"Kleider machen Leute" - so lautet ein oft zitiertes Sprichwort. Leider wird dabei oftmals ein zentraler Aspekt vergessen: "Leute machen Kleider". "Leute", das heißt in diesem Zusammenhang oftmals Menschen in Südostasien, die zu Hungerlöhnen und unter desaströsen Arbeitsbedingungen unsere Kleidung fertigen. Diese Kleidung, die meistens aus Baumwolle besteht, welche unter ähnlich schlechten Bedingungen erzeugt wurde, wandert anschließend in einen Container. Dieser wiederum wird auf ein Containerschiff geladen, welches dann bei einem Verbrauch von 14.000 Litern Schweröl pro Stunde den nächsten Hafen ansteuert. Ist die Kleidung dann bei uns angekommen, zieht sie eine Schneise der Verwüstung nach sich. Dazu zählt ein enormer Wasserverbrauch, Ausbeutung von Mensch und Natur sowie eine katastrophale CO2-Bilanz. Und all das nur, um nicht mal eine Saison lang getragen zu werden. "Fast Fashion" lautet das Stichwort, das diesen enormen Verschleiß an Kleidung bezeichnet.
Dass es auch anders gehen kann, zeigt ein Unternehmen aus der Umgebung. Trigema wurde 1919 im schwäbischen Burladingen gegründet. Zum Konzept gehören seit jeher faire Bezahlung und Herstellung in Deutschland. Hinzugekommen sind inzwischen das "Cradle to cradle"-Prinzip, das Wiederverwertung ermöglichen und die Entstehung umweltschädlicher Stoffe bei der Produktion ausschließen soll. Des weiteren steht die Verwendung von Bio-Baumwolle im Fokus. Hier wird beim Anbau nicht nur auf Ertragmaximierung, sondern auch auf Umweltschutz wertgelegt. Außerdem wurde die Firma mit dem "Grünen Knopf"-Siegel ausgezeichnet. Dieses Siegel beinhaltet sowohl Umweltschutz als auch einen fairen Umgang mit Mitarbeitern und Zulieferern. Dabei muss diese Qualität nicht teuer sein. Ein T-Shirt, das nach den oben beschriebenen Standards produziert wurde, ist bereits für 25 € erhältlich.
Der Kauf eines T-Shirts allein wird die Welt nicht retten. Die Besonderheit bei Kleidung liegt darin, dass sie mehrere Faktoren, die wir als Probleme unserer Zeit klassifzieren, beeinflusst. Kleidung ist vermutlich einer der ältesten und wichtigsten Alltagsgegenstände. Auch wenn das Smartphone mittlerweile in den Fokus gerückt ist, kommt es eher selten vor, dass jemand inmitten der Eile ohne Kleidung am Arbeitsplatz erscheint. Somit ist es nur logisch, dass wir bei solchen essenziellen Gütern auf Herkunft und Herstellung achten. Wer also CO2 einsparen, Ausbeutung eindämmen und Arbeitsplätze in Deutschland sichern möchte, wird möglicherweise bei Trigema fündig: https://www.trigema.de/
Am 30. November 2021 verleiht die Universität Tübingen die jährlichen Nachhaltigkeitspreise für Abschlussarbeiten, die sich in herausragender Weise mit Themen der nachhaltigen Entwicklung auseinandersetzen. In der anschließenden Sustainability Lecture (18 Uhr) spricht in diesem Jahr Kate Raworth über ihr Konzept der Donut-Ökonomie. Die britische Wirtschaftswissenschaftlerin, die schon für die Vereinten Nationen und Oxfam tätig war, wird digital zugeschaltet. Wirtschaftliches Handeln muss planetare Grenzen respektieren und soziale Grundrechte sichern, so die Grundidee. In dem Vortrag “Thriving cities in the 21st century: can Tuebingen live within the Doughnut?” wird Raworth diskutieren, welche Orientierungsmöglichkeiten die Donut-Ökonomie für die Stadt Tübingen bietet. Die öffentliche Veranstaltung findet in einem hybriden Format statt: live im Festsaal der Alten Aula und digital via Zoom (ohne Voranmeldung; Link: https://zoom.us/j/98734840119). Weitere Informationen unter www.uni-tuebingen.de/nachhaltig.
In Zeiten von Pandemie und Home Office haben Lieferservices einen nie dagewesenen Boom erlebt. Das Negative an den Lieferservices ist jedoch meistens das Produkt. Bestseller sind weiterhin Pizza, Burger und Döner, also Fastfood. Diese werden billig erworben, worunter die Nachhaltigkeit und der ökologische Fußabdruck leidet.
HelloFresh bietet eine Alternative. Das in Berlin ansässige Unternehmen versendet Kochboxen, in denen die rohen Zutaten und das passende Rezept dazu enthalten sind. Diese Zutaten sind sich je nach Personenangaben abgewogen, wodurch weniger Lebensmittel verschwendet werden. Außerdem wirbt HelloFresh damit, dass sie ihre Lebensmittel direkt vom Erzeuger erhalten und somit CO2 einsparen. Selbst die Verpackung besteht aus recyclbaren Materialien. Ebenfalls werden auf der Internetseite Tipps gegeben, wie man mit übriggebliebenen Lebensmittel neue Mahlzeiten zubereiten kann und diese somit nicht entsorgen muss.
Ich selbst habe HelloFresh eine Zeit lang genutzt und war erstaunt, wie wenig Abfall bei der Zubereitung entsteht, und die abgewogenen Zutaten sorgen dafür, dass auch kein Überschuss entsteht. Die Rezepte sind sehr köstlich und gesund und variieren jede Woche. Auf der Internetseite oder in der App kann man jede Woche seine Gerichte für die kommende Woche auswählen. Durch das breit angelegte Sortiment an Rezepten ist für jeden etwas dabei, sei es vegan, vegetarisch, gluten- oder weizenfrei.
Außerdem unterstützt HelloFresh viele Initiativen auf der ganzen Welt, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen. Des Weiteren bezeichnet sich das Unternehmen als das erste globale klimaneutrale Kochbox-Unternehmen:
Ein Podcast von SWR2 Wissen trägt Erkenntnisse der Glücksforschung zusammen, u.a. die Glücksformel von Jan Delhey (Glück = Haben + Lieben + Sein): "Was ist Glück und wie können wir es finden?":
"Was macht Menschen glücklich? Die Forschung sagt: materielle Sicherheit,
gute soziale Beziehungen und Sinn im Leben. Umweltschutz und
Naturerleben kommen als vierter Baustein des Glücks wohl noch hinzu."
Eine Veranstaltung wie für unseren Seminarkontext gemacht: Wie ist das "Gute Leben" in planetaren Grenzen möglich? Und was ist dafür zu tun?. Am Mittwoch, den 24.11.21 ab 20 Uhr präsentierte Prof. Julia Steinberger aktuelle Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt „Living Well Within Limits“. Prof. Steinberger referierte auf Englisch, allerdings wurde simultan auf Deutsch übersetzt. Wer also Schwierigkeiten mit akademischem Englisch hat, kann darauf ausweichen.
Das Projekt untersucht Fragen der sinnvollen Nutzung knapper Ressourcen. Ausgangslage ist die Tatsache, dass die Ressourcen auf unserem Planeten endlich sind, wir folglich den Verbrauch verringern müssen und gleichzeitig aber den Anspruch haben, weiterhin ein gutes Leben zu führen. Dabei wird ein interdisziplinärer Ansatz angestrebt, um umfassende Antworten auf diese komplexen Fragen zu suchen.
Ziel der Forschung ist kurz gesagt herauszufinden, was der Energiebedarf für ein gutes Leben ist, um dann weiterzugehen und zu fragen, wie Ressourcennutzung durch soziale und technische Versorgungssysteme beeinflusst ist und letzten Endes eine Vision davon zu entwickeln, wie die knappen Ressourcen zur Steigerung des weltweiten Wohlbefindens bestmöglich eingesetzt werden können. So verstehe ich zumindest die Herangehensweise. Ich glaube, der Vortrag könnte spannende Denkanstöße aus volkswirtschaftlicher Perspektive bieten. Wer weiter reinlesen möchte: https://lili.leeds.ac.uk/
Konkret zum Vortrag: Nach einer kurzen Kontextualiserierung in der Thematik des Klimwandels und einer Darlegung, warum gehandelt werden muss, stellt sie den analytischen Rahmen des Forschungsprojekts vor. Hier fande ich ihre Verdeutlichung des Donuts auch nochmal sehr spannend, vor allem die Auswertungen aus denen man zurzeit schließen könnte: Ein Gutes Leben innerhlab der Limits ist zurzeit nicht möglich. Nicht unter der gegebenen internationalen Realität. (Wenn ein Land ein Gutes Soziales Fundament hat, sprengt es den ökologischen Rahmen, wenn es den Rahmen einhält, sprengt es ihn nicht --> kein Land ist, dort, wo wir sein sollten.)
Daraufhin folgt dann, die Abarbeitung der Forschungsfrage: wie ist ein Gutes Leben innerhalb der Limits möglich? Sie nennt dabei drei Punkte: 1. Gleiche Verteilung Dabei spielt sie auf den Fakt an, dass die Topverdienenden 1% der Weltbevölkerung ausmachen, aber mehr als doppelt so viel Emmissionen erzeugen wir die 50% der am geringsten Verdieneden. Den Löwenanteil haben dabei Transportemissionen. Bei einer gerechten Verteilung der Einkommen, würde der Energieverbauch zwar nicht zwangsläufig sinken, aber wofür die Energie genutzt wird, würde sich ändern: es würde mehr in Heizung & Co fließen. Hier kann man aber deutlich leichter mit nachhaltiger Technik ansetzten als bei Transport.
2. Sozio-ökonomische Faktoren Hierbei unetsuchte die Forschungsgruppe welchen Versorgungssysteme Einfluss auf denSozialen Outcome haben: wenig verwunderlich: Eine öffentlich geregelte Gesundheitsversorgung hat einen stark positiven Einfluss auf das allgemeine Wohlbefinden, währen Ökonomischer Wachstum einen stark Negativen hat usw.
3. Angemessenheit & Effizienz Kann also eine andere Zukunft modiliert werden? Theoretisch ist es möglich, dass alle Menschen weltweit 2050 ein Gutes Leben führen, bei 40 % der jetztigenEnergieverbrauchs.
Und was steht uns im Weg? Sie zeigt am Beispiel der Autoindustrie, dass es eben mehrere Stellschrauben sind, die es so erschweren Veränderungen herbeizuführen - das haben wir im Seminarkontext ja auch schon diskutiert.
Ihr Fazit: Es braucht radikale Veränderungen, die nur durch Druck aus der Gesellschaft entstehen könnten, da Regierungen sonst nicht reagieren. Für sich als Wissenschaftlerin sieht sie die Aufgabe für Bewegungen wie fridays for future & Co eine gute argumentative Basis bereit zu halten.
Kommende Woche ist es wieder so weit: Die nächste Public Climate School findet vom 22.-26. November 2021 statt. Bei der Public Climate School handelt es sich um ein digitales Bildungsprogramm, das von Studierenden der Fridays For Future-Bewegung koordiniert wird. Das Ziel ist Aufklärung über die Klimakrise und Klimabildung für alle. Mehr Informationen und Links zu den Livestreams findet man hier...
Bei meiner Recherche nach neuen nachhaltigen Produkten bin ich zufällig auf die beiden Gründer von Seifenbrause gestoßen. Der Klimawandel und der ansteigende Meeresspiegel beschäftigen Moritz und Sebastian schon seit vielen Jahren, weshalb sie sich das Ziel gesetzt haben, etwas für die Umwelt zu tun.
Ausgestattet mit ihrem Wissen aus den Studiengängen Maschinenbau und Chemie entwickelten sie eine Schaumseife bzw. eine Flüssgseife in Brauseform. Mit ihrem Produkt wollen sie den Menschen zeigen, dass der Komfort auch ohne Plastik erhalten bleibt und gleichzeitig Unmengen von Treibhausgasen eingespart werden können. Ziel der beiden ist es, mindestens 1.000.000 kg Treibhausgase pro Jahr durch die Verwendung von Seifenbrause einzusparen.
Anfang 2020 traten die Gründer der Greentech Alliance bei, einem der stärksten Netzwerke von Greentech Unternehmen mit innovativen Produkten und Dienstleistungen. Nur ein Jahr später verkündeten sie zudem, ein Teil der Leaders For Climate Action zu sein. Unternehmen, die dieser Organisation beitreten, verpflichten sich, stets CO2-neutral zu handeln.
Aber wie genau funktioniert das eigentlich? Zu Beginn ist es sinnvoll, ein Starter-Set zu kaufen, das den Glasseifenspender sowie die „Sause“ in verschiedenen Geruchsrichtungen beinhaltet. Mit 20 Sausetabletten lassen sich so 2000 ml Schaumseife herstellen, womit man sich ca. 1000 Mal die Hände waschen kann. Im Folgenden eine kurze Gebrauchsanweisung:
200 ml Wasser in den Glasseifenspender füllen
1 Brausetablette hinzufügen
Schütteln und fertig
Die „Sause“ kann man selbstverständlich auf der firmeneigenen Website für 8,95 € (Schaumseife) bzw. 15,95 € (Flüssigseife) nachkaufen. Meiner Meinung eine sehr gute Idee, um Plastik zu reduzieren und trotzdem jederzeit saubere Hände zu haben.
Lebensmittelabfälle sind Lebensmittel, welche vom Verbraucher aussortiert und nicht verzehrt werden. Dies kann viele verschiedene Gründe haben, oft liegt es aber nicht daran, dass die Lebensmittel ungenießbar sind. Natürlich gibt es auch unvermeidbare Lebensmittelabfälle, wie zum Beispiel Knochen bei Fleischkonsum oder Lebensmittelschalen. Die weggeworfenen Lebensmittel stellen ein großes Problem für unseren Planeten dar. Es werden jährlich ungefähr ein Drittel der weltweit hergestellten Lebensmittel verschwendet, das sind 1,6 Milliarden Tonnen. Die Lebensmittelverschwendung nimmt mit den Jahren immer weiter zu, so dass wir bis zum Jahr 2030 2,1 Millionen Tonnen pro Jahr verschwenden werden.
Die Lebensmittelverschwendung tritt sowohl am Anfang als auch am Ende der Wertschöpfungskette auf. Bezogen auf die Industrienationen, sind die Verbraucher wählerisch und verschwenderisch. Dies liegt an dem Überangebot an Lebensmitteln. Wie können wir dem also entgegenwirken?
Vielleicht haben einige bereits etwas von der App „Too Good To Go“ gehört. Diese App ist kostenlos über den AppStore oder über Google Play zu erhalten. Mit Hilfe dieser App hat man die Möglichkeit, einen Schritt in die richtige Richtung zu machen und der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken.
Nachdem man den eigenen Standort in der App bestätigt, werden naheliegende Läden angezeigt, welche unverkaufte Lebensmittel zur Verfügung stellen. Diese Lebensmittel können dann zu einem niedrigeren Preis abgeholt werden. So kann man also nicht nur sparen, sondern auch die Lebensmittel retten. Es nehmen bereits (Stand 16.11.2021) 10.213 Cafés, Restaurants, Supermärkte, Bäckereien und Hotels teil und ermöglichen es so, die Lebensmittel zu retten. Natürlich ist das Problem der Lebensmittelverschwendung so nicht komplett gelöst, doch es ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung.
Auf dem Blog des brasilianischen Schriftstellers Paulo Coelho findet sich eine kleine Geschichte über ein Gespräch zwischen einem Fischer und einem Geschäftsmann, das direkt an die Thematik der vergangenen Sitzungen anknüpft (Arbeit, Geld, Rente, Beschleunigung, Wachstum, Glück, Zufriedenheit, Lebenssinn/-ziel). Eventuell ist diese Geschichte manchen sogar bekannt, eine deutsche Version gibt es von Heinrich Böll ("Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral"): "1 min read: the fisherman and the businessman"...
Auf einer Reise durch Nepal erlebten Oli und Markus Keppeler einen Resonanzmoment und wurden von der Armut und Not der Menschen – besonders in den ländlichen Regionen des Landes – berührt. Bereits einige Jahre zuvor hatten sie angefangen, Projekte zu unterstützen, welche verstoßenen und verwaisten Kindern eine neue Heimat bieten. Es stellte sich ihnen jedoch die Frage: Wie können sie den Menschen sinnvoll helfen, die erwachsen sind, hart arbeiten und trotzdem in Armut leben müssen?
2006 traf dann die Kaffeeleidenschaft der Brüder aus Metzingen auf die Not der Menschen: Sie lernten Dipak, einen Visionär mit vielen Kontakten, aus Kathmandu kennen und über ihn auch einige Kleinfarmer aus sehr abgelegenen Gegenden. Nepal hat eigentlich eine Teekultur mit langer Tradition – doch diese Farmer hatten begonnen, kleine Mengen an Kaffee anzubauen. So eröffnete sich die Möglichkeit, Rohkaffee mit nach Deutschland zu nehmen.
Angefangen hat alles mit 58 kg Rohkaffee in den Koffern von Oli und Markus, mit stundenlanger Verzollung am Frankfurter Flughafen und spannenden ersten Röstversuchen. Das Ergebnis begeisterte nicht nur die Familien Keppeler, sondern auch Freunde und Verwandte. Heute importieren sie mit ihrer Firma MoC (More of Coffee GbR) ca. 6 Tonnen Rohkaffee pro Jahr. Der Nepalkaffee ist inzwischen zu einer echten Kaffeerarität auf dem Weltmarkt geworden. Außerdem haben sie auf ähnliche Art und Weise Kaffeefarmer in Uganda gefunden.
MoC zahlt den Kaffeefarmern gerechte Löhne, die weit über dem Weltmarktpreis liegen. Somit ermöglichen sie ihren Farmern und ihren Familien ein menschenwürdiges Leben. Außerdem haben die Farmer dadurch die Möglichkeit, ihren Kindern Schulbildung zu ermöglichen. Hinzu kommt, dass der Kaffee auf bestehenden Multikultur-Plantagen zwischen Nutzpflanzen wie Vanillebäumen und im Schatten von Bananenstauden ohne die Verwendung von Pestiziden erfolgt. Die grünen Kaffeebohnen werden dann „im Ländle“ von Handwerksröstereien im schonenden Trommelröstverfahren von Hand geröstet. So wird die maximale Qualität in der gesamten Kaffeeproduktion gewährleistet und der einzigartige, hochwertige Geschmack ermöglicht - „Genießen und Gutes tun“.
Pflanzen = grün = nachhaltig? Viele Zimmerpflanzen sind alles andere als das.
Hohe Pestizid- / Herbizidwerte, wenig Bio, Torf
Bereits in den vergangenen Jahren haben viele Studien belegt, dass die (Zimmer-)Pflanzen aus Supermärkten, Baumärkten und Gartencentern mit hohen Pestizidwerten belastet sind. Um perfekte Wachstumsbedingungen zu schaffen, werden diese Pflanzen häufig in Gewächshäusern mit diversen Pestiziden, Herbiziden und Düngern versorgt.
Im Gegensatz zum Lebensmittelbereich ist Bio bei Zimmerpflanzen kaum ein Thema (das Biosortiment von Zierpflanzen liegt momentan bei 1,7%), was zum Teil an der nicht vorhandenen Nachfrage liegt. Biolabels wie Bioland, Demeter oder Naturland versprechen niedrige Pestizidwerte und eine organische Düngung. Ob die Pflanzenerde jedoch torffrei ist, wird nicht angegeben. In den meisten Pflanzenerden ist Torf enthalten. Die Problematik liegt hierbei im Abbau der Moore, welcher den Lebensraum für bestimmte Pflanzen- und Tierarten zerstört. Darüber hinaus sind Moore wichtige CO2 Speicher, weshalb beim Abbau CO2 in die Atmosphäre entweicht. Nachhaltig ist somit torffreie Pflanzenerde (Achtung: torfreduzierte Erde bedeutet häufig, dass immer noch 45% Torf enthalten ist).
Übertöpfe aus Plastik - doch nicht die beste Wahl?
Auch beim Pflanzenzubehör sollte man zu nachhaltigen Produkten greifen. Übertöpfe aus Terrakotta sind beispielweise am nachhaltigsten. Wem hierbei jedoch die Optik nicht gefällt, kann auch Töpfe aus Keramik wählen.
Ursprung der Pflanzen
Zudem legen die Pflanzen meist weite Strecken zurück. Neben den Angaben des Pflanzenpasses über den Ort, an dem die Pflanze zuletzt gewachsen ist, erhält der Verbraucher keinerlei Informationen über mögliche weitere Kultivierungsorte. Der tatsächliche Ursprung bleibt somit unklar. Vor allem bei exotischen Pflanzen raten Experten daher vom Kauf ab. Diese werden vermehrt aus (sub-)tropischen Ländern, zum Teil auch aus Naturschutzwäldern, importiert. Daher wird eher zum Kauf einheimischer Pflanzen geraten. Doch auch bei Pflanzen, die man im deutschen Klima aufziehen könnte, ist der Ursprung häufig nicht durch Regionalität gekennzeichnet.
Auf was soll ich also achten?
richtige Biolabels
einheimische Pflanzenarten
torffreie Erde
beste und nachhaltigste Alternative: Pflanzenableger (z.B. Ableger-Tausch)
Egal wo man
hinsieht, nahezu alles ist in Plastik verpackt. Die Konsequenz sehen wir vor
allem in den Ozeanen: sie sind voller Plastikmüll. Das Mikroplastik wird von den Fischen aufgenommen und so landet es auch in unserem Organismus.
Nachhaltiges Leben ist vor allem im Badezimmer ziemlich leicht umzusetzen. Man kann die meisten alltäglich verwendeten Produkte schnell in langlebigere und nachhaltigere Produkte umwandeln. Beispielsweise kann man seine Zahnbürste, die in den meisten Fällen aus Plastik besteht, durch eine Holzzahnbürste ersetzen. Auch das Shampoo, welches in Plastikflaschen abgefüllt ist, kann man durch festes Shampoo in Form von Stückseife ersetzen. Genauso verhält es sich auch mit Duschgel.
Plastikzahnbürste > Holzzahnbürste aus Bambus
Einwegrasierer > Rasierhobel aus Metall
Shampoo / Duschgel in Plastikflaschen > Feste Stückseife, Produkte in Glasflaschen
Wegwerftampons / Binden > Menstruationstassen
Abschminktücher aus Plastikpackungen > Waschbare Waschlappen
Eine tolle Alternative zu Kosmetikprodukten habe ich mit der Firma „Junglück“ gefunden. Das junge Unternehmen setzt auf nachhaltigen Konsum in Bezug auf Kosmetik. Verpackungen werden durch Glasflaschen ersetzt und dabei wird beim Braunglas auf Produktionsstandorte in Deutschland geachtet. Beim Papier, das in den Versandpäckchen eingesetzt wird, wird ebenso auf recyceltes Material mit dem Blauen Engel-Siegel geachtet. Um die Treibhausgasemissionen zu kompensieren, unterstützt das Unternehmen das Klimaschutzprojekt "Meeresschutz" in Haiti, Indonesien, Brasilien und auf den Philippinen. Alle Inhaltsstoffe sind vegan und aus kontrolliert biologischem Anbau.
So wird weniger Plastik verbraucht, die Produkte halten länger, müssen nicht ständig neu gekauft werden und außerdem werden Firmen so auch darauf aufmerksam gemacht, dass die Nachfrage nach nachhaltigeren Produkten höher ist als die nach Einwegprodukten und Plastikverpackungen. Die neuen nachhaltigeren Verpackungen sind recyclebar und kompostierbar.
Wie problematisch ist der Fleischkonsum der Deutschen? Es ist allgemein bekannt, dass die Deutschen Spitzenreiter:innen im Fleischkonsum sind. Im folgenden Blogbeitrag werde ich mich besonders auf die oben genannten Artikel der Tagesschau und des ZDF beziehen und empfehle, diese vorab gelesen zu haben.
Kurz vor dem Beginn der Grillsaison veröffentlichte das Umweltbundesamt die Meldung, dass der Fleischkonsum in Deutschland halbiert werden sollte, um die umweltschädliche Massentierhaltung in Deutschland zu reduzieren. Diese Reduzierung hätte einen positiven Einfluss sowohl auf die eigene Gesundheit als auch auf die Umwelt. Das ist jedoch einfacher gesagt als getan. Innerhalb des Verbraucherzentralen-Bundesverbands sind die Meinungen gespalten. Einerseits sollen die Preise nicht steigen, um Fleisch zu keinem Luxusgut zu machen. Andererseits darf artgerechtes Fleisch nicht die Ausnahme bleiben.
Kurz nach Bekanntgabe des Umweltbundesamts lockten Supermärkte mit reduzierten Fleischpreisen und Sparangeboten die Kundschaft, um den Beginn der Grillsaison auszunutzen. Obwohl der Fleischkonsum der Deutschen tendenziell sinkend ist, geschieht das eher langsam. Der Fleischkonsum lag im Jahr 2000 bei 61 kg pro Person und im Jahr 2020 bei 57 kg pro Person.
Eine Lösung für dieses Problem zu finden ist nicht leicht. Der einfachste Weg ist es, den Bürger:innen zu sagen, dass diese ihren Fleischkonsum stark reduzieren sollen, was allerdings in die Persönlichkeitsrechte eingreifen könnte. Ein anderer Ansatz ist es, dass der Preis tierischer Produkte stiegen sollte und die damit einhergehenden Umweltschäden widerzuspiegeln. Zusätzlich müssten Ersatzprodukte billiger werden, um die Kundschaft von Billigfleisch wegzulocken. Außerdem müssten Ersatzprodukte attraktiver gemacht werden, indem diese durch Werbung, Rezepte und einfache Verfügbarkeit in den Alltag von allen eingeführt werden. Die bereits genannten Preisanpassungen müssten durch das Eingreifen des Staates in die Wirtschaft geschehen. Inwiefern ist es allerdings vertretbar, wenn der Staat Billigfleisch durch Steuererhöhung verteuern würde, während Fleisch mit niedrig einhergehenden Umweltschäden durch Steuererleichterung günstiger angeboten werden würden.
Nachhaltigkeit ist lange kein Thema mehr, über das sich nur Einzelne Gedanken machen. Das Thema wird immer wichtiger und ist nun auch seit einigen Jahren in der Politik angekommen. Auch die Bundesregierung kann sich nicht davor verstecken. Seit 2016 orientiert sich die deutsche Nachhaltigkeitspolitik an der UN-Agenda 2030 und deren 17 globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung.
Dies ist jedoch nicht alles, was man zu diesem Thema auf der Website der Bundesregierung findet. Die Bundesregierung richtet sich direkt an die Bürger*innen und gibt Tipps, wie man das eigene Leben nachhaltiger gestalten kann. → NACHHALTIG LEBEN - TIPPS FÜR DEN ALLTAG. Die Tipps sind in 7 Themenfelder aufgeteilt:
Wo Nachhaltigkeit im Alltag beginnt;
Elektrogeräte im Haushalt;
Nachhaltig wohnen;
Wärme und Strom;
Sanieren und Renovieren;
Nachhaltig unterwegs und
Einander helfen.
Unter diesen Punkten verstecken sich weitere Unterpunkte, zu denen man sowohl Informationen zu den Ursachen, den Problemen aber eben auch spezielle Tipps für eine nachhaltigere Lebensweise findet. Beispielweise werden zum Thema Stromverbrauch die Elektrogeräte aufgezeigt, welche den größten Energieverbrauch in einem Haushalt ausmachen, und Tipps dazu gegeben, wie man den Verbrauch verringern kann.
Der "Verbrauch" an Turnschuhen spottet jeder Beschreibung. Beeindruckende Zahlen hierzu finden sich in dem Auftaktartikel zu einer neuen Recherche-Serie in der ZEIT: "Turnschuhe: Die Sneakerjagd". Was steckt hinter dieser Recherche? Ein Reporterteam von ZEIT, NDR und FLIP (ein Recherche-Start-up) hat es sich zur Aufgabe gemacht, herauszufinden, was mit den alten Turnschuhen passiert, nachdem sie entsorgt wurden. Das Team hat GPS-Sender in den Sohlen der Sneaker von elf Prominenten versteckt, die Schuhe in verschiedene Entsorgungskanäle eingespeist und verfolgt deren Reise nun. Das kann man auf einer Karte unter https://sneakerjagd.letsflip.de/ mitverfolgen...
Fast Fashion ist bekanntermaßen ein großes Problem unserer
Gesellschaft, da immer mehr Kleidung produziert, aber auch schnell wieder
weggeworfen wird. Eine gute Alternative dafür ist es, Second Hand einzukaufen, doch viele
Second Hand Läden haben eher alte Klamotten und sind meistens eher in den
größeren Städten und somit für Menschen aus kleineren Orten schwerer
erreichbar. Und besonders während der Pandemie, als nur Lebensmittelgeschäfte
geöffnet hatten, war das schwer.
Möchte man also Second Hand einkaufen, ohne das eigene Haus
zu verlassen, dann kann man die Website oder App Vinted(früher Kleiderkreisel) nutzen.
Vinted ist eine Plattform, auf der Kleidung, Schuhe und vieles mehr
verkauft wird. Mit der Anmeldung hat man nicht nur die Möglichkeit, die Seiten
anderer zu durchstöbern, sondern auch die eigenen, noch gut erhaltenen Stücke
selbst zu verkaufen.
Um die Suche zu vereinfachen, gibt es eine große Auswahl an
Filtern, man kann den Verkäufer anschreiben, Bewertungen hinterlassen und wenn
man möchte, über das Bezahlsystem von Vinted (verknüpft mit dem eigenen
Bankkonto) ganz einfach bezahlen oder verhandeln.
Kleiner Tipp: hier findet ihr auch viele gut erhaltene Designerstücke, die man Second Hand mit einem besseren Gewissen (und kleinerem Budget) kaufen kann.
Eben ist ein neues Heft aus der Reihe "Informationen zur politischen Bildung" der bpb erschienen: Heft 347 zum Thema "Klima" (kostenlos bestellbar und komplett online). Es handelt sich um eine hochaktuelle und überaus gelungene Koproduktion von Forschern des Wuppertal Instituts und des IASS Potsdam mit folgenden Abschnitten:
Der Vortrag des Initiators der Gemeinwohl-Ökonomie, Christian Felber, mit dem Titel "Aufruf zur Revolution der Wirtschaftswissenschaft!", der vor wenigen Tagen in Konstanz stattfand, passt sehr gut zum Thema der Donut-Ökonomie, denn auch Kate Raworth argumentiert, dass wir zuallererst die Wirtschaftswissenschaften vom Kopf auf die Füße stellen müssen. Der Vortrag beginnt bei 12:06 min und dauert eine (kurzweilige) Stunde. Es lohnt sich in diesem Fall auch, bei der Fragerunde nach dem Vortrag dabeizubleiben, um u.a. das "Systemische Konsensieren" kennenzulernen:
Die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg lädt am Montag, 5. Juli 2021, ab 19 Uhr zu einem Online-Vortrag via Zoom ein. Der Titel lautet: "Nachhaltigkeit und Klimaschutz - Möglichkeiten und Herausforderungen auf dem Weg zum 1,5-Grad-Ziel".
Welche
aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt es zum Klimawandel und
welche zukünftigen Auswirkungen haben wir vor Ort zu erwarten?
Unterschiedliche Klimaschutzmaßnahmen werden vorgestellt und nach ihren
Wirkungsgraden untersucht. Thematisiert wird auch, was jede:r Einzelne
für mehr Nachhaltigkeit im eigenen Umfeld tun kann. Im Anschluss an den
Vortrag besteht die Möglichkeit für Fragen und eine Diskussion.
Auf Krautreporter wurde heute ein lesenswerter Artikel über das veröffentlicht, mit dem wir uns unter der Überschrift "Das gute Leben" beschäftigt haben:
Bislang haben wir uns drei Lösungsansätze für die grundlegenden Probleme
unserer Gesellschaften angeschaut, die auf vielfältige Weise
zusammenhängen und Überschneidungen aufweisen:
Das Konzept der Nachhaltigkeit bzw. der nachhaltigen Entwicklung,
die Postwachstumsökonomie bzw. -gesellschaft und
die Gemeinwohl-Ökonomie.
In diesem Text versuche ich eine kleine Zwischenbilanz zu den drei Konzepten:
Nachhaltigkeit / nachhaltige Entwicklung
Die am häufigsten gebrauchte Definition von "nachhaltiger Entwicklung" stammt von Lester Brown, dem Gründer des Worldwatch Institute. Sie wurde in dem Bericht "Our Common Future" der Brundtland-Kommission aufgegriffen:
"Sustainable development is development that meets the needs of the
present without compromising the ability of future generations to meet
their own needs." [World Commission on Environment and Development (WCED), Our Common Future, Oxford 1987, p. 43]
Diese Definition von "nachhaltiger Entwicklung" wird zwar allgemein akzeptiert, aber sie sagt nicht viel aus. Fritjof Capra schlägt deshalb folgende Operationalisierung vor:
"Der Schlüssel zu einer funktionsfähigen Definition von ökologischer
Nachhaltigkeit ist die Einsicht, dass wir nachhaltige menschliche
Gemeinschaften nicht von Grund auf erfinden müssen, sondern sie nach dem
Vorbild der Ökosysteme der Natur nachbilden können, die ja nachhaltige
Gemeinschaften von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen sind. Wie wir
gesehen haben, ist die herausragendste Eigenschaft des Erdhaushalts
seine immanente Fähigkeit, Leben zu erhalten. Daher ist eine nachhaltige
menschliche Gemeinschaft so beschaffen, dass ihre Lebensweisen ebenso
wie ihre unternehmerischen, wirtschaftlichen und physikalischen
Strukturen und Technologien die immanente Fähigkeit der Natur, Leben zu
erhalten, nicht stören. Nachhaltige Gemeinschaften entwickeln ihre
Lebensmuster im Laufe der Zeit in ständiger Interaktion mit anderen
menschlichen und nichtmenschlichen lebenden Systemen. Nachhaltigkeit
bedeutet somit nicht, dass die Dinge sich nicht verändern. Sie ist kein
statischer Zustand, sondern ein dynamischer Prozess der Koevolution." [aus:
Fritjof Capra, Verborgene Zusammenhänge. Vernetzt denken und handeln -
in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft, Bern u.a. 2002,
S. 298]
"Nachhaltige Entwicklung" als Widerspruch in sich
Ursprünglich war Nachhaltigkeit das neue Leitbild, das Ziel, die
regulative Idee. Unmerklich hat sich die Terminologie (und nicht nur
sie) verschoben. Wenn nicht gleich von green economy die Rede ist, dann
spricht man von "nachhaltiger Entwicklung".
"Nachhaltigkeit ja - nachhaltige Entwicklung nein", so lautet die Kritik
an der mittlerweile allgegenwärtigen Kombination der beiden Konzepte
Nachhaltigkeit und Entwicklung. Grund für die Ablehnung der Kombination
sind Vorbehalte gegenüber dem Konzept "Entwicklung". Es mit
Nachhaltigkeit kombinieren zu wollen, bedeute einen Widerspruch in sich.
Während Nachhaltigkeit zur neuen ökologischen Weltsicht gehöre,
entstamme der Entwicklungsbegriff der überholten mechanistischen
Weltsicht (eine Gegenüberstellung der beiden Weltsichten findet sich hier).
"Darüber hinaus", so Wolfgang Sachs, Wissenschaftler am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie (www.wupperinst.org),
"wurde mit der Verknüpfung von 'nachhaltig' und 'Entwicklung' ein
Terrain sprachlicher Ambivalenz geschaffen. Das neue Konzept verschob
auf subtile Weise den geometrischen Ort der Nachhaltigkeit von der Natur
auf Entwicklung; während sich zuvor 'nachhaltig' auf erneuerbare
Ressourcen bezogen hatte, bezieht es sich jetzt auf Entwicklung. Mit
dieser Verschiebung änderte sich die Wahrnehmung; die Bedeutung von
Nachhaltigkeit verlagerte sich von Naturschutz auf Entwicklungsschutz.
Angesichts der Tatsache, dass Entwicklung konzeptionell zu einer leeren
Hülse geworden war, war das, was nachhaltig bleiben sollte, unklar und
strittig. Daher sind in den folgenden Jahren alle Arten von politischen
Akteuren, selbst glühende Verfechter des Wirtschaftswachstums in der
Lage gewesen, ihre Absichten in den Begriff 'nachhaltige Entwicklung' zu
kleiden. Der Begriff wurde somit bald selbst-referentiell, wie eine von
der Weltbank angebotene Definition treffend bestätigt: 'Was ist
nachhaltig? Nachhaltige Entwicklung ist Entwicklung, die anhält.'" [aus: Wolfgang Sachs, Nach uns die Zukunft. Der globale Konflikt um Gerechtigkeit und Ökologie, Frankfurt/Main 2002, S. 65]
Will man trotz dieser Kritik auf die etablierte Kombination "nachhaltige
Entwicklung" nicht verzichten, kann man nicht umhin, den
Entwicklungsbegriff näher zu bestimmen und vom überholten
Entwicklungsbegriff der Modernisierungstheorie abzugrenzen. Anregungen
hierzu gibt das folgende Schaubild:
"Die Postwachstumsökonomik kann als ökologisch orientierte Teildisziplin
der Wirtschaftswissenschaften bezeichnet werden. Als Lehr- und
Forschungsprogramm richtet sie den Blick auf drei basale
Fragestellungen. Erstens:
Welche Begründungszusammenhänge lassen erkennen, dass ein weiteres
Wachstum des Bruttoinlandsproduktes keine Option für die Gestaltung
moderner Industriegesellschaften sein kann? Zweitens: Was sind
die Ursachen dafür, dass moderne, auf industrieller Fremdversorgung
basierende Volkswirtschaften einem Wachstumszwang unterliegen? Drittens:
Was sind die Merkmale einer Ökonomie, deren industrieller Output mit
der Einhaltung ökologischer Grenzen harmoniert und insbesondere nicht
mehr wächst (Postwachstumsökonomie)?"
Diese reduktive Ökonomie ist das Resultat einer fünffachen Selbstbegrenzung (S. 45-46), die sich mit den folgenden Begriffen verbindet:
Suffizienz
Subsistenz
Regionalökonomie
Umbau der restlichen Industrie
Institutionelle Maßnahmen
Deutschlandfunk Nova hat in der Reihe "Hörsaal" einen Vortrag von Niko Paech vom
September 2019 als Podcast veröffentlicht, der vieles von dem
aufgreift, um was es in unserem Seminar zu Nachhaltigkeit und
Postwachstum geht. Titel des Vortrags ist "Nachhaltigkeit, Wachstum und globale Gerechtigkeit". Anhören lohnt sich...
Gemeinwohl-Ökonomie
Zu den Grundinformationen zur Gemeinwohl-Ökonomie hatten wir folgende Materialien genutzt:
Die laufend aktualisierte Selbstbeschreibung von Christian Felber : Gemeinwohl-Ökonomie
Zusammengenommen erhält man damit einen sehr guten Einblick, worum es
der Gemeinwohl-Ökonomie geht und wo sie die wichtigsten Stellschrauben
verortet. Wie das ganz konkret aussehen kann, beschreibt ein Artikel auf Krautreporter:
Janina Martens: Gemeinwohlökonomie: Auf dieser Baustelle könnte die Wirtschaft der Zukunft entstehen, Krautreporter 19.01.2021 (Link)
Es wäre schön, wenn der eine oder die andere von Ihnen zu
diesem hochinteressanten und erfolgreichen Ansatz noch etwas im Blog
ergänzen würde...
Bienen sind für uns Menschen nicht nur als Honigproduzenten relevant. Ihre Bestäubungsarbeit beeinflusst maßgeblich den Reifeprozess sämtlicher Pflanzen, so auch der Nutzpflanzen. So bestäubt eine Biene am Tag laut dem Umweltinstitut ca. 2.000 Blüten. Diese Aufgabe ist stark in das komplexe Ökosystem eingebettet, sodass das Sterben der Bienen nicht nur für den Menschen erhebliche Folgen hat. Um über die Ursachen einen Einblick zu verschaffen, werden diese im Folgenden erläutert. Fest steht jedoch, dass die hier aufgelisteten Ursachen durch Menschen entstanden sind und momentan teilweise sogar verstärkt werden. Ziel dieser Arbeit ist es, die menschengemachten Faktoren für das Bienensterben herauszuarbeiten, um anschließend Lösungsansätze finden zu können. Nur durch Menschen können die menschengemachten Ursachen wieder rückgängig gemacht werden!
Foto: privat
Für die Honigproduktion ist ausschließlich die Honigbiene verantwortlich. Diese kommt in Deutschland nur als Nutztier vor. Sie wird von Imker*innen gehalten und entsprechend versorgt und unterstützt, sodass diese Art nicht vom Aussterben bedroht ist (vgl. Umweltinstitut 2021). Zudem gibt es viele Wildbienen, die allerdings den Nektar entweder sofort selbst als Nahrung aufnehmen oder aber an ihre Brut verfüttern, sodass keine honiggefüllten Warben entstehen. Auch leben diese Bienenarten nicht als Volk zusammen.
Die aktuelle ZEIT-Serie "Ecologisch" ist unmittelbar einschlägig für unsere Thematik und besteht (bislang) aus den folgenden Interviews, die Sie unbedingt lesen sollten:
Lebensmittelverschwendung bedeutet, dass vor allem in den Industrieländern Lebensmittel weggeworfen werden. Beim Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums werden viele Lebensmittel, die noch längere Zeit essbar wären, weggeworfen. Somit landen weltweit 1,3 Milliarden Tonnen Nahrungsmittel auf dem Müll. Allein in Deutschland sind es laut Studien, die auf dem Blog CareElite angeführt werden, 12 Millionen Tonnen. Das sind circa 75 Kilogramm Nahrung, die pro Kopf auf dem Müll landen.
Neuerdings gibt es die Möglichkeit, der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. In Online-Shops können abgelaufene Lebensmittel gekauft werden und somit gerettet. Das Berliner Startup „Sirplus“ bietet online verschiedenste abgelaufene Lebensmittel zu günstigeren Preisen an. Die Lebensmittel werden überprüft und somit wird sichergestellt, dass sie noch genießbar sind. Vereinzelt gibt es sogar schon sogenannte „Rettermärkte“, z.B. am Standort Berlin. Auf der Internetseite von „Sirplus“ gibt es außerdem noch einen Blog und man kann sich zusätzlich über einen bewussten Umgang mit der Umwelt informieren und sich Tipps holen für ein bewussteres, nachhaltigeres Leben.
In der verlinkten Reportage beschäftigt sich der Reporter von PULS mit der Frage, wie man Lebensmittel von zu Hause aus retten kann und was dazu im Hintergrund notwendig ist (https://www.youtube.com/watch?v=4K8MocrAxXU):