Im SZ-Magazin Nummer 38 erschien ein Interview mit Yuval Noah Harari - liest sich schneller als ein ganzes Buch und gibt einen kleinen Einblick in seine Gedanken zur Zukunft der Menschheit. Der Autor Max Fellmann führte das Interview übrigens via Mail mit Harari, da dieser sich Bedenkzeit für seine Antworten erbat.
In dieser Ausgabe des SZ-Magazins ist noch ein zweiter Artikel, der sich mit dem Thema "Glück" auseinandersetzt: Eine Tochter schreibt über ihren Vater, der sich in seinem Berufsleben immer jeder Beförderung verweigert hat - und immer sehr zufrieden zu sein scheint -, was sie als Tochter lange nicht verstehen konnte. "Papas Glücks-Geheimnis" von Daniela Gassmann.
Dienstag, 24. Oktober 2017
Montag, 23. Oktober 2017
Nachhaltigkeit als individualethische An- und Herausforderung
Eine Auseinandersetzung mit Kapitel 19 ("Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage") des Buches von Yuval Noah Harari "Eine kurze Geschichte der Menschheit" von Patrick Maisenhölder
Glaubt man Schillers akademischer Antrittsrede Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?, so ist die Geschichte ein Feld,
Und es ist durchaus nicht von der Hand zu weisen. Die Geschichte hat einiges für die Gegenwart zu bieten – auch Antworten auf die Frage danach, was Glück eigentlich ist und wie ein gutes Leben aussieht. Gerade die griechische Antike und insbesondere der Hellenismus können dabei als gute Quellen dienen, aus denen man Ideen für Antworten auf solcherlei Fragen finden kann.
Aristoteles hat hierbei wohl eine der systematischsten Abhandlung über das gute Leben (eu zen) und die Glückseligkeit (eudaimonia) hinterlassen. Dabei ist sein Glücksverständnis von unserem heutigen Glücksverständnis, das oft recht einfach als „subjektives Wohlbefinden“ (Harari 2013, 463) definiert wird, recht weit entfernt. Denn für Aristoteles ist Glück „kein subjektives, privates Gefühl, sondern die Erfüllung einer Rolle, die uns von der kosmischen Ordnung vorgegeben sei“ (Rapp 2013, XII).
In seiner Nikomachischen Ethik heißt es dazu, dass Glückseligkeit „die Tätigkeit der Seele im Sinne der ihr wesenhaften Tüchtigkeit ist“ (Aristoteles, NE 1098a15). In einfachere Sprache übersetzt bedeutet das, dass der Mensch dann glückselig ist, wenn er seinem Wesen gemäß handelt. Da der Mensch, neben einem vegetativen Funktionssystem, auch ein zoon politikon, also ein politisches und Gemeinschaftswesen, und vor allem auch ein zoon logon echon, also ein sprach- und vernunftbegabtes Wesen ist, reicht es nach Aristoteles nicht aus, sich alleine der körperlichen Lust und den niederen Begierden hinzugeben, um Glückseligkeit zu erreichen. Vielmehr muss der Mensch einen guten Umgang mit seinen Mitmenschen pflegen, sich in der und für die Gemeinschaft einsetzen und sich gleichzeitig auch denkerisch betätigen – zusammengefasst: sich aktiv betätigen – um glückselig zu sein und letztlich überhaupt die Chance zu haben, ein gutes Leben führen zu können.
Um seinem Wesen zu entsprechen, ist deshalb die Ausbildung von Tugenden im Sinne von Grundhaltungen und Bereitschaften notwendig. Diese teilen sich, gemäß den verschiedenen Wesensbestimmungen des Menschen als einerseits Gemeinschafts- und andererseits Vernunftwesen, in dianoetische und ethische, also Verstandes- und Charaktertugenden (vgl. Masek 2011, 202).
Glaubt man Schillers akademischer Antrittsrede Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?, so ist die Geschichte ein Feld,
„das dem denkenden Betrachter so viele Gegenstände des Unterrichts, dem tätigen Weltmann so herrliche Muster zur Nachahmung, dem Philosophen so wichtige Aufschlüsse und jedem ohne Unterschied so reiche Quellen des Vergnügens eröffnet“ (Schiller 1789 / 2005, 21).Auch Nietzsche geht davon aus, dass die Geschichte, zumindest richtig genutzt, „einer kräftigen Nahrung“ (Nietzsche 1874 / 2007, 186) gleicht, der man sich bedienen kann, um sich für die Jetztzeit und Zukunft zu stärken. Der hier kommentierte Harari könnte diese Reihe fortsetzend als ein zeitgenössischer Vertreter der Hervorhebung der Vorteile der Historie für das Leben betrachtet werden. Denn nachdem er eine negative Bilanz der Menschheitsgeschichte im Hinblick auf die Förderung des allgemeinen Glücks zieht (vgl. Harari 2013, 458-469), kommt er, nach einem Ausflug in die Biochemie (vgl. ebd., 470-475), zu dem Ergebnis, dass eigentlich nur so richtig das, was schon einmal war – religiöse Sinnstiftung (vgl. ebd., 476f.); philosophische Selbsterkenntnis (vgl. ebd., 478f.) oder buddhistische Gelassenheit (vgl. ebd., 480f.) – zum Glück und einem guten Leben führen.
Und es ist durchaus nicht von der Hand zu weisen. Die Geschichte hat einiges für die Gegenwart zu bieten – auch Antworten auf die Frage danach, was Glück eigentlich ist und wie ein gutes Leben aussieht. Gerade die griechische Antike und insbesondere der Hellenismus können dabei als gute Quellen dienen, aus denen man Ideen für Antworten auf solcherlei Fragen finden kann.
Aristoteles hat hierbei wohl eine der systematischsten Abhandlung über das gute Leben (eu zen) und die Glückseligkeit (eudaimonia) hinterlassen. Dabei ist sein Glücksverständnis von unserem heutigen Glücksverständnis, das oft recht einfach als „subjektives Wohlbefinden“ (Harari 2013, 463) definiert wird, recht weit entfernt. Denn für Aristoteles ist Glück „kein subjektives, privates Gefühl, sondern die Erfüllung einer Rolle, die uns von der kosmischen Ordnung vorgegeben sei“ (Rapp 2013, XII).
In seiner Nikomachischen Ethik heißt es dazu, dass Glückseligkeit „die Tätigkeit der Seele im Sinne der ihr wesenhaften Tüchtigkeit ist“ (Aristoteles, NE 1098a15). In einfachere Sprache übersetzt bedeutet das, dass der Mensch dann glückselig ist, wenn er seinem Wesen gemäß handelt. Da der Mensch, neben einem vegetativen Funktionssystem, auch ein zoon politikon, also ein politisches und Gemeinschaftswesen, und vor allem auch ein zoon logon echon, also ein sprach- und vernunftbegabtes Wesen ist, reicht es nach Aristoteles nicht aus, sich alleine der körperlichen Lust und den niederen Begierden hinzugeben, um Glückseligkeit zu erreichen. Vielmehr muss der Mensch einen guten Umgang mit seinen Mitmenschen pflegen, sich in der und für die Gemeinschaft einsetzen und sich gleichzeitig auch denkerisch betätigen – zusammengefasst: sich aktiv betätigen – um glückselig zu sein und letztlich überhaupt die Chance zu haben, ein gutes Leben führen zu können.
Um seinem Wesen zu entsprechen, ist deshalb die Ausbildung von Tugenden im Sinne von Grundhaltungen und Bereitschaften notwendig. Diese teilen sich, gemäß den verschiedenen Wesensbestimmungen des Menschen als einerseits Gemeinschafts- und andererseits Vernunftwesen, in dianoetische und ethische, also Verstandes- und Charaktertugenden (vgl. Masek 2011, 202).
Mittwoch, 11. Oktober 2017
Haben Solidarität und soziale Bindungen in der Konsumgesellschaft eine Chance? - "Leben als Konsum" von Zygmunt Bauman
„Ich shoppe, also bin ich..." - Ein treffendes Zitat aus dem Klappentext von Zygmunt Baumans Buch über die Gesellschaft, in der wir uns befinden. Er beschreibt den Wandel der Gesellschaft von Produzenten hin zu einer Gesellschaft von Konsumenten und untersucht die Auswirkungen von Haltungen und Verhaltensmustern unserer Gesellschaft, geprägt durch den uns umgebenden Konsum, in verschiedenen Aspekten des sozialen Lebens.
Politik und Demokratie, soziale Spaltungen und Schichtungen, Gemeinschaften und Partnerschaften, Identitätsbildung sowie die Produktion und der Gebrauch von Wissen und Wertorientierung scheinen im ersten Moment nicht miteinander verbunden, Bauman zeigt aber die einzelnen Verkettungen der Bereiche detailliert auf.
Obwohl der leider Anfang dieses Jahres im Alter von 91 Jahren verstorbene Zygmunt Bauman das Buch "Leben als Konsum" ("Consuming Life" im englischen Original) bereits vor 10 Jahren veröffentlicht hat, hat es bis heute rein gar nichts an Aktualität und Aussagekraft eingebüßt.
Bauman war die moralische Stimme, die sich für die Globalisierungsverlierer, die Armen und Enteigneten dieser Welt einsetzte, die durch die Raster der Konsumgesellschaft gefallen waren. Er galt als einer der produktivsten und prominentesten Soziologen Europas und zeichnete sich als Kritiker aus, der immer wieder Einfluss auf den gesellschaftspolitischen Diskurs der Konsumgesellschaft ausübte. Bereits in den 90er- Jahren setzte seine Kritik an der Konsumgesellschaft an, und er prägte Begriffe wie z.B. die flüchtige Moderne.
Eben diese flüchtige Moderne, die schnell und radikal ist, sieht Bauman als Grundlage der Konsumgesellschaft. Existenzielle Ängste und Verunsicherung, ausgelöst durch sich verflüchtigende soziale Strukturen und Beziehungen, noch bevor aus ihnen stützende Formen werden können, zeigen sich die Auswirkungen des schnellen Genusses der Konsumgesellschaft bis in unsere intimsten Bereiche des Lebens.
Politik und Demokratie, soziale Spaltungen und Schichtungen, Gemeinschaften und Partnerschaften, Identitätsbildung sowie die Produktion und der Gebrauch von Wissen und Wertorientierung scheinen im ersten Moment nicht miteinander verbunden, Bauman zeigt aber die einzelnen Verkettungen der Bereiche detailliert auf.
Obwohl der leider Anfang dieses Jahres im Alter von 91 Jahren verstorbene Zygmunt Bauman das Buch "Leben als Konsum" ("Consuming Life" im englischen Original) bereits vor 10 Jahren veröffentlicht hat, hat es bis heute rein gar nichts an Aktualität und Aussagekraft eingebüßt.
Bauman war die moralische Stimme, die sich für die Globalisierungsverlierer, die Armen und Enteigneten dieser Welt einsetzte, die durch die Raster der Konsumgesellschaft gefallen waren. Er galt als einer der produktivsten und prominentesten Soziologen Europas und zeichnete sich als Kritiker aus, der immer wieder Einfluss auf den gesellschaftspolitischen Diskurs der Konsumgesellschaft ausübte. Bereits in den 90er- Jahren setzte seine Kritik an der Konsumgesellschaft an, und er prägte Begriffe wie z.B. die flüchtige Moderne.
Eben diese flüchtige Moderne, die schnell und radikal ist, sieht Bauman als Grundlage der Konsumgesellschaft. Existenzielle Ängste und Verunsicherung, ausgelöst durch sich verflüchtigende soziale Strukturen und Beziehungen, noch bevor aus ihnen stützende Formen werden können, zeigen sich die Auswirkungen des schnellen Genusses der Konsumgesellschaft bis in unsere intimsten Bereiche des Lebens.
Freitag, 6. Oktober 2017
Podcast zur Externalisierungsgesellschaft
Vor einigen Wochen haben wir an dieser Stelle das Buch "Neben uns die Sintflut" vorgestellt, eine scharfsinnige und lesenswerte Analyse der Externalisierungsgesellschaft von Stephan Lessenich. Nun hat sich SWR2 Wissen der Thematik angenommen und ein Gespräch mit dem Autor als Podcast (inkl. Manuskript zum Download) veröffentlicht: "Leben auf Kosten anderer. Die Struktur der Externalisierungsgesellschaft" (29 min).
Freitag, 29. September 2017
Aus Gebern und Nehmern werden Partner - nachhaltige Entwicklungspolitik in Afrika?
Das Jahr 2017 ist nicht nur das Jahr der Reformation – welche sich zum 500sten Mal jährt – sondern auch das Afrikajahr Deutschlands und der EU. Das Afrikajahr 2017 soll dazu dienen, alte Konzepte zu reformieren, zwar nicht im Sinne von Martin Luther, jedoch im Sinne eines neuen Partnerschaftsvertrages.
Die neue Partnerschaft soll den Cotonou-Vertrag ablösen und eine neue Grundlage der Zusammenarbeit schaffen. Die Schwerpunkte dieses "Marshall-Plans" liegen auf den Gebieten „fairer Handel“, „mehr private Investoren“, „mehr wirtschaftliche Entwicklung“, und „unternehmerische Entfaltung“, außerdem soll dieser Plan zu mehr Jobs und mehr Beschäftigung führen. Der zentrale Begriff des Planes ist Zusammenarbeit, innerhalb welcher die EU und ihre Mitgliedstaaten als „gleichberechtigte Partner zur Verfügung“ stehen sollen.
Die neue Partnerschaft soll den Cotonou-Vertrag ablösen und eine neue Grundlage der Zusammenarbeit schaffen. Die Schwerpunkte dieses "Marshall-Plans" liegen auf den Gebieten „fairer Handel“, „mehr private Investoren“, „mehr wirtschaftliche Entwicklung“, und „unternehmerische Entfaltung“, außerdem soll dieser Plan zu mehr Jobs und mehr Beschäftigung führen. Der zentrale Begriff des Planes ist Zusammenarbeit, innerhalb welcher die EU und ihre Mitgliedstaaten als „gleichberechtigte Partner zur Verfügung“ stehen sollen.
„Ziel ist ein prosperierendes Afrika, dessen Entwicklung alle einbeziehen und von den Potenzialen der eigenen Bevölkerung vorangetrieben wird.“Weiter heißt es, man wolle afrikanische Lösungen für afrikanische Herausforderungen (vgl. BMZ 2017, S. 5). Diese „neue Dimension der Zusammenarbeit“ scheint reformatorisch zu sein. Doch stellt man sich in diesem Zusammenhang die Frage: Wie kann nachhaltige Afrikapolitik aussehen und wie soll diese gestaltet werden?
Mittwoch, 20. September 2017
Glück als Ziel der Politik? Deutschland und Bhutan in der Analyse
Unsere Welt strebt danach und Politik orientiert sich daran: Wirtschaftswachstum, steigendes BIP, wachsender Konsum und technischer Fortschritt. Viele dieser Ziele zeigen sich in Handlungen der aktuellen Regierung. Nicht alle Ziele scheinen unangebracht, doch müssen daraus direkt Glück und Zufriedenheit entstehen? Wie und in welchem Maße können Glück und Zufriedenheit Ziele des Politikbetriebes sein?
Wie lassen sich Glück und Zufriedenheit in einer Gesellschaft messen?
Um diese Frage genauer zu beantworten, lassen sich verschiedene Quellen heranziehen, welche durch je eigene Kriterien Glück und Zufriedenheit definieren und demnach untersuchen.
Die W3 Indikatoren: Laut Bundesfinanzministerium ist bekannt, dass das BIP eines Landes nicht ausreichend Auskunft über die individuelle Zufriedenheit der Bürger eines Landes geben kann. Aus dieser Erkenntnis heraus misst die 2013 vom Bundestag eingesetzte Enquete-Kommission mit ihrem eigenen Indikatorensystem, wie es um Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität in Deutschland steht. Dies erfolgt in folgenden Leitindikatoren:
Die Kriterien orientieren sich immer noch stark an wirtschaftlichen Leistungen bzw. der Leistungsfähigkeit eines Individuums und nicht zwingend an den sozialen Beziehungen. Unter der vorhandenen Kategorie „Soziales und Teilhabe“ werden Punkte wie „Beschäftigungsquote“, „Bildungsabschluss Sek. 2“, „Lebenserwartung“ und „Freiheit“ geführt. Darin wird unter „Freiheit“ gefasst, wie es um Meinungs- und Pressefreiheit oder der Teilhabe in der Auswahl der Regierung steht. Faktoren wie soziale Beziehungen sind aber unterrepräsentiert, wo doch gerade Menschen, welche bspw. lange mit demselben Partner zusammenbleiben am glücklichsten sind.
Der World Happiness Report 2017 beschäftigt sich mit den sechs Faktoren, welche „{...} das persönliche Wohlempfinden nachweislich beeinflussen - und zusammengesetzt persönliches Glück ergeben sollen.“ Schon mit der Auflistung der relevanten sechs Kriterien fällt auf, dass das viel zitierte BIP nicht irrelevant, aber nur Voraussetzung eines persönlichen Glücksempfindens sein kann.
Bruttoinlandsprodukt, Lebenserwartung, soziales Angebot für Bedürftige, Vertrauen in Regierung und Wirtschaft, gefühlte Entscheidungsfreiheit und Spendenbereitschaft werden beim World Happiness Report genauer analysiert. Die von Personen abhängigen Daten sind durch Selbstwahrnehmung zustande kommen. Nicht nur positive, sondern auch negative Faktoren wie Sorge, Trauer und Wut werden für die Erhebung herangezogen.
Wie lassen sich Glück und Zufriedenheit in einer Gesellschaft messen?
Um diese Frage genauer zu beantworten, lassen sich verschiedene Quellen heranziehen, welche durch je eigene Kriterien Glück und Zufriedenheit definieren und demnach untersuchen.
Die W3 Indikatoren: Laut Bundesfinanzministerium ist bekannt, dass das BIP eines Landes nicht ausreichend Auskunft über die individuelle Zufriedenheit der Bürger eines Landes geben kann. Aus dieser Erkenntnis heraus misst die 2013 vom Bundestag eingesetzte Enquete-Kommission mit ihrem eigenen Indikatorensystem, wie es um Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität in Deutschland steht. Dies erfolgt in folgenden Leitindikatoren:
Die Kriterien orientieren sich immer noch stark an wirtschaftlichen Leistungen bzw. der Leistungsfähigkeit eines Individuums und nicht zwingend an den sozialen Beziehungen. Unter der vorhandenen Kategorie „Soziales und Teilhabe“ werden Punkte wie „Beschäftigungsquote“, „Bildungsabschluss Sek. 2“, „Lebenserwartung“ und „Freiheit“ geführt. Darin wird unter „Freiheit“ gefasst, wie es um Meinungs- und Pressefreiheit oder der Teilhabe in der Auswahl der Regierung steht. Faktoren wie soziale Beziehungen sind aber unterrepräsentiert, wo doch gerade Menschen, welche bspw. lange mit demselben Partner zusammenbleiben am glücklichsten sind.
Der World Happiness Report 2017 beschäftigt sich mit den sechs Faktoren, welche „{...} das persönliche Wohlempfinden nachweislich beeinflussen - und zusammengesetzt persönliches Glück ergeben sollen.“ Schon mit der Auflistung der relevanten sechs Kriterien fällt auf, dass das viel zitierte BIP nicht irrelevant, aber nur Voraussetzung eines persönlichen Glücksempfindens sein kann.
Bruttoinlandsprodukt, Lebenserwartung, soziales Angebot für Bedürftige, Vertrauen in Regierung und Wirtschaft, gefühlte Entscheidungsfreiheit und Spendenbereitschaft werden beim World Happiness Report genauer analysiert. Die von Personen abhängigen Daten sind durch Selbstwahrnehmung zustande kommen. Nicht nur positive, sondern auch negative Faktoren wie Sorge, Trauer und Wut werden für die Erhebung herangezogen.
Sonntag, 10. September 2017
Hartmut Rosa im Gespräch
Der Soziologe Hartmut Rosa, mit dem wir uns im Seminar intensiv beschäftigen, war vergangene Woche in der Radiosendung SWR 1 Leute. Den Podcast kann man hier nachhören (32:28 min)...
Mittwoch, 2. August 2017
Nachhaltigkeit unter Präsident Trump
Donald Trump ist eine Katastrophe für den Klimaschutz, der Austritt aus dem Pariser Abkommen sei eine Kriegserklärung an den gesamten Planeten. So oder so ähnlich klingen die meisten Urteile über Donald Trumps Klimapolitik (http://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/15149-rtkl-klimapolitik-was-trump-fuer-den-klimaschutz-bedeutet [26.7.17]). Doch was waren seine Ankündigungen? Was hat er bereits durchgesetzt und was könnte noch folgen? In einer Zeit, in der sich die meisten Industriestaaten dem Klimaschutz verschreiben, ist Trump der eine, der dagegen ist.
In dieser Arbeit soll untersucht werden, was Trump für die Nachhaltigkeit der USA bedeutet. In zahlreichen Karikaturen sieht man Trump dargestellt als Gegner des Klimaschutzes. Bereits 2012 twitterte er, dass das Konzept des Klimawandels von und für die Chinesen propagiert wurde, um den amerikanischen Markt zu schwächen (https://twitter.com/realDonaldTrump/status/265895292191248385 [26.7.17]).
Der Einfluss, den Trump auf die Geisteshaltungen vieler Menschen hat, beschränkt sich beim Klimawandel nicht auf die Zeit seiner Kandidatur, sondern geht weiter zurück. Durch seine fast 35 Millionen Follower auf Twitter schafft er eine partizipative Kultur (Weitbrecht 2015, S. 107), in der er mit seinen Ansichten viele Menschen erreicht und Meinungen bildet.
Seit er verschiedenen Nachrichtensendern die Glaubwürdigkeit abspricht, erhebt er sich und einige wenige Sender in die Stellung der alleinigen Deutungshoheit von Informationen. Laut Weitbrecht hält derjenige mit der Deutungshoheit auch die Macht in einer Gesellschaft. So ist es nicht verwunderlich, wenn viele Menschen seinen Ansichten zum Klimawandel glauben und seine Taten nicht kritisieren.
Zu Beginn der Arbeit soll der Begriff Nachhaltigkeit kurz geklärt werden. Daraufhin werden Trumps Aktionen vor seiner Kampagne beleuchtet, um zuletzt die Zeit von der Kandidatur bis heute zu betrachten.
In dieser Arbeit soll untersucht werden, was Trump für die Nachhaltigkeit der USA bedeutet. In zahlreichen Karikaturen sieht man Trump dargestellt als Gegner des Klimaschutzes. Bereits 2012 twitterte er, dass das Konzept des Klimawandels von und für die Chinesen propagiert wurde, um den amerikanischen Markt zu schwächen (https://twitter.com/realDonaldTrump/status/265895292191248385 [26.7.17]).
Der Einfluss, den Trump auf die Geisteshaltungen vieler Menschen hat, beschränkt sich beim Klimawandel nicht auf die Zeit seiner Kandidatur, sondern geht weiter zurück. Durch seine fast 35 Millionen Follower auf Twitter schafft er eine partizipative Kultur (Weitbrecht 2015, S. 107), in der er mit seinen Ansichten viele Menschen erreicht und Meinungen bildet.
Seit er verschiedenen Nachrichtensendern die Glaubwürdigkeit abspricht, erhebt er sich und einige wenige Sender in die Stellung der alleinigen Deutungshoheit von Informationen. Laut Weitbrecht hält derjenige mit der Deutungshoheit auch die Macht in einer Gesellschaft. So ist es nicht verwunderlich, wenn viele Menschen seinen Ansichten zum Klimawandel glauben und seine Taten nicht kritisieren.
Zu Beginn der Arbeit soll der Begriff Nachhaltigkeit kurz geklärt werden. Daraufhin werden Trumps Aktionen vor seiner Kampagne beleuchtet, um zuletzt die Zeit von der Kandidatur bis heute zu betrachten.
Dienstag, 25. Juli 2017
Verzicht und Nachhaltigkeit
Anfang Juni habe ich an dieser Stelle anlässlich des Artikels "Wir sind Konsumnation" von Nils Markwardt auf die Serie "Kaufen, kaufen, kaufen" auf Zeit Online hingewiesen, die sich sehr gut eignet, um nun zum Semesterende die Thematik des Seminars noch einmal Revue passieren zu lassen. Das gilt ganz besonders für den jüngsten Beitrag von Felix Ekardt mit dem Titel "Nachhaltiger Konsum: Wir werden verzichten müssen". Ich wünsche eine anregende Lektüre und eine schöne vorlesungsfreie Zeit (vulgo: Ferien)...
Samstag, 22. Juli 2017
"Urlaub war uns wichtiger als eure Zukunft, sorry!"
Ein vorweggenommener Entschuldigungsbrief an unsere Kinder von Marc Baumann, erschienen im Magazin der Süddeutschen Zeitung am 14. Juli. Sehr lesenswert!
Das Fazit:
"Immerhin: Unsere Tatenlosigkeit ist gut dokumentiert in Millionen von Selfies, die unseren Hedonismus, unseren verantwortungslosen Lebensstil der Verschwendung, feiern. Solltet ihr uns eines Tages vor Gericht anklagen wollen wegen Umweltzerstörung, werdet ihr mehr als genug Beweise haben. Ich plädiere hiermit schon mal auf völlige Schuldfähigkeit."
... ich auch . Und ihr?
Das Fazit:
"Immerhin: Unsere Tatenlosigkeit ist gut dokumentiert in Millionen von Selfies, die unseren Hedonismus, unseren verantwortungslosen Lebensstil der Verschwendung, feiern. Solltet ihr uns eines Tages vor Gericht anklagen wollen wegen Umweltzerstörung, werdet ihr mehr als genug Beweise haben. Ich plädiere hiermit schon mal auf völlige Schuldfähigkeit."
... ich auch . Und ihr?
Freitag, 21. Juli 2017
Speed - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Falls jemand mal ne Pause von der Lernerei (oder so wie ich ne Ausrede um überhaupt anzufangen) braucht: netter Film über die Suche eine jungen Filmemachers nach der Be- bzw. Entschleunigung.
Unter anderem mit Hartmut Rosa. Ich persönlich hätte mir vom "Fazit" etwas mehr erhofft, aber fand ihn trotzdem sehr sehenswert!
Freu mich über Rückmeldungen/Kritik :)
(Noch 26 Tage verfügbar)
Dienstag, 18. Juli 2017
Nachhaltiges aus dem Freistaat
Unerklärlicherweise besitzen Bayern einen ähnlichen regionalen Stolz wie Menschen aus Schwaben (na gut, und Baden). Dabei können wir doch alles - außer Hochdeutsch. Und das können die Bayern ebenso wenig. Das bemerkt jeder, der versucht, ein Brötchen bei einem bayerischen Bäcker zu bestellen.
Aber mal Spaß beiseite. Aufrichtigkeit und somit auch aufrichtige Anerkennung ist eine Tugend (übrigens eine der Tugenden der "Saupreißen"). So steht Bayern in vielen wichtigen Statistiken vor Baden-Württemberg und auch vor vielen anderen Bundesländern.
Mit Abstand bezahlt Bayern den höchsten Betrag in den Länderfinanzausgleich (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/71763/umfrage/geber-und-empfaenger-beim-laenderfinanzausgleich/). Sie bezahlen mehr als Ba-Wü und Hessen, die beiden anderen Geldgeber, gemeinsam. Sie sind auf Platz 2 des BIP nach Bundesländern hinter Nordrhein-Westfalen (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36889/umfrage/bruttoinlandsprodukt-nach-bundeslaendern/).
Aber genug von Statistiken. Um was es in diesem Blog gehen soll, ist Nachhaltigkeit. Auf einer Seite stellt Bayern seine "bavarian makers" vor. Start-Ups aus dem Freistaat, die sich zu einem Großteil mit nachhaltiger Produktion beschäftigen. Aber seht selbst:
Allgemeine Beschreibung des Projekts: https://bavarianmakers.de/dasprojekt/
Beispiele des Projekts:
Ach ja, und nochmal zu der Sache mit den Statistiken. In einer sehr wichtigen Statistik sind wir Baden-Württemberger noch vorne: 2016 hatten wir 15 Sonnenstunden mehr als Bayern. Getreu dem Motto: Über Ba-Wü lacht die Sonne, über Bayern die ganze Welt (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/249925/umfrage/sonnenstunden-im-jahr-nach-bundeslaendern/)...
Aber mal Spaß beiseite. Aufrichtigkeit und somit auch aufrichtige Anerkennung ist eine Tugend (übrigens eine der Tugenden der "Saupreißen"). So steht Bayern in vielen wichtigen Statistiken vor Baden-Württemberg und auch vor vielen anderen Bundesländern.
Mit Abstand bezahlt Bayern den höchsten Betrag in den Länderfinanzausgleich (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/71763/umfrage/geber-und-empfaenger-beim-laenderfinanzausgleich/). Sie bezahlen mehr als Ba-Wü und Hessen, die beiden anderen Geldgeber, gemeinsam. Sie sind auf Platz 2 des BIP nach Bundesländern hinter Nordrhein-Westfalen (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36889/umfrage/bruttoinlandsprodukt-nach-bundeslaendern/).
Aber genug von Statistiken. Um was es in diesem Blog gehen soll, ist Nachhaltigkeit. Auf einer Seite stellt Bayern seine "bavarian makers" vor. Start-Ups aus dem Freistaat, die sich zu einem Großteil mit nachhaltiger Produktion beschäftigen. Aber seht selbst:
Allgemeine Beschreibung des Projekts: https://bavarianmakers.de/dasprojekt/
Beispiele des Projekts:
- https://bavarianmakers.de/steckbrief/leaf-republic/ ← Nachhaltige Teller aus Laubblättern
- https://bavarianmakers.de/steckbrief/milli-monka/ ← Nachhaltige Mode
- https://bavarianmakers.de/steckbrief/easy2cool/ ← Ökologische Kühlboxen
Ach ja, und nochmal zu der Sache mit den Statistiken. In einer sehr wichtigen Statistik sind wir Baden-Württemberger noch vorne: 2016 hatten wir 15 Sonnenstunden mehr als Bayern. Getreu dem Motto: Über Ba-Wü lacht die Sonne, über Bayern die ganze Welt (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/249925/umfrage/sonnenstunden-im-jahr-nach-bundeslaendern/)...
Montag, 17. Juli 2017
Hartmut Rosa als Podcast
Den Vortrag "Resonanz - Eine Soziologie des guten Lebens" von Hartmut Rosa, mit dem wir uns intensiv beschäftigt haben, gibt es nun auch als Podcast, und zwar beim Deutschlandfunk:
"Uiuiui - es geht alles so schnell. Zu schnell. Immer mehr, schneller, weiter. Woran es liegt, dass wir unsere Gegenwart als stete Beschleunigung erleben, hat der Soziologe Hartmut Rosa in seinem Buch "Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne" erklärt. Und damit die Frage aufgeworfen: Wie kommen wir raus aus dem Hamsterrad?"
Montag, 3. Juli 2017
Atmosfair - Umweltschutz durch Kompensationsbeitrag
Wenn das Reisen schon nicht unterbunden wird, gibt atmosfair die Möglichkeit, die verursachte CO₂-Menge durch Eingabe von Start-/Zielflughafen sowie Flugzeugtyp zu errechnen. Aus den errechneten CO₂-Emissionen (sowie Ozonbildung) wird ein Kompensationsbeitrag ermittelt, der direkt an ein oder mehrere Projekte zur Nachhaltigkeit in der ganzen Welt bezahlt werden kann, beispielsweise "Indien - Erneuerbare Energien aus Ernteresten" oder "Nepal - Biogas aus Kuhdung nach Erdbeben".
"The Story of Stuff"
Der animierte Kurzfilm "The Story of Stuff" nimmt unsere gegenwärtige Konsumgesellschaft kritisch unter die Lupe und betrachtet im einzelnen die Sektoren Rohstoffgewinnung, Produktion, Vertrieb, Konsum und Entsorgung. Anhand dieser fünf Sektoren beschreibt Annie Leonard, eine US-amerikanische Konsumkritikerin, den Lebenszyklus von Konsumgütern und deren Folgen für unseren Planeten.
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Sonntag, 2. Juli 2017
Interviewreihe der bpb zur nachhaltigen Zukunft
Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat eine hervorragende Interviewreihe zu folgendem Thema veröffentlicht: "WAS TUN? Für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit". Auf der Startseite heißt es:
"Die Menschheit muss in den kommenden Jahrzehnten viele Probleme bewältigen:
- die Weltbevölkerung wird in kürzester Zeit auf bis zu 10 Milliarden Menschen anwachsen
- Klima- und Umweltkatastrophen bedrohen unser Leben auf dem Planeten
- unsere Ressourcen sind begrenzt
- die Ungerechtigkeiten zwischen armen und reichen Menschen spitzen sich zu
- die Konflikte zwischen nationalen und internationalen Interessengruppen verschärfen sich
Was sollen wir tun? Die Filmemacher Dirk Wilutzky und Mathilde Bonnefoy haben dazu Menschen aus unterschiedlichen Bereichen befragt: Aktivistinnen und Aktivisten, Spezialistinnen und Spezialisten aus der Natur- und Sozialwissenschaft, Ökonomie, Ökologie und Philosophie. Im Interview schildern sie die Situation aus ihrer Sicht. Sie sprechen über ihre Ideen, wie die Menschheit diese Probleme konkret lösen kann und wie jede/r Einzelne sich engagieren kann. Daraus entstand diese Kurzinterviewreihe."Zu den Interviewten zählen viele weltweit bedeutende Experten. Vom Mitautor des epochalen Berichts "Grenzen des Wachstums" aus den 1970er Jahren, Dennis Meadows, bis hin zu Vandana Shiva, über deren Ideen zur Öko-Apartheid wir früher im Semester gesprochen hatten. Hier die Liste:
Dienstag, 27. Juni 2017
"Hygge" erobert die Welt
Auf der Suche nach Konzepten zu einem glücklicheren Leben wird einem früher oder später der dänische Begriff "Hygge" begegnen. Die Dänen gelten als das zweitglücklichste Volk der Erde und ein Grund dafür scheint "Hygge" zu sein. Nun hat sogar eine neue Zeitschrift des Verlages Gruner + Jahr dieses mystische Wort zum Titel gemacht. Aber was verbirgt sich hinter diesem Wort?
Das kleine Wort, das zunächst einfach nur lustig geschrieben aussieht, hat es in sich. Schon allein die Übersetzung ist schwierig und eigentlich nicht möglich. Zwar kommt das Wort "Gemütlichkeit" dem schon nahe, aber kann es dennoch nicht richtig fassen, denn "Hygge" hat etwas mit dänischer Lebensart zu tun, und wie soll da ein deutsches Wort passen?
Die Dänen verwenden weniger das Nomen, aber häufig das Adjektiv "hyggelig" um Aktivitäten zu beschreiben, die sie einfach nett finden. Das Adjektiv lässt sich auch noch mit lauschig, traut, heimelig oder eben einfach gemütlich umschreiben. So richtig "hyggelig" ist es dann, wenn die Dänen sich ins Private zurückziehen, umgeben von Familie und Freunden. In eine Welt, die mit der Welt da draußen einfach nichts zu tun hat und die Geborgenheit bietet. Das Genießen des Moments.
So habe ich den Begriff aufgefasst in der Zeit, in der ich dänisch gelernt habe, und auch in meinen Urlauben in Dänemark, während derer ich die dänische Lebensart kennen lernte. Wie es die Autorin des neuen FAZ-Artikels zu fassen versucht, kann man hier nachlesen: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/gruner-jahr-bringt-neues-gluecksmagazin-hygge-heraus-15071100.html
Das kleine Wort, das zunächst einfach nur lustig geschrieben aussieht, hat es in sich. Schon allein die Übersetzung ist schwierig und eigentlich nicht möglich. Zwar kommt das Wort "Gemütlichkeit" dem schon nahe, aber kann es dennoch nicht richtig fassen, denn "Hygge" hat etwas mit dänischer Lebensart zu tun, und wie soll da ein deutsches Wort passen?
Die Dänen verwenden weniger das Nomen, aber häufig das Adjektiv "hyggelig" um Aktivitäten zu beschreiben, die sie einfach nett finden. Das Adjektiv lässt sich auch noch mit lauschig, traut, heimelig oder eben einfach gemütlich umschreiben. So richtig "hyggelig" ist es dann, wenn die Dänen sich ins Private zurückziehen, umgeben von Familie und Freunden. In eine Welt, die mit der Welt da draußen einfach nichts zu tun hat und die Geborgenheit bietet. Das Genießen des Moments.
So habe ich den Begriff aufgefasst in der Zeit, in der ich dänisch gelernt habe, und auch in meinen Urlauben in Dänemark, während derer ich die dänische Lebensart kennen lernte. Wie es die Autorin des neuen FAZ-Artikels zu fassen versucht, kann man hier nachlesen: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/gruner-jahr-bringt-neues-gluecksmagazin-hygge-heraus-15071100.html
Nachhaltige Geldanlage
Wer bei seiner Geldanlage nicht nur die Rendite als einzige Prämisse sieht, hat die Chance, in ökologisch, ethisch und sozial verträgliche Investmentfonds zu investieren. Doch Vorsicht, nicht alle Fonds gewährleisten, was sie vorgeben.
Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale im Jahr 2014 ergab erhebliche Mängel bei den Portfolios einiger Investmentfonds. Zwar beteuerten die Unternehmen, nur in nachhaltige Produkte zu investieren. Allerdings veröffentlichte der Test, dass einige Fonds in Rüstungsgüter, Atomenergie oder in Kohle- und Erdölindustrie investieren.
Der Investitionsgesellschaft ÖKOWORLD AG wird eine transparente und ökologisch nachhaltige Anlagestrategie nachgesagt.
Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale im Jahr 2014 ergab erhebliche Mängel bei den Portfolios einiger Investmentfonds. Zwar beteuerten die Unternehmen, nur in nachhaltige Produkte zu investieren. Allerdings veröffentlichte der Test, dass einige Fonds in Rüstungsgüter, Atomenergie oder in Kohle- und Erdölindustrie investieren.
Der Investitionsgesellschaft ÖKOWORLD AG wird eine transparente und ökologisch nachhaltige Anlagestrategie nachgesagt.
Analyse der Externalisierungsgesellschaft
"Neben uns die Sintflut" ist der eindrückliche Titel (Untertitel: "Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis"), den der Soziologe Stephan Lessenich seiner treffenden Diagnose unserer Gesellschaft gegeben hat. Das Buch ist 2016 im Carl Hanser Verlag erschienen, zwischenzeitlich auch als Lizenzausgabe bei der Bundeszentrale für politische Bildung (Schriftenreihe Band 10010) erhältlich und unbedingt lesenswert.
Zentrale Aussage ist, dass es uns gut geht, weil es anderen schlecht geht. Glück und Unglück müssen in Tateinheit betrachtet werden. So schreibt der Autor hinsichtlich der Ziele, die er mit dem Buch verfolgt:
Zentrale Aussage ist, dass es uns gut geht, weil es anderen schlecht geht. Glück und Unglück müssen in Tateinheit betrachtet werden. So schreibt der Autor hinsichtlich der Ziele, die er mit dem Buch verfolgt:
"Ebendiese Doppelgeschichte soll hier in den Blick genommen werden. Es geht um den Einblick in Zusammenhänge, die Einsicht in Abhängigkeiten, in globale Beziehungsstrukturen und Wechselwirkungen. Es geht um die andere Seite der westlichen Moderne, um ihr 'dunkles Gesicht', um ihre Verankerung in den Strukturen und Mechanismen kolonialer Herrschaft über den Rest der Welt. Es geht um Reichtumsproduktion auf Kosten und um Wohlstandsgenuss zu Lasten anderer, um die Auslagerung der Kosten und Lasten des 'Fortschritts'. Und es geht noch um eine weitere, dritte Geschichte: um die Abwehr des Wissens um ebendiese Doppelgeschichte, um deren Verdrängung aus unserem Bewusstsein, um ihre Tilgung aus den gesellschaftlichen Erzählungen individuellen und kollektiven 'Erfolgs'. Wer von unserem Wohlstand hierzulande redet, dürfte von den damit verbundenen, verwobenen, ja ursächlich zusammenhängenden Nöten anderer Menschen andernorts nicht schweigen. Genau das aber ist es, was ununterbrochen geschieht." (S. 17)Im weiteren Verlauf des Textes wird Lessenich noch deutlicher, wenn er schreibt: "Gegen ebenjenes Vergessen aber richtet sich dieses Buch" (S. 24). Es geht darum, die Mechanismen und Strukturen darzustellen, die zu der perversen "internationalen Arbeitsteilung" geführt haben, die sich so beschreiben lässt:
"Wir haben uns aufs Gewinnen spezialisiert - und die anderen aufs Verlieren festgelegt." (S. 25)Die Anzeichen mehren sich, dass Ungleichheit und Ungerechtigkeit im Weltmaßstab immer mehr Menschen Unbehagen bereitet.
"Diesem einstweilen noch unterschwelligen, aber - so die Vermutung - zunehmend um sich greifenden Unbehagen an der Externalisierungsgesellschaft und ihrem Preis will das vorliegende Buch Ausdruck und Auftrieb geben." (S. 29)Es geht Lessenich also um "eine Gegenwartssoziologie der Externalisierungsgesellschaft" (S. 50), wobei er diesen zentralen Begriff entlang der drei zentralen Kategorien von Macht, Ausbeutung und Habitus folgendermaßen definiert:
"In der Externalisierungsgesellschaft besteht Macht in der Chance, die Kosten der eigenen Lebensführung auf andere abzuwälzen - und diese Chance ist strukturell ungleich verteilt. Sie ist dies, weil es bestimmten sozialen Kollektiven gelungen ist, sich Möglichkeiten zur Externalisierung anzueignen und sie zugleich anderen vorzuenthalten. Diese anderen werden von den machtvollen Positionen aus ausgebeutet, insofern sie vorrangig die Kosten der Externalisierung zu tragen haben, von den Profiten derselben aber dauerhaft ausgeschlossen bleiben. Sozial wirksam und gesellschaftlich stabilisiert werden Machtungleichgewicht und Ausbeutungsdynamik in der Externalisierungsgesellschaft durch einen spezifischen Habitus derjenigen, die aus machtvollen Positionen heraus ausbeuterisch handeln: Externalisierung wird für sie zu einer sozialen Praxis, die sie als möglich, üblich und legitim wahrnehmen und daher wie selbstverständlich vollziehen." (S. 62f., eigene Hervorhebung)Auf den Seiten 179/180 bilanziert der Autor seine Analyse. In zwei Anläufen habe er zu ergründen versucht, wie es sich mit Wohlstand und "Übelstand" verhält:
"Zunächst wurde gezeigt, wie die gesamte (...) Lebensführung in den reichen Gesellschaften des globalen Nordens auf einem schon seit langem praktizierten, großangelegten System ungleichen Tauschs beruht: In weiter Ferne, an den vielen Peripherien der kapitalistischen Weltökonomie, werden Arbeiten erbracht, Ressourcen gefördert, Giftstoffe freigesetzt, Abfälle gelagert, Landstriche verwüstet, Sozialräume zerstört, Menschen getötet - für uns, für die Menschen in den Zentren des Wohlstands, für die Ermöglichung und Aufrechterhaltung ihres Lebensstandards, ihrer Lebenschancen, ihres Lebensstils." (S. 179f.)Der zweite Schritt besteht darin, das Mobilitätsregime dieser globalen Formation in den Blick zu nehmen. Hier kommt Lessenich zu folgender Einschätzung:
"Sodann wurde in einem zweiten Schritt nachgezeichnet, wie sich diese Zentren des Wohlstands von der sie nährenden und entlastenden Außenwelt abschließen, oder genauer: wie sie 'fremde' Lebenswelten als ein 'Außen' konstruieren, auf das sie zur Sicherung ihrer Lebensweise zugreifen können, ohne selbst jedoch von diesem in ihrer Integrität berührt zu werden. Die Beziehungen zwischen Zentren und Peripherien sind nach dem Prinzip der Halbdurchlässigkeit gestaltet: Während nach 'außen' viel geht, soll nur wenig nach 'innen' gelangen. Die globale Mobilitätskluft zugunsten des globalen Nordens ist dafür ein treffendes Beispiel: Die eine Hälfte der Welt bereist kollektiv die andere, eröffnet dieser aber nur einen höchst selektiven Zugang zu ihrem eigenen Wirtschafts- und Sozialraum. Wie die Lebens- sind auch die Bewegungschancen offensichtlich global teilbar - und effektiv geteilt. Was den einen möglich ist, bleibt den anderen verwehrt: Das nennt sich dann das Zeitalter der 'Globalisierung'." (S. 180)In dieser Analyse bestand das Hauptanliegen des Buches. Hinzu kam das Ziel, mit "der Schweigespirale des Wohlstandskapitalismus" (S. 192) zu brechen. Was mögliche Reaktionen auf die dargestellte schreiende Ungerechtigkeit betrifft, beschränkt sich Lessenich auf einige Andeutungen zur "radikalen institutionellen Reform der Externalisierungsgesellschaft" (S. 195):
"...von einer mit den Privilegien der Zentrumsökonomien brechenden Revision des Welthandelsregimes, einer effektiven Besteuerung weltweiter Finanztransaktionen und einem Umbau der reichen Volkswirtschaften in Postwachstumsökonomien bis hin zu einem Sozialvertrag zur Verzögerung des Klimawandels (...) und einer transnationalen Rechtspolitik, die globale soziale Rechte wirkungsvoll verankert. Auf einen gemeinsamen Nenner gebracht, liefe eine solche Reform auf eine konsequente Politik der doppelten Umverteilung hinaus: im nationalgesellschaftlichen wie im weltgesellschaftlichen Maßstab, von oben nach unten und von 'innen' nach 'außen'." (S. 195)
Montag, 26. Juni 2017
Deutsche Umwelthilfe
http://www.duh.de/projekte/althandy/ - "Seit 40 Jahren setzt sich die Deutsche Umwelthilfe (DUH) für den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen ein. Die Spenden zahlreicher Umweltschützer und Naturfreunde ermöglichen ein professionelles und erfolgreiches Arbeiten. Das treibt uns an und hilft, unsere Ziele zu erreichen."
Besonders interessant finde ich die Recyclingtipps, welche von der Abfallvermeidung durch Reparaturen, wo sich die Deutsche Umwelthilfe mit anderen Organisationen zum "Runden Tisch" zusammengeschlossen hat (http://runder-tisch-reparatur.de/), bis zur Sammlung von Althandys für die Nutzung ihrer Rohstoffe reichen.
Besonders interessant finde ich die Recyclingtipps, welche von der Abfallvermeidung durch Reparaturen, wo sich die Deutsche Umwelthilfe mit anderen Organisationen zum "Runden Tisch" zusammengeschlossen hat (http://runder-tisch-reparatur.de/), bis zur Sammlung von Althandys für die Nutzung ihrer Rohstoffe reichen.
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Unsere Hochschule: Zukunftsfähig?!
Herzliche Einladung zur Podiumsdiskussion am Donnerstag, 29.Juni um 17:30 im Lit-Café!
Nachhaltigkeit – das Wort ist in aller Munde. Doch ein bisschen Chari Tea im Lit-Café zu schlürfen, rettet leider noch nicht die Welt...
Wie ist es also um die Zukunftsfähigkeit unserer Hochschule bestellt?! Mit der Podiumsdiskussion „Unsere Hochschule: Zukunftsfähig?!“ sollen die Chancen und Potentiale der PH für eine nachhaltige und somit zukunftsfähige Entwicklung aufgedeckt werden. Diskutieren werden
Im Anschluss an die Diskussion gibt es noch ein kleines Meet n‘ Greet mit leckeren kostenlosen Snacks und der Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen. Wir freuen uns auf dich!
Wie ist es also um die Zukunftsfähigkeit unserer Hochschule bestellt?! Mit der Podiumsdiskussion „Unsere Hochschule: Zukunftsfähig?!“ sollen die Chancen und Potentiale der PH für eine nachhaltige und somit zukunftsfähige Entwicklung aufgedeckt werden. Diskutieren werden
- Unser Rektor Prof. Dr. Martin Fix
- Prof. Dr. theol. Katrin Bederna
- Prof. Dr. Armin Lude
- Patricia Mohr als studentische Vertreterin
- Prof. Dr. habil. Armin R. Gemmrich, Leiter des Nachhaltigkeitsinstituts der Hochschule Heilbronn
- Johannes Geibel, Vorsitzender Netzwerk n
- Moderation: Netzwerk N
Im Anschluss an die Diskussion gibt es noch ein kleines Meet n‘ Greet mit leckeren kostenlosen Snacks und der Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen. Wir freuen uns auf dich!
Initiative ZukunftsPHähig
Das Tütle - die bessere Papiertüte?
Der Verbrauch von Plastiktüten in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Dies ist sicher auch ein Verdienst der Selbstverpflichtung der Händler, für Plastiktüten eine Gebühr zu verlangen. Ein weiterer Versuch, den Verbrauch von Plastiktüten zu verringern, ist das Tütle aus Dettingen. In diesem Video wird zudem erklärt, dass ein weiterer positiver Nebeneffekt die erhöhte Recyclingquote von Biomüll ist.
Freitag, 23. Juni 2017
Utopia - Nachhaltige Mode
Utopia ist eine Website für ein nachhaltiges Leben: https://utopia.de/. Ihre Selbstbeschreibung lautet wie folgt:
"Utopia.de hilft dir, einfach nachhaltiger zu leben: Bei uns findest du Inspiration und Ideen, praktische Tipps und unabhängige Kaufberatung sowie eine Community mit vielen Gruppen, in denen du diskutieren kannst. Bei Utopia dreht sich dabei alles um Nachhaltigkeit in Bereichen wie Ernährung, Haushalt und Wohnen oder Naturkosmetik. Wir berichten über nachhaltige Mode, grünere Technik, Upcycling, umweltfreundlichen Verkehr und Mitfahrgelegenheiten."Besonders interessant finde ich die Bestenliste nachhaltiger Mode: https://utopia.de/bestenlisten/modelabels-faire-mode/. Dort finden sich altbekannte und junge Labels und Stores wie:
- Greenality
- Armedangels
- hessnatur
- manomama
Mittwoch, 21. Juni 2017
AlmaWin - Ein Unternehmen, das auf Nachhaltigkeit und Innovationen setzt
http://www.almawin.de/227-0-GREEN-BRANDS-2017.html - Wer nachhaltig leben möchte, achtet darauf, dass seine Kleidung fair und verantwortungsvoll gegenüber der Natur hergestellt wurde, seine Lebensmittel bestmöglich bio und aus der Region sind und trennt seinen Müll richtig. Viele BürgerInnen nutzen trotz alldem konventionelle und chemische Spül- und Waschmittel. Ein Unternehmen aus Winterbach im Remstal hat die Ambition, dies zu ändern. Es setzt neben der Hautverträglichkeit der Produkte nicht nur auf biologisch abbaubare Inhaltsstoffe, sondern auch recyclebare Verpackungen, welche FSC-zertifiziert sind. Da alle Rohstoffe mineralischem und pflanzlichem Ursprungs sind, gilt AlmaWin als Vorreiter und Innovateur dieser Branche. So heißt es auf ihrer Internetseite:
"Es liegt uns am Herzen, dass Du Dich wohlfühlst in Deiner Haut und Dich mit gutem Gewissen auf uns verlassen kannst. Darum setzen wir alles daran, sehr gute Leistung mit höchstmöglicher Haut- und Umweltverträglichkeit zu kombinieren."Ich persönlich finde das Unternehmen sehr interessant. Besonders bemerkenswert finde ich, dass das Thema Spülmittel/Waschmittel und deren negativen Auswirkungen noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind und es dank AlmaWin endlich ein Unternehmen gibt, welches sich diesem wichtigen Thema widmet. Der zweite Punkt ist die Tatsache, dass AlmaWin ein Unternehmen aus dem Großraum Stuttgart ist und für Innovation auf lokaler und internationaler Ebene steht.
Dienstag, 20. Juni 2017
Nachtrag zum Anthropozän
Dass der Guardian zu den besten Zeitungen der Welt zählt und dass "The Long Read" eine höchst empfehlenswerte Serie ist, darauf habe ich in den verschiedenen Blogs bereits hingewiesen. Nun ist ein äußerst lesenswerter Beitrag von Alex Blasdel über den Philosophen Timothy Morton und das Anthropozän erschienen, der im Seminar angesprochene Themen vertieft: "'A reckoning for our species': the philosopher prophet of the Anthropocene":
"Timothy Morton wants humanity to give up some of its core beliefs, from the fantasy that we can control the planet to the notion that we are ‘above’ other beings. His ideas might sound weird, but they’re catching on."
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