Dieser kollaborativ im Rahmen des coronabedingten
Online-Semesters verfasste Text fasst wichtige Aspekte des folgenden Buchkapitels zusammen:
Yuval Noah Harari: Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage; in:
ders., Eine kurze Geschichte der Menschheit, bpb Bonn 2013, S. 458-483.
Wesentliche Erkenntnisse aus dem Kapitel
In den letzten Jahrzehnten wissenschaftliche Erforschung des Glücks über Fragebögen. Sozialwissenschaftler vergleichen Ergebnisse mit sozioökonomischen Faktoren.
Man geht also davon aus, dass das Glück ein subjektives
Wohlbefinden ist und die Suche nach Glück die Suche nach bestimmten
emotionalen Zuständen ist.
Geld macht bis zu einem gewissen Punkt glücklich: Wenn man sich keine Sorgen mehr um die Existenz machen muss. Luxus macht aber nicht glücklich.
Krankheit macht nur kurzfristig unglücklich. Sie macht dann langfristig unglücklich, wenn sie mit dauerhaften Schmerzen verbunden ist oder sich der Zustand verschlechtert.
Familie und soziales Netz haben großen Einfluss auf Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit, z.B. führt eine gute Ehe zu großer Zufriedenheit; das beeinflusst das Wohlbefinden mehr als Geld und Gesundheit.
Gesellschaftliche, ethische und spirituelle Faktoren haben weit größere
Auswirkungen auf unser Glücksempfinden als unsere materiellen Umstände.
Glück hängt v.a.von subjektiven Erwartungen ab (z.B. verschlechterte Situation führt zu niedrigeren Erwartungen und das Level an Zufriedenheit bleibt in etwa gleich).
Deshalb machen Massenmedien (v.a. Internet) und Werbung unglücklich, denn sie führen zu unrealistischen Erwartungen, Beispiele: Jugendliche vergleichen sich mit Stars und Sportlern (statt mit eigenem Bekanntenkreis); Drittweltländer vergleichen sich mit Standards der ersten Welt.
"Lebenskunst": Wichtiger, mit dem zufrieden zu sein, was wir haben, als mehr von dem zu bekommen, was wir uns wünschen.
Biochemisches System als Schlüssel zum Glück: Glückshormone machen uns glücklich, wir können den diesbezüglichen genetischen Bedingungen nicht entkommen (in einem gewissen Rahmen gilt eine genetische Lotterie).
Medikamente/Drogen ermöglichen es, den biochemischen Haushalt zu manipulieren, den Serotoninspiegel anzuheben und dadurch (momentan) "glücklich" zu werden (im Sinne angenehmer körperlicher Empfindungen).
Serotonin, Dopamin und Oxytocin - sind die Glückshormone. Unser
biochemisches System lässt nicht zu, dass es über ein bestimmtes Niveau
nach oben oder unten ausschlägt und führt uns langfristig wieder zum
Ausgangspunkt zurück. Die Stimmungs-Ausschläge schwanken in einem
vorgegebenen (genetisch vorbestimmten) Ausschnitt.
Sinn des Lebens: Glück ist mehr als ein angenehmes Gefühl. Glück bedeutet, das Leben als Ganzes als sinnvoll und lohnend zu erleben (z.B. Hoffnung auf Leben nach dem Tod). Aber: Aus wissenschaftlicher Sicht hat das Leben überhaupt keinen Sinn. Jeder "Sinn" ist eine Illusion.
Nietzsche: „Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie“ (man muss sich also eine wirkungsvolle Illusion zurechtlegen, z.B. Religion).
Buddhismus, antike Philosophie - Erkenne dich selbst: Glück ist weder eine subjektive Empfindung, noch hängt es vom Lebenssinn ab. Glück bedeutet im Gegenteil, keinen subjektiven Empfindungen (un/angenehme Empfindungen) und keinen Illusionen nachzujagen. Subjektive Empfindungen sind bloß vorübergehende Schwingungen die, wenn wir ihnen zu viel Bedeutung beimessen, Besitz von uns ergreifen und immer Unzufriedenheit auslösen. Ziel: Gleichmut, innere Ruhe. Die ‘Jagd’ nach subjektiven Empfindungen ist die Ursache des Leids.
Der folgende, kollaborativ im Rahmen des coronabedingten Online-Semesters verfasste Text fasst wichtige Aspekte des Vortrags "Resonanz. Über die Soziologie des guten Lebens" von Hartmut Rosa zusammen. Seiner Kernthese nach befinden wir uns auf dem Weg in die Beschleunigungsfalle. Um diesen Weg zu stoppen, sei es notwendig, über “das gute Leben” zu sprechen. Der folgende Text orientiert sich an den Gliederungspunkten des Vortrags vom 27.02.2017.
I. Das Weltverhältnis der Moderne
a) strukturell: Dynamische Stabilisierung
Die moderne Gesellschaft kann sich nur dynamisch stabilisieren, was bedeutet, dass sie strukturell auf Wachstum (= Steigerungsversprechen), Beschleunigung und Innovation angewiesen ist, um sich zu erhalten und zu reproduzieren. Das bedeutet: “Wir brauchen Wachstum, um den status quo zu erhalten.” Klassisches Beispiel ist der Kapitalismus: Geld wird nur investiert, wenn man sich einen Mehrwert verspricht (= Wachstumstreiber). Das gilt mittlerweile aber in allen Bereichen (Wissenschaft, Kunst, Politik ...)
b) kulturell: Reichweitenvergrößerung
Es gilt das Prinzip der Weltreichweitenvergrößerung: “Handle jederzeit so, dass Deine Weltreichweite größer wird!” (= "kategorischer Imperativ der Moderne"). Ziel und Antrieb ist also immer die Steigerung der “Weltreichweite”, die Ausdehnung des Erreichbaren. Die Aussicht auf “mehr Welt” motiviert uns bei fast allen Entscheidungen (Triple-A Formel von Rosa: make more world available, attainable, achievable). Das “Zaubermittel” schlechthin dafür ist Geld: Geld kann die Welt verfügbar und erreichbar machen. Weitere Beispiele, die Rosa im Vortrag nennt, betreffen Mobilität (Fahrrad > Moped > Auto) oder das Smartphone (Musik, Freunde, Weltwissen in der Hosentasche).
II. Die Nebenfolgen: Der Fehler im System
a) strukturell: Desynchronisation
“Viel mehr, viel schneller” ist das, was uns antreibt. Dieses System erhält sich nur durch Steigerung (permanentes Wachsen, Beschleunigen, Innovieren …). ABER: Nicht alles lässt sich im selben Maß beschleunigen! Wer oder was zu langsam ist, wird abgehängt. Folglich kommt es zu Krisen: Öko-Krise: Die Natur ist zu langsam, kommt nicht hinterher, regeneriert sich nicht schnell genug angesichts unseren Verbrauchs; Zerstörung der Natur statt ihre “Aneignung”. Demokratie-Krise: Die Demokratie mit ihren Aushandlungsprozessen ist zu langsam (für die Wirtschaft, aber auch für die Medien). Wirtschaftskrisen: Im Bereich der Wirtschaft kommt es gleich zu mehreren Desynchronisationen, am augenfälligsten zwischen ultraschnellen Finanzmärkten und der Realökonomie.
b) kulturell: Entfremdung
Psycho-Krise: Burn-Out; Welt wird unlesbar, sie weicht zurück (“Weltverlust”); Überstimulation führt zu Gefühllosigkeit: Vielzahl an Erlebnissen und
Erfahrungen, aber sie berühren und verändern den Menschen nicht (mehr); die Welt steht dem Menschen feindlich/gleichgültig gegenüber; Weltverlust als Kollateralschaden der Moderne.
Grundlegende Ambivalenz der Modernisierung: zunehmende Rationalisierung, gleichzeitig “Entzauberung der Welt” (Max Weber).
Der Versuch, sich die Welt verfügbar, erreichbar und zugänglich zu machen und zu halten, bringt die Kehrseite einer schweigenden Welt und deren Entzauberung mit sich.
Alternative Begriffe: "Entfremdung" (Marx), "das Absurde" (Camus), "Verdinglichung" (Lukasz), "Isolation" (Fromm), "Plasiertheit" (Simmel), ...
III. Ein alternatives Weltverhältnis
a) strukturell: Adaptive Stabilisierung
Lösung ist nicht "Entschleunigung" oder irgendwie statisch, es geht vielmehr darum, nur dann zu beschleunigen, wenn etwas geändert werden muss, z.B. um den Hunger zu bekämpfen oder möglichst schnell einen Impfstoff zu finden, aber nicht Beschleunigung, um den status quo zu erhalten.
b) kulturell: Resonanz
Resonanz ist Rosas Gegenbegriff für ein Weltverhältnis, das nicht auf Steigerung und Reichweitenvergrößerung beruht, sondern auf einer anderen Art des In-der-Welt-Seins. Es muss oder sollte nämlich möglich sein, in Kontakt mit Welt und Menschen zu kommen, also ein anderes Weltverhältnis zu entwickeln! Was ist Resonanz? Nach Rosa gilt:
Resonanz ist mehr als Anerkennung,
Resonanz ist das Andere der Entfremdung,
Resonanz ist das Metronombeispiel,
Resonanz liegt zwischen Dissonanz und Konsonanz,
Resonanz ist nicht dasselbe wie Harmonie oder Gleichklang,
letztlich: Resonanz ist das, was ein gutes Leben erst möglich macht.
Kernmerkmale der Resonanz:
man wird von etwas berührt, erreicht, affiziert... (BERÜHRUNG)
man antwortet darauf und man schafft es, die andere Seite (die einen vorher berührt hat) ebenfalls zu erreichen und zu berühren (ANTWORT)
man verändert sich, man ist, nachdem einen etwas berührt hat, nicht mehr dieselbe Person (TRANSFORMATION)
das ist nicht planbar oder systematisch herstellbar, es kann nicht erzwungen und nicht gesteigert werden, damit auch immer ein Element der Unsicherheit und des Risikos: man lässt sich auf etwas ein, ohne zu wissen, was am Ende herauskommt (UNVERFÜGBARKEIT)
Rahmenbedingungen sind wichtig; Resonanz hat Voraussetzungen, ist nur möglich unter bestimmten Bedingungen oder Verhältnissen (RESONANZRAUM)
Der folgende, kollaborativ im Rahmen des coronabedingten Online-Semesters verfasste Text fasst die zentralen Aspekte des TED-Talks von Robert Waldinger zur Harvard-Studie zusammen. Hierzu gibt es zunächst einen Abschnitt zu Besonderheiten und Inhalt der Studie, anschließend werden die wichtigsten Erkenntnisse und Ergebnisse zusammengefasst.
Besonderheiten der Studie
Die größte Besonderheit der Harvard-Studie liegt in ihrer Durchführungsdauer. Die bereits seit 1938 laufende Studie ist die längste Studie über das Erwachsenenleben, die je durchgeführt wurde. Eine weitere Besonderheit liegt in ihrer unbegrenzten Dauer. Rein theoretisch ist es möglich, die Studie unbegrenzt fortzuführen. Mittlerweile befindet sich die Studienleitung in der vierten Generation. Von den ersten 724 männlichen Probanden sind heute noch 60 am Leben und circa 90 Jahre alt. Die Studie wurde weitergeführt, indem nun die mehr als 2000 Kinder dieser Männer weiter befragt werden.
Inhalt der Studie
Zwei Gruppen von Männern wurden befragt: Junge Männer der »greatest generation«, die an der Harvard-Universität studierten, sowie Männer aus den ärmsten Vierteln Bostons. Zu Studienbeginn gab es Interviews mit den Teilnehmern, ärztliche Untersuchungen und Hausbesuche zur Befragung der Eltern. Während die Boston-Jungs häufig die Frage stellten, wieso sie immer weiter interviewt werden – ihr Leben sei ja schließlich nicht spannend, stellten sich die Harvard-Jungs diese Frage nie.
Inhalte der Studie waren Fragen zur Arbeits- und Familiensituation oder der eigenen Gesundheit. In einem zweijährigen Abstand bekommen die Männer neue Fragen und beantworten diese in ihrem eigenen Wohnzimmer. Auch Ehefrauen, Kinder und Ärzte – um die gesundheitliche Konstitution des Probanden festzuhalten – werden miteinbezogen.
Forschungsvorgehen und -methoden sind interdisziplinär und divers, das Datenmaterial und die Ergebnisse sind somit sehr umfangreich und übergreifend. Das »gute Leben« wird also nicht nur von einem einzelnen Faktor ausgehend gemessen, sondern anhand vieler Aspekte (Gesundheit, Psyche, Soziales Netzwerk, Kommunikation/Interaktion, Wohlstand und viele mehr).
Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie
Die Studie führt zu diversen Ergebnissen, besonders sticht jedoch ein Aspekt hervor, nämlich die positive Wirkung von gesunden und starken Beziehungen. Es stellt sich heraus, dass die Männer, die starke Beziehungen in ihren Familien oder im Freundeskreis pflegen, im Alter eine deutlich höhere Zufriedenheit, ein besseres Wohlbefinden und ein besseres Erinnerungsvermögen aufweisen. Hierbei spielt nicht die Quantität, sondern die Qualität dieser Beziehungen eine große Rolle. Dies wird weiter dadurch definiert, dass „gute“ Beziehungen nicht immer reibungslos verlaufen müssen. Ausschlaggebend sind die Verlässlichkeit und der Zusammenhalt.
Die Studie zeigt ebenso, dass sich das Fehlen von solchen intakten sozialen Netzwerken in gleichem Maße negativ auswirken kann. Menschen, die weniger Sozialkontakte haben als von ihnen gewünscht, fühlen sich unglücklicher, ihr Gesundheitszustand und ihre Gehirnfunktionen verschlechtern sich eher und sie haben eine geringere Lebenserwartung. Zudem zeigt sich, dass emotionaler Schmerz körperliche Schmerzen verstärken kann.
Daraus ergibt sich als zentrales Ergebnis, dass Vertrauen und Verlässlichkeit in sozialen Beziehungen mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem glücklichen Leben führen können. Um dies zu gewährleisten, ist es also wichtig, Beziehungspflege zur Lebensaufgabe zu machen. Streben nach Macht, Ruhm oder Reichtum dagegen sind sekundär. Ab einem gewissen Niveau macht mehr Wohlstand nicht glücklicher.
Gestern war der Soziologe Hartmut Rosa zu Gast bei SWR1 Leute. Das rund halbstündige, in vielerlei Hinsicht interessante Gespräch gibt es als Podcast zum Nachhören: Corona ist der größte Entschleuniger seit 200 Jahren. Das Gespräch dreht sich - natürlich - um die Corona-Krise und macht deutlich, dass man nicht umhin kann, über das gute Leben zu sprechen, wenn man über die Corona-Krise diskutiert. Es bildet eine ideale Ergänzung zu dem Vortrag über Resonanz (siehe Seite "Videos"), vor allem was das Konzept der Unverfügbarkeit betrifft...
Vor wenigen Tagen wurde in diesem Blog eine Seminararbeit über indigene Landnutzung als wirksame Maßnahme zum Klimaschutz vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine der zahlreichen Maßnahmen im Rahmen des Projekts Drawdown (zur Seminararbeit). Nun wurde der folgende, thematisch einschlägige TED Talk veröffentlicht:
Wordcloud aus Ihren Sätzen (erstellt mit www.wortwolken.com)
Zur Erläuterung: In der Anmeldemail zum Seminar "Nachhaltigkeit, Postwachstumsgesellschaft und das gute Leben" im momentan anlaufenden Corona-Online-Semester hatte ich darum
gebeten, neben der Angabe der üblichen Daten auch einen Satz zu
vervollständigen, nämlich "Ein gutes Leben heißt für mich ...".
Die Antworten im Wortlaut stehen unten, eine aus den Antworten
generierte Wortwolke oben.
Ihre Ergänzungen des Satzes: Ein gutes Leben heißt für mich, ...
... genügend Zeit zu haben, die Dinge zu tun und die Menschen zu treffen, die mir gut tun, gemeinschaftlich-solidarisch zu denken und zu handeln und achtsam mit Mensch, Tier, Pflanze und Planet umzugehen.
... einen achtsamen, wertschätzenden und reflektierten Umgang zu pflegen (mit mir selbst, meinen Mitmenschen, unserer Umwelt, meinem Konsumverhalten...).
... Entscheidungsfreiheit zu haben.
... ein Leben Aller in Frieden und Freiheit ohne Einschränkungen, Benachteiligungen und Ausgrenzung.
... das eigene Leben so selbstbestimmt wie möglich zu gestalten und (meistens) zufrieden damit zu sein, ohne gleichzeitig anderen damit zu schaden.
... ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft zu sein und nicht auf Kosten anderer zu leben.
... mich zu entwickeln, mit anderen Menschen verbunden zu sein und mich in eine friedliche, demokratische Gesellschaft mit meinen Fähigkeiten einzubringen.
... kein langes Leben, sondern eines voller Freiheit.
... sich um so wenig wie möglich Sorgen zu machen und mit Freude durch das Leben zu gehen.
... ein sorgenfreies Leben. Die Möglichkeit und die Sicherheit zu haben, ohne Angst haben zu müssen um meine Freiheit, meine Chance auf Bildung und meine Gewissheit, dass ich nicht verhungern oder verdursten muss. So definiere ich ein gutes Leben, wobei finanzielle Sicherheit auch einen großen Teil dazu beiträgt.
... Träume zu haben und die Freiheit, an diesen zu arbeiten.
... ein Leben voller Freude, Liebe, Sinn und Erfüllung.
... von Herzen lachen und sich selbst erfüllen.
... wahre deine Gesundheit, denn ohne geht nicht.
... am Ende meines Lebens sagen zu können, dass ich immer geholfen habe, wenn ich konnte.
... in meiner Freiheit nicht eingeschränkt zu werden & stetig dazuzulernen.
... selbstbestimmt leben zu können und umgeben zu sein von meiner Familie.
... meine Familie und meine Freunde glücklich und gesund zu sehen, mit diesen in Sicherheit zu sein und viele schöne Momente zu teilen.
... gesund und zufrieden zu sein.
... dass man mit dem, was man hat, zufrieden ist.
... ein zufriedenes Leben mit glücklichen Momenten und liebenswerten Menschen.
... viel Geld zu verdienen und alle meine Bedürfnisse zu erfüllen.
... ein Leben voller Freude, Liebe, Sinn und Erfüllung.
... Entscheidungsfreiheit zu haben und so mein Leben frei gestalten zu können.
... Zeit mit meiner Familie und meinen Freund*innen zu verbringen, meinen eigenen Interessen und Wünschen in der Freizeit und im Beruf nachzugehen und für andere da zu sein.
... so zu leben, wie man es selber möchte, und die Freiheit zu haben es auch so zu leben.
... zunächst glücklich, zufrieden und gesund zu leben. Neue Herausforderungen anzunehmen, nicht daran verzweifeln, sondern im Gegenteil zu wachsen. Offen dafür sein, neue, alternative Wege wahrzunehmen und auch mal den holprigen Weg zum Gipfel wählen. Menschen in ihrer Einzigartigkeit zu sehen und zu schätzen, selbiges gilt für die Natur, auch diese in ihrer Einmaligkeit zu sehen, zu schätzen und zu bewahren. Achtsamkeit, Selbstreflexion, Empathie und Resilienz sind meine persönlichen Werte, die mir sehr am Herzen liegen.
Der Handel nimmt als drittgrößter Wirtschaftszweig weltweit eine besondere Rolle für den nachhaltigen Konsum ein. Als Schnittstelle zwischen Erzeuger und Endverbraucher hat er Verantwortung für Mensch, Umwelt und Gesellschaft. Die Nachhaltigkeit wird dem Kunden immer wichtiger und ist seit Jahren eines der gefragtesten Themen. Der Lebensmitteleinzelhandel entwickelt sich auch in diesem Feld unübersehbar weiter.
Aber was bedeutet Nachhaltigkeit für den deutschen Lebensmitteleinzelhandel wirklich und wie kann Nachhaltigkeit dort umgesetzt werden? Wie wird das Thema Nachhaltigkeit von Seiten des Lebensmitteleinzelhandels kommuniziert und gegenüber den Kunden publik gemacht? Was für Möglichkeiten werden dem Kunden in Bezug auf Nachhaltigkeit geboten?
Da ich neben meinem Studium selbst als Werksstudentin bei ALDI Süd GmbH & Co. KG in der Verwaltung angestellt bin, möchte ich diese Fragen am Beispiel von ALDI Süd im Folgenden näher beleuchten. Durch meine Tätigkeit bekomme ich auch interne Blicke, welche ich in meinem Beitrag als solche kennzeichnen werde. Nachhaltigkeit betrifft ALDI als einen Teil der Geschäftsstrategie, der zum wirtschaftlichen Erfolg beiträgt.
Spätestens seit der medialen Aufmerksamkeit rund um die Fridays-for-Future-Demonstrationen weltweit sollte jedem Menschen bewusst geworden sein, dass mit dem Klima unseres Planeten etwas nicht stimmt. „Make earth cool again“ fordert das Plakat eine*r Fridays-for-Future-Demonstrat*in in Berlin. Doch wie soll das eigentlich funktionieren mit dem Klimawandel. Was muss geschehen, damit wir die menschengemachte Erderwärmung stoppen bzw. rückgängig machen können?
Darauf gibt es keine einfachen Antworten, außer man leugnet den Klimawandel und richtet sich bequem im status quo ein. Das ändert jedoch nichts daran, dass Klimawissenschaftler*innen schon seit Jahren davor warnen, dass der Ausstoß klimaschädlicher Gase auf ein Minimum reduziert werden sollte, besser noch komplett gestoppt. Doch wie sollen wir das erreichen?
Eine amerikanische NGO namens Project Drawdown hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Blaupause aller praktischen und umsetzbaren Maßnahmen zu erstellen, die bereits existieren, und zu zeigen, dass wir bereits alle Mittel haben, um den menschengemachten Klimawandel rückgängig zu machen. Wir müssen die uns zur Verfügung stehenden Mittel nur noch nutzen und sie in weltweiter Zusammenarbeit global umsetzen.
Dieser Blogbeitrag setzt sich mit einer der von Drawdown vorgeschlagenen Maßnahmen auseinander: Landnutzung durch indigene Völker. In einem ersten Schritt wird die Maßnahme beschrieben und deren CO2-Reduktionspotential aufgezeigt. Im Weiteren wird geprüft, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, dass die von Project Drawdown vorgeschlagene Maßnahme umgesetzt werden kann. Abschließend soll am Beispiel Lateinamerikas die Problematik der Ressourcenausbeutung und deren Einfluss auf indigene Bevölkerungsgruppen beleuchtet werden. Die ersten beiden Abschnitte beschäftigen sich genauer mit dem Project Drawdown als Ganzem, bevor auf die Lösung „Landnutzung durch indigene Völker“ eingegangen wird.
Genau an diesem Punkt knüpfen Kritiker der freiwilligen Klimakompensation an und bezeichnen diese als modernen Ablasshandel, welcher primär dem Gewissen und eben nicht in ausreichendem und angemessenem Maße dem Schutz des Klimas dient. Bei aller öffentlichen Kritik verzeichnen die Anbieter jedoch in den letzten Jahren einen stetigen Anstieg an Kunden. Führende bundesweite Nachrichtenportale wie der „Spiegel“ und die „Welt“ sprechen, angelehnt an die schwedische Klimaschutzaktivistin, schon von einem „Greta-Effekt“, welcher immer mehr Geld in die Kassen der Anbieter spült (vgl. Fritz 2019, S. 1; Hecking 2019, S. 1).
Der folgende Blogeintrag hinterfragt das Angebot von freiwilliger Klimakompensation kritisch und zeigt nach einer Einführung zur Funktionsweise neben den Chancen auch mögliche Risiken auf, welche bis hin zu einer Verzögerung der Transformation in Richtung einer klimaneutralen Gesellschaft führen können, und das obwohl gerade die Kompensation von Treibhausgasen für vermeintliche Klimaneutralität steht, wo doch die ausgestoßenen Emissionen parallel an anderer Stelle im selben Maß eingespart werden.
Reallabore stehen für eine neuartige Erscheinung im Wissenschaftssystem. Die große Transformation hin zu einer nachhaltigen Entwicklung kann nur geleistet werden, wenn die globalen Herausforderungen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachtet werden. Hierzu ist auch die Wissenschaft gefordert. Das noch junge Forschungsformat Reallabor hält seit einigen Jahren vermehrt Einzug in die Nachhaltigkeitsforschung und kann als Beitrag für die Bewältigung von Transformationsprozessen angesehen werden. In der vorliegenden Seminararbeit soll näher beleuchtet werden, was Reallabore auszeichnet, wie die Arbeitsweise innerhalb der Reallabore erfolgt und warum Bürger-Rikschas, Parklets und Lastenräder Untersuchungsgegenstände von Reallaboren sind.
''Die Finanzierung des Sozialsystems ist an der Erwerbsgesellschaft angelegt; das Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs, die demografischen Entwicklungen, aber auch die Veränderungen in den Erwerbsbiografien rütteln daher nicht nur an den finanziellen Grundmauern des Systems, sondern verstärken auch die gesellschaftlichen Spannungen zwischen Erwerbstätigen und anderen Mitgliedern der Gesellschaft" (Thimm 2010, S. 43).
Anhand dieser Analyse unternimmt Katja Thimm den Versuch, die Ursachen und Hintergründe für die Schräglage des deutschen Sozialstaates zu veranschaulichen und auf die Tragweite der zu erwartenden Konsequenzen hinzuweisen. Neben zahlreichen weiteren fatalen Folgen ist es nicht zuletzt die Altersarmut, die sich angesichts des demografischen Wandels und der stetigen Zunahme von prekären Beschäftigungsverhältnissen massiv auszubreiten droht (Stapf-Finé 2009, S. 202).
Während über die dringende Reformbedürftigkeit des deutschen Sozialstaats daher weitgehende Einigkeit zu herrschen scheint, divergieren die hierzu vorgeschlagenen Maßnahmen fundamental in Art und Umfang. Einer nicht unerheblichen Beliebtheit erfreut sich in der Debatte um eine Neuordnung des Sozialstaats dabei der Vorschlag, die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens anzustreben.
''Unter einem bedingungslosen Grundeinkommen wird meist eine regelmäßige, monatliche Zahlung an alle verstanden, die ohne jegliche Bedingungen und Voraussetzungen gezahlt wird. Typischerweise soll das BGE einen gesellschaftlich festgelegten, akzeptablen Mindestlebensstandard sicherstellen'' (Enste 2019, S.7).
Der vorliegenden Seminararbeit ist es angesichts der zunehmenden Instabilität des deutschen Sozialstaats ein dringendes Anliegen, sich gewissenhaft mit der Sinnhaftigkeit und Realisierbarkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens auseinanderzusetzen. Nachdem zu Beginn ein grundlegender Überblick über besonders populäre Grundeinkommenskonzepte und deren maßgebliche Unterschiede geleistet wird, werden in der Folge sowohl Vorzüge als auch Nachteile einer bedingungslosen Finanzspritze für alle Bürgerinnen und Bürger einer detaillierten Betrachtung unterzogen. Anschließend widmet sich die vorliegende Abhandlung der Frage, ob und inwiefern finanzielle Umstände und gesellschaftliche Stimmungen der Einführung eines BGE entscheidend im Wege stehen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden abschließend nochmals in gebündelter Form aufgeführt und mit einem Ausblick auf zukünftige Entwicklungen versehen.
"Elektroauto und Biofleisch als Antwort auf Klimakatastrophe,
Artensterben und Umweltzerstörung? Volkswirt Niko Paech erklärt, warum
dieses Ausgleichsmodell nicht funktioniert."
Wer nachhaltig konsumieren möchte, benötigt Informationen. Hier haben sich besonders zwei Angebote bewährt. Auf beide Ratgeber wurde hier im Blog schon wiederholt hingewiesen:
Buch: "Fair einkaufen - aber wie? - Das Handbuch für fairen Konsum"; 2019 in 6. Auflage erschienen; AutorInnen: Martina Hahn / Frank Herrmann; Link zum Blog der AutorInnen
Website / App: Nachhaltiger Warenkorb - www.nachhaltiger-warenkorb.de. Hier gibt es Informationen zu den folgenden Kategorien:
Am Dienstag, den 28. Januar 2020, findet die Podiumsdiskussion „Wie politisch darf und muss Bildung angesichts der Klimakrise sein?“ von 18:15-19:45 Uhr an der PH Ludwigsburg in Raum 1.329 statt. Auf dem Podium wird auch Florian Weber-Stein sitzen. Auf der PH-Website findet sich folgende Ankündigung:
Die planetaren Grenzüberschreitungen, insbesondere Klimakrise und
Artensterben, sind zentrale, menschheitsbedrohende Faktoren der
Gegenwart und Zukunft. Der öffentliche Diskurs darüber wurde im Jahr
2019 durch die Initiative „Fridays4Future“ und den zivilen Ungehorsam von
Schüler*innen befördert, die vor allem in den Industrienationen jeden
Freitag während der Schulzeit für sofortige und umfassende Maßnahmen
gegen den Klimawandel demonstrierten. Ihr Engagement findet
Unterstützung aus dem Bildungssystem, aus Wissenschaft und Forschung.
Fridays-for-Future – legitime Kämpfer*innen für das Weltklima und
Initiatoren eines politischen (Klima-)Wandels oder Schulschwänzer?
Schulen und Hochschulen in Zeiten der Klimakrise: Orte politischen
Engagements gegen die Klimakrise und politischer Nachhaltigkeitsbildung –
und wenn ja, wie?
Ausgehend von diesen Fragen soll in der Diskussion aus verschiedenen
Perspektiven beleuchtet werden, wie politisch Bildung angesichts der
Klimakrise sein darf und muss. Dies soll mit Diskutand*innen
unterschiedlicher Rollen im Bildungssystem an diesem Abend aus
verschiedenen Perspektiven beleuchtet und diskutiert werden. Es
diskutieren:
Markus Moskau, Fridays4Future Ludwigsburg
Lisa Reinecke, Campus4 Future Ludwigsburg
OStD Mathias Hilbert, Geschäftsführender Schulleiter der Ludwigsburger Gymnasien
Prof. Dr. Gudrun Guttenberger, Evangelische Theologie / Religionspädagogik
Prof. Dr. Florian Weber-Stein, Politik und ihre Didaktik
Prof. Dr. Jörg Kessler, Englische Sprache und ihre Didaktik
Moderiert wird die Diskussion von Prof. Dr. Katrin Bederna und Prof. Dr.
Steffen Schaal, Studiendekan*innen der Fakultäten I und II.
Drawdown ist ein Forschungsprojekt und wurde 2014 von dem Unternehmensberater und Publizisten Paul Hawken gegründet. In dem gleichnamigen Buch (dt. Titel: Drawdown - der Plan), das 2017 in Amerika erschien, werden 100 Lösungen beschrieben, die dazu beitragen, den Ausstoß an klimaschädlichen Emissionen zu reduzieren bzw. bereits vorhandene Treibhausgase in der Atmosphäre wieder zu binden. Der folgende TED-Talk gibt einen Einblick in die Arbeit und die Ergebnisse des Drawdown Projekts:
In einem weiteren TED Talk wird eine interessante Perspektive auf zwei Lösungsvorschläge von Drawdown aufgezeigt, die in Kombination miteinander den größten Beitrag zur Umkehr der Erderwärmung leisten können: Familienplanung und bessere Ausbildung für Mädchen:
Am 29. Januar 2020, 18:00 - 20:30 Uhr - also ziemlich genau passend, um das Ende der Vorlesungszeit einzuläuten - veranstaltet die Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg an der Universität Stuttgart - Campus Stadtmitte, Hörsaal M12.01 (Azenbergstr. 12, 70174 Stuttgart) - einen Vortrag von Niko Paech zur Nachhaltigkeitsökonomie, einem zentralen Thema unseres Nachhaltigkeitsseminars und des Masterseminars zu Ideen, Ansätzen und Utopien der Gegenwart. Im Beschreibungstext auf der Stiftungs-Website heißt es:
Als «Postwachstumsökonomie» wird eine Wirtschaft bezeichnet, die ohne Wachstum des Bruttoinlandsprodukts über stabile, wenngleich mit einem vergleichsweise reduzierten Konsumniveau einhergehende Versorgungsstruktur verfügt. Die Postwachstumsökonomie grenzt sich von landläufigen, auf Konformität zielenden Nachhaltigkeitsvisionen wie «qualitatives», «nachhaltiges», «grünes», «dematerialisiertes» oder «dekarbonisiertes» Wachstum ab.
Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der DGB-Hochschulgruppe Stuttgart, dem DGB Region Nordwürttemberg und Fridays for Future Stuttgart durchgeführt. In der anschließenden Diskussion soll es um Fragen gehen wie: Was heißt das für Arbeitnehmerinnen, Lohnniveau und Sozialversicherung?
Der folgende TED Talk von Tim Jackson, Autor des Klassikers "Prosperity Without Growth" ("Wohlstand ohne Wachstum"), bildet für das Nachhaltigkeitsseminar eine ideale Nachbereitung, für das Masterseminar die Pflicht"lektüre" für die erste Sitzung im neuen Jahr:
Der Klimawandel ist in den vergangenen Jahren zu einem immer wichtigeren Thema geworden. Die Sorge um die Erde und ihre Zukunft wird immer stärker thematisiert und wir finden in Zeitschriften wie dem Spiegel Titelthemen vor wie „Was der Erde droht und was wir tun können – der Plan gegen die Klimakatastrophe“ (Der Spiegel, Nr. 49/01.12.2018). Einer der radikalsten Denker, welcher sich dieser Thematik angenommen hat, ist Graeme Maxton. In der vorliegenden Arbeit soll seine Position näher betrachtet werden.
Zur Person: Graeme Maxton
Graeme Maxton ist ein britischer Ökonom und Vollmitglied des Club of Rome. Von 2014 bis 2018 fungierte er dort als Generalsekretär (Maxton, 2018, S. 153). Von 1988 bis 2002 war er Visiting Professor an der Cass Business School in London und arbeitete in der Technologieberatung für Booz Allen Hamilton, für American Express und für die Citigroup (URL: https://www.clubofrome.org/member/graeme-maxton/ [abgerufen am 25.03.2019, 23:00]).
Maxton ist auch als Autor tätig und hat in den vergangenen Jahren mehrere Publikationen veröffentlicht. Unter anderem im Jahr 2011 das Werk "Die Wachstumslüge: Warum wir alle die Welt nicht länger Politikern und Ökonomen überlassen dürfen", gefolgt von dem Werk "Ein Prozent ist genug", welches im Jahr 2016 erschien, bis hin zu seinem jüngsten Werk "Change – Warum wir eine radikale Wende brauchen". In seinen Publikationen befasst sich der Autor ausschließlich mit dem Klimawandel, ergründet dessen Ursachen und versucht, Lösungsansätze zu entwickeln.
Club of Rome
Der Club of Rome ist ein Zusammenschluss von Experten, der sich aus Wissenschaftlern und Humanisten, Ökonomen, Erziehungsfachleuten, Beamten und Industriellen zusammensetzt (vgl. Peccei, Siebker, 1974, S. 19). Die Zielsetzung des Clubs lässt sich wie folgt definieren:
„Ein tiefgreifendes Verständnis des kritischen Stadiums der menschlichen Lebensbedingungen und der sich verengenden und unsicheren Zukunftsaussichten zu erwerben und zu verbreiten und dadurch unter den aufgeschlosseneren Meinungs- und Entscheidungsträgern ein Klima für politisches Handeln zu schaffen; neue politische Richtlinien und Organisationsformen zu erarbeiten und vorzuschlagen, um die menschlichen Geschicke in Zukunft vernünftiger lenken zu können.“ (Peccei, Siebker, 1974, S. 19-20).
Nachhaltigkeit
Der Begriff der Nachhaltigkeit findet sich im alltäglichen Gebrauch immer häufiger wieder. Da er in den unterschiedlichsten Zusammenhängen genutzt wird, ist es schwierig, eine einheitliche Definition des Begriffes abzuliefern. Die am häufigsten angeführte Definition stammt aus dem Brundtland-Bericht der UN von 1987:
„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, welche die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generation befriedigt, ohne die Fähigkeit zukünftiger Genrationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“ (Grober, 2010, S. 20).
Ulrich Grober schreibt in seinem Werk „Die Entdeckung der Nachhaltigkeit“:
„Die Idee der Nachhaltigkeit ist weder eine Kopfgeburt moderner Technokraten noch ein Geistesblitz von Ökofreaks der Generation Woodstock. Sie ist unser ursprüngliches Weltkulturerbe“ (Grober, 2010, S. 13).
Er unterscheidet den Begriff der Nachhaltigkeit im Deutschen in zwei Dimensionen. So sei er einmal ein allgemeinsprachliches Wort, welches nichts weiter bedeutet wie »nachdrücklich« oder »dauerhaft« (vgl. Grober, 2010, S. 17). Die andere Dimension sei Nachhaltigkeit als politischer Begriff, welche die ökologisch aufgeladene Bedeutung des Begriffes zum Erhalt der Erde meint (vgl. Grober, 2010, S. 17).
Zu einem Problem kommt es bei dieser Unterscheidung des Begriffes dann, wenn beispielsweise ein Unternehmen ein letztlich umweltschädliches Vorgehen tätigt, es aber durch die allgemeinsprachliche Bedeutung des Begriffes als nachhaltig tituliert.
„Man erklärt den Bau eines Kohlekraftwerks zur »nachhaltigen« Lösung, weil es sauberer sei als das alte und Arbeitsplätze erhalte“ (Grober, 2010, S. 17).
Die Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaftlerin Iris Pufé spricht in ihrem Werk „Nachhaltigkeit“ davon, dass Nachhaltigkeit ein erst noch an Kontur gewinnendes, unterschiedlich interpretierbares Leitbild sei, welches voneinander abweichende, wenn nicht gegensätzliche Natur-, Mensch- und Weltbilder ebenso wie Anliegen, Bedürfnisse und Modelle einer „guten Gesellschaft“ vereint (vgl. Pufé, 2018, S. 25).
Der Philosoph Hans Jonas lehnt sich an Kants kategorischen Imperativ an und schreibt in seinem Hauptwerk „Das Prinzip Verantwortung“ folgenden Satz:
„Handle so, daß die Wirkungen deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden“ (Jonas, 2017, S. 36).
Letztlich lässt sich hier eine kurze und prägnante Definition dessen finden, was Nachhaltigkeit bedeutet.
Das jüngste Werk: Change!
In einem knapp einstündigen Gespräch geht Maxton persönlich auf sein Buch ein und erklärt, worum es ihm bei seiner Arbeit hauptsächlich geht:
Das Problem
Zu Beginn des Werkes bezieht sich Maxton auf den Bericht von 1972, der unter dem Titel "Grenzen des Wachstums" weltberühmt wurde. Er stellt das Ergebnis der Studie vor, welche besagt, dass die menschliche Zivilisation zusammenbrechen werde, wenn sie sich nicht ändert. Das Ergebnis des Standardszenarios, welches aufzeigt, wie die Menschheit sich entwickeln würde, wenn Bevölkerungswachstum, Nahrungsmittelproduktion, Industrieproduktion, Verschmutzung und Nutzung nicht-erneuerbarer Ressourcen weiterhin ihren gewohnten Kurs fahren, sieht so aus:
„Mit zunehmender Bevölkerung und Industrieproduktion würde die Verfügbarkeit nicht erneuerbarer Ressourcen sinken und der Verschmutzungsgrad der Umwelt steigen. Das ganze System würde aufgrund höherer Ressourcenkosten und größerer Verschmutzung instabil werden. Die Industrieproduktion würde dann sinken und die menschliche Bevölkerung schrumpfen.“ (Maxton, 2018, S. 14-15).
In den Seminaren zu Themen rund um Nachhaltigkeit ist das folgende Schaubild entstanden, das viele Aspekte der Gesellschaftsdiagnose zusammenfasst und das ich auf vielfachen Wunsch hier zur Verfügung stelle:
Mittwochabend, 19 Uhr: ich liege im Bett und shoppe online auf der Zalando-App. Plötzlich kommt mir ein Gedanke: neue weiße Sneaker, das wär’s doch! Meine drei anderen Paare weiße Sneaker liegen zwar im Schuhschrank, sind aber meiner Meinung nach entweder schon viel zu abgerockt, um sie weiterhin tragen zu können, oder haben einen gaaaaaaanz anderen Stil, weswegen ich unbedingt neue brauche. Also mache ich mich schließlich auf die Suche nach neuen Turnschuhen, wohl wissend, dass ich drei Paare im Schuhschrank habe und eigentlich keine neuen brauche.
Die Frage ist doch: Wieso konsumieren wir weiter, obwohl wir selbst wissen, dass wir bestimmte Produkte oder Dinge, wie ein viertes Paar weißer Sneaker, nicht brauchen? In der folgenden Arbeit geht es darum, ausgehend von den Grundlagen der Nachhaltigkeitsdebatte über verschiedene Gesellschaftsschichten bis hin zur Konsumkultur und psychologischen Gründen diese Frage zu beantworten und die Ursachen für die Diskrepanz des Nachhaltig-Sein-Wollens, aber des Nicht-Nachhaltig-Seins zu finden.
Nachhaltigkeit ist ein Begriff, der oft fällt und aus Nachrichten sowie Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Dabei haben es viele Jugendliche schwer, sich unter dem Begriff etwas vorzustellen. Nachhaltiger Konsum ist ein Thema, das früh genug behandelt werden muss.
Aus diesem Anlass startete das Großprojekt "Die Vernetzung der Umweltinstitutionen in der Euregio Egrensis", welches sich im zweiten Jahr befindet und von der Europäischen Union gefördert wird. Es geht um eine Projektwoche in einer Jugendherberge, wo sich zwei Grundschulen treffen und sich mit dem Kernthema "Nachhaltiger Konsum" beschäftigen.
Im Jahr 2017 wurden insgesamt 13,2 Mrd. kWh Strom für Server und Rechenzentren in Deutschland benötigt. Der Energiebedarf solcher Rechenzentren hat sich zwischen 2010 und 2017 um 25% erhöht. Trotz erhöhter Effizienz der Rechenzentren und der Tatsache, dass Hyperscale-Rechenzentren den Standort Deutschland meiden, ergab sich ein signifikanter Anstieg. Als Gründe der Vermeidung werden die relativ hohen Stromkosten sowie langwierige Genehmigungsprozesse genannt.
Weltweit stieg der Stromverbrauch für Rechenzentren allein zwischen 2010 und 2015 um 30% auf insgesamt 287 Mrd. kWh an. 2017 waren es bereits 350 Mrd. kWh. Zum einen wird dies auf die Digitalisierung und zum anderen aber auch auf neue Anwendungen wie das Bitcoin-Mining zurückgeführt.
Der wahre Energiebedarf von Rechenzentren darf deutlich höher angenommen werden, da bei der Ermittlung des Energiebedarfs die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungsstufen nicht berücksichtigt wurden. Die Frage nach nachhaltigen bzw. CO2-neutralen Rechenzentren stellt sich somit automatisch – nicht nur für die umweltbewusste Gesellschaft, sondern auch für deren Betreiber. Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten:
kein bzw. geringer Einsatz von Konfliktrohstoffen
Nutzung von erneuerbaren Energien für den Betrieb
Nutzung der Abwärme der Rechenzentren
Die folgenden beiden Beispiele zeigen Alternativen auf: