Mittwoch, 20. März 2019

Die grüne Lüge - Greenwashing als profitables Geschäftsmodell

Nicht erst die aktuelle "Fridays for future"- Bewegung zeigt, dass das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit immer mehr das Interesse der breiten Öffentlichkeit findet. Dass dies so ist, bleibt auch der Wirtschaft, also den vielen nach Gewinn strebenden Konzernen und Unternehmen, nicht verborgen.

Doch bisher reagieren Unternehmen und Konzerne zumeist nicht etwa mit Schrecken auf das Phänomen der Bürgerin/des Bürgers, welche(r) immer umweltbewusster Leben will. Im Gegenteil. Eben diese Bürger stellen für Unternehmen und Konzerne ein neues Potenzial für ein neues "grünes Wachstum" dar. Mit "grünen Lügen" wird versucht, das eigene Auftreten nachhaltiger wirken zu lassen und somit den Konsumenten ein gutes Gewissen beim Kauf der Produkte einzureden und so für sich selbst zu überzeugen. Mit dieser Strategie, dem so genannten "Greenwashing" beschäftigt sich diese Arbeit.

Dass dieses Thema kaum aktueller sein könnte, zeigt die Veröffentlichung des Buches "Die grüne Lüge", welches von der Journalistin und Autorin Kathrin Hartmann geschrieben wurde. Inhaltlich und strukturell bietet dieses Buch einen guten Leitfaden, weshalb sich diese Seminararbeit in großen Teilen daran orieniert. Hier der Trailer des Films "The Green Lie" zum Buch "Die grüne Lüge - Weltrettung als profitables Geschäftsmodell" von Kathrin Hartmann:

                                                
Um jedoch erst einmal genau zu verstehen, was mit dem Thema Greenwashing gemeint ist, beginnt diese Seminararbeit mit einer Einführung und Erklärung des Begriffs. Dann soll mit Hilfe von Beispielen verdeutlicht werden, wie Greenwashing in der Realität praktiziert wird und welche Auswirkungen es hat. Der Schluss der Arbeit ist einem Ausblick gewidmet, wie und ob eine Zukunft ohne "grüne Lügen" möglich ist.

Montag, 18. März 2019

Welche neuen, ergänzenden Aspekte bringen feministische Ansätze im Bereich Kampf gegen Klimawandel ein?

Was meinen wir, wenn wir vom „guten Leben“ sprechen? Ein gutes Leben für uns selbst? Ein gutes Leben für privilegierte Bevölkerungsgruppen? Oder meinen wir ein gutes Leben für alle, wie es Martha Nussbaum (vgl. 1999: 7) fordert, deren Fähigkeitenansatz in der vorliegenden Arbeit in Bezug auf Klima- und Geschlechtergerechtigkeit betrachtet wird. Gelebte Realitäten, auch in Bezug auf Klima- und Geschlechtergerechtigkeit, sehen im Gegensatz zu Nussbaums Forderung ganz anders aus. Im Lila Podcast hat Susanne Klingner mit Katharina Wiegmann über das Thema gesprochen.



Wie hängen nun die Kategorien Klima und Gender zusammen? Zu Anfang soll im vorliegenden Blogbeitrag dieser Frage nachgegangen werden.

Wechselwirkung von Klima und Gender

Das Interview mit Ndivile Mokoena von "GenderCC Südafrika" gibt eine gute Einführung in die Thematik.



Nach Smith et al. (2015: 451) ist Gender einer der häufigsten Faktoren, die in Verbindung mit Vulnerabilität in Bezug auf Folgen des Klimawandels genannt werden. Unter „Gender“ wird die soziale Konstruktion von Geschlecht verstanden. Auch UN Women (2018) bestätigt in einem Bericht, dass Frauen einerseits stärker von Armut, Klimawandel und Ernährungsunsicherheit betroffen sind und auf der anderen Seite Gendergerechtigkeit einen erheblichen Beitrag zur Effektivität von Klimapolitik und Klimaschutz leisten kann. Dies gilt sowohl für den globalen Süden als auch für den globalen Norden.

Die Verbindung von Klima und Gender wird erst seit kurzem, auch den globalen Norden betreffend, wahrgenommen (vgl. Alber et al.: 41). In der Arbeit wird die Kategorie „Frau“ mit Sternchen gedacht, um auf die soziale Konstruktion aufmerksam zu machen und um die Kategorie für Menschen zu öffnen, die sich dieser zuordnen möchten und/oder ebenfalls unter patriarchalen Strukturen leiden.

Donnerstag, 14. März 2019

Sonntag, 10. März 2019

TED Talks zum Klimawandel

Die drohende Klimakatastrophe hat es (endlich und mit knapp 30-jähriger Verspätung) dahin geschafft, wo sie hingehört, nämlich auf die Titelseiten. Auch im TED-Universum bildet der Kampf für Klimagerechtigkeit mittlerweile einen unübersehbaren Schwerpunkt. Ein wichtiger Beitrag wurde hier im Blog bereits vorgestellt (TED Talk zum Projekt Drawdown), einige weitere kamen in den vergangenen Wochen dazu:

Samstag, 9. März 2019

Die Donut-Ökonomie

Der viel diskutierte Ansatz der Donut-Ökonomie von Kate Raworth hat es für kommendes Semester ins Seminarprogramm geschafft und bildet nun neben Postwachstumsgesellschaft, Gemeinwohl-Ökonomie etc. einen der diskutierten Lösungsansätze für die Probleme unserer Konsum- und Externalisierungsgesellschaften. Die deutsche Übersetzung des Buches gibt es auch als Sonderausgabe für die Zentralen für politische Bildung. Sie kann bei der Landeszentrale Baden-Württemberg für 6,- € bestellt werden...

Donnerstag, 7. März 2019

Naomi Klein - This Changes Everything

"Naomi Klein setzt ihren feinen, scharfen und akribischen Verstand für die größten, dringendsten Fragen unserer Zeit ein." (Arundhati Roy)

Naomi Klein ist eine kanadische Journalistin und Kolumnistin, die bereits etliche Preise gewonnen hat, unter anderem den kanadischen National Business Book Award im Jahr 2000 sowie den James Aronson Award for Social Justice Journalism im Jahr 2004. International hat sich Naomi Klein als Globalisierungskritikerin und Kämpferin für nachhaltiges Leben und Konsum einen Namen gemacht.

Naomi Klein ist politisch aktiv und hat 2017 die Graswurzelbewegung "The Leap Manifesto" - "Das Aufstehmanifest" ins Leben gerufen. Der Untertitel des Manifests lautet "Ein Weckruf für ein Kanada, welches sich darauf beruft, sich um die Welt und umeinander zu sorgen". Nebst ihrer hier besprochenen Publikation "This Changes Everything: Capitalism vs the Climate" hat sie weitere, viel beachtete Werke in den vergangenen zwanzig Jahren verfasst (vor allem ihr Buch "No Logo: taking aim at the brand bullies" oder in der deutschen Ausagabe "No Logo! Der Kampf der Global Players um Marktmacht: ein Spiel mit vielen Verlierern und wenigen Gewinnern").

Ihr neuestes Buch, in Deutschland 2017 unter dem Titel "Gegen Trump. Wie es dazu kam und was wir jetzt tun müssen" erschienen, ist ein Aufruf an ihre Leserschaft, sich in der Ära Trumps politisch zu engagieren und einen Fußabdruck hinein in eine gerechtere, lebenswertere Welt zu hinterlassen.

Samstag, 19. Januar 2019

Unser Schrottplatz in Afrika

Ihr habt euch gerade einen neuen Laptop gekauft und euren Alten entsorgt? Gut für euch. Das Problem ist, dass er mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit hier landen wird:


Agbogbloshie, ein Stadtteil der Millionenmetropole Accra im westafrikanischen Ghana, ist der Schrottplatz für den Elektroschrott Europas. Eine der größten Elektromüllhalden der Welt vergiftet in Ghanas Hauptstadt Menschen und Umwelt und bietet zugleich "Arbeitsplätze" für die Bewohner. Ist er somit Fluch oder Segen für die Menschen in Agbogbloshie?

Das Motto des Westens scheint klar zu sein: Aus den Augen, aus dem Sinn. Tonnenweise Elektroschrott wird nach Afrika verschifft. Dort wird dieser illegal entsorgt. Die giftigen Schwermetalle verseuchen Böden, Flüsse, Fische und Menschen. Eigentlich ist die Ausfuhr von Elektroschrott in Drittstaaten EU-weit verboten, dennoch landet der Schrott in den Entwicklungsländern. Davon sind vor allem Afrika und Asien betroffen. Agbogbloshie ist eine dieser Endstationen für aussortierte Elektrogeräte. Dort werden die Menschen und die Umwelt von Blei, Quecksilber, Cadmium und Arsen vergiftet.

Freitag, 18. Januar 2019

Aktuelle Ausgabe von Bürger & Staat zum Thema Wasser

Wenn es um Nachhaltigkeit geht, ist Wasser ein zentrales Thema, das aber im zurückliegenden Semester etwas unterbelichtet war. Da trifft es sich gut, dass sich die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift "Bürger & Staat" der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg genau diesem Thema widmet. Die Zeitschrift kann kostenlos bestellt werden und steht online als pdf-Dokument zur Verfügung: http://www.buergerimstaat.de/4_18/wasser.pdf.

Mittwoch, 16. Januar 2019

Vortrag zur Gemeinwohl-Ökonomie in Stuttgart

Die NaturFreunde Stuttgart veranstalten morgen im schön gelegenen NaturFreundehaus Steinbergle am Killesberg (gegenüber des Perkins Parks) einen Vortrag, der sich ideal zur Vertiefung unserer jüngsten Seminarthematik eignet. Die wichtigsten Daten von der NaturFreunde-Website:

Ist die Gemeinwohl-Ökonomie ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft? - Vortrag und Diskussion mit Anna Deparnay-Grunenberg, Umwelt- und Forstwissenschaftlerin, Fraktionsvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen im Stuttgarter Rathaus

Donnerstag, 17. Januar 2019, 19.30 Uhr im NaturFreundehaus Steinbergle, Stresemannstr. 6, Veranstalter: NaturFreunde Stuttgart

Montag, 7. Januar 2019

Buen Vivir - das gute Leben jenseits der Entwicklungsideologie

Ein Beitrag von Marius Kölly über folgenden Aufsatz:

Alberto Acosta: Vom guten Leben. Der Ausweg aus der Entwicklungsideologie; in: Blätter für deutsche und internationale Politik (Hg.) (2015), Mehr geht nicht! Der Postwachstums-Reader, Blätter, S. 191-197.

Der Autor beschäftigt sich zunächst mit dem Begriff der ‚Entwicklung‘ oder auch dem ‚Fortschritt‘ und prangert das Versprechen der Industrieländer (u.a. Truman) auf die „Entwicklung“ und deren Umsetzung an. Genauer gesagt, das Vorgehen der Industrieländer in den peripheren Regionen, z.B. durch Interventionen von IWF und Weltbank auf ökonomischer Ebene, aber auch durch militärische Aktionen. Diese Interventionen werden von den westlichen Industrieländern dadurch legitimiert, dass die „Durchsetzung der Demokratie“ als Voraussetzung für die Entwicklung unabdingbar ist.

Als der Glaube an Entwicklung dann aber zu bröckeln begann, hat man nach alternativen Entwicklungspfaden gesucht, ohne aber den Pfad der Entwicklung komplett zu verlassen, was der Autor sehr kritisch sieht, d.h. der Begriff der Entwicklung wurde mit Zweitnamen versehen: soziale Entwicklung, lokale Entwicklung, ländliche Entwicklung, nachhaltige Entwicklung, endogene Entwicklung, geschlechtergerechte Entwicklung. 

Vom Neoliberalismus zum Extraktivismus

Der Autor fährt mit seiner Kritik an der Entwicklungsideologie weiter fort. In den 80er und 90er Jahren kam es zu – vom Neoliberalismus inspirierten – Reformen, welche allerdings die soziale Ungleichheit und die Umweltprobleme weiter wachsen ließen. Solange, bis die sozialen Konflikte, die Unzufriedenheit in der Bevölkerung und der immer weiter zunehmende Marktradikalismus immer deutlicher wurden.

Dies führte in einigen Ländern Südamerikas zu einem politischen Wandel nach links und zur Ablehnung des Neoliberalismus. Folglich kam es zu neuen Entwicklungsstrategien, die die Ausbeutung der Rohstoffe und des Agrarlands für den Export verfolgten. Genannt „Extraktivismus des 21. Jahrhunderts.“ Mit diesem Wandel bleiben Probleme allerdings nicht aus. Der nun auf Konsum ausgerichtete und räuberische Lebensstil bedroht das globale ökologische Gleichgewicht und schließt immer mehr Menschen von den vermeintlichen Vorteilen der Entwicklung aus.

Auch hier findet der Autor weitere Ansätze zur Kritik. Laut Acosta akzeptieren die lateinamerikanischen Staaten soziale und ökologische Verwüstungen (z.B. im Bereich des industriellen Bergbaus), um den fortgeschrittenen, modernen Ländern nachzueifern. Man schaut zu, wie alles kommerzialisiert wird, während gleichzeitig die eigenen historischen und kulturellen Wurzeln verleugnet werden. Acosta plädiert dafür, dass die natürlichen Ressourcen nicht länger als Basis für wirtschaftliches Wachstum herhalten müssen.

Alternativen zur Entwicklungsideologie – das Konzept ‚Buen Vivir‘

Zunächst stellt sich die Frage, ob eine Lebensweise innerhalb des Kapitalismus überhaupt möglich ist, die von den politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Menschenrechten sowie den Rechten der Natur angetrieben wird?

In diesem Zusammenhang stellt Acosta das Konzept Buen Vivir als Alternative zur Entwicklung bzw. als Grundlage für einen Diskurs über Alternativen zur Entwicklung vor. Buen Vivir entstand im Kontext indigenen Widerstands gegen den Kolonialismus und wird heute noch in einigen indigenen Gemeinden praktiziert. Als bekannteste Umsetzung des Konzepts gilt die Verfassung Ecuadors und Boliviens, denn hier ist Buen Vivir festgeschrieben.

Buen Vivir stellt das Konzept des Fortschritts und die auf hauptsächlich wirtschaftlichem Wachstum basierende Entwicklung in Frage. Beispielsweise gibt es in einigen indigenen Gemeinschaften gar keinen Begriff für ‚Entwicklung‘. Das Leben ist nach dieser Philosophie kein linearer Prozess mit einem Vorher und Nachher. Es gibt weder unterentwickelte noch entwickelte Phasen, welche die Menschen auf der Suche nach Wohlstand durchlaufen. Es gibt keine Konzepte von Armut und Reichtum.

Denn: Buen Vivir basiert auf der Ethik des „Ausreichenden“ – für die ganze Gemeinschaft und nicht nur für das Individuum. Des Weiteren schlägt das Konzept einen zivilisatorischen Wandel vor, heißt: Man muss den Kapitalismus überwinden, um neue Formen des Wirtschaftens zu erschaffen. Allen voran eine Wirtschaft, die im Einklang mit der Natur steht und die Bedürfnisse der Menschen und nicht die des Kapitals bedient.

Wie bereits angeklungen, spielt die Natur beim Buen Vivir eine zentrale Rolle. Hier gilt es zu verstehen, dass die Menschen ein integraler Bestandteil der Natur sind. Der Mensch muss also aufhören, die Natur zu beherrschen versuchen, denn sie ist keine unerschöpfliche Quelle.

Deshalb setzt sich das Konzept auch zur Aufgabe, die Natur und die Menschen einander anzunähern mit dem Ziel, die Natur zu entkommerzialisieren. Das bedeutet, die ökonomischen Ziele müssen der Funktionsweise der Ökosysteme untergeordnet werden. Also gilt es, die natürlichen Ressourcen nur insoweit zu nutzen, wie die Natur sie regenerieren kann. Hierzu fordert Acosta die Politik auf, die Natur als Rechtssubjekt anzuerkennen, denn die Natur ist nicht bloßes Objekt des Eigentums.

Kurz darauf relativiert der Autor sein ‚Angebot‘ an die Politik mit dem Hinweis, es sei eine „komplexe Aufgabe“. Denn allein die Idee zu akzeptieren, braucht Zeit, sie auszuarbeiten, noch viel mehr. Selbst in Bolivien und in Ecuador, wo das Buen Vivir Teil der Verfassung ist, wird es immer schwieriger umzusetzen, da mittlerweile beide Regierungen neoextraktivistische Politik betreiben und sich der kapitalistischen Akkumulation verschrieben haben.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass Buen Vivir kein fertig ausgearbeiteter Vorschlag ist, noch kann es globales Programm sein. Vielmehr bietet es eine Möglichkeit oder eine Grundlage, um kollektiv neue Lebensformen zu entwicklen. Es kann möglicherweise als Diskussionsplattform zur Entwicklung von Antworten auf beispielsweise die Effekte des Klimawandels und/oder die wachsenden sozialen Verwerfungen herangezogen werden.

Montag, 24. Dezember 2018

Drawdown - Maßnahmen gegen den Klimawandel

Der TED Talk von Chad Frischmann zeigt vernetzte Lösungswege auf, um die Klimakatastrophe abzuwenden:

Freitag, 21. Dezember 2018

Greta Thunberg - ein Vorbild für den Klimaschutz

Greta Thunberg ist eine schwedische Klimaschutzaktivistin, geboren wurde sie am 3. Januar 2003. Große Aufmerksamkeit erhielt sie unter anderem mit ihrer Rede auf der UN-Klimakonferenz in Katowice 2018, in der sie auf die Schwere der Klimakrise aufmerksam machen wollte. Dabei betont sie unverholen, wie sich verschiedene Politiker davor drücken, sich vernünftig um Lösungen zu bemühen. Und sie hätte nicht vor, weiter für Lösungen flehen zu müssen, sondern dass Veränderungen kommen werden!

Wie ich finde, ist es eine herausragende Rede, und das nicht, weil sie ein Kind ist oder weil bei ihr Asperger-Syndrom diagnostiziert worden ist. Greta Thunberg spricht klar und deutlich Tatsachen an, denen es sich zu stellen gilt. Ihr Engagement, Auftreten und ihre Rede sind beeindruckend und professionell, daher ist es schwer möglich, sich mit ihrer Person ohne eine gewisse Bewunderung auseinanderzusetzen.



Auch in einem TED-Talk erklärt Sie noch einmal ihren Standpunkt:



Ein wenig deprimierend ist, dass es ein ähnliches Ereignis bereits 1992 in Rio bei der Klimakonferenz gab. Dabei brachte die damals 12-jährige Severn Cullis den Klimagipfel zum Schweigen.



Zu hoffen ist dennoch, dass in den letzten 26 Jahren die Relevanz dieses Themas ein wenig mehr in die Köpfe der Menschen gedrungen ist, und ein solches Ereignis dieses Mal größere Wellen schlagen wird, die nicht nach kurzer Zeit wieder verebben.

Samstag, 15. Dezember 2018

Nachhaltigkeits-Guide

Ein Beitrag von Joana Wirth und Julia Haußer

Küche:
  • Nur so viel einkaufen, wie auch gegessen wird
  • Möglichst unverpackt einkaufen
  • Wochenmarkt/ regionale und saisonale Lebensmittel
  • Spülschwämme aus recycelten Stoffen (siehe z.B. hier)
  • Bienenwachsfolie statt Alufolie (siehe z.B. hier)
  • Eigene Taschen zum Einkaufen mitnehmen
  • Vegetarische/ vegane Ernährung
  • Foodsharing /Lebensmittel vor dem Müll retten/ containern 
Bad:
  • Feste Seife / festes Shampoo
  • Rasierhobel anstelle von (Einweg/Plastik) Rasieren (siehe z.B. hier)
  • Konzentrate sind ergiebiger: https://www.ajona.de
  • Waschmittel/Reinigungsmittel selbst herstellen
  • Nachhaltige Zahnbürste (bspw. aus Bambus)
  • Menstruationstasse (siehe hier)
Wohnen:
Transport:
Engagement:
Dokumentationen:

Freitag, 7. Dezember 2018

APuZ zum Thema Müll

Eine Konsumgesellschaft ist immer auch eine Wegwerfgesellschaft. Deshalb kann nicht überraschen, dass wir dem Thema Müll im laufenden Semester schon mehrfach begegnet sind. Die aktuelle Ausgabe von "Aus Politik und Zeitgeschichte" (APuZ 49-50/2018) beleuchtet das Thema Müll aus unterschiedlichen Blickwinkeln:
  • Christof Mauch: Deponierte Schätze. Archäologien des Mülls als Spiegel der Gesellschaft - Essay - Müll und Weggeworfenes geben Aufschluss über Bedürfnisse und Wertvorstellungen, über einstmals Geschätztes und über das, was wir vergessen wollten. Dabei sind ihre Botschaften untrüglich, weil sie niemals dazu bestimmt waren, "gelesen" zu werden.
  • Henning Wilts: Was passiert mit unserem Müll? Nationaler Müllkreislauf und internationale Müllökonomie - Kein europäisches Land hat höhere Abfallverwertungsquoten als Deutschland. Aber was genau passiert eigentlich mit unserem Müll? In welchen Teilen der Welt wird er recycelt? Und wer hat Zugriff auf die Rohstoffe, die aus ihm zurückgewonnen werden?
  • Wolfgang Klett, Hagen Weishaupt: Müllgovernance in Deutschland und Europa - Die EU-Richtlinien bilden den Rahmen für die nationale Gesetzgebung zur Abfallwirtschaft. Das europäische Kreislaufwirtschaftspaket 2018 öffnet ein weiteres Kapitel der Rechts-entwicklung, die in Deutschland mit dem Abfallbeseitigungsgesetz 1972 begann.
  • Stefan Gäth, Frances Eck: Zur falschen Zeit am falschen Ort. Müll als Ressource - Die Dinge, die wir ausmustern und wegschmeißen, sind zugleich ein Fundus an Materialien und Stoffen, die sich wieder nutzbar machen ließen. Am Beispiel der Rohstoffe Phosphor, Kobalt und Kupfer wird deutlich, welche Bedeutung effizientes Recycling hat.
  • Laura Moisi: Müll als Strukturfaktor gesellschaftlicher Ungleichheitsbeziehungen - Die Wahrnehmung von Müll hängt stark von sozialen Erfahrungen und kulturellen Bewertungen ab. Vorstellungen von legitimen oder illegitimen Abfällen, von Schmutz und Reinheit haben daher auch Einfluss auf gesellschaftliche Grenzziehungen.
  • Roman Köster: Recycelte Sprachbilder. Kleine Geschichte deutscher Abfalldiskurse bis 1990 - Aktuelle Mülldebatten demonstrieren, dass die semantischen Gehalte der Abfalldebatten der 1970er und 1980er Jahre immer noch plausibel erscheinen. Die Rede über den Müll versetzt uns insofern in einen Modus der kritischen Reflexion über die moderne Lebensweise.
  • Olga Witt: Zero Waste. (K)ein Ding der Unmöglichkeit? - Essay - Keinen Müll kann es in unserer Gesellschaft nicht geben. Aber es könnte deutlich weniger Müll geben. In vielen Städten entstehen Läden, die Einkäufe ohne Verpackungen ermöglichen. Und auch sonst gibt es genügend Strategien, wie man seine Müllbilanz verbessern kann.

Freitag, 30. November 2018

Zentrales Buch zum Thema Nachhaltigkeit bei der bpb

Das Buch "Nachhaltigkeit" von Iris Pufé ist 2017 in 3. Auflage erschienen und hat sich zum Standardwerk entwickelt. Vergangene Woche hat die Bundeszentrale für politische Bildung eine Lizenzausgabe des Werkes ins Programm aufgenommen. Das bewährte Lehrbuch kann dort für 4,50 € bestellt werden...

Donnerstag, 29. November 2018

"Veggie und frei von"-Messe in Stuttgart

Direkt neben dem Flughafen liegt das Stuttgarter Messegelände. Dort fand vom 24.11. bis zum 26.11.2018 die "Veggie und frei von"-Messe statt. "Veggie und frei von" heißt, man findet dort alles zum Thema vegetarische und vegane Ernährung sowie Ernährung frei von Gluten oder Laktose.
Dementsprechend ist diese Messe auch in zwei Bereiche aufgeteilt: Zum einen die Stände, die gluten- und laktosefreie Alternativen für Getreide- und Milchprodukte anbieten und zum anderen die Stände, die Fleischersatzprodukte oder Produkte zur Ergänzung und Erleichterung vegetarischer oder veganer Ernährung anbieten.

Auch wenn sich über die Notwendigkeit vieler dieser Produkte streiten lässt, stellt man doch fest, dass der Begriff "Nachhaltigkeit" bei den meisten Anbietern sehr groß geschrieben wird. Alles steht unter der Frage: "Wie kann ich möglichst nachhaltig, gesund und regional essen? Die Antwort der meisten Anbieter: Produkte ohne tierische Inhalte, die regional produziert werden und aus natürlichen Inhaltsstoffen bestehen.

Viele der Stände bieten dabei Produkte an, die den Verzicht auf Fleisch und andere tierische Produkte möglichst erleichtern sollen. So z.B. auch der Stand von "MyEy". Dieser Stand vertreibt ein Produkt, welches in jeglicher Hinsicht als Ersatz für Ei verwendet werden kann. Man kann hier drei Dosen verschiedenfarbiges Pulver kaufen: Eiweiß-, Eigelb-, und Volleipulver. Diese Pulver bestehen hauptsächlich aus Lupinenmehl und Maisstärke, erlangen jedoch durch den Zusatz bestimmter schwefelhaltiger Salze den typischen Ei-Geschmack. Verwenden kann man die Pulver dann unter der richtigen Zugabe von Wasser zum Backen und Kochen. Dies geht dabei so weit, dass man tatsächlich ein Spiegelei ohne Ei zubereiten kann. Überraschenderweise überzeugt das Ergebnis geschmacklich.
Auch "Fake-Hackfleisch" aus entwässerten Sonnenblumenkernen zählt zu den geschmacklichen Messehighlights.

Aber die Messe beschränkt sich keinesfalls auf die Ernährung. In großen weißen Lettern auf schwarzem Hintergrund steht am nächsten Stand: "If you want to fuck a vegan, use vegan condoms" Der Vertreiber "Glyde" informiert hier, zur Überraschung vieler Besucher*innen darüber, dass viele Kondome nicht nur nicht vegan, sondern nicht einmal vegetarisch sind, da sie mit Zusatz von tierischer Gelatine hergestellt werden. Die nachhaltige Alternative steht am Stand in verschiedenen Farben, Größen und Geschmacksrichtungen bereit.

Auch "Greenpeace Energy" ist auf der Messe vertreten. Der zu "Greenpeace" gehörende Stromanbieter wirbt damit, der einzige Stomanbieter mit ausschließlich nachhaltigem Strom zu sein. Hierbei verweist er auf Konkurrenten wie z.B. "Immergrün", die zwar viele Anteile an nachhaltigem Strom haben, diese allerdings mit Atom- und Kohlestrom mischen.

Alles in Allem kann man sagen, dass es sich sehr lohnt diese Messe zu besuchen, wenn man sich mehr mit nachhaltiger, fleischfreier Ernährung beschäftigen möchte, wenn man einen Einblick bekommen möchte, wie viele Produkte tatsächlich vegane Alternativen brauchen, von denen man dies so nicht gedacht hätte (Kondome, Wein etc.) und wenn man schon vegan oder vegetarisch lebt und neue interessante Produkte sucht, mit denen man die Möglichkeiten der eigenen Ernährung erweitern kann. Natürlich setzt jeder Mensch seine Grenze zwischen sinnvollen Ergänzungen und unnötigem Ersatzprodukt an einer anderen Stelle, aber zum probieren und erkunden ist diese Messe eine gute Möglichkeit.

Mittwoch, 28. November 2018

FAZ zur Lebensmittelverschwendung

Wie mir seit Beginn des Semesters verstärkt auffällt, lassen sich die deutschen Qualitätsmedien zunehmend von unseren seminarbegleitenden Blogs inspirieren. Kaum haben wir im Rahmen unserer Fundgrube zu nachhaltigem Konsum gleich zwei Beiträge zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und der App "Too Good to Go" gepostet, zieht die FAZ nach mit dem Beitrag "Des einen Müll ist des anderen Schatz" von Larissa Volkenborn...

Dienstag, 27. November 2018

Back to the roots: Warentransport per Segelschiff

Wir befinden uns im 21. Jahrhundert und der Warentransport wird weltweit mit Containerschiffen abgewickelt. Außer eine kleine Truppe hat sich zum Ziel gesetzt, diesen so weit als möglich ohne Emissionen umzusetzen:

Montag, 26. November 2018

Nachhaltige Weihnachtsgeschenke

Passend zu Weihnachten bietet der WWF Geschenke an, die nachhaltig und gut für die Natur sind. Die Idee dahinter ist, dass Weihnachten die beste Zeit ist, um Gutes für die Natur zu tun und gleichzeitig Freunden und Familien eine Freude zu bereiten. Vor allem auch deswegen, da diese Art von Geschenken noch nach der Weihnachtszeit präsent und wirksam sind. Es gibt ein breites Angebot von Geschenken:
  • Urkunde: eine Spende im Wert von 20€ für ein Projekt nach Wahl (z.B. Regenwald, Eisbären, Amazonas)
  • Mitgliedschaft beim WWF: ein monatliches Abo von 7€
  • Patenschaft: mit einer täglichen Spende von 50ct werden gefährdete Arten geschützt oder gefördert
  • Weihnachtspullover: Für 245€ kann der Pullover erworben werden, mit dem Kauf werden Klimaprojekte unterstützt.
Darüber hinaus können die WWF-Geschenke bis zu 100% steuerlich geltend gemacht werden.
Hier der Link zur Seite: https://www.wwf.de/aktuell/naturschutz-verschenken/

NIKIN - tree by tree

NIKIN ist eine (noch) kleine Modemarke, die von vier Schweizer Jungs auf die Beine gestellt wurde. Dabei haben die Jungs nicht nur die Sensibilisierung jüngerer Generationen im Hinblick auf Nachhaltigkeit im Kopf, sondern kämpfen auch gegen die Waldabholzung. Wie wollen Sie das erreichen?

Der Slogen "Tree by tree" steht für ihre Idee und Ziel: bei jedem Kauf eines Artikels wird ein neuer Baum gepflanzt an einem Ort, an dem Bäume aus verschiedenen Gründen verschwunden sind bzw. abgeholzt wurden. Um die Baumpflanzung umzusetzen, pflegt das Label engen Kontakt zur Organisation OneTreePlanted. Die amerikanische Non-Profit-Organisation führt jährlich mehrere Baumpflanzaktionen durch. Gepflanzt werden die Bäume von vielen freiwilligen und engagierten Helfern aus der Lokalgesellschaft und von OTP selbst.

Zusätzlich wird zur Zeit für jedes verkaufte Treenie Coal (Mütze) ein Baum in Indonesien gepflanzt. Diese Aufforstungsaktivitäten finden im Rahmen der One-Tree-One-Life-Kampagne von BOS Schweiz statt.

Beim Kauf eines Artikels bekommt jeder Kunde ein Baumzertifikat, das mit der Bestellung mitgeschickt wird. Dabei verzichtet die Marke auf Papier, welches aus Baumfasern hergestellt wird, und benutzt stattdessen Material (u.a.) aus Bambus. Auch das Papier für die Rechnung fällt weg, die gibt es nur per Mail!

NIKIN legt außerdem großen Wert auf umweltfreundliche und faire Produktion ihrer Produkte. Sie konnten sich fast gänzlich von Herstellern aus dem asiatischen Raum ablösen und haben ihre Standorte in Europa und benutzen zudem fast ausschließlich Bio-Baumwolle.

Auf dieser Seite lassen sich noch 8 ähnliche Marken finden, bei denen man ohne schlechtes Gewissen Kleidung shoppen kann.

Das bedingungslose Grundeinkommen – Raus aus der Leistungsgesellschaft?!

Im Rahmen einer Hausarbeit habe ich mich bereits ausführlicher mit der "Utopie" des bedingungslosen Grundeinkommens (kurz: BGE) nach Götz Werner auseinandergesetzt (hier der ausführliche Eintrag). Hier sollen nun die zentralen Aspekte dieser Ausarbeitung zusammengeführt und Überlegungen, inwiefern das BGE einen Lösungsvorschlag gegen den permanenten Druck der Wachstumsgesellschaft bieten könnte, geteilt werden. Um eines direkt vorwegzunehmen: die Entscheidung, ob sich jemand für oder gegen ein BGE entscheidet, steht und fällt mit dem Gesellschafts- und Menschenbild des Einzelnen.

Was ist das BGE?

Die Grundidee des bedingungslosen Grundeinkommens ist auf den ersten Blick recht simpel: die Gesamtzahl der Bürgerinnen und Bürger erhalten bedingungslos ein Existenzminimum zugesichert; dies geschieht anstelle von Sachleistungen in Form von Geld. Dabei liegt eine spezielle Betonung auf dem Wort „bedingungslos“. So spielt es beispielsweise keinerlei Rolle, welches Vermögen bei einer Person bereits angespart worden ist. Ein wichtiger Punkt des Konzepts besteht darin, dass das Grundeinkommen zu einem Teil des Lohnbestandes gezählt wird. Genauer bedeutet dies: Ein Grundeinkommen bedeutet nicht mehr Geld. Der Teil des Einkommens, welcher die Grundexistenz sichert, wird von der Gemeinschaft an jeden Einzelnen gestellt, alle darüber hinausgehenden Leistungen werden von Arbeitgebern entlohnt. Dabei ist die Höhe des Grundeinkommens nicht endgültig geklärt; fest steht dabei nur, dass ein Existenzminimum beziehungsweise ein Kulturminimum immer abgedeckt sein muss.

Argumente gegen ein BGE
  • Gleich ist nicht gerecht.
  • Finanzierung: Es existieren bereits verschiedene Vorschläge, wie sich ein BGE finanzieren lassen könnte. Die meisten sind allerdings noch nicht zufriedenstellend oder unausgereift.
  • Die wohl größte Schwierigkeit, die mit der Einführung eines BGE auftreten kann, ist die Unberechenbarkeit und die damit stets verbundene Angst vor dem Scheitern eines BGE.
  • Ein solcher Systemwechsel wäre kaum mehr reversibel und dadurch mit einem hohen Risiko verbunden.
Argumente für ein BGE
  • Verlust von Erwerbsarbeit durch Digitalisierung (es ist ohnehin nicht mehr genug Arbeit da).
  • Durch ein BGE kann das Problem der Care-Arbeit gelöst werden (Lohnsubventionierung, durch neue Freiheit kann man sich diese Arbeit wieder"leisten").
  • Alters- und Kinderarmut wären Probleme der Vergangenheit, denn jedem ist ein Leben mit einem Existenzminimum (oder Kulturminimum) zugesichert und somit wäre Alters- und Kinderarmut kaum mehr möglich.
  • Darüber hinaus wären die sozialen Demütigungen und das Leben in Armut für Menschen, welche mit dem Arbeitslosengeld II Ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, ebenfalls Teil der Vergangenheit (Hier noch aktuelle Entwicklungen zum Thema Hartz IV).
  • Erhöhte Innovationsfähigkeit, Freiheit und Selbstverwirklichung.
  • Gesellschaft, in welcher niemand mehr gezwungen wird, einen Arbeitsplatz zu suchen, nur um menschenwürdig leben zu können. Das gesellschaftliche Klima wandelt sich vom „sollen“ zum „wollen“.
  • Attraktivität von unliebsamer Arbeit muss gesteigert werden.
  • Menschen sind nicht zur Arbeit und ständiger Weiterentwicklung gezwungen; damit endet auch der Druck, sich immer höher, schneller und besser als der Rest der Gesellschaft bewegen zu müssen (raus aus der Leistungsgesellschaft, oder auch strukturelle Veränderung nach Hartmut Rosa). 
Fazit: Das wohl größte Argument gegen die Einführung eines BGE (die Unberechenbarkeit bzw. die Angst vor dem Scheitern) muss einer Gegenfrage standhalten: Ist es besser, an einem System festzuhalten, welches bereits jetzt von starken gesellschaftlichen und politischen Problemen geprägt ist? Oder ist es das Risiko wert, auf begründete positive Entwicklungen zu hoffen, um dadurch Lösungen für gesellschaftliche und politische Probleme zu erhalten?

Film: Tomorrow - Die Welt ist voller Lösungen

Kurzer Filmtipp zum Wochenstart:
Tomorrow - Die Welt ist voller Lösungen
(http://www.tomorrow-derfilm.de/).

Französische Filmemacher können nicht glauben, dass die Welt gerade auf dem Weg in die Zerstörung ist - die Welt, die sie ihren Kindern überlassen. Daher suchen sie Lösungen. Lösungen, die heute schon existieren. Der Film bietet einen gut verständlichen und Mut machenden Überblick zum Thema Nachhaltigkeit. Im Amazon-Filmverleih (und ähnliche) für 3,99 Euro zum Leihen.
"Was, wenn jeder von uns dazu beitragen könnte? Als die Schauspielerin Mélanie Laurent („Inglourious Basterds“, „Beginners“) und der französische Aktivist Cyril Dion in der Zeitschrift „Nature“ eine Studie lesen, die den wahrscheinlichen Zusammenbruch unserer Zivilisation in den nächsten 40 Jahren voraussagt, wollen sie sich mit diesem Horror-Szenario nicht abfinden. Schnell ist ihnen jedoch klar, dass die bestehenden Ansätze nicht ausreichen, um einen breiten Teil der Bevölkerung zu inspirieren und zum Handeln zu bewegen. Also machen sich die beiden auf den Weg. Sie sprechen mit Experten und besuchen weltweit Projekte und Initiativen, die alternative ökologische, wirtschaftliche und demokratische Ideen verfolgen. Was sie finden, sind Antworten auf die dringendsten Fragen unserer Zeit. Und die Gewissheit, dass es eine andere Geschichte für unsere Zukunft geben kann." (Website des Films)

Sonntag, 25. November 2018

Bits und Bäume - Konferenz für Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Wie kann durch die zunehmende Digitalisierung gezielt Einfluss auf die Umwelt, Gesellschaft und auf das gute Leben genommen werden? Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit für aufstrebende und schon etablierte Tech-Unternehmen? Wie weh tut ein Bit? Diese und noch viele weitere Fragen wurden auf der erstmalig veranstalteten Konferenz für Digitalisierung und Nachhaltigkeit "Bits und Bäume" vom 17. bis zum 18. November 2018 behandelt.

Die Konferenz zielte hauptsächlich darauf ab, die digitalen Menschenrechtler und die Umweltaktivist*innen an einem Ort zu versammeln um damit unterschiedliche Akteure und Organisationen in Kontakt zu bringen. Zusätzlich sollten Schnittstellen zwischen Nachhaltigkeitsthemen und einer umsichtigen Digitalisierung herausgearbeitet werden. Außerdem zielte die Konferenz auch auf visionäre Lösungen, die gemeinsam umgesetzt werden können.

Neben klassischen Vorträgen bot die Konferenz auch Diskussionsrunden, Workshops, Aktivisten-Infotische und Hackathons. Der Großteil des Programms wurde mittlerweile auf der offiziellen Homepage "Bits und Bäume" zum Nachhören, -schauen und -lesen veröffentlicht. Im folgenden will ich noch auf einige sehr interessante Beiträge genauer eingehen.

Wie weh tut ein Bit? 
Videobeitrag "Wie weh tut ein Bit"

In diesem Beitrag von Sebastian Jekutsch werden die unfairen Bedingungen im Lebenszyklus der Informationstechnologie dargestellt und ein möglicher Weg zur Erstellung von Sozialbilanzen für Elektroprodukte präsentiert.

Community Supported Agriculture meets OpenSource 
Videobeitrag - Community supported Agriculture Meets OpenSource
Was haben Ernährungssouveränität und Datensouveränität gemeinsam? Es geht um Verantwortung, Mitbestimmung und Transparenz - darum, was konsumiert wird! Es liegt nahe, dass neue Formen des (Land)Wirtschaftens nicht nur neue Software brauchen, sondern auch neue Formen digitaler Infrastruktur. Wie kann Technologie die Bewegung der solidarischen Landwirtschaft stärken und wie sieht so eine Technologie aus?

Solidarische Landwirtschaft basiert auf dem Kostendeckungsprinzip und darauf, dass Mitglieder mitgestalten und Verantwortung übernehmen. Mitglieder wissen, wie und wo ihr Gemüse angebaut wird - lokal, saisonal und meist biodynamisch. Diese alternative Form des Wirtschaftens verlangt nach passender Software, die die neuen Prozesse abbildet und die Bewegung unterstützt. Gleichzeitig finden Themen wie Datensouveränität und gemeinschaftliche Softwareentwicklung in OpenSource-Projekten mehr Resonanz innerhalb der Bewegung. Der Funke des Wandels springt auf die IT-Branche über. Passende Geschäftsmodelle entstehen - gemeinschaftlich und demokratisch.

Feinstaubsensor selbstgebaut
Videobeitrag - Feinstaubsensor selbstgebaut

Bastelanleitungen für Feinstaubsensoren gibt es im Internet viele. Leider sind die Anforderungen an die technische Expertise der Bastelnden oft relativ hoch. In diesem Beitrag der Gruppe Geekfem aus Hamburg wird ein für Laien verständlicher Weg präsentiert. Anschließend kann man mit relativ günstigen Teilen einen eigenen mobilen Feinstaubsensor bauen und die Messwerte direkt auf dem Smartphone auslesen.
Zunächst werden die erforderlichen Bauteile einzeln vorgestellt. Dann wird eine Einführung in die Programmierumgebung, zum Beispiel für Arduinos, geboten, die Suche nach Code-Bibliotheken besprochen und dann der für den Feinstaubsensor zu nutzende Code geschrieben. Der Vortrag schließt mit einem Ausblick auf alternative Sensoren, andere Anwendungsgebiete und einen Blick in Richtung einer Zusammenstellung von verschiedenen Sensordaten im heimischen Netzwerk. Das Ziel ist ein anschaulicher Vortrag, so dass keine technischen Vorkenntnisse beim Publikum vorhanden sein müssen.

Digitalisierung und Degrowth. Wege zu einem enkeltauglichen Wirtschaften 
Videobeitrag - Digitalisierung und Degrowth

Selbstbestimmt und bedürfnisorientiert zu produzieren und zu nutzen - das wollen Hacker*innen, Postwachstumsbewegte und solidarische Ökonomie-Unternehmer*innen gleichermaßen. Mithilfe von digitalen Tools ist es heute möglich, neue Formen des Wirtschaftens auszuprobieren: open source, open data, free software, peer-to-peer sharing und vieles mehr. Zugleich inspiriert das Nachhaltigkeitsdenken die Techie-Szene, um nachhaltige Geschäftsmodelle mit fairen und demokratischen Arbeitsbedingungen zu schaffen. Unter welchen Bedingungen bietet die Digitalisierung Chancen für den Übergang in eine nachhaltige, lokale und kooperative Ökonomie, die ohne Wachstumszwang auskommt? Wo sind Risiken und Grenzen solcher Möglichkeiten?
In dieser Diskussionsrunde wird versucht auszuloten, inwiefern "nachhaltiges" Wirtschaften in einer postkapitalistischen Wirtschaft möglich ist und ob beim Übergang zu einer solchen Wirtschaft digitale Tools helfen können. Ebenfalls wird darüber diskutiert, ob eine nachhaltige postkapitalistische Wirtschaft denkbar ist, die so viel Ressourcen und Geld in digitale Infrastrukturen stecken kann, wie das derzeit mit 5G, Internet der Dinge geplant ist, oder ob eine postkapitalistische Wirtschaft sich nur eine "mäßige" Digitalisierung leisten kann.

Recycling: Pullis aus Plastikflaschen

Wenn man nachhaltig kaufen möchte, dann soll man auf das Fair-Trade-Siegel achten oder Produkte kaufen, welche aus recyceltem Material bestehen. Die Unternehmen, die in einem Artikel auf bento vorgestellt werden, achten auf recyceltes Material, auf Fair Trade sowie auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Merkmale dieser recycelten Produkte:
  1. Besonders bei der Wiederverwendung von Rohstoffen wie Altholz kann man sich oft über besonders individuelle und außergewöhnliche Designs freuen.
  2. Oft stecken hinter solchen Produkten Unternehmen, die sich innerhalb ihres Geschäfts besonders für die Umwelt einsetzen und eher auf Nachhaltigkeit anstelle von Billigkram setzen.
  3. Je mehr Kunden und Kundinnen auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz Wert legen, desto mehr wird das Thema sich auch bei anderen Produzenten durchsetzen.
Ein Beispiel sind Umhängetaschen und Rücksäcke aus Recycling-Material. Mit wasserabweisendem Außenstoff, gepolstertem Rückenteil und einem Volumen von etwa 20 Litern ist der Rucksack vor allem für dich geeignet, wenn du:
  • a) sehr viel Stauraum brauchst,
  • b) das Rad zur Uni oder Arbeit nimmst oder
  • c) auch öfter mal in schlechtem Wetter unterwegs bist.
Die Umhängetaschen von S.T.A.M.P.S. werden aus recycelter Zellulose, Latex und umweltfreundlichen Lebensmittelfarben hergestellt. Das macht sie nicht nur nachhaltig, sondern auch vegan.

Hinweis für Menschen mit Kind: Das Unternehmen stellt unter anderem nachhaltige und ziemlich schicke Wickeltaschen sowie reflektierende Mini-Rucksäcke in Form von kleinen Monstern her – und achtet dabei sehr auf umweltbewusste und ressourcenschonende Herstellung.

Im folgenden Artikel sind noch weitere Produkte dargestellt, welche aus bereits genutzten Rohstoffen hergestellt wurden:

Freitag, 23. November 2018

Änderung des Seminarplans

Bitte beachten Sie, dass die Sitzung am 04.12.18 wegen der Exkursion nach Brüssel nicht stattfinden kann. Dadurch ändert sich unser Seminarplan: alle Themen verschieben sich um eine Woche.