Freitag, 24. März 2023

"Tourist go home": Regulierung des Städtetourismus am Beispiel Barcelonas

1. Einleitung

Städtereisen stehen derzeit hoch im Kurs. Dies wird unter anderem durch das schnelle Wachstum dieser Tourismusform deutlich. So verzeichneten die 33 wichtigsten städtetouristischen Destinationen zwischen den Jahren 2008 und 2017 in Bezug auf die Übernachtungsaufenthalte ein Wachstum von durchschnittlich 57 Prozent. Die große Beliebtheit spiegelt sich darüber hinaus in der Tatsache wider, dass gegenwärtig mehr als 45 Prozent der internationalen Reisen in Städte führen (vgl. Neumair/Schlesinger 2021: 210f.).

Obwohl der Tourismus vielerorts ein willkommener Wachstumsmotor ist (vgl. Vogel 2020: 97f.), werden besonders große städtische Destinationen mit der Kehrseite des Tourismus, dem sogenannten Overtourism, konfrontiert (vgl. Neumair/Schlesinger 2021: 210). Die Folgen: Eine von Instagram-Touristen überschwemmte Wohnstraße in Paris, vermüllte Gassen in Florenz, picknickende Besucher in Rom, nächtlicher Partylärm in Barcelona, immer mehr Kreuzfahrtschiffe in Dubrovnik, lärmende Rollkoffer in Venedig, kiffende Touristen in Amsterdam, steigende Mieten in Lissabon, von Reisebussen verstopfte Plätze in Salzburg, Gefühle der touristischen Überfremdung auf Mallorca (Neumair/Schlesinger 2021: 201).

Besonders deutlich werden die negativen Effekte des Besucherandrangs in der katalanischen Hauptstadt Barcelona, die neben Venedig als Aushängeschild des Overtourism gilt (vgl. ebd.: 211). So wendet sich die lokale Bevölkerung Barcelonas zunehmend gegen die Tourismusentwicklung und fordert im Rahmen von diversen Protestaktionen eine Regulierung und Begrenzung des Tourismus in der Stadt (vgl. Freytag/Glatter 2017: 165).

Inwiefern eine solche Regulierung des Städtetourismus unvermeidbar ist, soll in der vorliegenden Arbeit untersucht werden. Hierfür wird im Anschluss an eine begriffliche Einführung (Kapitel 2) zunächst die Entwicklung Barcelonas zu einer führenden städtetouristischen Destination skizziert (Kapitel 3.1 und 3.2). Daraufhin werden die aus der starken touristischen Prägung Barcelonas resultierenden Effekte (Kapitel 3.3) und die damit einhergehende Kritik der Bewohner*innen (Kapitel 3.4) beschrieben. Inwieweit die Stadtverwaltung die von der Lokalbevölkerung geforderte Begrenzung des Tourismus realisiert und welche Herausforderungen hierbei bestehen, ist Thema des vierten Kapitels. Abschließend soll aufgezeigt werden, welche Problematik eine Begrenzung des Tourismus mit sich bringt (Kapitel 5).

Freitag, 17. März 2023

Jung & Naiv: Gemeinwohl-Ökonomie

Christian Felber scheint unermüdlich zu sein, wenn es darum geht, das Konzept der Gemeinwohl-Ökonomie zu erklären und bekannt zu machen. Im März 2020 war er bei "Jung & naiv" zu Gast (https://www.youtube.com/watch?v=7mRe1ntgbj8):


Sonntag, 26. Februar 2023

Das zweite Leben der Dinge - SWR Produktion

Link: https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE0ODE5MDA

Der SWR hat zum Thema Nachhaltigkeit und Upcycling eine Sendung mit dem Namen "Nicht wegwerfen! Das zweite Leben der Dinge" gemacht. Da sind einige sehr kreative Ansätze vertreten, wie man aus altem Zeug wieder Gebrauchsgegenstände oder Kunst machen kann.

Mittwoch, 8. Februar 2023

Bürger & Staat: Nachhaltigkeit

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "Bürger & Staat" (Heft 4/2022), die von der Landeszentrale für politische Bildung Baden Württemberg herausgegeben wird, widmet sich dem Thema Nachhaltigkeit und ist damit unmittelbar einschlägig für diesen Blog und die dazugehörigen Lehrveranstaltungen. Die Zeitschrift kann kostenlos bestellt werden, steht aber auch online zur Verfügung: https://www.buergerundstaat.de/4_22/nachhaltigkeit.pdf

Montag, 23. Januar 2023

Nachhaltigkeitsprojekte an der PH

Foto: Ragnar Müller
Das Veranstaltungsteam des Seminars „Klima : Nachhaltigkeit : Bildung“ lädt zur Ausstellung der Nachhaltigkeitsprojekte, die in diesem Wintersemester stattgefunden haben. Die Ausstellung findet am Dienstag, den 31. Januar 2023, von 14.15 Uhr bis 15.45 Uhr in der Aula statt. Zu sehen sind verschiedene Projekte rund um Campus, Mensa, Studidorf und die Stadt Ludwigsburg, die von Studierenden erarbeitet und umgesetzt wurden, um das studentische Leben nachhaltiger gestalten zu können:

  • Umfrage zur Automobilität
  • Aktionen rund um Weihnachten
  • Infostand zu Fairer Mode
  • Fahrradreparaturen
  • nachhaltiger Filmeabend uvm.

Die Ausstellung findet als offenes Angebot statt. Man kann also jederzeit dazukommen und sich auch wieder verabschieden.

Konsumgesellschaft und Handys

Können Sie sich denn noch ein Leben ohne Handy vorstellen? Wenn nicht, sind Sie in guter Gesellschaft. Aus unserem modernen Leben sind Handys nicht mehr wegzudenken. Und es wird nicht mehr lange dauern, bis wirklich jeder auf diesem Planeten ein Handy besitzt. Im Jahr 2021 gab es Statistiken zufolge ca. 3,5 Milliarden Smartphone-User weltweit. Jedoch ist die Anzahl der kursierenden Handys mit über sechs Milliarden fast doppelt so hoch, was bedeutet, dass viele Menschen nicht nur ein Handy besitzen, sondern zwei oder sogar mehr. Allein in Deutschland werden derzeit 60,7 Millionen internetfähige Mobiltelefone benutzt. In den USA sind es ca. 298 Millionen und in China sogar 1,6 Milliarden. Und die Tendenz ist überall gleich: Sie ist steigend (vgl. Otto, S. 2).

Ein Blick in die Zukunft: Im Jahr 2050 werden knapp neun Milliarden Menschen auf der Erde leben, die alle ein Recht auf ein gutes Leben mit ausreichend Nahrung, Sicherheit und Bildung haben. Jedoch wird dieser Zuwachs den Druck auf die natürlichen Rohstoffvorkommen, die biologische Vielfalt und das ökologische Gleichgewicht auf der Erde enorm verschärfen. Es ist uns heute noch unklar, wie die Erde bis dahin aussehen wird. Eines ist jedoch klar: Notwendig sind ein ressourcenschonender Konsum sowie effiziente Produkte. Denn nur so kann den Menschen eine gerechte Teilhabe am Wohlstand ermöglicht werden, ohne den Planeten zu zerstören (vgl. Nordmann et al., S. 1).

Schon heute gibt es den Kampf um seltene und wertvolle Rohstoffe. Besonders für die Herstellung von technischen Geräten, wie zum Beispiel dem Handy, spielen Rohstoffe wie seltene Erden eine wichtige Rolle. Das Problem liegt darin, dass diese meist nur in jeweils kleinen Mengen in weit verstreut lagernden Mineralien vorkommen. Für die Aufbereitung dieser Metalle benötigt man Energie und Chemikalien, welche immense Umweltschäden verursachen (vgl. Nordmann et al., S. 1).

"Die naturwissenschaftlichen Grundlagen unseres Rohstoffverbrauchs und dessen Folgen für Menschen und Umwelt lassen sich besonders gut an dem heute fast wichtigsten Alltagsbegleiter Handy deutlich machen" (Nordmann et al., S. 1).

Samstag, 17. Dezember 2022

Hartmut Rosa bei der ADK in Ludwigsburg

Im Rahmen der Reihe "Montags an der ADK" spricht am 19. Dezember 2022 um 20:00 Uhr Hartmut Rosa zum Thema "Wenn Beschleunigung das Problem ist, dann ist Resonanz vielleicht die Lösung". Anlass ist eine Installation des Stuttgarter Kammerorchesters mit dem Titel: "#resonanz – Eine multidimensionale Musikerfahrung im öffentlichen Raum". Es ist keine Anmeldung erforderlich, der Eintritt ist frei, Einlass 30 Minuten vor Beginn der Veranstaltung. Laden Sie sich im Vorfeld des Abends die App des SKO herunter, um #resonanz, den Klangteppich, direkt im ADK-Foyer zu erleben: Link 

Veranstalter / Ort: Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg, Akademiehof 1, 71638 Ludwigsburg

Mittwoch, 7. Dezember 2022

Ember - Elektrobusse im Fernverkehr

Über 18% des weltweit emittierten CO2 aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe wurde im Jahr 2018 von Straßenfahrzeugen produziert. Der Anteil der Luftfahrt liegt im selben Jahr bei rund 3%. Etwa 8,26 Milliarden Tonnen CO2 stammten 2018 aus dem Verkehrssektor (1). Personen und Güter ohne Emissionen zu transportieren, muss also ein wichtiges Ziel sein, um der Erderwärmung entgegenwirken zu können.

Um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen, gründeten Pierce Glennie und Keith Bradbury im Sommer 2019 das erste rein elektrisch betriebene Reisebusunternehmen Großbritanniens. Die Idee dazu kam Glennie auf einer Busreise von Namibia nach Südafrika. Auf der 24-stündigen Reise fragte er sich, wie viel so ein durchschnittlicher Reisebus in seiner Lebensdauer wohl an Kraftstoff verbraucht. Er kam dabei auf ca. 700.000 Liter Diesel, die einem CO2-Ausstoß von 2.000 Tonnen entsprechen (2). Zurück in London konnte er Co-Founder Bradbury von seiner Idee zur Unternehmensgründung überzeugen. „Ember“ soll das Reisebusunternehmen heißen. Die Glut, das Ende des Feuers.

Die erste Route zwischen Dundee und Edinburgh sollte im März 2020 mit einem Bus starten. Durch die Corona-Pandemie verspätete sich die Lieferung des ersten Busses des chinesischen Herstellers Yutong. Infolgedessen bekam das Start-Up durch Coronahilfen der britischen Regierung ein Darlehen von knapp 500.000 Pounds. Das ermöglichte ihnen einige Monate später mit zwei, statt nur einem, voll elektrisch betriebenen Fernbussen in Schottland an den Start zu gehen.

Beide Busse sind ausgestattet mit je einer 281 kWh Batterie. Zum Vergleich: Der neue EQC von Mercedes-Benz ist mit einer 80 kWh Batterie ausgestattet (3). Das erlaubt den Yutong-Bussen, 250 km mit einer Ladung zurückzulegen. Die Busse werden über Nacht oder bei einer 60-minütigen Schnellladepause in Dundee geladen. Die knapp hundert Kilometer lange Strecke von Edinburgh nach Dundee kostet 7.50 Pounds und dauert rund 90 Minuten. Das Start-Up will das Reisen mit dem Bus nicht nur klimaeffizienter, sondern auch komfortabler machen. Deshalb bieten sie neben Komfortsesseln mit extra Beinfreiheit und W-Lan auch ein Live-Tracking System ihrer Busse an. Die Tickets sind bis 10 Minuten vor Abfahrt buchbar und eine Stornierung ist jederzeit ohne Kosten möglich.

Ember will sein Netzwerk weiter ausbauen. Mittlerweile zählt die Flotte acht Elektrobusse und Glasgow wurde an das Netz angeschlossen. Mittelfristiges Ziel ist es, alle schottischen Großstädte abzudecken, um dann langfristig nach England und den Rest Europas zu expandieren. Bei diesen Plänen hilft die großzügige Unterstützung der schottischen Regierung. Diese will den CO2-Ausstoß im Transportsektor bis 2035 um 75% gesenkt haben. Über die Behörde „Transport Schottland“, die der Regierung helfen soll, ihre Ziele zur Klimaneutralität zu erfüllen, hat Ember Anfang dieses Jahres 5,5 Millionen Pounds für 26 Busse und die nötige Infrastruktur zugesichert bekommen (5).

Quellen:

Dienstag, 6. Dezember 2022

Motatos - Where Revolution Begins

Ob Verpackungsfehler, Überproduktion oder saisonale Produkte - sobald mit einem Produkt etwas nicht stimmt oder das Mindesthaltbarkeitsdatum näher kommt, wird es von den Herstellern oft ausgemustert. 12 Millionen Tonnen Lebensmittel werden pro Jahr unter anderem darum weggeworfen. Natürliche Ressourcen werden dadurch grundlos verschwendet. Dies hat unter anderem starke Auswirkungen auf unseren CO2-Abdruck. Auf dieses Problem haben sich die Gründer von „Motatos“ fokussiert.

Motatos ist ein 2014 gegründetes Unternehmen, welches einwandfreies Essen von Herstellern rettet und verbilligt in ihrem Online-Shop verkauft. Dieses Geschäftsmodell ist möglich, da sie ihren Zulieferern die entsprechenden Produkte preiswert abkaufen und die Unternehmen dabei unterstützen, nachhaltiger zu werden. Es wird damit auch für private Verbraucher möglich, einfach und preisgünstig und doch nachhaltig einzukaufen und zu leben. Dadurch entsteht eine Win-Win Situation. Das Unternehmen bietet neben Lebensmitteln unter anderem auch Drogerie- und Haushaltsprodukte (z.B. Waschmittel und Reinigungsmittel) an.

Ein schwedisches Umwelt-Forschungsinstitut hat berechnet, dass Motatos pro Bestellung ca. 6,6 Kilo CO2 einspart. Dies entspricht in etwa der Emission, die erzeugt wird, wenn ein Handy 800-mal geladen wird. Food waste macht 10% unserer globalen Emissionen aus. Wenn wir diese einsparen könnten, wären wir unserem Klimaziel schon etwas näher. Mit Motatos kann man einen ersten Schritt einfach probieren und dabei sogar noch Geld sparen. Falls ihr jetzt Interesse habt, geht es hier zum Online-Shop: https://www.motatos.de

Wie nachhaltig ist eine Bäckerei?

Foto: Panagiota Christodoulou

Seit fünf Jahren arbeite ich neben meinem Studium in einer Bäckerei bei mir im Ort. Diese hat sich mit den Jahren, wie andere Betriebe auch, beim Thema Nachhaltigkeit weiterentwickelt. Neben der Nachhaltigkeit in der Produktion der Ware, im Büro und beim Energiesparen ist die Bäckerei für ihre nachhaltigen Produkte bekannt.

Jeder von uns hat schon einmal bei einem Bäcker einen Kaffee zum Mitnehmen bestellt. Sind die Pappbecher recyclebar? Ja, sind sie. Laut Angaben sind die To-Go Becher 100% biologisch abbaubar, kompostierbar und recyclingfähig und zersetzen sich innerhalb von 50 Tagen. Die Papiertüten, in denen das belegte Brötchen, die Brezel oder der Muffin zum Mitnehmen verpackt ist, stammen aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und kontrollierten Quellen. Hier ist der Aufdruck auf dem Papier relevant, denn die Tüten werden mit wasserlöslicher Farbe bedruckt. Diese recyclebaren Tüten werden in Baden-Württemberg hergestellt, sie haben demnach einen kurzen Transportweg und stärken die lokalen Lieferanten.

Sehr interessant finde ich die wiederverwendbaren Strohhalme, die die Bäckerei für To-Go Getränke anbietet. Diese sind zu 60% biobasiert, vollständig biologisch abbaubar und industriell kompostierbar. Sie sind hitzebeständig (bis zu 95 Grad) und können nach dem Gebrauch Zuhause gespült und wiederverwendet werden. Im Angebot sind auch Baumwollbeutel: Wer Interesse an plastikfreier und papierfreier Verpackung hat, kann zu jedem Einkauf seinen Beutel oder die Tasche mit der Ware befüllen lassen.

Das Sortiment der Bäckerei erweitert sich, so erweitert sich auch die Vielfalt an Verpackungen. Es wird darauf geachtet, dass Salate und Bowls zum Mitnehmen, klimafreundlich und nachhaltig verpackt werden. Bei den Salaten zum Beispiel handelt es sich beim Material des Bechers um einem Biokunststoff, der auf Industriestärke basiert. Der Becher ist biologisch abbaubar und vollständig kompostierbar. Die Bowls sind aus einem Pappbehälter gemacht, der nicht einweicht und ebenfalls biologisch abbaubar ist. Nach Anfrage bekommen die Kunden zur To Go-Ware Pappbesteck, dieses erfüllt ebenfalls die nachhaltigen Bedingungen. 

https://www.baeckerei-raisch.de/nachhaltigkeit

Raupe Immersatt in Stuttgart

931 Millionen Tonnen Nahrungsmittel landen Jahr für Jahr auf dem Müll und gleichzeitig hungern weltweit bis zu 828 Millionen Menschen. Allein in der Bundesrepublik werden jedes Jahr rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet.

Raupe Immersatt ist ein Start-up Unternehmen aus Stuttgart. Es ist ein Café, in dem Foodsharing betrieben wird. Beim Prinzip Foodsharing werden übriggebliebene Lebensmittel von registrierten Unternehmen kostenlos für den Verzehr zur Verfügung gestellt. Im Juni 2019 startete bundesweit das erste Foodsharing-Café.

Lisandro Behrens, Maike Lambarth, Jana Pfeiffer, Maximilian Kraft und Simon Kostelecky, alle fünf schon lange aktiv in der Foodsharing-Community, sind die Gründer des Cafés Raupe Immersatt. Essen wird verschenkt und die Getränke verkauft, wobei es keine festen Preise gibt. Man zahlt so viel man möchte oder kann. Es gibt rund 80 Kooperationspartner, die Essen vorbeibringen oder abholen lassen. Von Catering-Services, die nach Veranstaltungen noch Lebensmittel übrig haben, bis zu Privatleuten, die vor dem Urlaub den Kühlschrank leeren möchten, bevor Sie den Inhalt wegschmeißen.

Neben dem Retten von Lebensmitteln hat das Café auch noch eine andere Aufgabe. Im Café findet man die verschiedensten Menschen, manche haben ein hohes Einkommen, manche ein geringes, aber in der Raupe Immersatt finden sich diese Menschen zusammen bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas Wein. Mittlerweile gibt es auch Veranstaltungen im Café, die für das Thema Lebensmittel sensibilisieren. In Vorträgen und Kursen lernt man zum Beispiel, wie man Lebensmittel konservieren kann oder was bei Lagerung von Lebensmitteln zu beachten ist. Das Café Raupe Immersatt befindet sich in der Johannesstrasse 97 in Stuttgart und ist vom Hölderinplatz nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt.

Quellen

Montag, 5. Dezember 2022

Nachhaltig knabbern mit den Crackern von "Holiroots"

Aufgrund von Aussehen, Größe oder Überproduktion hat längst nicht jedes Gemüse die Chance, auch beim Endverbraucher zu landen. Dieses verbleibt nämlich massenhaft und ungenutzt auf den Bauernhöfen – sehr zum Leidwesen der Konsumenten, aber ebenfalls der Landwirte, da sie damit teilweise über 50% ihrer Produktion nicht verkaufen können.

Das internationale Unternehmenstrio bestehend aus Paola Varela, Duyen Do und Janna Beck versteht es als Herzensangelegenheit, diese Problematik zu beseitigen und das Gleichgewicht zwischen Ökonomie und Ökologie herzustellen. In Sachen Unternehmenskultur setzen die Gründerinnen auf Vielfalt, Interdisziplinarität und Frauen-Power und gründeten zusammen das Startup „Holiroots“, das sich zur Aufgabe macht, eben dieses Gemüse, das dem Endverbraucher verwehrt bleibt, in gesunde und schmackhafte Cracker zu verwandeln. Somit bringen sie die Kreislaufwirtschaft in das Lebensmittelsystem zurück, genauso wie den wirtschaftlichen Wert und die Wertschätzung des Gemüses. Der Name leitet sich hierbei vom englischen Begriff „holistic“ ab, der eine ganzheitliche Ernährung beschreibt.

Die nötigen Erfahrungen als Voraussetzung für die Gründung ihres Startups besitzen sie allemal: Zusammen studierten sie Bioökonomie an der Universität Hohenheim und schlossen dies unlängst mit dem Master ab. Inspiration fanden die Gründerinnen im Rahmen eines Unternehmerwettbewerbs des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie, bei dem sie den zweiten Platz belegten.

Insgesamt haben die Gründerinnen vier verschiedene Sorten ihrer Cracker entwickelt: Rote Beete, Lauch, Karotte und Pastinake. Damit wollen sie sich Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres zunächst auf dem belgischen Markt etablieren, ehe sie ihre Produkte 2023 auch auf dem deutschen Markt anbieten wollen.

Mit ihrer Idee konnte das Trio nicht nur Sponsoren überzeugen, sondern ebenfalls den Wettbewerb „Weiblich, Nachhaltig und Erfolgreich“ des Forums Frauennetzwerke Region Stuttgart 2022 gewinnen. Künftig möchten die drei Frauen eine Plattform einrichten, damit Landwirte auf sie zukommen können, wenn sie einen Überschuss ihrer Produkte haben.

Aber nicht nur mit ihren Crackern wollen sie dazu beitragen, übrig gebliebenes Gemüse zu verwerten, auch andere Produkte möchten sie in naher Zukunft anbieten. Geplant sind beispielsweise Milch Müsli oder gar eine Pizza, deren Teig aus nicht verwertetem Gemüse hergestellt wird.

Weitere Informationen gibt es im Startup-Steckbrief: https://entrepreneurship.uni-hohenheim.de/start-up-portraet?tx_ttnews%5Btt_news%5D=55428&cHash=d90559330fafdc8bbd6d5a7a19fda544

Nachhaltige Kosmetik: Ben & Anna

Die Firma Ben & Anna beschäftigt sich mit Hygienemittel. Sie produzieren Mundhygieneartikel (z.B. Zahnbürsten, Zahnpasta usw.), Haarhygienemittel (z.B. Shampoo), Körperpflege (z.B. Duschgel, Handcreme usw.) und Deo (z.B. Deocreme usw.). Bei den Produkten sind folgende Punkte gegeben:

  • Die Produkte sind PETA APPROVED
  • Die Produkte sind mit NATÜRLICHEN DUFTSTOFFEN
  • Die Produkte enthalten KEIN MIKROPLASTIK
  • Die Produkte sind 100% ZERTIFIZIERTE NATURKOSMETIK
  • Die Produkte enthalten KEINE PARABENE & PHTHALATEN
  • Die Produkte sind VEGAN

Außerdem wird beim Verpackungsmaterial darauf geachtet, dass das Material nachhaltig produziert wird. Die Verpackung ist mit so wenig Plastik wie möglich aus recyclebarem Material und biologisch abbaubar produziert. Hier geht es zum Online Shop.

Die Firma unterstützt nachhaltige Konzepte und Projekte. Ein Projekt ist das „Project Wings“. Bei diesem Projekt wird in Indonesien das erste recycelte Dorf der Welt gebaut. In dem unten eingebetteten Video wird erklärt, was in diesem Dorf passiert und was die Firma Ben & Anna damit zu tun hat.

Mittwoch, 30. November 2022

Fattoria La Vialla

Die sogenannte Speise- oder Vorratskammer des toskanischen Bauernhofs La Vialla produziert eine breite Auswahl an toskanischen Produkten: Wein, Olivenöl, Balsamico, Schafskäse, Pasta, Soßen, Antipasti, Süßes, Kosmetik.

Standorte in Deutschland sind Horb am Neckar, Frankfurt am Main, Rosenhof, Rothrist. Ein bargeldloses Zahlungssystem mit einer Magnetkarte aus Olivenholz bietet zudem ein exklusives Einkaufserlebnis.

Geschichte: Der Hof wurde 1978 von der Familie Lo Franco übernommen, vor dem Verfall gerettet und wiederaufgebaut. Auf dem 1.600 Hektar großen Hof werden die Produkte für die Läden und den Onlineshop angebaut und produziert. Hierbei achtet das Familienunternehmen auf folgende Punkte im Anbau wie im Versand:

Naturschutz und Biodynamik:

  • Rückverfolgbarkeit vom Feld bis zum Kunden
  • Abwesenheit von Pestiziden, Insektiziden, Herbiziden, Kunstdünger und Konservierungsstoffen
  • Verzicht auf gentechnisch veränderte Lebensmittel
  • Demeter-Zertifizierung
  • Arbeit nach dem Mondkalender

Umweltfreundliche Zustellung:

  • 90% der Produktionsprozesse sind CO2-neutral zertifiziert
  • Verpackung besteht aus FSC recyceltem Papier und Karton

Positive CO2 Bilanz:

  • Zusammenarbeit mit der Universität Siena

Gesundheit:

  • Auflistung von geeigneten Produkten bei Unverträglichkeiten

Bodenfruchtbarkeit:

  • Einhaltung des Mondkalenders

Ferien bei La Vialla: Aufwändig restaurierte Landhäuser sind zwischen April und Oktober für Übernachtungsgäste bereit. Außerdem bietet der Hof dort zwei bis drei Mal in der Woche traditionelle „merende“ (Brotzeit) für die Gäste.

Ein Tagebuch des Bauernhofes informiert regelmäßig über aktuelle Ernte- und Produktionsschritte. Des Weiteren finden sich Rezeptvorschläge für die jeweilige Jahreszeit auf der Homepage. Bestellungen können über einen Katalog oder Bestellkarten getätigt werden.

Dienstag, 29. November 2022

Taschen aus LKW-Planen 

Die Marke FREITAG produziert unter anderem Taschenmodelle aus recycelten LKW-Planen, benutzten PET-Flaschen, nie benötigten Airbags oder aus Autogurten. Ich selbst habe zwei Unikate von FREITAG und mag den Gedanken sehr, dass Materialien, die in unserer Welt herumgeistern, ein neues Leben eingehaucht wird und dadurch neue Dinge entstehen. In diesem Fall Taschen, Rücksäcke, Accessoires, Kleidung und vieles mehr.

Die Geschichte der Marke begann in den 90er Jahren in einer WG und entsprang der Idee von Markus Freitag. Er wollte schlicht und einfach eine Tasche für Fahrradfahrer aus LKW-Planen machen, welche robust und wetterfest ist. Die LKWs, die in Zürich das Wohnhaus der WG passierten, inspirierten den Gründer zu dieser innovativen Idee. Die Wohngemeinschaft der drei Jungs wurde kurzerhand zur Ideen- und Umsetzungsstätte umfunktioniert.

Als Materialen dienen den FREITAG-Gründern benutzte LKW-Planen, ausrangierte Fahrradschläuche, und Autogurte. Außerdem wurde 2014 eine Innovation gelauncht, die sogenannte F-ABRIC. Die F-ABRIC ist eine in Europa produzierte Kleiderlinie, die aus Bastfasern gefertigt wird. FREITAG wirbt hierbei damit, den Kreis geschlossen zu haben. Die Kleidungsstücke sollen vollständig biologisch abbaubar sein und keine schädlichen Inhaltstoffe zurücklassen. Das Manifest der Marke besteht aus acht Grundfesten:

  • #1 Sie haben geschlossene Kreisläufe und außerdem sind ihre Ressourcen nachhaltig produziert und biologisch abbaubar oder werden in geschlossene Material-Kreisläufe geführt.
  • #2 Langlebige Produkte und Materialien.
  • #3 Freitag repariert, da die Materialien, mit denen sie arbeiten, oft alt sind und die Produkte durch die Reparatur an Charme gewinnen.
  • #4 Sie achten auf Kompatibilität und Anpassungsfähigkeit durch ein dynamisches Design.
  • #5 Sie wollen Zugang, keinen Besitz. Der Zugang zu Produkten ist ihnen wichtiger als diese zu besitzen und zu unterhalten.
  • #6 Sie bezahlen für Resultate, nicht für Ressourcen.
  • #7 Sie verzichten auf Geschwindigkeit. Stichwort Slow Food/Slow Fashion.
  • #8 Das Manifest der Marke FREITAG kann immer noch ergänzt werden durch weitere wichtige, sich verändernden Gegebenheiten.


Montag, 28. November 2022

"Krumm & schief" - Die Etepetete-Box

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass die Menge der Lebensmittelabfälle ansteigt. Das Wegwerfen startet in der Primärproduktion und endet in den privaten Haushalten. Einer Erhebung zufolge wurden im Jahr 2020 ungefähr 11 Millionen Tonnen noch essbare Lebensmittel weggeschmissen. Auf diese katastrophalen Umstände ist auch das Team der Etepetete-Box aufmerksam geworden. Das Unternehmen hat sich auf das Problem des Wegwerfens von Obst und Gemüse spezialisiert und will dieses mit einem einfallsreichen Konzept verhindern. Doch warum wird überhaupt so viel Obst und Gemüse weggeschmissen? Die Antwort liegt im Anspruch der Konsumenten.

Stellen wir uns vor, wir wollen unseren Wocheneinkauf in einem Supermarkt in unserer Nähe starten. Dieser beginnt meist in der Obst- und Gemüseabteilung. Hier stapeln sich rote oder grüne Äpfel ohne Druckstellen, perfekt geformte Zucchini und viele weitere Sorten von Obst und Gemüse, die der Norm entsprechen MÜSSEN. An diesem Punkt beginnt das Konzept der Etepetete-Box. Ein großer Teil der Ernte bleibt aufgrund abweichenden Aussehens auf den Feldern der Landwirt:innen liegen und wird oft vernichtet. Aufgrund dieser Zustände hat sich das Team gemeinsam mit einem Netzwerk an Landwirt:innen die Sicherung dieser Lebensmittel zur Aufgabe gemacht. Das Schaffen eines Auffangbeckens für Bio-Obst und -Gemüse rettet die vielleicht nicht perfekt aussehenden Tomaten, Auberginen und Co. und gibt ihnen eine "zweite Chance". Ganz nach dem Motto "Der Geschmack zählt!"

Jetzt stellt sich nur noch eine Frage: Wie kommen die fertiggestellten Boxen bis vor unsere Haustür? Das Unternehmen verzichtet auf lange Transportwege und Lieferketten. Von den Erzeuger:innen wird das Obst und Gemüse auf direktem Weg an die zwei Standorte der Firma geliefert. Sollte dies den Landwirt:innen aufgrund fehlender Transportmittel nicht möglich sein, wird eine Spedition eingeschaltet. In den Verpackungshallen werden die Boxen von Hand eingeräumt und zu Euch nach Hause verschickt.

Ihr/Sie wollt/wollen noch mehr über die Etepetete-Box erfahren? Dann schaut doch einfach auf der Website vorbei: etepetete Boxen gefüllt mit ganz viel Bio-Obst und -Gemüse (etepetete-bio.de)

Samstag, 26. November 2022

Kaffee des "Cafe Libertad Kollektivs"

Kaffee gehört für viele Menschen in unserer Gesellschaft zum täglichen Ritual, um entspannt(er) in den Tag starten zu können. Doch wer weiß wirklich, unter welchen Umständen und mit welchen Mitteln der tägliche Kaffee hergestellt wird? Wie vertrauenswürdig sind herkömmliche Kaffeemarken wie beispielsweise Nestle, Tchibo und die JAB Holding bezüglich der nachhaltigen und fairen Herstellung und Verarbeitung? Im folgenden Beitrag stelle ich das „Cafe Libertad Kollektiv“ vor, um eine Alternative zum Supermarkt-Kaffee zu präsentieren.

Das „Cafe Libertad Kollektiv“ ist ein genossenschaftlicher Kollektivbetrieb aus Hamburg. Das bedeutet, dass dieser Betrieb „niemandem gehört“ und Überschüsse nicht in private Geldbeutel fließen. Der Kaffee wird in fünf Kooperativen aus Mexico, Costa Rica, Kolumbien und Honduras angebaut. Die dortigen Kaffeebauern und -bäuerinnen arbeiten in traditioneller Weise. Die Kaffeepflanzen werden in Mischkultur mit Schattenbäumen und ohne Pestizide angepflanzt (klimaschonend). Die Kaffeekirschen werden in Handarbeit gelesen, entkernt und getrocknet – ressourcenschonend, im Gegensatz zu großen industrialisierten Kaffeeplantagen. Anbau, Verarbeitung und Export werden selbstständig von den Kooperativen vor Ort betrieben, dies minimiert den Einsatz von umweltbelastendem Transport.

Der Kaffee des „Cafe Libertad Kollektivs“ hat zudem eine sozial-revolutionäre Komponente, denn die zwei Kooperativen aus Mexico fühlen sich den „Zapatistas“ angehörig. Diese Gruppierung besteht aus indigenen Personen/Gemeinden, die sich gegen Unterdrückung, Landwegnahme, Kapitalismus und Neoliberalismus in Mexico einsetzen. Das Ziel dieser Gruppe ist lokale Autonomie und Selbstverwaltung als Anreiz und Vorbild für ein globales System.

Quellen: Café Libertad Kollektiv eG (cafe-libertad.de)

Donnerstag, 24. November 2022

Erdhäuser als nachhaltiges Wohnkonzept

Wohnraum unter der Erde oder in Felswänden zu schaffen, ist ein Wohnkonzept, das in der Menschheitsgeschichte schon lange genutzt wird. In der neueren Zeit haben Erdhäuser vor allem durch die Hobbit-Höhlen aus den Herr der Ringe-Filmen einiges an Bekanntheit erlangt.

Abseits der Fantasy-Welten könnten Erdhäuser aber auch einen großen Beitrag zum klimafreundlichen und nachhaltigen Bauen leisten. Im Gegensatz zu normalen Häusern passen sich Erdhäuser viel besser in die Landschaft ein und kommen auch in schwierigen Hanglagen ohne große Fundamente und Aufschüttungen aus. Sie können aus nachhaltigen Rohstoffen gebaut werden und reduzieren die Bodenversiegelung in Wohnsiedlungen, da man den Aushub einfach wieder aufs Dach schütten kann und somit kaum Grünflächen verloren gehen.

Mit der richtigen Bepflanzungsstrategie lässt sich ein Erdhaus ziemlich einfach in ein Insektenparadies verwandeln. Der Wasserhaushalt des Bodens und auch der Erosionsschutz werden durch die bepflanzte Oberfläche verbessert. Außerdem sind Erdhäuser von Natur aus Passivhäuser d.h. sie verbrauchen sehr wenig Energie. Zudem müssen sie nicht mit Styropor etc. gedämmt werden, da die äußere Erdschicht diese Aufgabe übernimmt. Die Baukosten solch eines Hauses sind vergleichbar mit denen eines normalen Einfamilienhauses. Hier offenbart sich auch einer der größten Nachteile. Bisher können Erdhäuser nicht als große Mehrfamilienhäuser realisiert werden, obwohl man in Zukunft gerade diese gut brauchen könnte.

Größter Vorreiter in Europa ist in diesem Bereich der Schweizer Architekt Peter Vetsch, der seit gut vierzig Jahren an diesem Wohnkonzept arbeitet und schon etliche Projekte in ganz Europa realisiert hat. Er setzt sich auch mit dem Bau von größeren Häusern auseinander. In Kombination mit dem 3D-Druck im Bau könnte man die Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz weiter verbessern, indem man Material einspart und die Stabilität und Langlebigkeit der Wandelemente verstärkt.

Links zum Thema:

Montag, 21. November 2022

Schätze im Müll

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. 3,5 Millionen Tonnen Müll produziert die Weltbevölkerung jeden Tag. Ein Deutscher kommt auf 632 Kilogramm im Jahr (Stand 2020). Diese hohen Mengen an Abfall tragen ihren Teil zur Erderwärmung und zum Klimawandel bei. Vor allem Plastikmüll ist hier ein großes Problem, da er durch die Sonneneinstrahlung zersetzt wird und schädliche Treibhausgase und Methan frei werden. Durch unsere Konsumgesellschaft wird diese Müllproduktion leider immer weiter erhöht. Es werden immer neue Dinge angeschafft, für die immer neue Rohstoffe und Ressourcen benötigt werden, und alte und gebrauchte Dinge werden entsorgt.

In diesem Beitrag möchte ich eine großartige Möglichkeit für nachhaltigen Konsum sowie eine Möglichkeit für Schnäppchenjäger aufzeigen. Die AVL (Abfallverwertung des Landes) Ludwigsburg betreibt seit über 10 Jahren ein Gebrauchtwarenkaufhaus unter dem Namen „Warenhandel“. Hier hat man die Möglichkeit, schöne und gute Gebrauchtwaren zu günstigen Preisen zu erwerben. Zeitgleich schont man durch einen Einkauf auch Ressourcen.

Bürgerinnen haben die Möglichkeit, gebrauchte Gegenstände und Möbel bei verschiedenen Wertstoffhöfen im Landkreis abzugeben. Diese werden vor Ort geprüft und anschließend ins Kaufhaus gebracht. Im Kaufhaus können viele Gegenstände dann für kleines Geld erstanden werden. Im Jahr 2019 wurden dort 2.519 Möbel verkauft sowie 30.797 Stücke für 1 €. Sollte also noch jemand auf der Suche nach günstigen Möbeln sein oder generell auf der Suche nach einem Schnäppchen, bietet die AVL Ludwigsburg eine nachhaltige Alternative direkt vor Ort.

Quellen:

Dienstag, 15. November 2022

Shared Mobility - Es gibt viele Möglichkeiten der Mobilität

Umweltfreundliche Mobilität kann sehr vielseitig sein, seit Jahren häufen sich die Möglichkeiten, um vom eigenen Auto abzusehen. Dazu zählen neben dem klassischen Fahrrad oder dem Zu-Fuß-gehen der öffentliche Nahverkehr, ein E-Bike oder eben auch unterschiedliche Carsharing-Angebote.

Zwar geht die Tendenz immer weiter weg vom eigenen Auto, trotzdem nutzt die überwiegende Mehrheit, nämlich 84 Prozent der Bevölkerung, einmal pro Woche ein Auto. Laut Statistischem Bundesamt verfügten Im Jahr 2014 77,3 % der deutschen Haushalte über mindestens einen Pkw. 1963 waren es gerade einmal 27 % (vgl. Lisa Ruhrort, Transformation im Verkehr, Springer VS, 2017).

In letzter Zeit sind in vielen Städten die Anteile von Rad und ÖPNV leicht gewachsen, während der Anteil des privaten Pkw leicht zurückging. Vor allem bei jüngeren Menschen in den Städten zeigt sich ein Trend zu mehr Multimobilität. Laut Bundesverband Carsharing e.V gab es 2022 insgesamt 3.393.000 Teilnehmende in Deutschland. In Deutschland gibt es 243 Carsharing-Anbieter (siehe https://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/mobilitaet-privater-haushalte#mobilitat-carsharing).

Ich möchte in diesem Beitrag einen Vergleich unterschiedlicher Fortbewegungsmittel über eine bestimmte Strecke innerhalb Deutschlands aufzeigen:

  • Strecke: Stuttgart – Leipzig (480 km)
  • Datum: 16.11.2022
  • Möglichkeiten: Auto, Bahn, Mitfahrgelegenheit (BlaBlaCar),

Auto: Wir rechnen mit einem Auto, das durchschnittlich 8 Liter Benzin verbraucht. 4,8 x 8 = 38,4 Liter verbraucht das Auto. 38,4 x 1,85 € = 71,04 € kostet es, ein Auto von Stuttgart nach Leipzig zu führen.

Bahn: Natürlich hängen die Bahnpreise stark vom Buchungszeitraum ab, ich gehe bei meiner Recherche von einer Woche im Voraus aus. Je nach Tageszeit schwanken die Preise zwischen 25,00 € und 29,0 0€.

Mitfahrgelegenheit: Die preiswerteste Carsharing-Mitfahrt an diesem Tag finde ich für 22,00 €.

Mit 22,00 € kommt man über eine Mitfahrgelegenheit am günstigsten von Stuttgart nach Leipzig. Nicht nur preislich lohnt sich das gemeinsame Fahren. Das Bilden von Fahrgemeinschaften spart für alle Nutzer:innen Kosten, je mehr mitfahren, desto günstiger wird es, wenn die Mitfahrer:innen sich die Kosten teilen. Außerdem: Zwei Autos mit je einer Person benötigen für die gleiche Strecke fast doppelt so viel Treibstoff wie ein Auto mit zwei Personen.

Montag, 14. November 2022

Nachhaltiger Waschen

Es gibt viele verschiedene Waschmittel auf dem Markt. Es gibt flüssiges Waschmittel oder festes Waschpulver. Alle haben Vor- und Nachteile, aber die allermeisten haben eines gemeinsam, egal ob Persil, Coral oder Unilever: Sie alle enthalten entweder Konservierungsstoffe, Parabene, Bleichmittel, Farbstoffe, sind an Tieren getestet worden, nicht vegan oder enthalten Mikroplastik. Meist trifft auf ein Waschmittel mindestens einer der genannten Punkte zu. Es gibt sehr wenige Waschmittel, die keinen der oben genannten Inhaltsstoffe haben oder vegan sind. Dazu gehört zum einen Frosch und zum anderen Kuno Waschmittel. Ich möchte letzteres vorstellen.

Kuno Vollwaschmittel ist ein Festwaschmittel in Streifenform, ähnlich einem Papier. Zwei Freunde haben es 2021 in Deutschland erfunden und ein Unternehmen gegründet. Man kann Kuno im Internet bestellen oder in über 70 Geschäften in Deutschland (z.B. Ohne PlaPla Ludwigsburg) kaufen. Wenn man es bestellt, wird das Waschmittel mit dem Zug ins Kuno Lager gefahren. Von dort aus geht es in den Versand. Das Waschmittel ist in einer Papier-Verpackung ohne Plastikanteile, die also in den Papiermüll darf.

Durch die Streifenform ist das Waschmittel sehr leicht dosierbar (abbrechbar), je nach Verschmutzungsgrad der Wäsche. Die Tabelle auf der Rückseite der Verpackung gibt an, wie dosiert werden muss. Kuno wird direkt in die Trommel gelegt. Das ist kein Problem, da es kein Mikroplastik enthält und sich nach wenigen Sekunden im Wasser auflöst. Das Waschmittel kommt ohne Parabene, Konservierungsstoffe, Bleichmittel oder Farbstoffe aus. Die Konkurrenz schafft das nicht. Das Produkt ist vegan und wurde nicht an Tieren getestet. Konkurrenten wie Henkel (Persil, Perwoll) können das für ihre Produkte nicht garantieren. Ebenfalls wirkt das Unternehmen bei Müllsammelaktionen mit und spendet jährlich an Nabu, Greenpeace, den BUND und WWF. Und natürlich wäscht Kuno nicht schlechter als andere Waschmittel – ich benutze es selbst :)

Durch die geringeren Maße und das Gewicht wird Kuno im Papierumschlag verschickt und verursacht dadurch ebenfalls weniger CO2 als herkömmliche Waschmittel im Transport. Außerdem ist es auch zu Hause sehr viel platzsparender.

Im Gegensatz zu einigen anderen Waschmittelherstellern produziert Kuno das Waschmittel im asiatischen Ausland in einer spezialisierten Fabrik. Von dort wird es zwar per Zug nach Deutschland transportiert, aber Waschmittelhersteller wie Henkel produzieren in Deutschland und somit lokaler. Das ist Kunos Ziel und sie arbeiten daran, in Deutschland einen Produktionsstandort zu eröffnen. Noch ist der Standort aber nicht fertig.

Je nach Bestellmenge variiert der Preis pro Waschgang bei Kuno zwischen 0,23€ und 0,33€. Eine Packung enthält genug Waschmittel für 60 Waschladungen. Bei Konkurrenten landet man zwischen 0,20€ und 0,30€ pro Waschladung; es ist aufgrund der Menge an Konkurrenten schwierig, einen Mittelwert festzustellen. Festhalten lässt sich allerdings, dass Kuno etwas teurer als die Konkurrenz ist. Aber meines Erachtens wird die Leistung dem Preis gerecht. Ich nutze es nun seit vier Monaten und kann es sehr empfehlen. Wer Interesse daran hat, kann sich unter folgender Website informieren und bestellen: https://kuno-waschmittel.de

Montag, 31. Oktober 2022

Globales Lernen in der Schule als Schlüssel für eine zukunftsfähige Welt?

1. Einleitung

„Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist, es wäre nur deine Schuld, wenn sie so bleibt...“ (Die Ärzte 2004).

Globales Lernen nimmt für sich in Anspruch, die im Zitat angesprochene notwendige Veränderung der Welt mitzugestalten und zu einer globalen Transformation hinsichtlich Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit beizutragen. Diese Arbeit wird der Frage nachgehen, ob Globales Lernen in der Schule als Schlüssel für eine zukunftsfähige Welt gesehen werden kann: Kann man mit Bildung die Welt verändern?

Um die Fragen zu beantworten, wird zu Beginn der Begriff Globales Lernen, seine Herkunft und die Relevanz des Themas erklärt. Im dritten Kapitel wird der Bezug zu Schule erläutert. Dafür wird der von der Kultusministerkonferenz bereitgestellte Orientierungsrahmen für globale Entwicklung vorgestellt, auf den auch in den weiteren Kapiteln immer wieder Bezug genommen wird. Er bietet die Grundlage für die Arbeit.

Im vierten Kapitel geht es um die Auswirkungen auf den Unterricht. Es werden die neuen Anforderungen, wie zum Beispiel neue Inhalte, Ziele und veränderte Kompetenzen, dargestellt. An dieser Stelle soll auch ein kurzer Bezug zur schulischen politischen Bildung hergestellt werden, bevor die Leitfrage im Fazit der Arbeit aufgegriffen und beantwortet wird.

Dienstag, 27. September 2022

Emissionshandel – Wie der Markt unser Klimaproblem regeln soll

Unser heutiger Wohlstand basiert auf unserem Wirtschaftssystem, das bekanntlich durch steigende Emissionen zu unserer heutigen Klimaproblematik maßgeblich beigetragen hat. Daher versuchen die politischen Akteur:innen seit einigen Jahren, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Klimakrise mithilfe von marktbasierten Instrumenten in den Griff zu bekommen ist. Dazu ist auch im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung aus SPD, Bündnis 90 / Die Grünen und FDP (2021) im Kapitel Wirtschaft zu lesen:

„Wir wollen mehr Innovation, mehr Wettbewerbsfähigkeit, mehr Effizienz, gute Arbeit und klimaneutralen Wohlstand. Dafür brauchen wir ein Jahrzehnt der Zukunftsinvestitionen und mehr Tempo. Unser Ziel ist eine sozial-ökologische Marktwirtschaft“ (S. 20).

Der Wohlstand soll durch eine Transformation der Wirtschaft hin zu einer Marktwirtschaft, die neben sozialen nun auch ökologische Kriterien stärker berücksichtigt, erhalten bleiben. Doch was sind die Ideen unserer Bundesregierung konkret? Liest man hier im Koalitionsvertrag weiter, fallen verschiedene Bezeichnungen: Durch den Green Deal der EU soll ein Carbon Leakage verhindert werden, sogenannte Carbon Contracts for Difference möchte die Ampel-Regierung einführen, um Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Wichtig ist außerdem ein wirksamer CO2-Grenzausgleichsmechanismus und weitere wirksame Instrumente. Diese sollen zusammen mit europäischen und internationalen Partner:innen in einem Klimaclub mit einheitlichem CO2-Mindestpreis umgesetzt werden (SPD, Bündnis 90 / Die Grünen, FDP 2021, S. 21).

Spätestens an dieser Stelle hat die Ampel den Großteil der Leser:innen, die sich für die Verbindung von Wirtschaft und Klimaschutz interessieren, verloren. Denn diese komplizierten Begriffe und die dahinterliegenden Konzepte sind den wenigsten Bürger:innen geläufig. Dabei sind diese Ideen Teil eines übergeordneten Konzeptes, dem Emissionshandel mit Emissionszertifikaten, der EU-weit bereits 2005 etabliert und seither mehrmals weiterentwickelt wurde (European Commission 2015, S. 4).

Der vorliegende Beitrag möchte Licht in den Begriffs-Dschungel rund um den Emissionshandel bringen. Dazu wird das Konzept und seine geschichtlichen Hintergründe erläutert und seine Möglichkeiten zur Weiterentwicklung in der EU und auf globaler Ebene skizziert, um das Konzept anschließend kritisch einzuordnen. Zum Schluss werden die Positionen der Ampelparteien zum Thema beleuchtet und weitere Mechanismen und Konzepte aufgegriffen, die den Emissionshandel ergänzen können.

Samstag, 24. September 2022

Kapitalismus und Klimaschutz - Podcast mit Ulrike Herrmann

Gestern war die Wirtschaftsjournalistin (taz) Ulrike Herrmann zu Gast bei der SWR1-Sendung "Leute". Es lohnt sich, das Gespräch nachzuhören. Herrmann macht deutlich, dass grünes Wachstum eine Illusion ist und dass sich der Kapitalismus deshalb grundlegend in eine "Überlebenswirtschaft" weiterentwickeln muss. Für diese Transformation im Rahmen einer demokratischen Ordnung gibt es - wenn überhaupt - nur ein einziges historisches Vorbild, nämlich die britische Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg. Den Podcast gibt es hier: "Was bedeutet "Überlebenswirtschaft" für uns?" Er kann als Anregung dienen, sich anhand des neuen Buches von Herrmann ("Das Ende des Kapitalismus: Warum Wachstum und Klimaschutz nicht vereinbar sind – und wie wir in Zukunft leben werden", Kiepenheuer & Witsch 2022) genauer mit den Inhalten zu beschäftigen:


Donnerstag, 8. September 2022

Nachhaltigkeit und Philosophie

In zwei Zeitschriften für Philosophie sind Ausgaben zum Thema "Nachhaltigkeit" erschienen, die eine sehr anregende Lektüre bilden:

  • der blaue reiter - Journal für Philosophie: Nachhaltigkeit. Eine Frage der Verantwortung, Heft 48, 2021.
  • Philosophie Magazin: Sonderausgabe Klimakrise: Was können wir wissen – Was sollen wir tun – Was dürfen wir hoffen, 2020.