Montag, 19. November 2018

Zeit für Utopien

„Zeit für Utopien“ ist ein Film von Kurt Langbein, der im April 2018 in deutschen Kinos zu sehen war. In der Dokumentation werden verschiedenen alternative Projekte vorgestellt, die gegen das bestehende Wirtschaftssystem konzipiert wurden.



Hierzu zählt zum Beispiel das Selbstversorgungssystem „Hansalim“ aus Südkorea, das seine Mitglieder stets mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln versorgt. Oder ein effizienter, schadstofffreier Wohnkomplex in Zürich, der Familien ermöglicht, weniger als eine Tonne CO² pro Jahr zu verbrauchen. Auch das Unternehmen „Fairphone“ versucht, durch enge Zusammenarbeit mit ihren Zulieferern ein leicht reparier- und recycelbares Smartphone zu produzieren und somit Menschen zu ermöglichen, ihr Smartphone länger zu erhalten und der Umwelt die Schäden durch die derzeitige Smartphone-Produktion zu ersparen.

Auch äußern sich in der Dokumentation einige Wissenschaftler/innen zu dem Thema Kapitalismus und Nachhaltigkeit. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Ulrike Herrmann beispielsweise weist darauf hin, dass das System des Kapitalismus droht an die Wand zu fahren. Hierbei spielen zwei Parameter eine wichtige Rolle: die Belastbarkeit der Umwelt und die Endlichkeit der Ressourcen.

Joachim Bauer, ein Neurowissenschaftler, ist der Meinung, dass ein wichtiges Bedürfnis des Menschen ist, mit der Welt in Resonanz zu stehen. Die derzeitigen Produktionsbedingungen sollen ihm zufolge diesen Resonanzkreislauf zerstören. Da Menschen aber aus Sicht des Wissenschaftlers soziale Wesen und somit auf Kooperation angewiesen sind, können Projekte, wie die im Film vorgestellten, durchaus einen Fortschritt erzielen.

Die Dokumentation ist sehenswert, da sie Beispiele aufzeigt, wie Menschen es schaffen, durch Kooperation etwas Großes zu erschaffen, was sowohl für die Menschen selbst als auch für die Umwelt vorteilhaft sein kann. Außerdem sind einige in der Dokumentation genannten Fakten durchaus interessant und regen zum Nachdenken an.

WIR RETTEN LEBENSMITTEL

Too Good To Go ist die App für Lebensmittelrettung. Sei dabei – für leckeres, günstiges Essen und weniger Verschwendung. Essen gehört auf den Teller und nicht in den Müll. Von 7 Milliarden Menschen hungern täglich rund eine Milliarde Menschen. Die globale Lebensmittelproduktion würde theoretisch aber ausreichen, um bis zu 12 Milliarden Menschen satt zu machen.

Jedes Jahr werden in Deutschland ungefähr 18,4 Millionen Tonnen an Nahrung in den Müll geworfen. Im Schnitt würden die Deutschen also 313 Kilo genießbare Nahrungsmittel unnötig wegwerfen - pro Sekunde. In ärmeren Ländern sind die größten Verluste bereits bei der Ernte, dem Transport und der Lagerung zu beklagen. In reichen Ländern ist der Endverbraucher das Problem. In Deutschland fallen 40 Prozent des Mülls in Privathaushalten an. Außerdem gibt es noch Verluste bei der Produktion und in der Gastronomie. Unabhängig davon, ob es in den USA, der Schweiz oder Skandinavien ist, es zeigt sich immer das gleiche Muster: Die Endverbraucher werfen ca. 20 Prozent ihrer Lebensmittel ungenutzt in den Müll.

Deswegen haben sich Initiativen gebildet, deren Ziel es ist, die sinnlose Lebensmittelverschwendung einzuschränken. Es gibt Internetplattformen wie „Foodsharing.de“ und die Initiative „VoluNation“, über die man gratis bzw. vergünstigt Lebensmittel erwerben kann. Für diesen Zweck gibt es auch die App „Too Good To Go“. Die Betreiber von „Too Good To Go“ haben das Ziel, dass in der Gastronomie zubereitete Speisen nicht in den Müll wandern. Zu diesem Zweck vernetzt die App gastronomische Betriebe mit Kunden. Durch die App werden überproduzierte Lebensmittel zum reduziertem Preis angeboten. Die Restaurants werfen ihre Lebensmittel nicht sinnlos weg, und der Kunde bekommt zum günstigerem Preis eine fertig zubereitete Mahlzeit (für ca. 3 - 4 €). Die Kunden lernen neue Läden kennen, das Restaurant wirft ihre Mahlzeiten nicht in den Müll, Ressourcen werden gespart. Eine klare Win-Win-Situation.

Es beteiligen sich bereits 9 Länder und weitere folgen bald. Seit Ende 2015 wurde das Unternehmen medial begleitet (z.B. Galileo, Höhle der Löwen, … ). Aktuell beteiligen sich über 10.000 gastronomische Betriebe und 5 Millionen Nutzer. 7 Millionen Mahlzeiten wurden bereits gerettet. Umgerechnet sind das 14.000 Tonnen CO2, die somit eingespart wurden. Ziel ist es, eine globale Community aufzubauen. Mit diesem Ansatz kann die Lebensmittelrettung gelingen.


Trinkend die Welt verändern!

Mit diesem Slogan sind die Gründer von Lemonaid & ChariTea im Jahr 2009 angetreten, um biologische Landwirtschaft und fair gehandelte Rohstoffe raus aus dem Reformhaus zu holen. Das Ziel war und ist es, durch ein schön designtes Lifestyle-Produkt einen Beitrag zu einer positiven Entwicklung auf der Welt zu leisten.

Die Limonaden, Eistees und Tees bestehen aus Zutaten aus ökologisch nachhaltiger Landwirtschaft und unterstützen diese somit. Es werden - wenn möglich - Kleinbauern-Kooperativen unterstützt, die angemessene Preise nach Fairtrade-Standards erhalten. Darüber hinaus wird mit einem 5 Cent-Anteil pro verkaufter Flasche der Lemonaid & CharTea e.V. gespeist, der soziale Projekte in den Anbauregionen unterstützt.

Die Produkte sind aus meiner Sicht ein sehr gutes Beispiel dafür, dass sehr wohl jede/jeder Einzelne von uns durch alltägliche Kaufentscheidungen einen kleinen Beitrag zu einer positiveren Entwicklung unserer Erde beitragen kann.


Greenwashing: Tue nichts (?) Gutes und rede darüber

Sprichwörtlich ist wohl eher die Weisheit „Tue Gutes und rede darüber“ geläufig. In den Fällen des sogenannten „Greenwashings“ trifft diese Weisheit aber nicht zu. Im Gegenteil: „Sie wollen Nachhaltigkeit kommunizieren, aber den Preis dafür nicht zahlen. Sie betreiben Greenwashing.“

Durch ein solches Verhalten sieht der Autor des Artikels „Handbuch Nachhaltigkeit (Folge 11): Greenwashing – wie enttarnen und worauf es ankommt“ eine Gefährdung für die gesamte Nachhaltigkeits-Bewegung. Verbrauchern würde es hierdurch erschwert, nachhaltig zu handeln oder sie verfallen ganz dem Motto: Die lügen ja eh alle.

Ein durchaus guter Überblick über ein recht großes und gleichzeitig interessantes Thema, wie ich persönlich finde, bietet dieses Handbuch über Nachhaltigkeit mit Bezug zum Greenwashing in Kapitel 11. Nachzulesen hier: https://nachhaltig-sein.info/corporate-social-responsibility-csr/greenwashing-csr-nachhaltigkeit-kommunikation-marketing-formen-erfolgsfaktoren-checkliste

Zu guter Letzt zwei (polarisierende) Beispiele zum Greenwashing, auf die ich bei meinen Recherchen gestoßen bin und die auf diesem Blog unbedingt ihren Platz finden sollen:

Fleisch aus dem Labor

Mark Post präsentierte 2013 im Rahmen eines Livestreams aus seinem Labor an der Universitätsklinik Maastricht ein Stück Fleisch im Wert von ca. 250.000 €. Es war einer der ersten Burger-Patties aus der Petrischale. Ihm war es gelungen, aus den Stammzellen eines Rindes Muskelfasern herzustellen. Diese wiederum verarbeitet er zu Hackfleisch.

Ziemlich teuer für einen Burger. Aber schon zwei Jahre später hat Mark Post mit dem Start-Up "Mosa Meat" den Preis auf 70 € pro Burger gesenkt. Letztes Jahr dann verkündete das Unternehmen, es wäre ihnen möglich, einen Patty für gerade mal 10€ herzustellen. Mit seinem Team arbeitet Post weiterhin an der Produktion.

Die Methode, mit der die Wissenschaftler arbeiten, hört sich deutlich simpler an, als sie im Endeffekt ist. Mit Stammzellen vom Rind, welche sie wiederum in Bio-Reaktoren vermehren. Dabei verdoppelt sich die Zelle. Bis aus einer Zelle zwei werden, dauert es anfangs noch 24 Stunden. Danach aber wachsen die Zellen exponentiell. Nach nur 50 Tagen ergibt dies ca 10.000 kg Fleisch. Vom Prinzip her wächst das Fleisch im Labor genau so, wie es auch im Tier wächst. Nur eben außerhalb, unter künstlichen Bedingungen. Das Unternehmen versichert auch, dass keine genetischen Modifikationen nötig sind.

Auch am Geschmack arbeiten die Wissenschaftler. Neuerdings versucht man auch Fettgewebe und wichtige andere Bestandteile zu züchten, die von enormer Relevanz für den Geschmack des Produktes sind. Denn ist das Endprodukt nicht mindestens genauso gut wie das Fleisch vom Supermarkt, wäre es den Aufwand nicht wert gewesen. Es sollte den gesamten Markt überzeugen.

Falls das Team rund um den Medizinprofessor Mark Post weiterhin so erfolgreich ist, könnten wir bald von den vielen Vorteilen des "Labor-Fleisches" profitieren. Als erstes wäre es ein großer Schritt zur Sicherung von genügend Lebensmitteln für die immer größer werdende Menschheit.

Des weiteren könnte man den Wasserverbrauch, der für die Produktion von Rindfleisch benötigt wird, drastisch senken. Für ein 250 g Patty benötigt man etwa 5000 Liter Wasser. "Mosa Meat" sagt voraus, dass sie mit ihrer Produktion von Fleisch 99% weniger Land benötigen und 96% weniger Wasser verbrauchen.

Bei der Herstellung im Labor benötigen die Produzenten keine Medikamente. Das Fleisch ist dementsprechend deutlich gesünder. Es werden außerdem keine Hormone benötigt, die das Wachstum beschleunigen, und die Herstellung im sterilen Labor sichert ein "sauberes" Produkt, was in Schlachthöfen niemals gegeben sein kann.

Etwa 15% der Treibhausgase entstehen durch Viehzucht. Das Unternehmen behauptet, diesen Wert um 96% senken zu können, wenn man Fleisch ausschließlich auf ihre Art und Weise herstellen würde.

Zu guter Letzt, bleibt der Vorteil für die Tiere. Massentierhaltung, wie wir sie heute kennen, wird es nicht mehr geben müssen. Die Zeiten, in denen Tiere auf engstem Raum unter katastrophalen Umständen gehalten werden müssten, wären vorbei.

Inzwischen gibt es auch andere Unternehmen in Israel und in den USA, die auf diesem Gebiet forschen. Außerdem investieren viele Menschen in die Idee, wie auch Sergey Brin, einer der Mitbebgründer von Google, oder Bill Gates, Mitbegründer von Microsoft. Aber auch Unternehmen wie "Tyson Food", ein großes Schlachterunternehmen aus den USA, oder PHW, die vor allem für ihre Marke "Wiesenhof" in Deutschland bekannt sind. Dass bereits Firmen aus der Fleischindustrie ihr Geld in diesen Bereich investieren, zeigt, wie zukunftsfähig die Idee vom Fleisch aus dem Labor ist.

Hautpflege ist einfach! – Balmyou Naturkosmetik

Ich möchte Euch an dieser Stelle ein Produkt vorstellen, von dem ich sehr überzeugt bin. Eigentlich gehöre ich zu der Kategorie Mensch, bei der der Einkauf im Drogeriemarkt schnell mal in purer Überforderung endet. Dabei kann das Gute wirklich so einfach sein...

Angefangen hat die Geschichte so, dass mir jemand die App „Codecheck“ gezeigt hat. Codecheck (www.codecheck.info) ist ein kleines Unternehmen aus Zürich, das vor noch gar nicht allzu langer Zeit ein Programm entwickelte, um die Barcodes auf Verpackungen zu erfassen. Mit Hilfe einer riesigen Datenbank, die durch die Nutzer ständig erweitert wird, erklärt die App einem, was in dem Produkt steckt, für was der jeweilige Inhaltsstoff da ist und was an diesem Inhaltsstoff zu kritisieren ist. Die Information stammt dabei nicht aus irgendeinem Hobby-Keller, sondern aus wissenschaftlichen Quellen (beispielsweise sind oft Studien im Auftrag der EU aufgeführt).

Macht einfach mal den Selbsttest und durchkämmt mit der App bewaffnet euren Badschrank – die meisten von Euch werden negativ überrascht sein. Dies war bei mir auch der Auslöser, mir irgendetwas zu suchen mit weniger „Blödsinn“ drin. Schnell landet man mit dieser Auffassung im Bereich der Naturkosmetik. Den meisten natürlichen Zutaten sind keine langfristigen negativen Folgen nachgewiesen, ausgenommen weniger Allergene. Naturkosmetik scheint auch stark im Trend zu liegen. In immer mehr Drogerien stehen ganze Regale oder gar Abteilungen voller Naturprodukte. Sogar der große deutsche Discounter Aldi listet mittlerweile eine Eigenmarke im Bereich Naturkosmetik.

Auf einer Messe zum Thema Nachhaltigkeit in Stuttgart machten wir einen ganz besonderen Fund: Die Creme balmyou (https://balmyou.com ). Balmyou, das gleichnamige Unternehmen, wurde 2016 in Mannheim gegründet. Die Mission der beiden jungen Gründer Tuna und Paul ist klar: Einfache, gesunde und faire Kosmetik. Und das Rezept ist tatsächlich einfach.

Balmyou beinhaltet genau einen Inhaltsstoff: Sheabutter. Dieser Inhaltsstoff ist im Drogeriemarkt auf einigen Verpackungen zu finden. Balmyou unterscheidet sich dennoch von anderen Produkten. Zuerst einmal wird die einzige Zutat der Creme biologisch angebaut. Das nimmt das Unternehmen so ernst, dass größtenteils sogar auf Maschinen und Dünger verzichtet wird. Die Energie kommt aus einer Solaranlage.

Dies alles geschieht auf einer Farm in Uganda, mit der die Mannheimer zusammenarbeiten und ebenso dafür sorgen, dass ein großer Teil der Gewinne direkt vor Ort ankommt. Das Produkt wird komplett in Uganda gefertigt, verpackt und erst am Ende exportiert. Besonders ist der traditionelle Umgang mit dem Rohstoff, den Nüssen des Karitébaumes. Diese werden kaltgepresst, im Gegensatz zu den meisten raffinierten Sheabutter-Cremes, bei denen wichtige Inhaltsstoffe verlorengehen.

Besonders stolz sind die Unternehmer auch auf ihre sehr gut recyclebare Verpackung. Das einzige Teil aus Plastik ist eine durch den Gesetzgeber vorgeschriebene Abdichtung im Deckel, um die vorzeitige Kontamination des Produkts mit Fremdstoffen zu vermeiden. Der Rest besteht aus natürlichen Materialien und einem Glastiegel, der zur Verwendung als Gefäß für diverse Kleinigkeiten einlädt. Langfristig wäre sogar ein Pfand-System mit Wiederauffüllung denkbar. Problematisch ist dies nur, da die Tiegel vom Verbraucher zu Hause nach Uganda und wieder zurück gelangen müssten.

Angewendet werden kann balmyou überall! Wichtig ist, nur wenig der Creme zu verwenden, da diese sehr ergiebig ist. Unser Glaube, wir bräuchten für jede Körperstelle eine andere Creme, ist größtenteils ein Irrglaube. Unserer strapazierten Haut tut es gut, mit gesunden Fetten versorgt zu werden, dabei ist es egal, wo sich die Hautstelle befindet.

Für alle, die ihre Creme noch etwas aufmöbeln möchten, beispielsweise durch die Zugabe von weiteren pflanzlichen Fetten (verändert u.a. die Konsistenz und bringt noch weitere Fettsäuren) oder Geruchsölen, kann dies tun. Rezepte dafür findet ihr online.

Abschließend kann ich sagen, dass es sich lohnt, sich damit auseinanderzusetzen, was wir uns nicht nur in den Mund schieben, sondern auch auf die Haut schmieren. Sogar Naturkosmetik selbst machen ist gar nicht kompliziert, macht Spaß und gibt Sicherheit, was wirklich drin ist. Balmyou ist eine ideale Hautpflege, anwendbar für jeden Körperbereich, an dem es euch passt. Ein Tiegel kostet online derzeit 21,90 Euro. Auf Messen erhaltet ihr einen vergünstigten Messepreis. Viel Spaß beim Ausprobieren und eurer Haut langfristig alles Gute:)

Sonntag, 18. November 2018

Too Good To Go – Die App gegen Essensverschwendung

Die App „Too Good To Go“ setzt sich seit Ende 2015 gegen die Essensverschwendung ein. Doch nicht die App rettet das übriggebliebene Essen, sondern der Konsument, der sich die App auf das mobile Endgerät herunterlädt. Sobald diese heruntergeladen wurde, erlaubt man der App den Zugriff auf den aktuellen Standort. Danach werden die Läden, Restaurants und Cafés sichtbar, die ihr überproduziertes Essen noch verkaufen wollen. Der Käufer sucht sich also ein passendes Angebot aus und kauft sich eine (oder mehrere) Portionen über die App. Zum angegebenen Zeitpunkt kann diese dann abgeholt werden.

Den Preis der Portionen bestimmen die Unternehmen selber. Allerdings wird nicht der komplette angezeigte Preis ausgezahlt, denn die App Too Good To Go muss sich ebenfalls finanzieren. Ihr werden von jeder geretteten Portion 1,09 € ausgezahlt. Der Durchschnittspreis einer Portion liegt bei ca. 3 €.

Es gibt 3 Ziele, die verfolgt werden:
1. Essensverschwendung bekämpfen
2. Umweltschutz
3. Sensibilisierung der Gesellschaft

Die App wird mittlerweile in 9 Ländern genutzt. Knapp 10.000 gastronomische Betriebe beteiligen sich und über 5 Millionen Menschen nutzen sie.

Nach jeder gekauften Portion wird dem Nutzer angezeigt, wie viel CO2 er gespart hat. Diese Einsparungen werden dem Nutzer allerdings nicht in Kilogramm angezeigt, sondern in einem alltäglichen Vergleich. Ein Beispiel dafür ist die Energiemenge einer 7,9 km langen Fahrt in einem durchschnittlichen PKW, die man einspart. Der CO2-Wert ist laut Too Good To Go ein Richtwert der US Environmental Protection Agency. Dieser beträgt 2 kg pro Portion.

Ein kurzes Fazit: Die App kann kostenlos heruntergeladen werden, was zu keinen anfänglichen Kosten führt. Außerdem müssen keine Mitgliedschaft oder ein Abo abgeschlossen werden. Ein Nachteil ist, dass die Portion in der App nur per PayPal oder Kreditkarte bezahlt werden kann.

Günstiger und nachhaltiger kommt man nicht an eine gute Portion Essen. Vorteile hat die App sowohl für den Konsumenten als auch für den Anbieter. Die gastronomischen Betriebe werden ihr Essen am Ende eines Tages gegen ein kleines Entgelt los, und der Kunde bekommt eine Portion Essen, welches sonst weggeschmissen werden würde. Eine klare Win-Win-Situation!

Quelle: https://toogoodtogo.de/de/about-us

Das Bett 2.0 - Room in a box

2011 entdeckte der spätere Mitbegründer von „Room in a box“ auf einer Messe zum Thema Nachhaltigkeit einen Sessel aus Pappe. Dies war der Grundstein für das 2013 ins Leben gerufene Projekt „Room in a box“. Mittlerweile vier Personen sind an dieser kleinen Firma beteiligt mit dem Ziel, eine gesamte Zimmereinrichtung aus Pappe zu ermöglichen. Doch wie kann man sich das ganze vorstellen? Möbel aus Pappe?

Zur Herstellung wird Wellpappe verwendet, welche durch ihre Struktur besonders belastbar und robust ist, sodass sie als Grundlage für Möbel dienen kann. „Room in a box“ wirbt außerdem damit, dass die Möbel innerhalb von 1-3 Tagen kostenlos per Post geliefert werden, sehr leicht sind und innerhalb von Minuten aufgebaut. Hier könnt ihr sehen, wie der Aufbau eines Bettes funktioniert.

Weiterer Vorteil ist, dass die Betten sehr einfach erweitert werden können, so dass man individuell auch ganz spezielle Größen wählen kann (Probleme bereitet dann vermutlich allerdings die Matratzengröße). Die kleinste Variante eines Bettes erhält man bereits ab 99,90€, die Preise steigen allerdings auf bis zu knapp 280€ (Familienbett) an. Auch weitere Möbelstücke wie einen Hocker oder ein Rednerpult kann man erwerben, wobei der Hauptfokus auf den Betten liegt.

Doch was hat das alles mit nachhaltigem Konsum zu tun? Die verwendete Wellpappe besteht zu mindestens 70% aus recycelten Papierfasern, die restlichen Materialien aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Die Möbel sind komplett recyclebar und können mit dem Altpapier entsorgt werden. Auch die verwendeten Druckfarben sind lösemittelfrei und weder giftig noch gesundheitsschädlich.

Die Möbel werden alle ausschließlich in Deutschland produziert, wodurch recht kurze Transportwege garantiert werden können, was eine deutlich geringere CO2-Belastung im Vergleich zur herkömmlichen Herstellung und dem Transport von Möbeln bedeutet. Auch der Versand erfolgt CO2-neutral mit dpd.

Es lohnt sich also durchaus, einmal darüber nachzudenken, statt eines IKEA Bettes auf die nachhaltigere Variante von "Room in a box" umzusteigen und sich ein Bett aus Wellpappe zuzulegen - sicherlich ein etwas ungewöhnliches Bett, aber preislich durchaus erschwinglich und mit etwas Farbe kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen und das Bett nach eigenen Vorlieben gestalten.

Urbane Landwirtschaft

Was ist urbane Landwirtschaft?

Urbane Landwirtschaft oder auch urban farming ist ein neues Konzept der Landwirtschaft, hierbei werden freie Flächen in Städten für landwirtschaftliche Zwecke genutzt, um Nutz- und Zierpflanzen anzubauen, darunter fallen also beispielsweise Obst, Gemüse und Kräuter. Dabei werden freistehende grüne Flächen wie der Prinzessinnengarten in Berlin oder auch Dächer von Hochhäusern genutzt, um die verschiedensten Sorten an Obst und Gemüse anzubauen. Primär ist dieses Prinzip für die Eigenversorgung gedacht und insbesondere für die Bewohner der jeweiligen Stadt. Allerdings hat urban farming mittlerweile eine relativ große Tragweite, sodass manche dieser Menschen sogar schon von ihren Erträgen leben können. Es wurden in diesem Sinne sogar schon neuartige Konzepte entwickelt, ein Beispiel hierfür ist ein Unternehmen in Berlin, welches Fischzucht und Gemüseanbau verbindet (http://www.manager-magazin.de/lifestyle/genuss/aquaponik-berliner-ecf-farm-zuechtet-barsche-in-der-stadt-a-1131355.html). 

Gründe für die urbane Landwirtschaft

Nachhaltigkeit ist für viele Menschen ein sehr wichtiges Thema, welches nicht mehr nur auf das politische Interesse oder verantwortungsvolle Ressourcenverwendung beschränkt ist, sondern sich mittlerweile auf viele Lebensbereiche ausgeweitet hat. Hierbei ist die gesunde Ernährung ein sehr wichtiges Thema geworden, die Nachfrage nach Bio-Produkten ist sehr stark angestiegen. Da es allerdings immer mehr Menschen gibt, welche in Städten leben, ist es schwierig, tatsächlich nachvollziehen zu können, unter welchen Bedingungen das Gemüse angebaut wurde. Denn auch Bewohner/innen von Städten haben den Anspruch, Gemüse oder auch Obst zu konsumieren, welches nicht mit Pestiziden belastet ist oder durch Gentechnik manipuliert wurde. Zudem gefällt es vielen Stadtbewohnern nicht, dass die Städte immer weniger „grün“ sind und ganze Parks weichen müssen, um beispielsweise neue Straßen bauen zu können.

Positive Auswirkungen von urbaner Landwirtschaft

1. Durch städtische Pflanzenzucht werden lange Transportwege gespart, was insbesondere für die Umwelt von Vorteil ist, zudem fallen hier dann auch die Transportkosten weg, welche der Konsument für das Gemüse zahlen müsste.

2. In einer schnelllebigen Gesellschaft, in der man fast alle Lebensmittel zu jeder Uhrzeit kaufen kann und die meisten dieser Produkte bereits verarbeitet oder verpackt sind, verlieren viele städtische Bewohner das Bewusstsein für Nahrungsmittel und welcher Aufwand dahintersteckt. Im Sinne der urbanen Landwirtschaft wird somit die Slow-Food Bewegung unterstützt, die sich gegen diese schnelllebige und lediglich umsatzorientierte landwirtschaftliche Produktion stellt.

3. Zudem werden durch lokales Recycling kompostierbarer Abfälle und Abwässer die Anlagen versorgt. Somit passt sich die urbane Landwirtschaft der städtischen Lebensweise an und Abfälle werden in die natürlichen Stoffkreisläufe integriert.

Weitere Informationen:

Freitag, 16. November 2018

Terra Kahwa - Nachhaltiger Kaffee aus Äthiopien

Dass guter Kaffee seine wohltuende Wirkung nicht nur für Körper und Geist, sondern auch für Natur und Umwelt entfalten kann, zeigt das Beispiel des Unternehmens Terra Kahwa aus Landshut. Die kleine Firma wirbt mit in Äthiopien hergestelltem "grünem" Kaffee.

Vor allem im Vergleich mit den "Big Playern" der Kaffeebranche kann Terra Kahwa von sich sagen, dass die äthiopischen Kaffeebauern für ihre Bohnen sehr gut entlohnt werden. Doch nicht nur das, auch Entwicklungshilfe vor Ort wird von der Firma geleistet. Pro verkauftem Kilo Kaffee an Privatkunden wandert ein Euro an soziale Projekte in Äthiopien.

Doch das Unternehmen zeichnet sich vor allem durch den ökologischen Fußabdruck aus, den es bei der Kaffeeproduktion hinterlässt. Die äthiopischen Bauern verzichten bei der Herstellung von Kaffeebohnen komplett auf chemische Düngemittel und Pestizide.

Auch die Ernte verläuft umweltbewusst, denn es werden keine riesigen landwirtschaftlichen Geräte genutzt, sondern jede einzelne Kaffeebohne wird von den Bauern per Hand gepflückt. Des weiteren verläuft auch der Transport per "Go Green" Versand von DHL, wo entstandene Treibhausgase durch Förderung von Umweltprojekten "ausgeglichen" werden mit Rücksicht auf die Natur und ihrer Erhaltung.

Obwohl auch die Verpackung des Kaffees aus 100% Recyclepapier besteht, ist auf ihr weder das "Bio"- noch das "Fair Trade"-Label zu finden. Nach Angaben des Unternehmens wird auf diese Labels bewusst verzichtet, da es sich die hohen Kosten für eine Zertifizierung sparen und das Geld stattdessen für eine noch bessere Bezahlung der äthiopischen Bauern verwenden möchte.

Wer für einen wirklich fairen Kaffee bereit ist, auch ein bisschen mehr Geld zu bezahlen, um ohne schlechtes Gewissen zu genießen, dem sei der Kaffee des Landshuter Unternehmens empfohlen. Diese Verbindung aus Umweltschutz und gesellschaftlichem Engagement ist in der Kaffeebranche wohl einzigartig und meiner Meinung nach unterstützenswert. 

Quelle: https://www.lifeverde.de/gruene-unternehmen/nachhaltige-ernaehrung-u-gesundheit/terra-kahwa-deutschland# 

Link zum Unternehmen: https://www.terra-kahwa.de/

Mittwoch, 14. November 2018

Warum mich das Thema Nachhaltigkeit ankotzt

Ein Beitrag von Simon Baur

So etwas hört man besonders als Politikstudent nicht sehr gerne. In dem betreffenden Artikel beschreibt die Vice-Reporterin Philin Peters, wie die Gesellschaft mit dem Begriff Nachhaltigkeit umgeht und wie sie dazu steht. Sie schreibt auf ihre ganz eigene Art, wie ihr Nachhaltigkeit im Alltag begegnet und wie ihr Umfeld darauf reagiert. Sie macht jedoch auch deutlich, dass sie dem allgegenwärtigen „Nachhaltigkeitswahn“ eher kritisch gegenübersteht.

Im Text wird deutlich, dass Nachhaltigkeit z.T. in einem Spannungsfeld mit dem „guten Leben“ steht. Die Reporterin bringt dies gut auf den Punkt. Der Link zum Artikel: https://www.vice.com/de/article/evw3d4/warum-mich-das-thema-nachhaltigkeit-ankotzt

Dienstag, 13. November 2018

Gefährlicher Elektroschrott – Endstation Afrika

Passend zur vergangenen Sitzung zum Thema Konsumgesellschaft strahlt der Fernsehkanal ZDFinfo am 14.11.18 um 20:15 eine Dokumentation über die Schattenseiten des globalen Handelns mit Elektromüll aus: "Gefährlicher Elektroschrott – Endstation Afrika".

Montag, 12. November 2018

Vortrag zur Postwachstumsökonomie an der PH

Im Rahmen des interdisziplinären Seminars „Klima : Nachhaltigkeit : Bildung“, das in diesem Wintersemester von Prof. Dr. Katrin Bederna und Prof. Dr. Armin Lude angeboten wird, findet am Dienstag 20.11.2018 (14:15 -15:45 Uhr) der öffentliche Vortrag "Postwachstumsökonomie" von Dr. Christoph Gran (Zoe-Institut, Institut für zukunftsfähige Ökonomien) in der Aula, Raum 1.102, statt.

Dienstag, 6. November 2018

Hartmut Rosa bei Precht zum Gespräch

Im Gespräch mit Richard David Precht erklärt Hartmut Rosa eindrücklich und leicht verständlich das Prinzip der Beschleunigungsdynamik. Die Sendung findet man noch einige Monate in der ZDF-Mediathek: https://www.zdf.de/gesellschaft/precht/fast-food-speed-dating-power-napping-multitasking-100.html

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Textilproduktion und Nachhaltigkeit

Passend zum vorigen Beitrag zu nachhaltiger Mode hat die Bundeszentrale für politische Bildung heute ein Buch von Imke Müller-Hellmann mit dem Titel "Leute machen Kleider. Eine Reise durch die globale Textilindustrie" ins Programm aufgenommen (für 4,50 € bestellen). Die Beschreibung liest sich folgendermaßen:
Was ziehe ich heute an? Diese Frage, zumeist auf die Auswahl im Kleiderschrank gerichtet, kann auch dazu einladen, über Herkunft, Materialien und Produktionsbedingungen unserer Kleidung nachzudenken. Wer produziert eigentlich all die modischen, nützlichen oder erforderlichen Textilien, die wir tragen? Welche Arbeitsbedingungen bestehen an den Standorten der Textilindustrie, hierzulande, im europäischen Ausland, in den Staaten des globalen Südens? Welche ökologischen und sozialen Auswirkungen hat die Textilproduktion? Imke Müller-Hellmann traf Manager und Zwischenhändler, Verkaufsstrategen und Aufsichtspersonal. Zumal in China, Bangladesh oder Vietnam blieb jedoch der offene Austausch mit den Menschen schwierig, die zwar am Beginn des Produktionsprozesses, aber am unteren Ende seiner Hierarchie stehen: Arme, zumeist Frauen. Ihre realen Lebens- und Arbeitsbedingungen in der globalisierten, die Welt umspannenden textilen Industrie bleiben vage.

Samstag, 20. Oktober 2018

LANIUS - Fair und nachhaltig produzierte Damenmode

Mein Beitrag zum nachhhaltigen Konsum hat mit Mode zu tun - mit nachhaltiger Mode. Heute gibt es schon zahlreiche Modemarken, die nachhaltige Mode designen und herstellen. Leider kommt vieles davon jedoch eher bieder daher. Wer nach nachhaltiger, aber dennoch schöner und femininer Mode sucht, muss etwas tiefer recherchieren. Hier stelle ich ein Modeunternehmen vor, welches sich der nachhaltigen Produktion von Kleidern, Röcken und Mänteln verschrieben hat, aber dennoch keineswegs den Anschein des ökomäßigen macht.

Ich habe mich für den Bereich Mode entschieden, weil ich ein modeaffiner Mensch bin und schöne Stoffe und Schnitte mag. Während meiner Recherche zu einer nachhaltig produzierten Modelinie bin ich auf die Firma LANIUS GmbH (www.lanius.com) gestoßen. Bei der LANIUS GmbH handelt es sich um ein deutsches Modeunternehmen, welches 1999 in Köln gegründet wurde. Dort hat es auch heute noch seinen Firmensitz. Der Markenname LANIUS richtet sich nach der Gründerin, Claudia Lanius. Sie ist Designerin und hat laut Homepage des Unternehmens bereits früh die Zeichen der Zeit erkannt und ist in die nachhaltige Mode eingestiegen. In Köln selbst gibt es drei LANIUS-Stores.

Die Kleidungsstücke und die dafür verwendeten Stoffe werden überwiegend in Europa, aber auch in China, Indien und Peru produziert. Es wird aber strengstens darauf Wert gelegt, dass die Kleidung unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt wird. Es werden nur ökologische Materialien verwandt. LANIUS begreift "nachhaltige Entwicklung als fortwährenden Prozess".

Die Unternehmensphilosophie lässt sich mit den drei Schlagworten "Love Fashion, Think Organic & Be Responsible" zusammenfassen. LANIUS bietet jährlich zwei Kollektionen an. So beschreibt das Unternehmen selbst seine Herangehensweise bei der Produktion:
"Der Fokus liegt auf Nachhaltigkeit und Ökologie. LANIUS (...) verwendet hauptsächlich biologische Materialien, die von unabhängigen Instituten kontrolliert werden."
Auch Veganerinnen kommen mit dem Tragen dieser Kleidung auf ihre Kosten. Die Stoffe werden mit hochwertigen Fasern hergestellt, z.B. wird Alpakawolle verwendet, die sehr selten und darum kostbar ist. Somit wird den Tieren größeres Leid erspart und man hat länger seine Freude an den Stücken, weil sie eben nachhaltig und hochwertig sind. Selbst das Leder wird vegetabil gegerbt.

Die Kleider, Mäntel, Hosen, Röcke, Oberteile und Accessoires sind einerseits online erhältlich unter oben genanntem Link, andererseits kann man LANIUS-Mode auch in ausgewählten Läden deutschlandweit erwerben.

Die Kleidung wird allerdings nur für Frauen produziert. Die Preise befinden sich im mittleren bis oberen Preissegment, z.B. muss man für ein Kleid zwischen 100-300 Euro aufbringen. Ingesamt reicht die Preisspanne ca. von 80-400 Euro. Das ist nicht ganz günstig, aber angesichts dessen, dass die Kleidung absolut fair produziert wird und die Stoffe und Designs toll sind, sind die stolzen Preise durchaus gerechtfertigt.

Die Outfits können von allen Frauen jeden Alters getragen werden, da sie zeitlos, klassisch und geradlinig sind, aber trotzdem eine feminine Silhouette haben.

Mittwoch, 26. September 2018

Lektüretipp: Utopien für Realisten

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat ein lesenswertes und anregendes Buch ins Programm aufgenommen, das sich mit der Frage nach dem guten Leben befasst und u.a. ein nachdrückliches Plädoyer für die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens enthält:

Rutger Bregmann (2018), Utopien für Realisten. Die Zeit ist reif für die 15-Stunden-Woche, offene Grenzen und das bedingungslose Grundeinkommen (für 4,50 € bestellen)

Die Beschreibung auf der bpb-Website lautet:
Utopien scheinen nicht kompatibel mit der Realität. Utopie aber war lange Zeit vieles, was wir heute als Selbstverständlichkeit erachten: eine sichere Daseinsvorsorge, eine erfüllte Freizeit, der Stellenwert der Gerechtigkeit auf individueller, nationaler und internationaler Ebene. Warum also, so fragt Rutger Bregman, nicht weiter mutige Schritte in Richtung einer Gesellschaft gehen, die das Wohlergehen nicht an Herkunft, Leistungsfähigkeit oder Besitz koppelt, sondern möglichst alle Menschen befähigt, gut zu leben? Sein provokantes Buch möchte dazu einladen, Denkverbote und unhinterfragte Routinen beiseite zu schieben. Bregman trägt eine Vielzahl von Überlegungen und Erkenntnissen zusammen, die, so sein Credo, das Potenzial zur Überwindung aktueller Problemlagen haben – zum Beispiel andere Formen der Arbeit, innovativere Daseinsvorsorge, deutlicher chancenorientierte Rahmenbedingungen für möglichst viele Menschen.

TheBussard zur deutschen Klimapolitik

TheBuzzard ist ein interessantes Start-up, das es sich zur Aufgabe macht, einen schnellen Überblick über verschiedene Stimmen zu einem aktuellen politischen Thema zu geben und damit die Filterblasen und Echokammern zu durchbrechen. Die wöchentlich publizierten Debatten bestehen, so der Mitbegründer Felix Friedrich in einer Mail an mich, "aus einer Auflistung von Pro- und Kontra-Stimmen, Lösungsansätzen, neutralen Fakten zum Thema sowie Horizont-erweiternden Ideen." Die aktuelle Ausgabe ist unmittelbar einschlägig für die Thematik dieses Blogs und beschäftigt sich mit der deutschen Klimapolitik...

Montag, 17. September 2018

Offener Brief zum Postwachstum

Zeit Online dokumentiert einen offenen Brief von mehr als 200 WissenschaftlerInnen aus allen Mitgliedstaaten an die EU. Er spricht sich im Vorfeld der morgen in Brüssel beginnenden Post-Growth-Konferenz dafür aus, die Fixierung auf Wachstum zu überdenken. Zu den Unterzeichnern zählen viele Wissenschaftler, die hier im Blog immer wieder auftauchen, z.B. Niko Paech, Wolfgang Sachs, Tim Jackson oder Stephan Lessenich. Die Zeit hat den Brief unter folgtendem Titel veröffentlicht: "Schluss mit WachstumWachstumWachstum"...

Donnerstag, 30. August 2018

Podcast: Gespräch mit dem Glücksbeauftragten von Bhutan

In SWR1 Leute war Ha Vinh Tho zu Gast, zuständig für das "Bruttonationalglück" in Bhutan, um das es auch hier im Blog schon mehrfach ging. Das gut halbstündige Gespräch kann man hier nachhören. Die Beschreibung auf der SWR1-Website liest sich folgendermaßen:
Ha Vinh Tho leitet das Zentrum für Bruttonationalglück in Bhutan. Jahrelang hat er das Unglück in aller Welt erlebt, als Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes war er in vielen Regionen unterwegs, die von Krieg oder Naturkatastrophen getroffen waren. Er fragte sich, was er jenseits der humanitären Hilfe beim Roten Kreuz noch unternehmen könne, um die Welt zu verbessern. Dabei stieß er auf die Idee des Zwergstaats Bhutan, den Wohlstand einer Gesellschaft nicht nur am Wachstum des Geldes anzulegen, sondern offiziell am Glück auszurichten. Heute wird das Bruttonationalglück nicht mehr als "Träumerei aus Bhutan" belächelt, sondern weltweit aufgegriffen. Die Vereinten Nationen richteten eine Konferenz zum Thema aus, in Neuseeland und Wales wurden von der Regierung Programme zum Wohlbefinden und Glück der Bevölkerung aufgelegt. Bhutan steht als eine Art Labor dafür, wohin ein Grundrecht auf Glück führen kann und auch, welche Kehrseiten es mit sich bringt.

Mittwoch, 22. August 2018

Video: Die Wachstumsmaschine

Attac und die Heinrich-Böll-Stiftung haben ein stark 2-minütiges Video zum Kern der Problematik von (Post-)Wachstum veröffentlicht:

Freitag, 27. Juli 2018

Plastikmüll im Meer

Hier im Blog haben sich immer wieder Beiträge mit Plastikmüll befasst. In der Ausgabe 51-52/2017 beschäftigt sich die Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" in mehreren lesenswerten Beiträgen mit dem Thema "Meere und Ozeane". Ein Aufsatz gibt einen Überblick über die wissenschaftliche Debatte zum Thema "Plastikmüll im Meer":

Johanna Kramm / Carolin Völker: Plastikmüll im Meer: Zur Entdeckung eines Umweltproblems.

Die Beschreibung auf der bpb-Website lautet:
Der nordpazifische "Müllstrudel" aus Plastikpartikeln gilt als eines der drängendsten Umweltprobleme. Auch wenn noch nicht gesichert ist, wie schädlich Mikroplastik für den Menschen ist, gibt es ausreichend Argumente, etwas gegen die Vermüllung der Ozeane zu tun.

Samstag, 16. Juni 2018

Veröffentlichungen zur Klimapolitik bei der bpb

An dieser Stelle wurde schon mehrfach darauf hingewiesen, dass bei der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) Themen rund um Nachhaltigkeit regelmäßig berücksichtigt werden. Das gilt sowohl für Bücher und Zeitschriften als auch für das Online-Angebot. Entsprechend ist wieder auf zwei Veröffentlichungen hinzuweisen:

Ottmar Edenhofer / Michael Jakob (2018), Klimapolitik. Ziele, Konflikte, Lösungen (für 4,50 € bestellen) - Kurzbeschreibung auf der bpb-Website:
Die Existenz des vom Menschen verursachten Klimawandels bestreiten nur mehr ganz wenige. Gleichwohl gibt es in Wissenschaft und Politik Differenzen in der Beurteilung seiner Ursachen und Auswirkungen sowie der Strategien, diese zu beherrschen und sich den neuen, zu erwartenden Gegebenheiten auf dem Planeten anzupassen. Ottmar Edenkofer und Michael Jakob stellen zunächst die Ziele von Klimapolitik vor, die einen Weg zwischen den Risiken des Klimawandels, den Kosten der Emissionsvermeidung und dem Anspruch der Generationengerechtigkeit auszuloten habe. Sie analysieren Erfolge und Desiderate bei der Umsetzung klimapolitischer Zielstellungen, fragen nach dem Beitrag von Wirtschaft und Gesellschaft zu Klimaschutzmaßnahmen und untersuchen, wie und gegen welche Widerstände eine ambitionierte internationale Klimapolitik im globalen Maßstab ausgestaltet, wissenschaftlich begleitet und umgesetzt werden könnte. Zahlreiche Tabellen und Grafiken ergänzen die Darstellung.
Aus Politik und Zeitgeschichte, 68 Jg., Heft 21-23/2018: Klima - kann kostenlos bestellt oder online gelesen werden - Inhalt: 
  • Philipp Blom: Zeiten des Klimawandels: Ein historischer Brückenschlag von der kleinen Eiszeit bis heute - Essay - Die historische Erfahrung der Kleinen Eiszeit zeigt, dass veränderte klimatische Rahmenbedingungen zwangsläufig auch tief greifende wirtschaftliche, soziale und kulturelle Umwälzungen nach sich ziehen. Was wird die Konsequenz der heutigen klimatischen Veränderungen sein?
  • Gabriele Dürbeck: Das Anthropozän Erzählen: fünf Narrative - Um den Begriff des Anthropozän hat sich in Wissenschaft und Öffentlichkeit seit 2000 ein kontroverser Diskurs entwickelt. Es wird gezeigt, inwiefern unterschiedliche, erzählerisch strukturierte Geschichten der gesellschaftlichen und politischen Sinnstiftung dienen.
  • Steffen Bauer: Internationale Klimapolitik 2018. Von Paris über Bonn nach Katowice - Im Dezember 2018 soll auf der Klimakonferenz in Katowice ein Regelwerk zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens verabschiedet werden, das die kontinuierliche Steigerung der nationalen Klimaschutzanstrengungen gewährleisten soll. Ob dies gelingt, ist offen.
  • Ottmar Edenhofer: Klima, Kohle, Kapital. Ökonomische Hebel in der internationalen Klimapolitik - Um die Klimaziele zu erreichen, bedarf es mehr als die Förderung grüner Technologien. Erst wenn die Verursacher für ihre Emissionen zahlen müssen, ändert sich die Situation. CO2 braucht Preise – entweder als Steuer oder als Mindestpreis in einem Emissionshandelssystem.
  • Silja Klepp: Klimawandel und Migration. Heterogenes Forschungsfeld und politisierte Debatte - Das Thema "Klimawandel und Migration" hat in den vergangenen Jahren erhöhte Aufmerksamkeit erfahren. Das liegt auch daran, dass Fragen aufgeworfen werden, die auf den Kern politischer, sozialer und ökologischer Entwicklungen des 21. Jahrhunderts zielen.
  • Gotelind Alber, Diana Hummel, Ulrike Röhr, Meike Spitzner, Immanuel Stieß: Geschlechtergerechtigkeit und Klimapolitik - Jeder Aspekt des Klimawandels ist direkt oder indirekt genderrelevant. Klimapolitik kann einen wichtigen Beitrag zur Geschlechtergerechtigkeit leisten und durch die Berücksichtigung von Genderaspekten zugleich ihre gesellschaftliche Wirksamkeit verbessern.
  • Thomas Hickmann, Berenike Prem: Von Gegnern zu Partnern? Zum Verhältnis von NGOs und Unternehmen in der internationalen Klimapolitik - An die Rolle von NGOs in der Weltpolitik ist häufig die Hoffnung geknüpft, die Macht privatwirtschaftlicher Akteure zu begrenzen. Seit einiger Zeit haben sich die Funktionen von NGOs jedoch erweitert, sie arbeiten zunehmend mit ihren einstigen Gegnern zusammen.

Dienstag, 5. Juni 2018

TED Talk: Abschied vom Wachstum

In rund 15 min fasst Kate Raworth viele der Themen rund um Nachhaltigkeit und Postwachstum zusammen und schlägt eine neue Orientierung vor, die aussieht wie ein doughnut: https://www.youtube.com/watch?v=Rhcrbcg8HBw.
What would a sustainable, universally beneficial economy look like? "Like a doughnut," says Oxford economist Kate Raworth. In a stellar, eye-opening talk, she explains how we can move countries out of the hole -- where people are falling short on life's essentials -- and create regenerative, distributive economies that work within the planet's ecological limits.

Donnerstag, 10. Mai 2018

TED Talk von Naomi Klein

Naomi Klein und ihre Bücher (v.a. "This Changes Everything" und "No Is Not Enough") spielen im Seminar eine große Rolle. Nun hat sie in einem rund 15-minütigen Vortrag einige Kerngedanken daraus sowie die von ihr mitbegründete Initiative "The Leap" vorgestellt (siehe theleap.org).