Samstag, 7. Dezember 2024

Nachhaltiger einkaufen mithilfe von Apps

Unser Konsumverhalten schadet der Umwelt und dem Klima. Jede:r ist und wird auf lange Sicht von den Konsequenzen unserer Konsumgesellschaft betroffen sein. Darum ist jede:r Einzelne von uns gefragt, etwas am Konsumverhalten zu ändern. Indem wir nachhaltiger konsumieren, können wir nicht nur das Klima und unsere Umwelt schützen, sondern auch unsere Gesundheit und gleichzeitig noch Geld sparen. Es wurden mittlerweile einige Apps entwickelt, die einen Schritt in Richtung nachhaltigen Konsum ermöglichen. Darum sollen im Folgenden vier Apps vorgestellt werden, die helfen, nachhaltige Produkte zu finden und nachhaltiger zu leben.

1. CodeCheck: Mit dieser App kann jede:r die Inhaltsstoffe eines Produkts (Lebensmittel, Haushalts- und Kosmetikprodukt) überprüfen. Dazu muss man einfach den Barcode des vorliegenden Produkts mit der App scannen. Dann erhält man Informationen zum Produkt. Die App teilt einem zum Beispiel mit, ob das Produkt Mikroplastik, Palmöl oder tierische Stoffe enthält und gibt Informationen zur Herkunft, dem Hersteller und möglichen Produktalternativen. Die App ist kostenlos und für Android und iOS verfügbar.

2. Replace Plastic: Diese App hilft dabei, Plastikverpackungen bei Produkten zu reduzieren. Durch das Scannen des Barcodes eines Produkts durch die App kannst du Produkte melden, bei denen deiner Meinung nach zu viel Plastikverpackung verwendet wurde. Dadurch teilst du dem Anbieter automatisch mit, dass du dir weniger Plastikverpackung wünschst. Die App-Entwickler teilen dein Feedback den Hersteller-Firmen mit. Je mehr Leute entsprechende Produkte melden, umso mehr Druck kann auf die Firmen ausgeübt werden, Plastik einzusparen. Laut Website wurden bereits über 2.000.000 Verpackungen gescannt und fast 200.000 E-Mails an Hersteller verschickt. So kann jede:r Einzelne einen Beitrag zur Reduktion von Plastikmüll leisten. Die App ist ebenfalls kostenlos und für Android und iOS verfügbar.

3. Too Good To Go: Too Good To Go ist eine kostenlose und mittlerweile sehr bekannte Nachhaltigkeitsapp. Sie rettet Essen und Lebensmittel vor dem Müll. Sie ist nicht nur nachhaltig, sondern auch gut für den eigenen Geldbeutel. Die geretteten Lebensmittel und Gerichte werden nämlich zu einem günstigeren Preis verkauft. Über die App kann man Essen und Lebensmittel aus lokalen Läden, Restaurants, Bäckereien, Imbissen und Supermärkten zu einem günstigen Preis kaufen, die ansonsten weggeschmissen worden wären. Als Nutzer:in der App kann man entweder Überraschungstüten mit unverkauften Lebensmitteln zu einem günstigen Preis kaufen und diese dann zu einer vereinbarten Zeit vor Ort abholen. Oder man kann Too Good To Go-Pakete, die aus Überschüssen von Produktion und Großhandel bestehen, vergünstigt kaufen und nach Hause liefern lassen. Mit dieser App leisten die Nutzer:innen einen Beitrag gegen die Lebensmittelverschwendung.

4. Vinted: Auch die kostenlose App Vinted ist mittlerweile sehr beliebt. Sie ermöglicht Secondhand-Shopping von zu Hause aus. Dabei können sowohl Kleidung, Deko-Artikel und Accessoires von Privatleuten gekauft als auch verkauft werden. Nutzer:innen der App können Produkte, die sie selber nicht mehr brauchen oder tragen, in ihrem Vinted-Account hochladen und anderen zu einem günstigeren Preis verkaufen. Hier liegt auch wieder eine Win-Win-Situation vor: Als Verkäufer verdient man etwas Geld dazu und wirft seine noch gut erhaltene Kleidung etc. nicht einfach weg, und als Käufer spart man Geld und kauft nachhaltig ein. Dies ist eine gute Alternative zu Fast Fashion und ein guter Beitrag gegen unsere Wegwerfgesellschaft.

Quellen:

Donnerstag, 5. Dezember 2024

Die GLS Bank – Deutschlands nachhaltigste Bank (?)

Banken sind in der Regel nicht gerade dafür bekannt, nachhaltig zu sein oder nachhaltige Ziele anzustreben. Es gibt allerdings Banken, die nachhaltiger sind als andere, und die GLS Bank gehört dazu. Sie hat deshalb bereits mehrere Auszeichnungen erhalten, darunter den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2024 in der Branche Kreditinstitute, den ersten Platz beim Fair Finance Guide 2024, der auch auf ökologische und soziale Standards achtet, und sie ist nach einer Kundenbefragung Bank des Jahres 2024 geworden.

Die GLS Bank versteht sich als sozial-ökologische Bank, der es um eine „lebenswerte Zukunft für morgen“ (Zitat der Website) geht und die nur Ideen von Menschen, Dinge und Projekte fördert, die unseren Planeten erhalten, statt ihn zu zerstören. Sie gibt an, nur nachhaltige Unternehmen und Projekte in Deutschland zu finanzieren, wie beispielsweise erneuerbare Energien, Bio-Bauernhöfe, Bio-Supermärkte, bezahlbaren Wohnraum, Fahrradhersteller, Naturkosmetik und gute Altenpflege. Dafür werden Kredite in den folgenden sechs Bereichen aufgenommen:

  • Nachhaltige Wirtschaft,
  • Soziales & Gesundheit,
  • Erneuerbare Energien,
  • Ernährung,
  • Bildung & Kultur,
  • Wohnen.

Folgende Branchen werden nicht unterstützt: Atomenergie, Kohleenergie, Rüstung und Waffen, Biozide und Pestizide, Gentechnik in der Landwirtschaft, Massentierhaltung, Verletzung von Menschen- und Arbeitsrechten.

Welche Ziele bereits erreicht wurden, lässt sich auf der Website der GLS Bank ansehen. Beispielsweise wurden im letzten Jahr rund 9.000 Plätze in Kitas und Schulen sowie 3.500 Plätze in Pflegeeinrichtungen geschaffen.

Die GLS Bank ist eine Bank ohne Kassen, die ihre Filialen in Frankfurt, Freiburg, Hamburg, Stuttgart, Berlin und München hat, der Hauptsitz liegt in Bochum. Abheben kann man sein Geld an den Automaten der Volks- und Raiffeisenbanken.

Für 18- bis 27-jährige ist die Kontoführung kostenlos. Wenn man Mitglied (Mitgliedsbeitrag: 1 Euro im Monat) wird, bekommt man auch Bankkarte und Kreditkarte kostenlos. Wer also darauf achten will, dass sein Geld nicht in Atomenergie oder Waffen fließt und zudem noch eine Bankkarte aus Holz möchte, ist bei der GLS Bank richtig.

Quellen:

Dienstag, 3. Dezember 2024

Spielzeug mit Verantwortung

„Soziale Verantwortung und der Schutz unserer Umwelt – das ist für uns Ehrensache! Durch verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen möchten wir auch zukünftigen Generationen eine saubere, intakte Umwelt hinterlassen. Deshalb arbeiten wir stetig daran, jeden unserer Schritte möglichst nachhaltig zu gestalten – entlang der gesamten Wertschöpfungskette.“ (https://www.ehrenkind.de/pages/nachhaltigkeit)

Hochwertiges Spielzeug mit Verantwortung

Ehrenkind ist ein regionaler Spielzeughersteller aus Schwäbisch Hall. Das Start-Up hat sich auf die nachhaltige, hochwertige und kindgerechte Produktion von Kinderprodukten spezialisiert. Ihr besonderer Wert liegt auf Nachhaltigkeit und Langlebigkeit der Produkte und deren Produktion.

Die Nachhaltigkeit bei Ehrenkind zeigt sich in mehreren Aspekten. Zunächst werden die Spielzeuge aus umweltfreundlichen Materialien wie FSC-zertifiziertem Holz, nachhaltigem Kunststoff oder Textilien aus kontrolliert biologischem Anbau produziert (mehr zu den Zertifizierungen: https://www.ehrenkind.de/pages/zertifizierungen).

Ehrenkind produziert ausschließlich in Europa. Die kurzen Transportwege helfen dem Unternehmen, den ökologischen Fußabdruck gering zu halten. Darüber hinaus legt das Unternehmen großen Wert auf faire Arbeitsbedingungen für alle Beteiligten. Dies hebt das Unternehmen von vielen Mitbewerbern ab.

Im Vergleich mit Spielzeug, das z.B. in Asien hergestellt wird, punktet Ehrenkind durch Transparenz bei den Materialien und Bedingungen, während bei importierten Produkten oft unklar bleibt, unter welchen Bedingungen sie gefertigt und welche Materialien verwendet wurden. Ehrenkind bietet auf der Webseite klare Nachweise über die Herkunft der Rohstoffe und die Produktionsmethoden.

Ein zentraler Unterschied zu den meist in Asien produzierten Spielsachen ist die Fokussierung auf nachhaltige Werte statt auf massenhafte und daher oft günstigere Produktion. Die Produkte werden oft in großen Fabriken unter schlechten Arbeitsbedingungen hergestellt. Außerdem wird hier in der Regel auf preiswerte Kunststoffe gesetzt, die weder langlebig noch recycelbar sind.

Außerdem werden bei Ehrenkind leicht beschädigte oder zurückgegebene Artikel nicht weggeworfen, sondern landen im B-Ware Store (https://www.ehrenkind.de/collections/b-ware).

Ehrenkind zeigt, dass es möglich ist, Kinderspielzeug nachhaltig, hochwertig und mit Blick auf die Zukunft zu produzieren. Mir gefällt außerdem die Haptik der Produkte, das Design und eben die Philosophie, Kindersachen nachhaltig zu vertreiben. Die Produkte eignen sich optimal als Geschenke, oder vielleicht auch mal für die eigenen Kinder.

Sonntag, 1. Dezember 2024

Bienen mit KI retten

Bienen sind für unser Ökosystem unverzichtbar. Sie tragen maßgeblich zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei und sichern die Produktion vieler Lebensmittel wie Obst und Gemüse. Daher ist die Rettung der Bienen entscheidend für Umwelt und Ernährung.

Mittlerweile sind Bienen zunehmend bedroht, vor allem durch die Varroamilbe. Dies ist ein Parasit, der mitverantwortlich für das Bienensterben ist. Ein 17-jähriger Schüler aus Pforzheim namens Sebastian Stepphuhn hat nun eine innovative Lösung gegen das Bienensterben erfunden. Mit künstlicher Intelligenz (KI) will er die Varroamilbe erkennen und gezielt bekämpfen.

Dabei werden mithilfe eines Kamerasystems die winzigen Milben automatisch vor einem befallenen Stock erkannt. Mit Druckluft in einer entwickelten Apparatur werden die befallenen Bienen automatisch aussortiert. Dadurch müssen nur die befallenen Bienen behandelt werden, was die restlichen Tiere schützt und den Einsatz von Chemikalien minimiert.

Bee Ai nennt Sebastian dieses Projekt und hat Mitte November damit beim Finale des Bundeswettbewerbs KI in Tübingen den Hauptpreis gewonnen. Die Arbeit zeigt, wie Technologie und Umweltbewusstsein kombiniert werden können, um innovative Lösungen für globale Herausforderungen zu finden.

Quellen:

Donnerstag, 21. November 2024

Klimaschonendes Bauen: Stroh statt Styropor

Das Bauen mit Stroh als Dämmmaterial gewinnt zunehmend an Beliebtheit im Bereich des nachhaltigen Bauens. Stroh ist ein umweltfreundlicher, kostengünstiger und effizienter Baustoff. Der Einsatz von Stroh bietet nicht nur eine positive CO₂-Bilanz, sondern auch eine hervorragende Dämmwirkung und ein angenehmes Raumklima.

  • Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit: Stroh ist ein Nebenprodukt der Landwirtschaft und fällt bei der Getreideproduktion in großen Mengen an. Es ist ein nachwachsender Rohstoff und im Unterschied zu konventionellen Dämmstoffen ist Stroh vollständig biologisch abbaubar.
  • Gute Dämmung und Energiebilanz: Strohballen bieten hervorragende Wärme- und Schalldämmung. Die wärmedämmenden Eigenschaften sorgen dafür, dass weniger Heizenergie benötigt wird, was den Energieverbrauch des Hauses senkt und Kosteneinsparungen bedeutet. Im Winter bleibt die Wärme in einem strohgedämmten Haus länger erhalten und im Sommer schützt das Stroh vor Überhitzung.
  • Gesundheit und Raumklima: Stroh ist frei von Schadstoffen und trägt zu einem gesunden Raumklima bei. Es fördert eine natürliche Feuchtigkeitsregulierung und verhindert die Bildung von Schimmel.

Stroh als Dämmmaterial bietet viele Vorteile, hat aber auch einige Nachteile und Herausforderungen, die beim Hausbau berücksichtigt werden sollten. Herausforderungen treten insbesondere im Bereich des Brandschutzes und der Bauvorschriften auf. In vielen Ländern gelten strenge Brandschutzanforderungen, denen Strohdämmung durch zusätzliche Brandschutzbeschichtungen oder bauliche Maßnahmen gerecht werden muss. Darüber hinaus ist es wichtig, dass das Stroh trocken und gut vor Feuchtigkeit geschützt ist, da die Dämmwirkung sonst beeinträchtigt werden könnte.

Auch in der 45-minütigen Dokumentation "Stroh statt Styropor? Klimaschonendes Bauen" (https://www.ardmediathek.de/video/br-story/stroh-statt-styropor-klimaschonendes-bauen/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL3ZpZGVvLzgxZGI1MDZmLWI1N2QtNDQyNC1hNDhjLTM2OTFmMzg2NjQ5NQ (zuletzt aufgerufen: 20.11.2024)) wird Stroh als umweltfreundliche Alternative zu traditionellen Dämmmaterialien wie Styropor im Bauwesen untersucht. Der Film hebt die Nachhaltigkeit von Stroh hervor, insbesondere seine natürliche Verfügbarkeit, den geringen CO²-Fußabdruck und die hohe Dämmleistung. Darüber hinaus zeigt die Doku, wie dieses traditionelle Baumaterial in der modernen Architektur wiederentdeckt und an aktuelle Bauvorschriften angepasst wird.

Fazit: Mit dem entsprechenden Know-how und bei Einhaltung der baulichen Vorschriften können Gebäude mit Strohdämmung zu einem Beispiel für ökologisches und nachhaltiges Bauen werden.

Dienstag, 12. November 2024

Bald in Ludwigsburg: Foodsharing-Café "Blätter & Teig"

Bald soll es in Ludwigsburg ein Foodsharing-Café geben! In Stuttgart gibt es bereits eins, das erste deutschlandweit (Raupe Immersatt, Johannesstr. 97, 70176 Stuttgart). In Foodsharing-Cafés gibt es keine Preise, sondern die Gäste bezahlen, was sie können und wollen. 

Das Foodsharing-Café in Ludwigsburg soll ein Container sein, der mit der Zeit im Landkreis Ludwigsburg wandern wird, um die Foodsharing-Idee zu verbeiten. Die geretteten Lebensmittel sollen in einer Vitrine ausgestellt werden. Kaffee, Tee und weitere Dinge, die nicht über Foodsharing ins Café gebracht werden können, sollen nachhaltig eingekauft werden. Neben dem Café soll es dort außerdem einen "Fairteiler" geben. Dort können Lebensmittel kostenlos hingebracht und abgeholt werden. 

Damit das Foodsharing-Café in Ludwigsburg Wirklichkeit wird, wurde eine Crowdfunding Kampagne gestartet, die bereits ihr Ziel erreicht hat (20.000 Euro). Dank der Baden-Württemberg-Stiftung, die sich mit dem Programm „Gesellschaft & Natur - Generationenpakt Nachhaltigkeit“ zum Ziel gesetzt hat, Projekte rund um die biologische Vielfalt und klimaschonende Handlungsweisen zu unterstützen, wird jeder gespendete Betrag verdoppelt.

Ein Teil des Geldes wird neben der Anschaffung des Containers für die Anschaffung der notwendigen Grundausstattung verwendet: eine Kaffeemaschine, Second-Hand-Möbel und ein (Kühl)-Schrank für die foodsharing-Produkte. Mit Geldern, die übrig bleiben, sollen Waldflächen in Baden-Württemberg erworben werden. Obwohl der Zielbetrag schon erreicht wurde, läuft das Crowdfunding noch 8 Tage.Wer das alles cool findet, kann also noch spenden und in Zukunft das neue Café genießen.

Was ist Foodsharing? Foodsharing ist eine Initiative zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung. Überschüssige Lebensmittel werden von ehrenamtlichen Mitgliedern von Supermärkten, Bäckereien, ... eingesammelt und verteilt. Dazu werden auch sogenannte "Fairteiler" benutzt. Ziel ist es, Ressourcen zu schonen und die Wertschätzung für Lebensmittel in der Gesellschaft zu fördern.

Links:

toolbot - Werkzeug mieten leicht gemacht

https://www.toolbot.de/ ist ein vollautomatisierter Mietservice für Werkzeuge. Vom Akkuschrauber bis zum Winkelschleifer stehen unterschiedlichste Mietwerkzeuge in Automaten zur Verfügung. Aber warum sollten wir Werkzeug lieber mieten, anstatt es uns zu kaufen? Toolbot bietet einige Vorteile, vor allem für Studierende, die oft wenig Platz und Geld zur Verfügung haben.

  • Günstig: Das vollautomatisierte toolbot-System kommt ohne viel Personalaufwand aus. Deshalb profitieren Kunden von günstigen Stunden- bzw. Tagespreisen.
  • Nachhaltig: Wer Werkzeug mietet, statt es zu kaufen, leistet einen Beitrag zum Schutz unserer Umwelt. Mit jedem geteilten Werkzeug werden CO2-Emissionen und Ressourcen eingespart.
  • Versichert: Die Werkzeuge von toolbot sind versichert, auch wenn man sich nicht so gut mit der Bedienung von Werkzeugen auskennt.

Toolbot gibt es bisher nur in Berlin, jedoch sollte das Mieten bzw. das gemeinsame Nutzen von Werkzeugen viel mehr verbreitet werden, sodass wir unnötige Käufe von Werkzeugen vermeiden und diese nicht nur in der Garage oder im Keller rumliegen.

Donnerstag, 31. Oktober 2024

MoEa Sneaker: Stilvolle Nachhaltigkeit aus Pflanzenresten

Nachhaltiger Konsum spielt eine immer größere Rolle in unserer Gesellschaft, da die Auswirkungen unseres Konsumverhaltens auf die Umwelt und soziale Strukturen zunehmend sichtbar werden. Die Modeindustrie steht hierbei besonders im Fokus, denn sie trägt wesentlich zur Umweltbelastung und Ressourcenverschwendung bei. Nachhaltige Mode setzt hier einen neuen, umweltfreundlicheren und sozial gerechteren Standard, indem sie ökologische und soziale Kriterien bei der Herstellung von Kleidung, Schuhen und Accessoires berücksichtigt. Dies bedeutet den Einsatz umweltfreundlicher Materialien, die Förderung fairer Arbeitsbedingungen und die gezielte Reduzierung von Abfall und Umweltverschmutzung.

Ein wesentlicher Aspekt nachhaltiger Mode ist der Einsatz innovativer, umweltfreundlicher Materialien. So wird Biobaumwolle ohne den Einsatz von Pestiziden und synthetischen Düngemitteln angebaut, und recycelte Materialien wie Polyester tragen zur Abfallreduktion bei. Darüber hinaus gewinnen natürliche Fasern wie Hanf, Leinen oder Bambus an Bedeutung, da sie biologisch abbaubar sind und einen vergleichsweise geringen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Doch nicht nur traditionelle Naturfasern, sondern auch neuartige Materialien aus pflanzlichen Abfällen bieten viel Potenzial.

Ein bemerkenswertes Beispiel sind die Sneaker von MoEa, die mit biobasierten, veganen Rohstoffen wie Ananas, Kaktus, Apfel und Traubenresten hergestellt werden. Diese Materialien stammen beispielsweise aus der italienischen Fruchtsaftindustrie und sind nicht nur umweltschonend, sondern machen die Schuhe auch atmungsaktiv und widerstandsfähig.

Der innovative Materialmix bei MoEa wird ergänzt durch den Einsatz von Biobaumwolle und recycelten Materialien, wodurch die Sneaker vollständig tierfreundlich und ökologisch nachhaltig gestaltet sind. Das Unternehmen zeigt zudem eine transparente Offenlegung seines CO₂-Fußabdrucks, was Verbraucherinnen und Verbrauchern ermöglicht, die Umweltwirkung ihrer Kaufentscheidung besser zu verstehen. MoEa produziert in Portugal unter fairen Bedingungen und zeigt damit, wie sozial verantwortliche Arbeitsbedingungen in die Produktionskette integriert werden können. Durch recycelbare Materialien und die Förderung der Kreislaufwirtschaft leistet das Unternehmen einen wertvollen Beitrag zur Abfallreduktion und zur Minimierung der Umweltbelastung.

Neben umweltfreundlichen Materialien sind faire Arbeitsbedingungen ein zentraler Bestandteil der nachhaltigen Mode. Unternehmen achten darauf, dass faire Löhne gezahlt und sichere Arbeitsumgebungen geboten werden. Kinderarbeit wird konsequent abgelehnt, stattdessen setzen sich nachhaltige Modeunternehmen für Bildung und Entwicklung ein. Verbraucherinnen und Verbraucher haben eine Schlüsselrolle im Erfolg nachhaltiger Mode: Durch bewusste Kaufentscheidungen und Pflege oder Reparatur ihrer Kleidung tragen sie aktiv zu einem nachhaltigeren Konsumverhalten bei. Second-Hand-Shopping und Kleidertauschpartys sind weitere beliebte Initiativen, die einen nachhaltigen Lebensstil fördern.

Die Sneaker von MoEa zeigen auf inspirierende Weise, wie nachhaltige Mode auf moderne und attraktive Weise umgesetzt werden kann. Sie verbinden stilvolles Design mit höchster Funktionalität und bieten eine komfortable, langlebige Alternative zu konventionellen Schuhen. Gleichzeitig veranschaulichen sie das Potenzial einer Kreislaufwirtschaft und den positiven Einfluss, den umweltbewusste Materialien auf die gesamte Modeindustrie haben können. MoEa hebt damit nicht nur nachhaltige Mode auf ein neues Niveau, sondern beweist auch, dass ethischer Konsum weder auf Komfort noch auf Stil verzichten muss – ein wichtiger Schritt hin zu einer umweltbewussteren Zukunft. 

Quellen:

Dienstag, 22. Oktober 2024

Sonnenblume statt Soja

Als jemand, der seinen Fleischkonsum reduzieren möchte, stieß ich nach vielen Hackfleischersatzprodukten auf ein sehr gutes Sojagranulat vom Drogeriemarkt meines Vertrauens. Bisher erfüllte es seinen Zweck, doch im Laufe der Zeit suchte ich nach einer umweltfreundlicheren Alternative als Soja. Ein Freund empfahl mir ein „Sonnenblumenhack“, das sich von den Rohgranulaten, zumindest vom Aussehen, kaum von der Sojaalternative unterschied.

Diese Entdeckung erwies sich als so gut, dass ich euch hier im Blog davon berichten möchte. Denn dieser Fleischersatz ist nicht nur deutlich nachhaltiger, sondern auch vom Geschmack und den Nährwerten besser als ein Sojagranulat. Außerdem hat dieser Hackfleischersatz ein deutlich längeres MHD als Fleisch und ist dadurch lange in der Speisekammer lagerbar.

Das Sonnenblumenhack basiert auf Sonnenblumenprotein und bietet reichlich pflanzliches Eiweiß und Ballaststoffe, ist frei von Gluten und zu 100 % aus biologischem Anbau.

Warum Sonnenblumen und nicht Soja?

Der Anbau von Soja steht oft in der Kritik, da er erhebliche ökologische Probleme mit sich bringt. Die großflächige Rodung von Regenwäldern, um Platz für Sojaplantagen zu schaffen, schädigt die Biodiversität und führt zu einem enormen Verlust an Lebensräumen für Tiere. Außerdem benötigt Soja im Vergleich zu Sonnenblumen viel mehr Wasser, und ein Großteil der weltweiten Sojaproduktion wird für Tierfutter verwendet, was den ökologischen Fußabdruck weiter belastet.

Sonnenblumen hingegen sind in Europa heimisch und können unter weniger intensiven Bedingungen angebaut werden. Sie benötigen weniger Wasser, keine tropischen Klimabedingungen und bieten eine nachhaltige Alternative zu Soja. Durch den Anbau in gemäßigten Klimazonen, wie in Europa, wird der Transportweg verkürzt und die CO2-Bilanz verbessert. Außerdem fördern Sonnenblumen durch ihre Fruchtfolge die Bodengesundheit und tragen zur Biodiversität bei.

Das Sonnenblumenhack ist nicht nur für Menschen interessant, die ihren Fleischkonsum reduzieren möchten, sondern auch für alle, die bewusster leben und dabei auf nachhaltige, umweltfreundliche Produkte setzen möchten.

https://shop.sunflowerfamily.de/products/sonnenblumenhack

Mittwoch, 16. Oktober 2024

Pyramide des nachhaltigen Konsums

Ich bin bei meiner Recherche zu nachhaltigem Konsum auf die „Pyramide des nachhaltigen Konsums“ gestoßen. Diese Pyramide zeigt an, wie ein nachhaltigeres Leben gelebt werden kann. Bei zukünftig potenziellen Kaufentscheidungen kann die Pyramide herangezogen werden, um sich beim Kauf von Produkten bewusster zu werden, ob man diese braucht, und somit auch eventuell weniger konsumiert.

Nachhaltig leben kann manchmal kompliziert sein, die Pyramide des nachhaltigen Konsums kann dabei helfen, den eigenen Konsum zu überprüfen. Die Pyramide ist aufgebaut wie die Maslowsche Bedürfnishierarchie. Wie auch bei Maslow stehen in den unteren Ebenen die wichtigsten Prinzipien. Für ein möglichst nachhaltiges Konsumverhalten liest man die Pyramide also von unten nach oben.

1. Stufe: „Nutzt, was ihr habt“: Am nachhaltigsten ist es, gar nichts Neues zu kaufen. Je länger wir etwas nutzen (Smartphones, Kleidung, etc.), desto weniger Ressourcen und Energie verschwenden wir.

2. Stufe: „Repariert, was ihr habt“: Indem du Dinge reparierst, kannst du das, was du schon hast, viel länger nutzen und somit Ressourcen und deinen Geldbeutel schonen. Viele Baumärkte oder der Elektrofachhandel bieten Reparaturservice an.

3. Stufe: „Leiht aus“: Nicht alles, was man braucht, hat man schon zu Hause. Es gibt jedoch genug Möglichkeiten sich Dinge auszuleihen, anstatt sie zu kaufen. Viele Dinge kann man sich von Bekannten ausleihen, es gibt jedoch auch Plattformen oder Verleihdienste über die man sich Dinge ausleihen kann. Beispiele:

  • Bücher: Über Büchereien kann man zu einem kleinen Preis viele verschiedene Bücher ausleihen.
  • Werkzeug wird oftmals über Baumärkte verliehen.
  • Auch Kostüme oder Kleider für bestimmte Anlässe können über Verleihe ausgeliehen werden.
  • Auch Kleidung oder Taschen können bei verschiedenen Anbietern für eine gewisse Zeit ausgeliehen werden. Vorteil: Wenn die Teile dir nicht mehr gefallen, dann kannst du sie ganz einfach zurückgeben.

4. Stufe: „Tauscht“: Auf Tauschbörsen kannst du die Dinge, die du nicht mehr brauchst, loswerden und gegen neue eintauschen.

5. Stufe: „Kauft gebraucht“: Wenn du etwas brauchst und du es nicht tauschen kannst, dann kannst du das benötigte Produkt auch gebraucht kaufen. Auch dadurch werden Ressourcen geschont.

6. Stufe: „Macht selber“: In vielen Bereichen ist es nicht einfach, Dinge selber zu machen, aber es kann in manchen Bereichen eine gute Alternative sein. Im Bereich Kochen sollte von hochverarbeiteten Produkten Abstand genommen werden und lieber selber gekocht werden. Auch Kleidung stricken kann eine gute Alternative sein.

7. Stufe: „Kauft neu“: Wenn alle vorherigen Stufen nicht geeignet sind, um an das Produkt zu gelangen, dann greift die letzte Stufe. Aber auch beim neu kaufen kann auf eine ökologisch und faire Herstellung geachtet werden.

Quelle: https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/umwelt-haushalt/nachhaltigkeit/nachhaltigkeit-im-alltag-die-pyramide-fuer-nachhaltigen-konsum-98094

Dienstag, 16. Juli 2024

Journalismus im Klimawandel

Deutschlandfunk Nova hat in der Podcast-Reihe "Hörsaal" einen hervorragenden Vortrag des profilierten Journalisten und Journalismusforschers Wolfgang Blau veröffentlicht, bei dem man nicht nur sehr viel über Journalismus im allgemeinen lernt (Ethos, Nachrichtenwert etc.), sondern auch viel Interessantes über die Spezifika der Thematik Klimawandel: "Wie der Klimawandel den Journalismus verändert" - unbedingt anhören...

"Die Klimakrise ist kein Ereignis. Sie ist ein Prozess. Ein Prozess, der nichts unberührt lässt und uns den Rest unseres Lebens beschäftigen wird", sagt der Klimakommunikations-Experte Wolfgang Blau. Folglich brauche auch der Journalismus eine Anpassung und Neujustierung.

Donnerstag, 11. Juli 2024

FC St. Pauli veröffentlicht Gemeinwohl-Bilanz

Es ist halt ein besonderer Fußballverein: Als erster Profi-Fußballclub weltweit hat der FC St. Pauli eine Gemeinwohl-Bilanz veröffentlicht. Dabei schnitt der Verein mit 527 Punkten gut ab. Die Pressemitteilung mit weiterführenden Links findet man hier: https://www.fcstpauli.com/news/fc-st-pauli-veroffentlicht-als-erster-profi-fussballclub-eine-gemeinwohl-bilanz

Samstag, 29. Juni 2024

Filmfestival "Kino for Future" in Tübingen

Das Tübinger Filmfestival „Kino for Future“ passt genau zu unserem Projektseminar "Zukünftige Freiheiten". Es läuft am 5./6. Juli 2024 im Kino Museum in Tübingen (Am Stadtgraben 2, 72070 Tübingen). Sechs hochwertige Filme adressieren Probleme der Klimakrise: industrielle Agrarproduktion, Leben mit Hitzestress, Kriminalisierung zivilen Ungehorsams oder Erhalt und Pflanzung von Waldflächen. Die Werke zeigen auch Lösungen auf, wie unsere Welt in Zukunft bewohnbar und lebenswert bleiben kann. Zu jedem Film gibt es Gäste und Diskussionen sowie ein Rahmenprogramm im Foyer. Der Eintritt zu allen sechs Vorstellungen ist frei! Mehr Informationen findet man hier: https://www.kino-for-future.de/programm.html. Und Tübingen ist ohnehin immer eine Reise wert...

Freitag, 5. April 2024

COP28 im Kontext der vorangegangenen Klimakonferenzen

„Das Recht auf Entwicklung muss so verwirklicht werden, dass den Entwicklungs- und Umweltbedürfnissen der heutigen und der kommenden Generationen in gerechter Weise entsprochen wird“ (Rio-Erklärung Grundsatz 3).

Dieser Grundsatz wurde 1992 bei der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro von den Vereinten Nationen (VN) festgelegt. Damals kamen Vertreter*innen aus 178 Ländern zusammen, um über Fragen zu Umwelt und Entwicklung im 21. Jahrhundert zu beraten. Die Rio-Konferenz führte zu wichtigen klimapolitischen Ergebnissen wie der Agenda 21 und der Rio-Erklärung und endete mit der Unterzeichnung der Klimakonvention durch 154 Staaten. Die Klimakonvention, die zwei Jahre später in Kraft trat, beinhaltete in Artikel 2

„... das Ziel der Stabilisierung der Treibhausgasemissionen in der Atmosphäre auf einem Niveau, das eine gefährliche anthropogene Störung des Klimas verhindert sowie dessen Folgen abmildert“ (Simonis et al. 2017, S. 267).

Angekommen im 21. Jahrhundert, ist dieses Ziel als nicht verwirklicht anzusehen. Waren es im Jahr der Rio-Konferenz 1992 noch 23.230 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen, so sind es 2022 37.150. (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/37187/umfrage/der-weltweite-co2-ausstoss-seit-1751/). Die Treibhausgasemissionen sind seit 1992 – mit Ausnahme der Zeit der Covid-19-Pandemie – konstant angestiegen. Und das, obwohl die VN 1995 bei der ersten COP (Conference of the Parties) in Berlin das Berliner Mandat veröffentlichten, das als Basis für das 1997 verabschiedete Kyoto-Protokoll diente und in dem sich die Vertragsstaaten einigten, den Ausstoß von Treibhausemissionen zu senken (Vgl. Simonis et al. 2017, S.267). Die damalige deutsche Umweltministerin Angela Merkel sprach auf der COP zu den VN:

"Wie wir hier in Berlin miteinander reden, wie wir fähig sind, Probleme zu lösen, wird ein Symbol dafür sein, ob es gelingen kann, globale Probleme gemeinsam in Angriff zu nehmen oder nicht."

Gut gesprochen, doch sinnbildlich für das „gemeinsam in Angriff nehmen der globalen Probleme“ und das Einhalten des Kyoto-Protokolls steht die USA, die mit dem Argument, dass Industrienationen bei der Reduktion des Treibhausgasausstoßes eine größere Last tragen als Entwicklungsländer, 2001 aus dem Protokoll wieder austraten (Vgl. Simonis et al. 2017, S.267). Die Treibhausgasemissionen sind trotz des verabschiedeten Kyoto-Protokolls stetig gestiegen und so hat es von Rio an 23 Jahre gebraucht, bis 2015 auf der COP 21 in Paris das Pariser Klimaabkommen verabschiedetet wurde, mit dem Ziel, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf 1,5 °C – mit einer Obergrenze von 2 °C – zu beschränken. 8 Jahre später gilt das 1,5-°C-Ziel als nicht mehr realistisch und auch die Obergrenze von 2 °C ist stark gefährdet (Vgl. von Brackel et al.).

So kamen Ende des Jahres 2023 die Vertreter der Nationen in Dubai zusammen, um auf der COP 28 wieder einmal darüber zu verhandeln, wie die Welt den voranschreitenden Klimawandel aufhalten kann. Doch wenn das 2 °C Ziel stark gefährdet ist und die Treibhausgaswerte weiter ansteigen, kommen Fragen auf:

  • Wie gedenken die VN, die Treibhausgasemissionen zu verringern?
  • Wieso hat es von der Rio-Konferenz an 23 Jahre gedauert, bis das Pariser Abkommen verabschiedet wurde?
  • Auf welche Maßnahmen konnten die VN sich im Kampf gegen den Klimawandel einigen?
  • Welche Rolle und Verantwortung nehmen die Industrienationen ein?

Diese Seminararbeit wird sich mit einer Einordnung der COP28 in die Entwicklung der vorangegangenen Klimakonferenzen befassen und einen Überblick über die komplexe Klimapolitik der Vereinten Nationen geben.

Donnerstag, 28. März 2024

Ergänzende Texte zum Seminar "Zukünftige Freiheiten"

Die folgende Auswahl an Texten soll als Anregung dienen, sich mit weiterführenden Aspekten der Thematik "Nachhaltigkeit und Freiheit" auseinanderzusetzen (Seminar "Zukünftige Freiheiten" im SoSe 2024):

Thomas Assheuer: Die Panik der liberalen Geister.
Freiheit! Die verlangen Kritiker der Corona-Maßnahmen zurück. Der Preis wären Tote. Und die Pandemie ist nur eine Vorbotin kommender Krisen. Über die Zukunft der Freiheit, 10.05.2021, ZEIT ONLINE, Link: https://www.zeit.de/kultur/2021-05/freiheit-corona-todeszahlen-liberalismus-politik-kulturbetrieb/komplettansicht 

Michael Bröning: Die autoritäre Verlockung.
Der Grundwert der Freiheit muss auch gegen den Illiberalismus von links verteidigt werden, 05.10.2021, IPG, Link: https://www.ipg-journal.de/rubriken/demokratie-und-gesellschaft/artikel/die-autoritaere-verlockung-5468/ 

Felix Ekardt: Erst mehr Klimaschutz ermöglicht Freiheit.
Grenzenlose Selbstverwirklichung, aber auch eine radikale Ökodiktatur können die Freiheit ruinieren, 20.10.2023, ZEIT ONLINE, Link: https://www.zeit.de/wirtschaft/2023-10/energiewende-klimawandel-freiheit-oel-klimaklage-selbstverwirklichung 

Sebastian Gierke: Wenn Freiheit sich selbst zerstört.
Liberalismus verkommt zu einem Machterhaltungsmittel für die Mächtigen. Wenn sich daran nichts ändert, wird Freiheit bald nicht mehr begeistern, dann wird sie vor allem gefürchtet, 30.11.2020, Süddeutsche Zeitung, Link: https://www.sueddeutsche.de/politik/freiheit-liberalismus-marktliberalismus-1.5129772 

Peter Graf Kielmansegg: Freiheit! Welche Freiheit?
Alle Freiheitsprogramme der Moderne tragen das Risiko des Scheiterns in sich. Denn sie haben eine zivilisatorische Dynamik in Gang gesetzt, die wir nicht mehr zu steuern vermögen. In der Klimakrise ist nur noch Notwendigkeit, ob wir es begreifen oder nicht, 26.03.2023, FAZ, Link: https://zeitung.faz.net/faz/politik/2023-03-27/freiheit-welche-freiheit/876271.html

Christian Krell: Die Allianz der Freiheitsfeinde.
Streit um die Reichweite staatlichen Handelns muss sein. Doch bei den Demonstrationen in Berlin ging es darum, das eigene Ich über alles zu stellen, 02.09.2020, IPG, Link: https://www.ipg-journal.de/regionen/europa/artikel/die-allianz-der-freiheitsfeinde-4611/ 

Robert Misik: Nur die halbe Freiheit.
Von Rechten besetzt, verkommt der Begriff „Freiheit“ zur Floskel. Die politische Linke sollte dagegenhalten, 02.02.2023, IPG, Link: https://www.ipg-journal.de/rubriken/demokratie-und-gesellschaft/artikel/nur-die-halbe-freiheit-6483/ 

Hedwig Richter / Bernd Ulrich: Demokratie und Revolution.
Revolution. Nicht weniger als das braucht es, damit unsere Demokratie in all den Krisen überleben kann, 16.04.2024, ZEIT 16/2024, Link: https://www.zeit.de/2024/16/demokratie-und-revolution-krisen-rechtsruck/komplettansicht

Jonas Schaible: Gefährdete Freiheit in der Krise: Es ist Zeit für eine wehrhafte Klimademokratie, 31.03.2023, Der Spiegel 14/2023, Link: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gefaehrdete-freiheit-in-der-klimakrise-demokratie-im-feuer-a-39152c01-9060-4d2b-911b-c7c3377b612f 

Gustav Seibt: Liberalismus: Gegen jede Übermacht.
"Liberalismus der Furcht": Im Werk der 1992 verstorbenen Politologin Judith Shklar findet sich der Freiheitsbegriff der Stunde. Was bedeutet er für unsere Gegenwart?, 14.03.2024, Süddeutsche Zeitung, Link: https://www.sueddeutsche.de/kultur/judith-shklar-liberalismus-der-furcht-rezension-1.6433851?reduced=true 

Bernd Ulrich: Die Befreiung der Freiheit.
In Karlsruhe wurde das höchste Gut der Gesellschaft neu definiert: die Freiheit. Ökologisch blinder Liberalismus, nur aufs eigene Wohl bedacht, ist gegen das Grundgesetz, 30.04.2021, ZEIT ONLINE, Link: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-04/karlsruhe-bundesverfassungsgericht-klimaschutz-urteil-grundgesetz-freiheit/komplettansicht 

Uwe Volkmann: Im Dienst der guten Sache.
Anmerkungen aus Anlass des Klimabeschlusses des Bundesverfassungsgerichts, Merkur Heft 875, April 2022, Link: https://www.merkur-zeitschrift.de/artikel/im-dienst-der-guten-sache-a-mr-76-4-5/ 

Heinrich Wefing: Meine Freiheit oder deine?
Die Pandemie und ein epochales Klima-Urteil stellen die Gesellschaft vor eine neue Zerreißprobe, 07.05.2021, ZEIT ONLINE, Link: https://www.zeit.de/2021/19/grundrechte-freiheit-einschraenkung-corona-klima-krise-klimaschutzgesetz-bevoelkerung/komplettansicht

Empfehlungen für politische Dokumentarfilme

Das Seminar "Zukünftige Freiheiten" im SoSe 2024 ist Teil eines größeren Projekts, in dessen Rahmen auch Dokumentarfilme erstellt werden. In diesem Zusammenhang haben die Verantwortlichen (Felix Heidenreich und Ragnar Müller, v.a. aber Maria Mohr und Peter Ott) einige sehenswerte politische Dokumentarfilme zusammengetragen, um in das Genre eintauchen zu können:

  • Ruth Beckermann: Waldheims Walzer
  • David Bernet: Democracy (auf der bpb-Website)
  • Christiane Büchner: PereSTROIKA
  • Ken Burns & Lynn Novick: The Vietnam War (2017)
  • Harun Farocki: Zwischen zwei Kriegen, Etwas wird sichtbar, Bilder der Welt und Inschrift des Krieges, Leben BRD, Nicht ohne Risiko, Zum Vergleich, ...
  • Thomas Heise: Stau (auf der bpb-Website)
  • Karin Jurschik: Playing God, Krieg und Spiele
  • Romuald Karmakar: Das Himmler-Projekt, Hamburger Lektionen, Angriff auf die Demokratie – Eine Intervention, ...
  • Torsten Körner: Die Unbeugsamen
  • Gerd Kroske: Striche ziehen, SPK Komplex
  • Claude Lanzmann, Shoah (1985)
  • Carmen Losmann: Oeconomia
  • Dror Moreh: The Gatekeepers (2012)
  • Joshua Oppenheimer: The Act of Killing
  • Anja Salomonowitz: Kurz davor ist es passiert
  • Helke Sander: Befreier Befreiter, Redupers, Die allseitig reduzierte Persönlichkeit (1978)
  • Straub-Huillet: Trop tôt, trop tard
  • Erwin Wagenhofer: We feed the world (2005)

Montag, 25. März 2024

Elektromobilität und Bekämpfung der Klimakrise

Kaum ein Thema wird derzeit so kontrovers diskutiert wie das des Elektroautos. Für die einen sind sie Technologieträger und zukunftsweisende Technik, für die anderen ein Schwindel und eine unzureichende Alternative. Mit Elon Musk hat die Szene eine ideale Gallionsfigur. Der Multimilliardär wird vergöttert und gehasst. Seine Firma Tesla brachte das Elektroauto, vor allem aber auch den eigenen Aktienkurs, in den Fokus.

Dabei ist die Kontroverse nicht überraschend. Die Klimakrise ist allgegenwärtig, Antworten finden sich nur schleichend. Die Folgen sind vielfältig, die Ursachen eindeutig. Aus dieser Problematik leitet sich die Leitfrage dieser Arbeit ab: Können Elektroautos eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung der Klimakrise spielen?

Um diese Frage beantworten zu können, wird zunächst grob umrissen, welche Problematik bei der Klimakrise vorherrschend ist und welche Folgen diese mit sich bringt. Anschließend werden kurz die Ursachen sowie die Rolle der fossilen Brennstoffe untersucht. Im Anschluss wird das Elektroauto selbst genauer betrachtet. Funktion sowie verschiedene Arten mit Vor- und Nachteilen werden skizziert.

Im dritten Abschnitt wird der wohl größte Punkt von Kritikern aufgenommen, nämlich die Frage, wie es um die tatsächliche Klimabilanz von Elektroautos, vor allem im Vergleich zu Verbrennern, bestellt ist. Im letzten Abschnitt werden die notwendigen Veränderungen für einen Wandel zur elektrischen Mobilität beleuchtet. Zentral sind dabei die Energiewende und die notwendigen Maßnahmen zur Schaffung einer entsprechenden Infrastruktur.

Mittwoch, 21. Februar 2024

Hoffnung in der Klimakrise - Gespräch mit Gabriel Baunach

Optimismus ist Mangelware in den Debatten um Klimaschutz (wie auch in unserem Nachhaltigkeitsseminar). Der folgende Podcast aus der Reihe SWR1 Leute liefert Anhaltspunkte: "Darum brauchen wir den ökolologischen HANDabdruck". Die Beschreibung auf der Website lautet:

"Klimabewussteres Konsumverhalten, übertriebene Öko-Moral oder asketischer Verzicht jeder einzelnen Person reichen nicht aus, um uns gegen die Klimakrise zu stemmen und den Planeten lebenswert zu halten. Dieser Meinung ist Klimakommunikator und Buchautor Gabriel Baunach. Den bekannten ökologischen Fußabdruck erklärt er als das Ergebnis einer gigantischen Marketingkampagne eines Mineralölkonzerns. (...) Deshalb ist für ihn der ökologische Handabdruck auch wichtiger. Der entstand, als ein kleines Mädchen bei einem Projekt vor Jahren meinte, dass sie mehr Gutes anstatt nur weniger Schlechtes für die zukünftige Nachhaltigkeit tun wolle. Daraus ergab sich eine Art Messgröße für positives Handeln. Einen "optimistischen und motivierenderen Gegenentwurf zum Fußabdruck", nennt ihn Baunach: Nicht jeder alleine, sondern in der Gruppe die größeren Hebel bewegen, um die Klimakrise doch noch abzuwenden."

Montag, 12. Februar 2024

Wasserstoff-Hype: FDP-Fetisch oder Chance auf emissionsarme Energie?

Ein Beitrag von Tarkan Davarci 

Wasserstoff als Schlüssel zur Dekarbonisierung und als Heilsbringer zur Erreichung der Klimaziele – Technik und Markt würden dieses Problem lösen, so die FDP. Die Erwartungen der FDP sind hoch. Nicht nur E-Fuels sind hoch im Trend, auch Gasheizungen sollen immenses Potential für den Betrieb mit Wasserstoff bieten.

Wasserstoff hat in den letzten Jahren nicht nur verstärkt das Interesse der FDP auf sich gezogen, sondern auch Regierungen, Unternehmen und die breite Öffentlichkeit schauen hin. Als potenziell emissionsarme Energiequelle wird Wasserstoff vermehrt als Lösung für die globalen Herausforderungen des Klimawandels und der Energiewende gepriesen. Doch die Frage bleibt bestehen: Ist der Wasserstoff-Hype lediglich auf politisches Drängen der FDP in den Fokus gerückt oder birgt Wasserstoff eine reale Chance, unsere Energieversorgung und energieintensive Wirtschaft nachhaltiger zu gestalten?

Mittwoch, 31. Januar 2024

Solares Geoengineering - Chancen und Risiken

Ob durch Spiegel im All, künstlich erzeugte Wolken oder Partikel in der Stratosphäre, die technischen Möglichkeiten, Einfluss auf das Klima zu nehmen, scheinen in einer Welt, die zunehmend mit den Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert wird, grenzenlos (vgl. Deutschlandfunk 2023).

Geoengineering steht für den Versuch, gegen die steigenden Temperaturen und CO₂-Emissionen anzukämpfen und das Klimasystem der Erde zu beeinflussen. Während die‌ wissenschaftliche‌ Erforschung dieser Technologien immer weiter fortschreitet, rückt auch die‌ politische‌ Machbarkeit solcher Eingriffe‌ in den Fokus von internationalen Debatten und politischen Agenden. Doch was ist solares Geoengineering und wie funktioniert es, welche politischen Risiken birgt es und wie umsetzbar erscheint dieses Vorhaben derzeit? Diesen Fragen will die folgende Arbeit nachgehen.

Zunächst soll Geoengineering im allgemeinen und solares Geoengineering im besonderen dargestellt werden. Neben der Vorstellung verschiedener Konzepte des solaren Geoengineerings soll auch die technologische Machbarkeit dargestellt werden. Der nächste Abschnitt beschäftigt sich mit der politischen Seite des solaren Geoengineerings. Die politischen Risiken sollen thematisiert werden. Zudem sollen Probleme der Umsetzbarkeit im politischen Rahmen anhand von Spieltheorien erläutert werden und das Dilemma des moralischen Risikos, das sich am solaren Geoengineering zeigt, dargestellt werden.

Dienstag, 23. Januar 2024

Nachhaltigkeitsprojekte in Saudi-Arabien

Saudi-Arabie‌‌n e‌‌rle‌‌bt e‌‌ine‌‌n tie‌‌fgre‌‌ife‌‌nde‌‌n Wande‌‌l und ste‌‌ht vor große‌‌n He‌‌rausforde‌‌runge‌‌n, die‌‌ we‌‌it übe‌‌r se‌‌in traditione‌‌lle‌‌s Image‌‌ als Öle‌‌xporte‌‌ur hinausge‌‌he‌‌n. Das Land, das übe‌r Jahrze‌hnte‌ hinwe‌g stark von de‌r Ölförde‌rung abhängig war und noch imme‌r ist, ste‌ht vor be‌sonde‌re‌n He‌rausforde‌runge‌n im Konte‌xt de‌r Nachhaltigke‌it. Im Ze‌italte‌r von globale‌r Erwärmung, Re‌ssource‌nknapphe‌it und Umwe‌ltze‌rstörung ge‌winnt das Konze‌pt de‌r Nachhaltigke‌it zune‌hme‌nd an Be‌de‌utung.

Es ist dahe‌r von große‌r Re‌le‌vanz, sich mit de‌n Be‌mühunge‌n und Initiative‌n e‌inze‌lne‌r Lände‌r ause‌inande‌rzuse‌tze‌n, die‌ darauf abzie‌le‌n, ökologische‌, ökonomische‌ und soziale‌ Nachhaltigke‌it zu förde‌rn. Mit se‌ine‌m "Vision 2030"-Programm hat das Königre‌ich ambitionie‌rte‌ Zie‌le‌ formulie‌rt, um se‌ine‌ Wirtschaft zu dive‌rsifizie‌re‌n und nachhaltige‌ Entwicklung zu förde‌rn (vgl. Benlaria et al., 2022).

Die‌se‌ Arbe‌it zie‌lt darauf ab, die‌ ve‌rschie‌de‌ne‌n Nachhaltigke‌itsproje‌kte‌ de‌s Lande‌s darzuste‌lle‌n, zu analysie‌re‌n und kritisch zu be‌we‌rte‌n. Zu Beginn wird Saudi-Arabiens Standpunkt in der Welt als Ölexporteur be‌le‌uchte‌t. De‌s We‌ite‌re‌n werden die Herausforderungen, die bei der Umstellung auf nachhaltige Projekte entstehen,‌ e‌rörte‌rt. Im Anschluss werden die Potenziale und Strategien für eine nachhaltige Energiezukunft vorgestellt.

Mittwoch, 17. Januar 2024

Gemeinwohl-Ökonomie in Höxter

In der ostwestfälischen Provinz Höxter setzen Unternehmer und Kommunalpolitiker sich aktiv für eine neue Form der Ökonomie ein. Dieser Wandel wurde initiiert, als der Apotheker Albrecht Binder dem Bürgermeister seiner Stadt das Buch "Gemeinwohlökonomie" von Christian Felber übergab. Christian Felber präsentiert in seinem Buch ein zukunftsweisendes Wirtschaftsmodell, das den Fokus von reinen Profiten auf das Wohlergehen aller Menschen legt. Es handelt sich um eine ethische Marktwirtschaft, die auf Kooperation statt Wettbewerb, Nachhaltigkeit statt Ausbeutung setzt.

Apotheker Binder setzt diese Vorstellungen bereits in seiner Apotheke um. Sieben Monate nach der Lektüre von Felbers Buch legte er die erste Gemeinwohl-Bilanz für seine Apotheke und drei Filialen vor. Dabei wurden Fragen zur ethischen Ausrichtung beantwortet, wie beispielsweise, ob Firmengelder bei einer Ethikbank angelegt sind oder wie umweltfreundlich die Angestellten zur Arbeit gelangen.

Im Mittelpunkt steht nicht der Umsatz und Gewinn, sondern unternehmerisches Handeln wird an Werten wie Menschenwürde, Solidarität, soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz und Mitspracherechten für die Angestellten gemessen. Ein Auditor überprüft diesen Bericht und vergibt Punkte.

Binder erreichte in der Bewertung 439 Punkte auf einer Skala von -3600 bis 1000. Diese positive Bewertung zeigt, dass er bereits erfolgreiche Schritte in Richtung einer nachhaltigen und sozial verantwortlichen Marktwirtschaft unternommen hat. Dazu gehören Maßnahmen wie die Verwendung eines Elektrofahrrads für Botenfahrten, kein Zeitarbeitspersonal oder die Nutzung von Recycling-Papier im Drucker.

Montag, 15. Januar 2024

Klimaschutz ohne Ökodiktatur

Jonas Schaible wird am Mo 4. März 2024 um 19:00 Uhr im Hospitalhof (Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart) sein Buch "Demokratie im Feuer. Warum wir die Freiheit nur bewahren, wenn wir das Klima retten - und umgekehrt" vorstellen. Anmelden kann man sich bei der LpB BW unter folgendem Link: https://www.lpb-bw.de/einzelansicht-aktuell/demokratie-im-feuer-04-03-2024.

Zum Thema: Klimaschutz und Demokratie, das passt für viele Menschen nicht zusammen. Den einen geht der Kampf gegen den Klimawandel zu langsam voran, während die anderen sich von einer angeblichen "Ökodiktatur" bedroht sehen. Der Journalist Jonas Schaible räumt in seinem Buch mit falschen Widersprüchen auf. Er zeigt, dass Klima und Demokratie sich sogar gegenseitig bedingen: Demokratie gibt es nur auf einem bewohnbaren Planeten – und das Klima wird sich nur mit demokratischen Mitteln retten lassen. Dafür ist aber Umdenken nötig. Demokratie kann nur als Klimademokratie bestehen. Schaible entwirft eine Zukunftsvision, in der sich Freiheit und Klimaschutz gegenseitig stärken.

Sonntag, 14. Januar 2024

Klima-Taler - eine App für mehr Nachhaltigkeit

https://klima-taler.com/de/home-de/ - Wenn Menschen sich bewusst dafür entscheiden, individuell dem Klimawandel begegnen zu wollen, stoßen sie früh auf die Problematik, bereits viele klimaschädliche Angewohnheiten in ihren Alltag integriert zu haben. Aus diesem Grund gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Hilfen. Zu diesen zählen neben schriftlichen Ratgebern auch Apps, die ein klimafreundlicheres Leben erleichtern wollen.

Diese offerieren CO2-Rechner, eine Art Ablasshandel durch Spendenmöglichkeiten oder Tipps, an welchen Stellen die Kohlenstoffemissionen im Alltag reduziert werden können. Grundsätzlich hebt sich Klima-Taler nicht von diesen Apps ab. Klimafreundliche Aktivitäten werden getrackt und Bilanzen erstellt. So lässt sich der Strom-, Wasser- und Gasverbrauch sowie die Fortbewegung klimafreundlicher gestalten.

Motivieren sollen die sogenannten "Klima-Taler", die hierbei verdient werden. Die verdienten Taler können im lokalen Einzelhandel für Rabatte genutzt werden, sofern die jeweiligen Geschäfte ebenfalls teilnehmen. Dies motiviert zu einem klimafreundlicheren Kaufverhalten, da Nutzer zum Kauf regionaler Produkte animiert werden. Teilnehmende Händler profitieren durch eine erhöhte Werbewirkung, da ihr Geschäft und ihre Produkte Nutzern in der App vorgeschlagen werden. Des weiteren werden die Nutzer durch verschiedene Bestenlisten motiviert, möglichst viele Klima-Taler zu sammeln. Sollte das Wettsammeln gegen den Nachbarn nicht genug Ansporn sein, werden mit zunehmender Anzahl von gesammelten Talern auch Abzeichen, sogenannte "Badges" freigeschaltet.

Die Klima-Taler App richtet sich jedoch nicht an einzelne Personen, sondern explizit an Kommunen. Diese können den Zugang mit einem Mindestlaufzeitraum von 12 Monaten erwerben. Für die Nutzer ist die App kostenlos und eine Registrierung ist nicht notwendig. Laut der Blacksquared GmbH aus Berlin, welche die App vertreibt, können Kommunen die App "ab 4800 Euro/Jahr" nutzen. Diese können sich anschließend mit einem Siegel schmücken sowie die Erfolge ihrer Bürger zur Schau stellen. Hier beispielhaft die Website der hessischen Stadt Nidderau: https://www.nidderau.de/leben-wohnen/umwelt-klima-energie/klima/klimataler-app/

Die App selbst lässt sich intuitiv bedienen und ist angenehm gestaltet. Die Verbuchung der Leistungen erfolgt unkompliziert. Sinn macht die App jedoch ausschließlich, wenn sie von einer ausreichenden Anzahl von Personen im Umfeld genutzt wird. Die versprochene "Gamification" beschränkt sich auf die lieblich gestalteten Badges, welche mich persönlich jedoch wenig motiviert haben. Ich selbst konnte die App allerdings nicht vollumfänglich testen, da meine Heimatgemeinde keine Partnerschaft eingegangen ist.

Dienstag, 9. Januar 2024

Was Frieden mit Klimaschutz zu tun hat

Am 25.08.2023 veröffentlichte Deutschland Funk Nova im Podcast-Format "Hörsaal" einen Podcast zu der Thematik “Was Frieden mit Klimaschutz zu tun hat“. Die wichtigsten Erkenntnisse hieraus möchte ich in diesem Blogbeitrag kurz zusammenfassen. Jürgen Scheffran ist Physiker und Professor für Klimawandel und Sicherheit und schätzt die Zusammenhänge von Frieden und Klimaschutz wie folgt ein:

  • Schon lange bestünde die These, dass der Klimawandel ein Multiplikator für Probleme sei wie beispielsweise Konflikte, Migrations- und Fluchtbewegungen sowie auch für Krankheiten. Wenn diese Probleme ein zu großes Ausmaß annehmen, so Scheffran, nehme auch das Konfliktpotential zu, aus welchen wiederum multiple Krisen resultieren können.
  • Gleichzeitig bestehe die Möglichkeit, dass die positiven Effekte einander verstärken können, so Scheffran. Dieser Punkt sei bisher von Politik und Forschung weitgehend verkannt. Gerade hierauf sollte jedoch der Fokus gesetzt werden.
  • Auch die zivile Konfliktbearbeitung spiele bislang im Umweltbereich nur eine untergeordnete Rolle. Dies würde dazu führen, dass eine stetige Zunahme der Konfliktfelder im Umweltbereich zu verzeichnen sei.
  • Der nachhaltige Frieden fokussiere sich auf die sich wechselseitig positiv verstärkenden Effekte von Nachhaltigkeit und Frieden. Auch das Peacebuilding, der Friedensaufbau durch ökologische Aktivitäten, sei ein weiterer positiver Synergieeffekt.
  • Es wäre ein positiver Effekt davon zu erhoffen, wenn Friedens- und Klimabewegungen verstärkt miteinander kooperieren würden.
  • Kriege ziehen die Aufmerksamkeit der Politik sowie Ausgaben und Ressourcen auf sich, die dann an anderen wichtigen Stellen, beispielsweise bei der Lösung von Klimaproblemen, fehlen.
  • Gewaltkonflikte seien mit Umweltbelastungen verbunden wie z.B. durch verstärkte Emissionen.
  • Nachhaltigkeit ohne Frieden sei kaum umsetzbar.
  • Einige der planetaren Grenzen seien bereits überschritten, wodurch u.a. die Konflikte um Ressourcen sowie die klimabedingte Fluchtmigration weiter zunehmen.
  • Es gibt eine Reihe von Klimakonflikten. Zum einen, v.a. von den Rechtspopulisten, ob es den Klimawandel überhaupt gebe. Zum anderen, wie dieser zu bewältigen sei. Aus jenen resultieren wiederum neue Konflikte usw.
  • Krieg löse Umweltzerstörung aus: Um den Gegner zu schwächen, werden dessen Ressourcen wie z.B. Wasser zerstört. Auch werden ganze Landstriche zerstört. Teile davon, wie bspw. der nukleare Winter, hätten längerfristige Auswirkungen auf das Klima.
  • Klimafolgen des Militärs: Zwar können durch das Militär Ressourcen verteidigt werden, jedoch setze es gleichzeitig hohe Emissionen frei. Betont wird hier die Konkurrenz zwischen dem 1,5 bis 2 Grad Ziel der Klimapolitik und dem 2 % Ziel, welches die NATO habe. Klimaziele und Rüstungsziele seien nicht miteinander vereinbar.
  • Der Begriff Befriedigung (unserer Bedürfnisse) enthalte das Wort Frieden, wodurch der Zusammenhang erneut verdeutlicht werde.

Er schließt seinen Vortrag mit einem Zitat von Carl Friedrich von Weizsäcker: ,,Es gibt keinen Frieden zwischen den Menschen ohne Frieden mit der Natur und es gibt keinen Frieden mit der Natur ohne Frieden zwischen den Menschen“.

Hier können Sie den Podcast in voller Länge anhören: https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/juergen-scheffran-frieden-heisst-auch-klimaschutz.