungsansätze: Nachhaltigkeit, Postwachstum und Gemeinwohl-Ökonomie

Bislang haben wir uns drei Lösungsansätze für die grundlegenden Probleme unserer Gesellschaften angeschaut, die auf vielfältige Weise zusammenhängen und Überschneidungen aufweisen:
  • Das Konzept der Nachhaltigkeit bzw. der nachhaltigen Entwicklung,
  • die Postwachstumsökonomie bzw. -gesellschaft und
  • die Gemeinwohl-Ökonomie.
In diesem Text versuche ich eine kleine Zwischenbilanz zu den drei Konzepten:

Nachhaltigkeit / nachhaltige Entwicklung

Die am häufigsten gebrauchte Definition von "nachhaltiger Entwicklung" stammt von Lester Brown, dem Gründer des Worldwatch Institute. Sie wurde in dem Bericht "Our Common Future" der Brundtland-Kommission aufgegriffen:
"Sustainable development is development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs."
[World Commission on Environment and Development (WCED), Our Common Future, Oxford 1987, p. 43]
Diese Definition von "nachhaltiger Entwicklung" wird zwar allgemein akzeptiert, aber sie sagt nicht viel aus. Fritjof Capra schlägt deshalb folgende Operationalisierung vor:
"Der Schlüssel zu einer funktionsfähigen Definition von ökologischer Nachhaltigkeit ist die Einsicht, dass wir nachhaltige menschliche Gemeinschaften nicht von Grund auf erfinden müssen, sondern sie nach dem Vorbild der Ökosysteme der Natur nachbilden können, die ja nachhaltige Gemeinschaften von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen sind. Wie wir gesehen haben, ist die herausragendste Eigenschaft des Erdhaushalts seine immanente Fähigkeit, Leben zu erhalten. Daher ist eine nachhaltige menschliche Gemeinschaft so beschaffen, dass ihre Lebensweisen ebenso wie ihre unternehmerischen, wirtschaftlichen und physikalischen Strukturen und Technologien die immanente Fähigkeit der Natur, Leben zu erhalten, nicht stören. Nachhaltige Gemeinschaften entwickeln ihre Lebensmuster im Laufe der Zeit in ständiger Interaktion mit anderen menschlichen und nichtmenschlichen lebenden Systemen. Nachhaltigkeit bedeutet somit nicht, dass die Dinge sich nicht verändern. Sie ist kein statischer Zustand, sondern ein dynamischer Prozess der Koevolution."
[aus: Fritjof Capra, Verborgene Zusammenhänge. Vernetzt denken und handeln - in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft, Bern u.a. 2002, S. 298]
"Nachhaltige Entwicklung" als Widerspruch in sich

Ursprünglich war Nachhaltigkeit das neue Leitbild, das Ziel, die regulative Idee. Unmerklich hat sich die Terminologie (und nicht nur sie) verschoben. Wenn nicht gleich von green economy die Rede ist, dann spricht man von "nachhaltiger Entwicklung".

"Nachhaltigkeit ja - nachhaltige Entwicklung nein", so lautet die Kritik an der mittlerweile allgegenwärtigen Kombination der beiden Konzepte Nachhaltigkeit und Entwicklung. Grund für die Ablehnung der Kombination sind Vorbehalte gegenüber dem Konzept "Entwicklung". Es mit Nachhaltigkeit kombinieren zu wollen, bedeute einen Widerspruch in sich. Während Nachhaltigkeit zur neuen ökologischen Weltsicht gehöre, entstamme der Entwicklungsbegriff der überholten mechanistischen Weltsicht (eine Gegenüberstellung der beiden Weltsichten findet sich hier).

"Darüber hinaus", so Wolfgang Sachs, Wissenschaftler am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie (www.wupperinst.org), "wurde mit der Verknüpfung von 'nachhaltig' und 'Entwicklung' ein Terrain sprachlicher Ambivalenz geschaffen. Das neue Konzept verschob auf subtile Weise den geometrischen Ort der Nachhaltigkeit von der Natur auf Entwicklung; während sich zuvor 'nachhaltig' auf erneuerbare Ressourcen bezogen hatte, bezieht es sich jetzt auf Entwicklung. Mit dieser Verschiebung änderte sich die Wahrnehmung; die Bedeutung von Nachhaltigkeit verlagerte sich von Naturschutz auf Entwicklungsschutz. Angesichts der Tatsache, dass Entwicklung konzeptionell zu einer leeren Hülse geworden war, war das, was nachhaltig bleiben sollte, unklar und strittig. Daher sind in den folgenden Jahren alle Arten von politischen Akteuren, selbst glühende Verfechter des Wirtschaftswachstums in der Lage gewesen, ihre Absichten in den Begriff 'nachhaltige Entwicklung' zu kleiden. Der Begriff wurde somit bald selbst-referentiell, wie eine von der Weltbank angebotene Definition treffend bestätigt: 'Was ist nachhaltig? Nachhaltige Entwicklung ist Entwicklung, die anhält.'"
[aus: Wolfgang Sachs, Nach uns die Zukunft. Der globale Konflikt um Gerechtigkeit und Ökologie, Frankfurt/Main 2002, S. 65]

Will man trotz dieser Kritik auf die etablierte Kombination "nachhaltige Entwicklung" nicht verzichten, kann man nicht umhin, den Entwicklungsbegriff näher zu bestimmen und vom überholten Entwicklungsbegriff der Modernisierungstheorie abzugrenzen. Anregungen hierzu gibt das folgende Schaubild:



Postwachstumsökonomie

In der APuZ-Ausgabe 19-20/2017 zu Karl Marx und "Das Kapital" findet sich ein lesenswerter Beitrag von Niko Paech zur Postwachstumsökonomik, die er auf Seite 44 so definiert:
"Die Postwachstumsökonomik kann als ökologisch orientierte Teildisziplin der Wirtschaftswissenschaften bezeichnet werden. Als Lehr- und Forschungsprogramm richtet sie den Blick auf drei basale Fragestellungen. Erstens: Welche Begründungszusammenhänge lassen erkennen, dass ein weiteres Wachstum des Bruttoinlandsproduktes keine Option für die Gestaltung moderner Industriegesellschaften sein kann? Zweitens: Was sind die Ursachen dafür, dass moderne, auf industrieller Fremdversorgung basierende Volkswirtschaften einem Wachstumszwang unterliegen? Drittens: Was sind die Merkmale einer Ökonomie, deren industrieller Output mit der Einhaltung ökologischer Grenzen harmoniert und insbesondere nicht mehr wächst (Postwachstumsökonomie)?"
Diese reduktive Ökonomie ist das Resultat einer fünffachen Selbstbegrenzung (S. 45-46), die sich mit den folgenden Begriffen verbindet:
  • Suffizienz
  • Subsistenz
  • Regionalökonomie
  • Umbau der restlichen Industrie
  • Institutionelle Maßnahmen
Deutschlandfunk Nova hat in der Reihe "Hörsaal" einen Vortrag von Niko Paech vom September 2019 als Podcast veröffentlicht, der vieles von dem aufgreift, um was es in unserem Seminar zu Nachhaltigkeit und Postwachstum geht. Titel des Vortrags ist "Nachhaltigkeit, Wachstum und globale Gerechtigkeit". Anhören lohnt sich...

Gemeinwohl-Ökonomie

Zu den Grundinformationen zur Gemeinwohl-Ökonomie hatten wir folgende Materialien genutzt:
Zusammengenommen erhält man damit einen sehr guten Einblick, worum es der Gemeinwohl-Ökonomie geht und wo sie die wichtigsten Stellschrauben verortet. Es wäre schön, wenn der eine oder die andere von Ihnen zu diesem hochinteressanten und erfolgreichen Ansatz noch etwas im Blog ergänzen würde...

Donnerstag, 18. Juni 2020

Unverpackt-Läden – Einkaufen ohne Plastikmüll

Massenweise Plastikmüll nach einem Einkauf im Supermarkt ist alles andere als nachhaltig. Daher der Trend der Unverpackt-Läden: Geschäfte, deren gesamtes Sortiment lose angeboten wird. Auf Einwegverpackungen wird hier komplett verzichtet. Egal ob Nudeln, Reis, Mehl, Süßwaren, Shampoo oder Waschmittel: Alles wird lose angeboten und kann so problemlos auf die persönlich benötigte Menge abgewogen werden.

Wer wissen möchte, wie genau das funktioniert, kann sich einen Film über einen neueröffneten Unverpackt-Laden in meiner Heimatstadt Herrenberg anschauen, den eine Freundin von mir zum Abschluss ihrer Ausbildung als Mediengestalterin gedreht hat.


Um für euch das Einkaufen in einem Unverpackt-Laden noch attraktiver zu machen und um euch die Recherche zu ersparen, sind hier die Websites von Läden in PH-Nähe: Ludwigsburg, Backnang und Stuttgart. Für die, die anderswo zuhause sind gibt es auch eine bundesweite Liste.

Um auch die letzten Zweifel noch auszuräumen, hier ein Artikel über Folgen von Plastikmüll wie giftige Dämpfe, das Sterben von Tieren und die Rückwirkungen auf uns Menschen.

Mittwoch, 17. Juni 2020

Mit "gutem Konsum" die Welt besser machen

Von A wie Accessoires bis Z wie Zahnputztabs - auf der Seite goodbuy.eu werden zahlreiche "Produkte mit Sinn" angeboten. Eine Filiale gibt es in Berlin, versendet werden die Produkte, die einen Mehrwert für Mensch und Umwelt bieten, sogar klimapositiv. Für jedes Paket kauft goodbuy abgeholzte Regenwaldfläche in Panama, die wieder aufgeforstet wird. Auch bei der Verpackung bemüht sich goodbuy um Nachhaltigkeit. So kommt beispielsweise kein Plastik zum Einsatz. Das Magazin für gesellschaftlichen Wandel und Nachhaltigkeit, enorm, ist ebenfalls auf der Webseite verlinkt.

Sonntag, 14. Juni 2020

Eine neue Wertschätzung von Lebensmitteln

Unsere Gesellschaft ist mittlerweile so sehr darauf konditioniert, günstige Lebensmittel zur Verfügung gestellt zu bekommen, dass sich die Wertschätzung im Preis kaum mehr widerspiegelt. Ganz nach dem Motto "Immer viel und immer günstig" werden die Regale und Theken der Discounter leergefegt.

Doch wie so oft, wenn Menschen sich ihrer blinden Gier hingeben, entstehen auch Gegenbewegungen, die uns einen Ausweg bieten. Dieser Blog-Beitrag soll nun drei Projekte aufzeigen, die sich in unserer unmittelbaren Nähe für einen nachhaltigen, fairen und wertschätzenden Konsum einsetzen und somit den Realitätsverlust in Bezug auf Lebensmittel mildern helfen.

Solidarische Landwirtschaft (kurz: SoLaWi)

Viele Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, müssen aufgrund niedriger Preise um das Überleben ihrer Höfe kämpfen, da der ökologische Anbau unter hohem Marktdruck steht. Zudem sehen sie sich oft vor die Wahl gestellt, entweder sich oder die Natur auszubeuten.

Die Solidarische Landwirtschaft ist ein Beispiel dafür, wie nachhaltig, wertschätzend und vor allem solidarisch gewirtschaftet und konsumiert werden kann, und bietet somit eine regionale, saisonale und gerechtere Alternative zum gewohnten Gang in den Supermarkt. Bei SoLaWi geht es jedoch nicht nur darum, dass frische Nahrungsmittel erzeugt werden, sondern auch eine vielfältige, bäuerliche Landwirtschaft erhalten bleibt. Dabei steht, wie schon im Namen mit inbegriffen, vor allem die Solidarität im Vordergrund.

Ein großer Unterschied zur herkömmlichen Landwirtschaft stellt die Finanzierung dar, denn die Lebensmittel werden nicht über den Markt vertrieben. Bei SoLaWi schließen sich Erzeuger*innen und Verbraucher*innen zusammen, wobei letztere mitfinanzieren und auch mitorganisieren.

Auf der einen Seite erhalten die Verbraucher*innen frische Nahrungsmittel, gewinnen Transparenz über Kosten und Anbau und fördern zugleich die regionale Nachhaltigkeit. Auf der anderen Seite erhalten die Erzeuger*innen ein gesichertes Einkommen und somit die Möglichkeit, in finanzieller Sicherheit zu produzieren und dabei rücksichtsvoll und nachhaltig mit der Umwelt, den genutzten Flächen und ihren Beschäftigten umzugehen.

Wer gerne noch mehr über SoLaWi erfahren möchte, findet dazu weitere Informationen auf deren Homepage und zahlreiche interessante Berichte auf YouTube. Anlaufstellen in der Umgebung befinden sich z.B. in Stuttgart, Schwäbisch Hall, Esslingen oder bei Lauffen a.N.

Raupe Immersatt

Die Zahl 313 verdeutlicht, wie weit es mittlerweile durch unseren gnadenlosen Konsum gekommen ist: denn 313 Kilo genießbare Nahrungsmittel landen laut einer Studie des WWF pro Sekunde in deutschen Mülltonnen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass derzeit jährlich 2,6 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche völlig umsonst bewirtschaftet wird. Das erschreckendste daran ist, dass diese Lebensmittelverschwendung durch die einfachsten Mittel vermeidbar wären. Korrekte Nahrungsmittellagerung oder ein bewussterer Einkauf könnten hier schon eine Menge bewegen.

Aus diesem Grund haben sich fünf Menschen ein Herz gefasst und das erste Food-Sharing-Café Deutschlands in Stuttgart eröffnet, um einen Teil dieser Lebensmittel zu retten. Viel Herzblut haben die fünf Gründer*innen in ihr Projekt „Raupe Immersatt“ gesteckt. Doch nicht nur sie, auch zahlreiche Unterstützer*innen spendeten Geld, Mobiliar oder technische Ausstattung.

Doch wie funktioniert das Food-Sharing-Café? Rund 1500 ehrenamtliche Helfer*innen trommeln jeden Tag den Großteil des Essens für das Café zusammen. So findet sich schließlich eine vielseitige Auswahl an Backwaren, Süßigkeiten, Müsli, Obst und Gemüse wieder. Die Lebensmittel stammen aus über 90 Bäckereien, Kantinen oder Supermärkten und wären hier sonst auf dem Müll gelandet. Die „Raupe Immersatt“ ist dann eine von acht Stationen in Stuttgart, die einen Teil der geretteten Lebensmittel erhält. Bevor die Lebensmittel in die Regale und auf den Tellern landen, wandern sie erstmal in die Küche und werden dort auf ihren Zustand überprüft.

Da die Lebensmittel im Café kostenlos sein sollen, finanziert sich die „Raupe Immersatt“ über den Verkauf von biologischen, nachhaltigen und regionalen Getränken. Da die Kund*innen hier selbst entscheiden sollen, was ihnen der Besuch wert ist, gibt es keinen Festpreis für die Getränke. Die einen zahlen einen Euro für ihren Kaffee und die anderen 50. So kann jeder/jede einen ganz individuellen Beitrag für die Wertschätzung von Lebensmitteln beisteuern.

Die "Raupe Immersatt" steht für einen gemeinsamen, wertschätzenden und bewussten Umgang mit Nahrung. Auch hier gibt es für Interessierte ein passendes Video mit den wichtigsten Informationen.

Marktschwärmer

Der klassische Wochenmarkt weckt in vielerlei Hinsicht bei so manch einem romantische Gefühle. Man denkt vielleicht an Altstadt-Flair, Sonnenschein und reges Treiben. Das rege Treiben bleibt in diesen Tag jedoch häufig aus. Die Zahl der klassischen Wochenmärkte nimmt in Deutschland von Jahr zu Jahr ab und stetig sinkende Umsätze sowie preiswertere Angebote der Discounter führen zu einem drastischen Rückgang von Händlern (vgl. Handelsblatt). Aus Frankreich hat sich jedoch ein Trend auf den Weg gemacht, der mittlerweile auch unsere Kreise erreicht hat.

„Food Assembly“ heißt die neue Alternative und verknüpft digitale Lösungen mit dem klassischen Konzept der Wochenmärkte – so sind in Deutschland bisher rund 70 Online-Offline-Märkte entstanden. Die in Deutschland so genannten „Marktschwärmer“ sind Sammelstellen, z.B. bei Gastgebern auf Landhöfen oder auch in Markthallen. Die Verbraucher*innen können hier über eine App die Ware direkt bei ihrem/ihrer regionalen Erzeuger*in bestellen und diese in einem festgelegten Zeitfenster an der Sammelstelle abholen. Der Vorteil für die Erzeuger*innen ist, dass sie selbst entscheiden können, welche Preise für ihre Erzeugnisse fair sind und diese festsetzen. 10 Prozent des Umsatzes geht dann an die Marktschwärmer-Plattform, sowie 8 Prozent an die Gastgeber.

Die Marktschwärmer nutzen hier die komfortablen Möglichkeiten der digitalen Medien, um den Wochenmarkt zukunftssicher zu machen. Wir sehen also moderne Bezahlmöglichkeiten, digitales Netzwerken, aber auch Gedanken der Nachhaltigkeit und Fairness an Beispielen wie der Regionalität und der fairen Bepreisung miteinander vereint. Eine einfache Möglichkeit, um als Privatperson an der Agrarwende mitzuwirken.

Auch im Landkreis Ludwigsburg soll es bald eine Marktschwärmerei geben. In Bietigheim-Bissingen findet zur Zeit ein Aufbau statt. Auch hierzu könnt ihr weitere Informationen auf der Homepage oder passende Berichte auf YouTube finden.

Samstag, 13. Juni 2020

Reise kompensieren

Bei Flugreisen werden eine Menge CO2 ausgestoßen. Mittlerweile gibt es jedoch für Personen, die nicht auf eine Flugreise verzichten wollen oder können, die Möglichkeit, den CO2-Ausstoß zu kompensieren. Näheres dazu auf dieser Seite. Hier kann man auch seinen CO2-Ausstoß für die Reise berechnen lassen und dann unter folgendem Link diesen Ausstoß durch eine Spende, die in den Umweltschutz fließt, kompensieren. Mit dem Geld werden beispielsweise erneuerbare Energien gefördert oder Bäume gepflanzt.

Dienstag, 9. Juni 2020

Mahlzeiten zum halben Preis

Lebensmittelverschwendung ist ein großes weltweites Problem. Viele Restaurants, Cafés und Lebensmittelgeschäfte schmeißen tagtäglich ihre Speisereste in den Müll. Mit der ResQ-App soll das geändert werden. Das finnische Startup zeigt den Nutzern Restaurants, Cafés usw. an, welche nachhaltig wirtschaften und überschüssige Lebensmittel für einen reduzierten Preis anbieten. Die App zeigt einem also gutes Essen in der Nähe an, welches normalerweise im Müll landen würde. So kann man warme Mahlzeiten oft zum halben Preis bekommen und dabei gleichzeitig was für die Umwelt tun. Jede Portion Essen, die gekauft wird, ist eine weniger, die im Müll landet. In Deutschland kann die App momentan nur in Berlin genutzt werden. Hier helfen bereits mehr als 120 Menschen, der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken: https://www.resq-club.com/de/eat

Podcast zum Thema nachhaltige Mode

Fast fashion isn’t free. Someone somewhere is paying. - Lucy Siegel
Buy less, choose well, make it last. - Vivienne Westwood
The first step to slow fashion is asking why before you buy. - unknown
Diese Zitate haben mich in Bezug auf die Thematik unseres Konsumverhaltens sehr beschäftigt. Passend dazu habe ich einen Podcast gefunden. In dem Podcast von Pia und Clara wird die Problematik unseres Konsumverhaltens in der Textilbranche thematisiert. Warum haben wir das Bedürfnis, uns immer wieder neue Klamotten kaufen zu müssen, obwohl unsere Kleiderschränke überfüllt sind und die meisten von uns ganz genau wissen, wie schlecht die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern wie beispielsweise China, Pakistan oder Burma sind.

Podcast: Modeopfer – Fast oder Fair? https://open.spotify.com/episode/3tL2rGC3qVVFcaREX6OXyX?si=Qm9ntOSrRvORFdOqlITLdA

Leitfragen:
  • Was verbinden wir mit unseren Klamotten?
  • Warum haben wir unser Konsumverhalten verändert und was treibt uns an, diese Masse an Klamotten zu kaufen?
  • Warum beeinträchtigt das, was wir täglich auf unserer Haut tragen, das Leben von Millionen von Menschen und bestimmt die Gesundheit unsere Ökosysteme?
  • Welche Alternativen gibt es? Besonders in Bezug auf Unterdrückung und Menschenverachtung?
Viel Spaß beim Zuhören!

"Wir werden verzichten müssen"

"Wir werden verzichten müssen" - So lautet die Überschrift eines Artikels der Zeit. Doch was genau ist damit gemeint? Dies und vor allem worauf es bei nachhaltigem Konsum ankommt, wird einem in diesem Artikel sehr anschaulich erläutert. Zunächst einmal werden grüne Ideen oder Technologien nicht ausreichen, um unseren Planeten zu retten. Denn zu allererst müssen wir Menschen genügsamer werden.

Es wird hauptsächlich von einem intelligenteren Konsum gesprochen. Denn im Grunde müssen wir auf nichts verzichten, wenn wir es nachhaltig herstellen bzw. es unseren Planeten nicht gravierend schädigt. Autos per se sind nicht umweltschädlich, wenn man deren Antrieb aus erneuerbaren Energien generiert. Einweggeschirr oder Strohhalme sind mittlerweile Alltagsgegenstände, die auf Partys nicht fehlen dürfen.

Man sollte sie nicht abschaffen, sondern vielleicht aus Pflanzen herstellen. Es sind in erster Linie Beispiele, was nachhaltiger Konsum überhaupt bedeutet und wie wir ihn anpacken sollten. Denn so einfach ist es dann doch nicht. Umwelt ist nicht gleich Klima, oft fokussiert man sich zu sehr auf ein Thema, anstatt die Auswirkungen auf andere Umweltbereiche zu berücksichtigen.

Es fängt schon mit dem Umweltschutz an sich an. Denn auch dieses Ziel ist keineswegs konfliktfrei, nahezu alles im Leben ist für irgendjemanden unvorteilhaft. Selbst ein „essbares“ Auto kann Menschen verletzten, totfahren oder Flächen vom Ökosystem wegnehmen.

Auf was kommt es also an, wenn man von einem nachhaltigen Konsum spricht? Ganz einfach, auf alle. Es wird viel zu oft eine Debatte geführt, wer denn nun die Schuldigen sind. Die Konzerne, Politiker oder die Kunden? Liegt es an unserer Verdrängung aber auch Bequemlichkeit, etwas zu ändern, oder doch nur an den Konzernen, die profitorientiert ausgerichtet sind?

Fakt ist, die einen gibt es nicht ohne die anderen, und als erstes fängt es mit uns als Konsumenten an. Wir müssen aus unserer bequemen Blase heraustreten und zu allererst genügsamer werden, lernen zu verzichten. Ein kurzer Einblick in einen, wie ich finde, sehr gelungen Artikel.

Ekardt, Felix, Zeit (2017): Wir werden verzichten müssen. https://www.zeit.de/wirtschaft/2017-07/nachhaltiger-konsum-technologie-emissionen-nutzen-klimawandel