Hier im Blog haben sich immer wieder Beiträge mit Plastikmüll befasst. In der Ausgabe 51-52/2017 beschäftigt sich die Zeitschrift "Aus Politik und Zeitgeschichte" in mehreren lesenswerten Beiträgen mit dem Thema "Meere und Ozeane". Ein Aufsatz gibt einen Überblick über die wissenschaftliche Debatte zum Thema "Plastikmüll im Meer":
Der nordpazifische "Müllstrudel" aus Plastikpartikeln gilt als eines der
drängendsten Umweltprobleme. Auch wenn noch nicht gesichert ist, wie
schädlich Mikroplastik für den
Menschen ist, gibt es ausreichend Argumente, etwas gegen die Vermüllung
der Ozeane zu tun.
An dieser Stelle wurde schon mehrfach darauf hingewiesen, dass bei der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) Themen rund um Nachhaltigkeit regelmäßig berücksichtigt werden. Das gilt sowohl für Bücher und Zeitschriften als auch für das Online-Angebot. Entsprechend ist wieder auf zwei Veröffentlichungen hinzuweisen:
Ottmar Edenhofer / Michael Jakob (2018), Klimapolitik. Ziele, Konflikte, Lösungen (für 4,50 € bestellen) - Kurzbeschreibung auf der bpb-Website:
Die Existenz des vom Menschen verursachten Klimawandels bestreiten nur
mehr ganz wenige. Gleichwohl gibt es in Wissenschaft und Politik
Differenzen in der Beurteilung seiner Ursachen und Auswirkungen sowie
der Strategien, diese zu beherrschen und sich den neuen, zu erwartenden
Gegebenheiten auf dem Planeten anzupassen. Ottmar Edenkofer und Michael
Jakob stellen zunächst die Ziele von Klimapolitik vor, die einen Weg
zwischen den Risiken des Klimawandels, den Kosten der
Emissionsvermeidung und dem Anspruch der Generationengerechtigkeit
auszuloten habe. Sie analysieren Erfolge und Desiderate bei der
Umsetzung klimapolitischer Zielstellungen, fragen nach dem Beitrag von
Wirtschaft und Gesellschaft zu Klimaschutzmaßnahmen und untersuchen, wie
und gegen welche Widerstände eine ambitionierte internationale
Klimapolitik im globalen Maßstab ausgestaltet, wissenschaftlich
begleitet und umgesetzt werden könnte. Zahlreiche Tabellen und Grafiken
ergänzen die Darstellung.
Gabriele Dürbeck: Das Anthropozän Erzählen: fünf Narrative - Um den Begriff des Anthropozän hat sich in Wissenschaft und Öffentlichkeit seit 2000 ein kontroverser Diskurs entwickelt. Es wird gezeigt, inwiefern unterschiedliche, erzählerisch strukturierte Geschichten der gesellschaftlichen und politischen Sinnstiftung dienen.
Steffen Bauer: Internationale Klimapolitik 2018. Von Paris über Bonn nach Katowice - Im Dezember 2018 soll auf der Klimakonferenz in Katowice ein Regelwerk zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens verabschiedet werden, das die kontinuierliche Steigerung der nationalen Klimaschutzanstrengungen gewährleisten soll. Ob dies gelingt, ist offen.
Ottmar Edenhofer: Klima, Kohle, Kapital. Ökonomische Hebel in der internationalen Klimapolitik - Um die Klimaziele zu erreichen, bedarf es mehr als die Förderung grüner Technologien. Erst wenn die Verursacher für ihre Emissionen zahlen müssen, ändert sich die Situation. CO2 braucht Preise – entweder als Steuer oder als Mindestpreis in einem Emissionshandelssystem.
Silja Klepp: Klimawandel und Migration. Heterogenes Forschungsfeld und politisierte Debatte - Das Thema "Klimawandel und Migration" hat in den vergangenen Jahren erhöhte Aufmerksamkeit erfahren. Das liegt auch daran, dass Fragen aufgeworfen werden, die auf den Kern politischer, sozialer und ökologischer Entwicklungen des 21. Jahrhunderts zielen.
Gotelind Alber, Diana Hummel, Ulrike Röhr, Meike Spitzner, Immanuel Stieß: Geschlechtergerechtigkeit und Klimapolitik - Jeder Aspekt des Klimawandels ist direkt oder indirekt genderrelevant. Klimapolitik kann einen wichtigen Beitrag zur Geschlechtergerechtigkeit leisten und durch die Berücksichtigung von Genderaspekten zugleich ihre gesellschaftliche Wirksamkeit verbessern.
In rund 15 min fasst Kate Raworth viele der Themen rund um Nachhaltigkeit und Postwachstum zusammen und schlägt eine neue Orientierung vor, die aussieht wie ein doughnut: https://www.youtube.com/watch?v=Rhcrbcg8HBw.
What would a sustainable, universally beneficial economy look like?
"Like a doughnut," says Oxford economist Kate Raworth. In a stellar,
eye-opening talk, she explains how we can move countries out of the hole
-- where people are falling short on life's essentials -- and create
regenerative, distributive economies that work within the planet's
ecological limits.
Naomi Klein und ihre Bücher (v.a. "This Changes Everything" und "No Is Not Enough") spielen im Seminar eine große Rolle. Nun hat sie in einem rund 15-minütigen Vortrag einige Kerngedanken daraus sowie die von ihr mitbegründete Initiative "The Leap" vorgestellt (siehe theleap.org).
In der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) sind in den letzten Wochen mehrere für unsere Thematik einschlägige Bücher erschienen:
Annemieke Hendriks (2018), Tomaten. Recherchen auf dem globalisierten Nahrungsmittelmarkt (für 4,50 € bestellen) - Kurzbeschreibung auf der bpb-Website:
Tomaten sind beliebt, aber unverarbeitet nicht lange haltbar.
Hierzulande wird zumeist niederländische Ware angeboten. Auch in
Osteuropa dominieren Tomaten niederländischer Produktion – obgleich das
warme Klima in vielen Gegenden Rumäniens, Bulgariens, Ungarns oder
Polens eine regionale Produktion zulässt. Große Teile der spanischen
Tomatenernte wiederum werden in den Niederlanden oder anderswo mehrfach
umgepackt und teilweise wieder spanischen Verbrauchern angeboten. Die
Ware Tomate, so das Fazit der niederländischen Journalistin Annemieke
Hendriks nach ihrer Recherche in ganz Europa, spiegelt beispielhaft
einen grotesk anmutenden, globalisierten Lebensmittelmarkt, der
hinsichtlich der Produktion und der Vertriebslogistik vielfach die
Gewinnmaximierung ökologischen, gesundheitlichen und ethischen Kriterien
überordnet. Hendriks hinterfragt zudem die Monopolstrukturen in der
Saatgutproduktion, aber auch die Mentalität der Verbraucher, die sich
häufig von Schlagworten wie Nachhaltigkeit oder Regionalität blenden
ließen.
Michael Kopatz (2018), Ökoroutine. Damit wir tun, was wir für richtig halten (für 4,50 € bestellen) - Kurzbeschreibung auf der bpb-Website:
Niemand muss das Rad neu erfinden, um ressourcenschonender zu leben:
Unser Alltag bietet zahlreiche Gelegenheiten, und viele Menschen sind
auch dazu bereit. Jedoch sei auch im großen Maßstab, so Michael Kopatz,
Nachhaltigkeit mit Blick auf Generationengerechtigkeit und den immer
noch wachsenden Ressourcenverbrauch nicht nur möglich, sondern zwingend
geboten. Um bei Konsum und Wohnen, bei Arbeit, Produktion und Verkehr,
im Agrarsektor, in der Energieversorgung und der Abfallwirtschaft im
Sinne einer ökologisch vertretbaren Praxis umzusteuern, bedürfe es einer
Vielzahl auch gesetzlicher Anreize. Eine in diesem Sinne engagierte
Politik könne dazu beitragen, den vielfach vorhandenen guten Willen in
die Tat umzusetzen, damit nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsformen zur
Selbstverständlichkeit werden. Kopatz kommt ohne moralische oder
pädagogische Zeigefinger aus und misst seine Vorschläge an der Realität.
Entscheidend sei, dass es gelinge, die Bürgerinnen und Bürger auf dem
Weg in eine "Ökoroutine".
Susanne Dohrn (2018), Das Ende der Natur. Die Landwirtschaft und das stille Sterben vor unserer Haustür (für 4,50 € bestellen) - Kurzbeschreibung auf der bpb-Website:
Raubbau in Deutschland? Was wir anderswo in der Welt anprangern,
geschieht auch vor unserer Haustür: Aus Profitstreben oder
Rationalisierungsdruck haben sich hierzulande landwirtschaftliche
Strukturen etabliert, die Boden, Luft und Wasser schädigen. Monokulturen
und Pestizideinsatz führen, weithin ignoriert, zum dramatischen
Rückgang der Artenvielfalt, insbesondere bei Insekten und Vögeln, und
verwandeln Landschaften in Agrarwüsten. Vielfach fehlt es an Wissen um
solche schwerwiegenden Auswirkungen agrarindustrieller Nutzung, zuweilen
auch am guten Willen, anders und umweltgerechter zu wirtschaften.
Susanne Dohrn verbindet die ökologische Lupe mit dem Blick auf
bundesweite Strukturen: Sie erläutert die Folgen der
Landschaftsverarmung und Überdüngung, des Herbizid- und
Pestizideinsatzes, spricht mit Produzenten, Lobbyisten, Aktivisten und
Forschenden in Landwirtschaft und Umweltschutz. Ihr Buch setzt sich für
ein Umdenken in der Agrarpolitik ein, das, so die Autorin, nicht nur
geboten, sondern im Interesse von Mensch und Umwelt unabdingbar sei.
''Wenn es darum geht, zwischen Wirtschaftswachstum und ökologischer Stabilität zu wählen, dann entscheiden sich Politiker, Unternehmensvorstände und Wähler fast immer für das Wachstum. Im 21. Jahrhundert werden wir das anders machen müssen, wenn wir eine Katastrophe vermeiden wollen'' (Harari 2017, S. 33f.).
Der eindrückliche Appell, den Yuval Noah Harari in seinem bahnbrechenden Werk ''Homo Deus'' an die Leserschaft richtet, hat den Verfasser dieser Seminararbeit in dem Verlangen bestärkt, sich eingehender mit nachhaltigen Entwicklungsprozessen zu beschäftigen.
In Deutschland scheint es unterdessen vor allem der Verkehrssektor zu sein, der Befürworter und Gegner eines nachhaltigen Wirtschaftens entzweit. Um die Luftqualität in zahlreichen Großstädten zu verbessern und drohende Fahrverbote für ältere, dieselbetriebene Autos zu umgehen, erwog die Bundesregierung kürzlich, das Konzept eines kostenlosen Nahverkehrs im Rahmen eines Pilotprojektes auf seine Wirksamkeit zu überprüfen (Decker, 2018). Als Modellstädte sind hierfür Bonn, Essen, Herrenberg, Mannheim und Reutlingen vorgesehen (Decker, 2018).
Unmittelbar nachdem jener Vorschlag der Bundesregierung der Öffentlichkeit präsentiert wurde, regte sich gewaltiger Widerstand gegen das Vorhaben. Neben prinzipiellen Zweifeln an einer umweltschonenderen Mobilität durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder an der Wirksamkeit eines sinkenden Preisniveaus im Nahverkehr wird insbesondere die Befürchtung gehegt, dass eine Finanzierung des beschriebenen Bestrebens nicht realisierbar sei (Decker, 2018).
In Zusammenspiel mit den grundsätzlichen Aussagen Hararis führte die Vielzahl an konträren Positionen einem kostenlosen Nahverkehr gegenüber zu dem Bedürfnis, eine Analyse zu dessen Effektivität und Realisierungspotenzial zu betreiben. An diesen basalen Überlegungen wird sich die Gliederung der vorliegenden Seminararbeit orientieren. Nachdem einige zentrale Begriffe im Kontext nachhaltiger Verkehrsentwicklung definiert worden sind, wird zunächst darauf eingegangen, inwiefern die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel einer auf Nachhaltigkeit basierenden Mobilität grundsätzlich zuträglich ist. Anschließend soll das Potenzial, das durch einen Verzicht auf die Erhebung von Gebühren im Nahverkehr nutzbar gemacht werden könnte, erörtert werden. Schließlich wird die Möglichkeit einer Finanzierung des kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs kritisch in den Blick genommen.
Der Verfasser der Seminararbeit hat sich somit dazu entschlossen, eine ganzheitliche Betrachtung der Thematik vorzunehmen. Ausgehend von grundsätzlichen Gedankengängen (Begriffsdefinition, Mehrwert durch öffentliche Verkehrsmittel), die in der emotional aufgeladenen Debatte um Änderungen an der gängigen Mobilitätspraxis jedoch essentiell für ein substanzielles Verständnis sind, werden konkrete Ausgestaltungsmöglichkeiten und Erfolgschancen eines kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs aufgezeigt.
Die 1980er – ab diesem Zeitpunkt reichen die Ressourcen unserer Erde nicht mehr aus, um unsere Lebensweise und die künftiger Generationen dauerhaft zu sichern und die dadurch verursachten ökologischen Folgen zu tragen (vgl. Meadows et al. 2006, XVII). Seitdem nimmt der Bedarf der Menschheit an Ressourcen stetig zu, sodass wir heute ungefähr vier Erden bräuchten, um unsere von Rohstoffen abhängige Lebensweise auf Dauer beizubehalten.
Entkoppelungsstrategien und „green growth“ – Methoden, mit denen wir unseren Lebensstandard aufrecht erhalten sollen und dennoch die Natur schonen – versuchen, uns darüber hinwegzutäuschen, was Kritiker seit Jahrzehnten als längst überfällig und unumgänglich erachten: Einen Wandel des unserer expansiven Lebensweise zugrundeliegenden Wachstumsparadigmas.
Das Antasten dieser fundamentalen Ideologie galt jahrzehntelang als unmöglich und auch heute noch sträubt sich vielerorts die Politik – aus vielfältigen Gründen –, die Notwendigkeit eines alternativen Gesellschaftsmodells zu thematisieren. Ein Grund dafür ist, dass der Wachstumsgedanke in seiner heute praktizierten exponentiellen Form nicht nur der Ökonomie, sondern auch gesellschaftlichen und subjektorientierten Strukturen zugrundeliegt und tiefer in unseren Köpfen verankert ist, als wir annehmen.
Doch das Wachstum hat seine Versprechungen vom Wohlstand und vom guten Leben für alle nicht gehalten und noch schlimmer: Es hat sich als tickende Zeitbombe herausgestellt. Die Menschheit steht nun vor der Aufgabe, ein neues Gesellschaftsmodell zu entwickeln, das sich zum einen durch die Vereinbarkeit mit den ökologischen Grenzen unserer Erde auszeichnet und sich zum anderen der leeren Versprechen des Wachstums annimmt.
Bedeutet jedoch die Alternativlosigkeit des Endes des Wachstumsparadigmas ein Zurückfallen der Gesellschaftsstrukturen und des Lebensstandards in die 1980er Jahre, als unser Bedarf von nur einer Erde gedeckt werden konnte? Mit dieser Arbeit soll unter anderem die Notwendigkeit eines Wandels klargemacht werden. Ausgehend davon ergibt sich die Frage, weshalb die Menschheit noch immer am Wachstumsparadigma festhält, es sollen also zudem diejenigen Wachstumszwänge thematisiert werden, die einen Ausstieg aus dem zugrundeliegenden Paradigma erschweren. Zuletzt soll das Modell eines bekannten Forschers zur Postwachstumsthematik skizziert werden.
Die Mikroelektronik ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Egal, ob es um unser Auto geht, das uns von A nach B bringt, um nachhaltige und effiziente Energieversorgung, um modernste Medizintechnik oder das vielverwendete Smartphone. Laut einer „Handelsdaten“-Statistik des Forschungs- und Bildungsinstituts EHI aus dem Jahr 2017 nutzen 78 Prozent der Deutschen zwischen vierzehn und vierundsechzig Jahren regelmäßig ein Smartphone (Vgl. EHI Retail Institute GmbH 2013-2017).
„Mikroelektronische Systeme sind eine Grundvoraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand in Deutschland.“ (Bundesministerium für Entwicklung und Forschung o.J.) Dieser materielle Wohlstand, den ein hochindustrialisiertes Land durch den Ausbau oben genannter Technologien erlangt, zeugt nicht ausschließlich von fachlichem Know-how in der Mikroelektronik. Mit dem Wissen, wie sich beispielsweise ein Smartphone (Smartphones werden im Folgenden als ein Beispiel von zahlreichen Elektrogeräten, die Coltan enthalten, benannt) zusammensetzt, stellt sich die Frage, welche Rohstoffe zur Herstellung benötigt und wie beziehungsweise von wem sie abgebaut werden.
Gibt es einen Widerspruch zwischen den rohstoffreichen Regionen dieser Welt, wie dem Kongo (im Verlauf des Textes auch: DRK, Demokratische Republik Kongo) und dem tatsächlichen Wohlstand der Bevölkerung dieser Länder? Es stellt sich zudem die Frage, wer die Akteure sind, die sich am Handel beteiligen.
Im Folgenden wird der Handel um das Erz Coltan, das in zahlreichen Elektrogeräten verarbeitet ist, genauer beleuchtet. Dabei wird der Fokus auf dem Kongo liegen. Ferner soll es um die Frage gehen, wer letztendlich am meisten vom Coltanabbau profitiert. Gibt es Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft, die Gewinne aus dem Coltanhandel gerecht zu verteilen?
Die Welt befindet sich in einer Zeit krisenhafter Umbrüche, die bis in die wichtigen Teile der Gesellschaft reichen. Davon betroffen sind die Umwelt, die Politik, das Sozialwesen, die Arbeitswelt, sowie die Ökonomie und die Ökologie (vgl. Weizsäcker 2017, S. 21). Diese Umbrüche wirken sich ebenfalls auf die Bevölkerung aus, die mit den zunehmenden Anforderungen, die ihr durch die Veränderungen zugemutet werden, nicht mehr klarkommt. Die Folgen daraus sind die Zunahme von Stress und Druck. Die Menschen haben immer mehr das Gefühl, sich in einem Rad zu befinden, das sich fortwährend dreht und aus dem es kein Entkommen gibt (vgl. Scharmer 2011, S. 27).
Orientierungslosigkeit macht sich breit. (vgl. Negt 2016, S. 42ff.) Diese Phänomene sind nicht neu, sondern seit dem Jahr 1972 bekannt. In diesem Jahr veröffentlichte der Club of Rome seinen ersten Bericht unter dem Titel „Grenzen des Wachstums“ (Weizsäcker 2017, S. 11), in dem schon damals vor den Auswirkungen dieser Umbrüche gewarnt wurde. (vgl. ebd., S. 11-13) Es ist bis heute nicht gelungen, die in dem Bericht verfassten Vorschläge umzusetzen. Ziel dieser Seminararbeit ist es, diesen Grund näher zu betrachten und Aufschluss darüber zu geben, warum es den Menschen schwerfällt, die auf sie zukommenden Herausforderungen zu lösen.
Bei den oben angeführten krisenhaften Umbrüchen handelt es sich nicht um vereinzelt zu betrachtende Phänomene. Vielmehr stehen diese Phänomene in einem Gesamtzusammenhang. Es handelt sich somit um komplexe Systeme. (vgl. Vester 2002, S. 11) Daher soll an dieser Stelle der Frage nachgegangen werden, was ein komplexes System ist und was es ausmacht?
„Die Fähigkeit zu wachsen beruht darauf, daß man andere nötig hat, und auf der Bildsamkeit. Beide Bedingungen sind am ausgesprochensten in Kindheit und Jugend vorhanden.“
[Dewey et al. 2000, S.79]
Bereits 2005 legte der Soziologe Hartmut Rosa mit seinem Buch zur Beschleunigung eine Theorie zur Grundlage der Moderne vor, die vielerorts diskutiert und besprochen wurde. Darin führt Rosa seine Überlegungen dazu aus, dass hinter zahlreichen Bereichen der Gesellschaft eine Beschleunigungs- und „Steigerungslogik“ [Vgl. Rosa 2016, S.46 sowie S.668] steckt. Dabei steht eine der wohl drängendsten Fragen der Nachhaltigkeitsdebatte im Vordergrund: Wie lange ist immer weiteres Wachstum möglich? Und wenn ein stagnierendes oder sogar negatives Wachstum absehbar erscheint, wie sollte die (demokratische) Gesellschaft hierauf reagieren?
Eine Antwort auf diese Frage gibt der Soziologe mit seinem Konzept der Resonanz, die er als eine mögliche Entgegnung auf die entfremdende Beschleunigung in der Moderne sieht. Statt sich immer weiter von den Mitmenschen zu entfernen, sollen Resonanzbeziehungen aufgebaut werden, die als schwingender „Resonanzdraht“ [Rosa und Endres 2016, S.126] nicht nur das Privatleben eines Individuums betreffen, sondern auch dessen Rolle in der Wirtschaft, das Feld der Politik und nicht zuletzt die Bildung [Vgl. Rosa 2016, S.54 sowie S.73-74], für die Rosa die Grundlagen einer Resonanzpädagogik darlegt und Hinweise für gelingende Lehr-Lernprozesse gibt.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Überlegungen dazu, inwiefern Elemente einer resonanten Pädagogik für den Politikunterricht Anwendung finden können, der gewissermaßen schon allein inhaltlich eine Synthese der von Rosa von der Beschleunigung als betroffen beschriebenen Bereiche - wenn auch in unterschiedlicher Gewichtung - darstellt, die als Gemeinsamkeit demokratische Aspekte, gesellschaftliche Entwicklung und somit das Miteinander aller Menschen beinhalten dürfte.
Dabei wird zuerst ein kurzer Überblick über Hartmut Rosas Ausführungen zur Beschleunigung und dem Prinzip der Resonanz gegeben; anschließend soll überprüft werden, ob sich diese Konzeption mit fachdidaktischen Darlegungen aus der Politikwissenschaft in Einklang oder - um es mit der Begrifflichkeit Harmut Rosas auszudrücken - in „Resonanzbeziehung“ [Ebd., S.55] bringen lässt. Diese Arbeit geht also den Fragen nach: Lässt sich die Resonanzpädagogik auch für die Gestaltung von Politikunterricht nutzen? Und wie kann dies konkret geschehen?
Die meisten Staaten dieser Welt richten ihre Politik am Wirtschaftswachstum, gemessen durch das Bruttoinlandsprodukt (BIP), aus. Demnach müsste in Ländern mit einem hohen BIP der Wohlstand besonders groß sein und die Menschen besonders glücklich. Wie der World Happiness Report der UNO von 2017 aber zeigt, sind die Menschen in China nicht glücklicher als 1990, und das, obwohl sich seitdem das BIP verfünffacht hat. Kann das BIP also gar keine Aussage zum Wohlstand und Glück in einem Land machen?
Das Land des Donnerdrachens hat sich genau dieser Frage schon vor vielen Jahren gestellt und richtet seine Politik seither am größtmöglichen Bruttonationalglück (Gross National Happiness – GNH) aus. Immer öfter richtet sich der Blick auf das kleine Land mit der Frage, ob das Bruttonationalglück nicht der bessere Maßstab sei.
Denn mehr und mehr wird klar, dass unsere Ressourcen auf der Erde begrenzt sind und unbegrenztes Wirtschaftswachstum nicht möglich ist. Die Begrenztheit unserer Ressourcen erfahren wir immer mehr und die Menschheit hat längst schon Grenzen überschritten. Das zeigt sich im Klimawandel, mit seinen zunehmenden Naturkatastrophen, die negative Folgen für viele Menschen weltweit haben. Unsere Konsumgesellschaft ist nicht nachhaltig und respektiert diese Grenzen nicht.
Bhutan scheint frühzeitig begriffen zu haben, was westliche Demokratien erst langsam durch Finanzkrisen, Umweltkatastrophen und soziale Ungleichheit zu begreifen scheinen. Können westliche Demokratien hier etwas lernen? Lebt Bhutan einen Weg vor, der auch für andere Länder erstrebenswert sein könnte?
Die Gedanken von Niko Paech und Hartmut Rosa spielen im Seminar an mehreren Stellen während des Semesters eine wichtige Rolle. Ihre Kommilitonin Joanna hat mich auf zwei Vorträge im Hospitalhof in Stuttgart aufmerksam gemacht, die außerordentlich interessant sind:
Schon lange beschäftige ich mich mit der Frage, ob der Biokraftstoff E10 wirklich nachhaltiger ist als andere Kraftstoffe. Nach langem Überlegen empfand ich dieses Blog als geeigneten Rahmen, um dies herauszufinden.
Durch den Treibhauseffekt, die immer weiter steigenden Benzinpreise und die immer knapper werdenden fossilen Erdöl-Ressourcen stehen wir vor der Frage nach einem alternativen Treibstoff. Die Antwort darauf soll Bioethanol heißen. Doch was ist denn Biokraftstoff überhaupt?
Unter Biosprit versteh man Kraftstoffe, welche aus Biomasse oder nachwachsenden Rohstoffen, wie zum Beispiel Zuckerrüben, Mais oder Rüben, hergestellt werden. Bioethanol entsteht daher durch den Vergärungsprozess des Zuckers von Mais und Weizen. Mit dem Zusatz "E10" werden also Ottokraftstoffe bezeichnet, welche im Vergleich zu anderen Ottokraftstoffen einen höheren Anteil an Ethanol enthalten. Die Ziffer "E" steht für Ethanol, die Zahl "10" für maximal zehn Volumenprozent.
Die von Christian Felber ins Leben gerufene Gemeinwohl-Ökonomie wächst stetig. Seine Idee ist es, die Wirtschaft zu transformieren und das Ziel der Wirtschaft vom Wachstum zum Gemeinwohl zu ändern. Jedoch will er das nicht durch einen starken Bruch mit der jetztigen Wirtschaftsordnung, sonndern durch einen stückweisen, fließenden Übergang, der von den Bürgern ausgeht.
Wie in der Präsentation angesprochen, ist hier die Möglichkeit, seine eigene Gemeinwohl-Bilanz zu testen: Gemeinwohl-Bilanz-Test. Der Test dauert, je nachdem, wie ausführlich man es macht, 10-20 Minuten. Auch selbst aktiv werden ist nicht schwer, man kann sich einfach anmelden über die Website und sich nach Belieben informieren. Auch in Stuttgart gibt es schon einen Verein.
Konventionelle Banken stehen oft in der Kritik, sich an dubiosen Wachstumsmärkten (Rüstungsgeschäfte, Nahrungsmittelspekulation etc. )zu beteiligen, sie finanziell zu unterstützen und von ihnen zu profitieren. Wir als Bürger können unser Geld ohne viel Aufwand dazu verwenden, um nachhaltige, dem Gemeinwohl dienende Projekte zu unterstützen - wenn wir unser Geld bei Banken anlegen, die ihre Investitionen in ethisch und ökologisch vertretbaren Projekten tätigen. Eine kurze Übersicht bietet die Website utopia.de unter diesem Link. Die Girokonten sind zwar größtenteils nicht gratis, die Kosten sind bei Preisen von 5-10 € monatlich aber durchaus stemmbar.
In dem Blog Degrowth werden Beiträge und Ideen rund um das Thema Postwachstum und Degrowth gesammelt. Hier findet man die aktuellen Veranstaltungs- und Konferenztermine, Projekte und viele weitere Informationen. Zudem kann man sich das Buch:Degrowth in Bewegung(en)als PDF herunterladen und interessante Konzepte, die zahlreiche Lösungsansätze und Alternativen darstellen, durchlesen.
Die Hessische Landeszentrale für politische Bildung (hlz) hat jüngst im Themenschwerpunkt "nachhaltige Entwicklung" zwei Beiträge in der Reihe "Schriftenreihe Nachhaltigkeit" veröffentlicht, die kostenlos bestellt (oder online gelesen) werden können und sich in idealer Weise zur Nachbereitung der letzten Seminarsitzungen zu Nachhaltigkeit und nachhaltigem Konsum eignen:
Der Soziologe Stephan Lessenich wird sein Buch "Neben uns die Sintflut: Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis" vorstellen. Wer seine Texte kennt, weiß, dass er ein scharfer Kritiker der bestehenden Verhältnisse ist und der Vortrag sicher gut zu unserem Seminar passt. Die Veranstaltung des BUND findet am Freitag, den 15.12.2017 um 18:00 Uhr im Bürgerzentrum West in der Bebelstr. 22 in Stuttgart statt. Mehr Informationen gibt es auf der Website des Weltladens an der Planie, von der auch das folgende Zitat stammt:
Alles zu haben und noch mehr zu wollen, den eigenen Wohlstand zu wahren,
indem man ihn anderen vorenthält: Das ist das heimliche Lebensmotto der
reichen industriekapitalistischen Gesellschaften. Großen
Bevölkerungsmehrheiten in diesen Gesellschaften geht es gut, weil es den
Menschen in anderen Weltregionen schlecht geht.
Das Buch wurde hier im Blog bereits vorgestellt...
Klimawandel und Nachhaltigkeit sind Begriffe, die SchülerInnen überall hören. In der Schule sollen diese Begriffe aber nicht nur kurz erwähnt werden. Die SchülerInnen sollen die Bedeutung dieser Begriffe verstehen. Ich möchte ein Projekt einer 10. Klasse vorstellen: „NICHT BEI UNS“.
Die SchülerInnen recherchieren das Thema „Plastik“ und lernen die Herstellung sowie die Nachteile kennen. Sie überlegen sich Möglichkeiten bzw. Alternativen und versuchen einen ganzen Tag lang, die Benutzung von Plastik zu vermeiden. Die Ergebnisse werden protokolliert.
Sie führen dann in der Schule die „Pfandecke“ ein, wo Pfandflaschen der SchülerInnen sowie LehrerInnen eine Woche lang gesammelt werden, um zu schauen, wie viele Plastikflaschen sie in einer Woche benutzten.
Danach folgt eine Versammlung in der Aula. Die SchülerInnen stellen die Ergebnisse vor und informieren ihre MitschülerInnen. Die Pfandflaschen werden wöchentlich gesammelt. Das Geld wird dann anschließend gespendet.
Fazit: Schüler führen kleine Projekte durch, erkennen, wie viel Plastikflaschen sich an nur einer Schule ansammeln können. Sie versuchen, Plastik zu vermeiden, und verstehen Begriffe wie z.B. Nachhaltigkeit.
In allen Bereichen eines Lebensmittelzyklus’ werden Nahrungsmittel verschwendet bzw. weggeworfen. Weltweit gehen rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel jährlich verloren, in Deutschland sind es im Jahr 6,7 Millionen Tonnen, was 82 Kilogramm Lebensmitteln im Wert von ungefähr 240 Euro entspricht. Dies ist nicht nur auf ethischer Ebene, sondern auch auf ökologischer Ebene verwerflich. Jedes Lebensmittel, das im Müll landet, ist dabei gleichzeitig nicht nur eine Verschwendung eines Nahrungsmittels, sondern auch weiterer Ressourcen wie Energie, Wasser und menschlicher Arbeitskraft.
Innerhalb der EU stammen dabei 42% der Lebensmittelabfälle aus Privathaushalten. Wir sollten uns dabei selber anhalten, etwas dagegen zu unternehmen; sei es, sparsamer und intelligenter einzukaufen, Lebensmittel richtig lagern sowie beim Kochen Portionen richtig einzuschätzen und gegebenenfalls Reste einfrieren oder weiterverwerten.
Und wenn dann doch mal was übrig bleibt, gibt es seit 2011 unter anderem Dienste, die das sogenannte “Foodsharing“ betreiben. Hierbei möchte ich euch das Portal https://foodsharing.de/ vorstellen, eine 2012 entstandene Initiative, die mittlerweile über 200.000 registrierte Nutzer hat. In Kooperation mit über 3000 Betrieben konnten so laut eigenen Angaben schon ca. 12 Millionen Kilogramm Lebensmittel “gerettet“ werden.
Wer sich mit dem Begriff "Nachhaltigkeit" beschäftigt, merkt schnell, wie abstrakt dieser eigentlich ist. Umso wichtiger ist es, dass der Sinngehalt bereits in der Schule nachvollziehbar gemacht werden kann. Dies kann unter anderem damit geschehen, dass Nachhaltigkeit erlebbar gemacht wird. Dazu wirbt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit unter http://www.umwelt-im-unterricht.de/hintergrund/aktionen-und-projekte-nachhaltigkeit-erlebbar-machen/ für Aktionen und Projekte, die die Prinzipien der Nachhaltigkeit vermitteln sollen. Das Bundesministerium beschreibt die "Aktionstage Nachhaltigkeit" wie folgt:
Im Mittelpunkt stehen Initiativen und Veranstaltungen, die einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten. Die Projekte laden während der Aktionstage zum Ausprobieren und Mitmachen ein und stellen dabei ihre Arbeit vor. Die Aktionen sind vielfältig: von der Althandy-Sammlung über Reparatur-Treffs bis hin zu gemeinsamen Pflanzaktionen mit Blumen, Kräutern, Obst oder Gemüse.
Darunter finden sich weitere Links wie http://www.aktionstage-nachhaltigkeit.de. Die nächsten deutschen Aktionstage finden vom 30. Mai bis zum 5. Juni statt. Alleine im Raum Ludwigsburg finden dazu weit über zehn Aktionen und Projekte statt, die man mit den SchülerInnen durchführen und erleben kann (siehe Karte auf der Website): Vom Repair-Café bis zum Klimaschutz ist alles dabei, denn: "Nachhaltigkeit beginnt beim Handeln!"
Für Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe I stehen auf der Website unter anderem auch Unterrichtsvorschläge oder Projektthemen zur Verfügung, die sich mit dem Themenfeld Nachhaltigkeit beschäftigen.
Mit der Wurmkiste kann man auch in einer Stadtwohnung seinen Biomüll nachhaltig entsorgen. Dafür sorgen eine Menge Würmer in einer Kiste. Und zwar Kompostwürmer, die essen sich durch von Mikroorganismen zersetzten Teile der Schnippelabfälle sowie Papier und Pappe, und das Verdaute ist dann wertvoller Dünger, den man für seine Pflanzen verwenden kann.
Und im Vergleich zum Biomüll stinkt die Tonne überhaupt nicht, sie riecht lediglich nach dem, was man darin entsorgt hat (und das auch nur leicht). Bei manchen Dingen muss man allerdings doch aufpassen, wie zum Beispiel bei Zitrusfrüchten oder Essensabfällen in großen Mengen, dafür können auch Staub und Haare darin entsorgt werden!
Wenn man beispielsweise in den Urlaub fährt, überleben die Würmer auch wochenlang, ohne gefüttert zu werden. Es gibt verschiedene Arten von Wurmkisten, man kann sie sogar selber bauen. Die Kiste und die Würmer können online bestellt werden.
Noch kurz zum vorgestellten Blog: bei Wasteland Rebel findet ihr praxistaugliche und sehr einfach gehaltene Rezepte für Hausmittel, viele Tipps sowie Infos und Fakten zu allgemeinen Nachhaltigkeitsfragen.
What is real? Podcast - Thema der Fundgrube war nachhaltiger Konsum, jedoch bin ich auf einen derartig interessanten Beitrag zum Thema "Das gute Leben" gestoßen, dass es egoistisch wäre, diesen Artikel nicht zu posten.
Der ein oder andere mag sich noch an Mike Posner erinnern. Er veröffentlichte im Jahr 2010 den Song "Cooler than me", welcher ihn im Alter von 22 Jahren zum Millionär machte. Man könnte nun meinen, dieser Mann lebt den Amerikanischen Traum, er sollte glücklich sein. Rückblickend sagt er jedoch selbst von sich, dass dem zu dieser Zeit nicht so war.
Nachdem jedes seiner folgenden Lieder weniger erfolgreich war und er einige Jahre keine Musik mehr veröffentlicht hatte, veröffentlichte er 2015 eine EP mit dem Titel "The Truth". Darauf befindet sich ein Lied mit dem Titel "I took a pill in Ibiza", den einige kennen werden. In diesem Lied erzählt Mike Posner davon, dass es ihn unglücklich macht, auf der Bühne stehen zu müssen und gute Laune verbreiten zu müssen, während die Wahrheit ist, dass er lediglich traurige Lieder kennt.
Es zeigt sich also, dass auch der Traum, berühmt und reich zu sein, nicht dazu reicht, glücklich zu sein. Mike Posner hat mittlerweile einen Podcast gestartet, in dem er lediglich die Dinge thematisiert, die ihn bewegen und eines davon ist die persönliche Entwicklung.
In der Folge mit dem Thema "Was mache ich mit meinem Leben?" spricht Posner davon, das Dritte Kapitel seines Lebens begonnen zu haben. Während er als Erstes Kapitel schlichtweg das "In der Welt-sein" bezeichnet, also schlichtweg das "Sich zurechtfinden" bezeichnet, nennt er als zweites Kapitel ein für unsere Wachstumsgesellschaft bezeichnendes Merkmal. Er nennt dieses Kapitel "Die Welt besiegen". Es zeigt sich in unserer Gesellschaft, dass es grundsätzlich ein Ziel ist, besser zu sein als andere, denn nur dadurch wird Wachstum erzeugt. Posner ist ein tolles Beispiel dafür, dass dieses, für den Durchschnittsbürger oft unerreichbare, Ziel auch kein Weg zum Glück ist.
Er bezeichnet als Kapitel 3 das "Die Welt lieben". Er stellt die These auf, dass jede Entscheidung jedes Menschen, selbst die Entscheidung, zu sagen, man selbst würde die Welt nicht beeinflussen, die Welt beeinflusse. Er bezeichnet seinen Weg in ein glücklicheres Leben als ein kognitives Wahrnehmen des Alltags und eine grundsätzliche Dankbarkeit dafür zu leben.
Er hat beispielsweise gelernt, seine Zukunft nicht von seiner Vergangenheit abhängig zu machen, dass es eine eigens gefällte Entscheidung ist, dass bestimmte Menschen uns nicht kümmern, dass diese Entscheidung jedoch nicht endgültig ist, oder auch, dass es einem Einzelnen möglich ist, die Welt nicht nur in geringem Maße, sondern auch die Prinzipen der Gesellschaft zu verändern.
Er möchte dazu aufmuntern, dass Menschen diese Macht wahrnehmen, statt sich einzureden, nicht gut genug zu sein.
Er sieht das Problem darin, dass Menschen es sich einfacher machen, indem sie von sich sagen, nicht gut genug für etwas zu sein, da sie dadurch nichts tatsächlich tun müssen. Er kritisiert das Fortschrittsdenken des Menschen, die Mentalität von: "Wenn ich das erreiche bin ich bereit", welche sich durch unser gesamtes Leben zieht.
Ein für mich sehr beeindruckender Punkt, den Posner nennt, ist, dass wir nur dann Zeit als verschwendet bezeichnen können, wenn wir davon ausgehen, dass Zeit verschwendet werden kann. Als einen möglichen Ausweg dafür wünscht er sich ein Schulfach, das lehrt, Mensch zu sein.
Persönlich kann ich nur jedem Leser ans Herz legen, diesen Podcast anzuhören, da er eine unglaublich ehrliche und empathische Perspektive auf das Leben in unserer Gesellschaft bietet: What is real? Podcast
Die steigende Anzahl an über 60-Jährigen und der damit steigende Arzneimittelgebrauch sowie der allgemein steigende Verbrauch und die steigende Anzahl an Wirkstoffen stellt die Klärwerke vor immer neue Probleme. Unser Trinkwasser, das im Grunde besser ist als jedes Mineralwasser, ist gefährdet und zwar von uns selbst. Durch übermäßigen Konsum und entsorgte Medikamente wird nicht nur die Tierwelt, sondern werden auch wir Menschen gefährdet. Generell gilt es, Medikamentenkonsum zu reduzieren, sowie sie absolut nicht im Klo zu entsorgen.