Mittwoch, 2. August 2017

Nachhaltigkeit unter Präsident Trump

Donald Trump ist eine Katastrophe für den Klimaschutz, der Austritt aus dem Pariser Abkommen sei eine Kriegserklärung an den gesamten Planeten. So oder so ähnlich klingen die meisten Urteile über Donald Trumps Klimapolitik (http://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/15149-rtkl-klimapolitik-was-trump-fuer-den-klimaschutz-bedeutet [26.7.17]). Doch was waren seine Ankündigungen? Was hat er bereits durchgesetzt und was könnte noch folgen? In einer Zeit, in der sich die meisten Industriestaaten dem Klimaschutz verschreiben, ist Trump der eine, der dagegen ist.

In dieser Arbeit soll untersucht werden, was Trump für die Nachhaltigkeit der USA bedeutet. In zahlreichen Karikaturen sieht man Trump dargestellt als Gegner des Klimaschutzes. Bereits 2012 twitterte er, dass das Konzept des Klimawandels von und für die Chinesen propagiert wurde, um den amerikanischen Markt zu schwächen (https://twitter.com/realDonaldTrump/status/265895292191248385 [26.7.17]).

Der Einfluss, den Trump auf die Geisteshaltungen vieler Menschen hat, beschränkt sich beim Klimawandel nicht auf die Zeit seiner Kandidatur, sondern geht weiter zurück. Durch seine fast 35 Millionen Follower auf Twitter schafft er eine partizipative Kultur (Weitbrecht 2015, S. 107), in der er mit seinen Ansichten viele Menschen erreicht und Meinungen bildet.

Seit er verschiedenen Nachrichtensendern die Glaubwürdigkeit abspricht, erhebt er sich und einige wenige Sender in die Stellung der alleinigen Deutungshoheit von Informationen. Laut Weitbrecht hält derjenige mit der Deutungshoheit auch die Macht in einer Gesellschaft. So ist es nicht verwunderlich, wenn viele Menschen seinen Ansichten zum Klimawandel glauben und seine Taten nicht kritisieren.

Zu Beginn der Arbeit soll der Begriff Nachhaltigkeit kurz geklärt werden. Daraufhin werden Trumps Aktionen vor seiner Kampagne beleuchtet, um zuletzt die Zeit von der Kandidatur bis heute zu betrachten.

Dienstag, 25. Juli 2017

Verzicht und Nachhaltigkeit

Anfang Juni habe ich an dieser Stelle anlässlich des Artikels "Wir sind Konsumnation" von Nils Markwardt auf die Serie "Kaufen, kaufen, kaufen" auf Zeit Online hingewiesen, die sich sehr gut eignet, um nun zum Semesterende die Thematik des Seminars noch einmal Revue passieren zu lassen. Das gilt ganz besonders für den jüngsten Beitrag von Felix Ekardt mit dem Titel "Nachhaltiger Konsum: Wir werden verzichten müssen". Ich wünsche eine anregende Lektüre und eine schöne vorlesungsfreie Zeit (vulgo: Ferien)...

Samstag, 22. Juli 2017

"Urlaub war uns wichtiger als eure Zukunft, sorry!"

Ein vorweggenommener Entschuldigungsbrief an unsere Kinder von Marc Baumann, erschienen im Magazin der Süddeutschen Zeitung am 14. Juli. Sehr lesenswert!

Das Fazit:
"Immerhin: Unsere Tatenlosigkeit ist gut dokumentiert in Millionen von Selfies, die unseren Hedonismus, unseren verantwortungslosen Lebensstil der Verschwendung, feiern. Solltet ihr uns eines Tages vor Gericht anklagen wollen wegen Umweltzerstörung, werdet ihr mehr als genug Beweise haben. Ich plädiere hiermit schon mal auf völlige Schuldfähigkeit."

... ich auch . Und ihr?

Freitag, 21. Juli 2017

Speed - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Falls jemand mal ne Pause von der Lernerei (oder so wie ich ne Ausrede um überhaupt anzufangen) braucht: netter Film über die Suche eine jungen Filmemachers nach der Be- bzw. Entschleunigung.
Unter anderem mit Hartmut Rosa. Ich persönlich hätte mir vom "Fazit" etwas mehr erhofft, aber fand ihn trotzdem sehr sehenswert!
Freu mich über Rückmeldungen/Kritik :)


(Noch 26 Tage verfügbar)

Dienstag, 18. Juli 2017

Nachhaltiges aus dem Freistaat

Unerklärlicherweise besitzen Bayern einen ähnlichen regionalen Stolz wie Menschen aus Schwaben (na gut, und Baden). Dabei können wir doch alles - außer Hochdeutsch. Und das können die Bayern ebenso wenig. Das bemerkt jeder, der versucht, ein Brötchen bei einem bayerischen Bäcker zu bestellen.

Aber mal Spaß beiseite. Aufrichtigkeit und somit auch aufrichtige Anerkennung ist eine Tugend (übrigens eine der Tugenden der "Saupreißen"). So steht Bayern in vielen wichtigen Statistiken vor Baden-Württemberg und auch vor vielen anderen Bundesländern.


Mit Abstand bezahlt Bayern den höchsten Betrag in den Länderfinanzausgleich (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/71763/umfrage/geber-und-empfaenger-beim-laenderfinanzausgleich/). Sie bezahlen mehr als Ba-Wü und Hessen, die beiden anderen Geldgeber, gemeinsam. Sie sind auf Platz 2 des BIP nach Bundesländern hinter Nordrhein-Westfalen (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36889/umfrage/bruttoinlandsprodukt-nach-bundeslaendern/).

Aber genug von Statistiken. Um was es in diesem Blog gehen soll, ist Nachhaltigkeit. Auf einer Seite stellt Bayern seine "bavarian makers" vor. Start-Ups aus dem Freistaat, die sich zu einem Großteil mit nachhaltiger Produktion beschäftigen. Aber seht selbst:
Allgemeine Beschreibung des Projekts: https://bavarianmakers.de/dasprojekt/
Beispiele des Projekts: 
Es sind noch ein paar mehr nachhaltige Start-Ups zu finden, aber klickt euch am besten selbst durch.

Ach ja, und nochmal zu der Sache mit den Statistiken. In einer sehr wichtigen Statistik sind wir Baden-Württemberger noch vorne: 2016 hatten wir 15 Sonnenstunden mehr als Bayern. Getreu dem Motto: Über Ba-Wü lacht die Sonne, über Bayern die ganze Welt (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/249925/umfrage/sonnenstunden-im-jahr-nach-bundeslaendern/)...

Montag, 17. Juli 2017

Hartmut Rosa als Podcast

Den Vortrag "Resonanz - Eine Soziologie des guten Lebens" von Hartmut Rosa, mit dem wir uns intensiv beschäftigt haben, gibt es nun auch als Podcast, und zwar beim Deutschlandfunk:
"Uiuiui - es geht alles so schnell. Zu schnell. Immer mehr, schneller, weiter. Woran es liegt, dass wir unsere Gegenwart als stete Beschleunigung erleben, hat der Soziologe Hartmut Rosa in seinem Buch "Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne" erklärt. Und damit die Frage aufgeworfen: Wie kommen wir raus aus dem Hamsterrad?"

Montag, 3. Juli 2017

Atmosfair - Umweltschutz durch Kompensationsbeitrag

Wenn das Reisen schon nicht unterbunden wird, gibt atmosfair die Möglichkeit, die verursachte CO₂-Menge durch Eingabe von Start-/Zielflughafen sowie Flugzeugtyp zu errechnen. Aus den errechneten CO₂-Emissionen (sowie Ozonbildung) wird ein Kompensationsbeitrag ermittelt, der direkt an ein oder mehrere Projekte zur Nachhaltigkeit in der ganzen Welt bezahlt werden kann, beispielsweise "Indien - Erneuerbare Energien aus Ernteresten" oder "Nepal - Biogas aus Kuhdung nach Erdbeben".

"The Story of Stuff"

Der animierte Kurzfilm "The Story of Stuff" nimmt unsere gegenwärtige Konsumgesellschaft kritisch unter die Lupe und betrachtet im einzelnen die Sektoren Rohstoffgewinnung, Produktion, Vertrieb, Konsum und Entsorgung. Anhand dieser fünf Sektoren beschreibt Annie Leonard, eine US-amerikanische Konsumkritikerin, den Lebenszyklus von Konsumgütern und deren Folgen für unseren Planeten.

Sonntag, 2. Juli 2017

Interviewreihe der bpb zur nachhaltigen Zukunft

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat eine hervorragende Interviewreihe zu folgendem Thema veröffentlicht: "WAS TUN? Für eine nachhaltige Zukunft der Menschheit". Auf der Startseite heißt es:
"Die Menschheit muss in den kommenden Jahrzehnten viele Probleme bewältigen:
  • die Weltbevölkerung wird in kürzester Zeit auf bis zu 10 Milliarden Menschen anwachsen
  • Klima- und Umweltkatastrophen bedrohen unser Leben auf dem Planeten
  • unsere Ressourcen sind begrenzt
  • die Ungerechtigkeiten zwischen armen und reichen Menschen spitzen sich zu
  • die Konflikte zwischen nationalen und internationalen Interessengruppen verschärfen sich
Was sollen wir tun? Die Filmemacher Dirk Wilutzky und Mathilde Bonnefoy haben dazu Menschen aus unterschiedlichen Bereichen befragt: Aktivistinnen und Aktivisten, Spezialistinnen und Spezialisten aus der Natur- und Sozialwissenschaft, Ökonomie, Ökologie und Philosophie. Im Interview schildern sie die Situation aus ihrer Sicht. Sie sprechen über ihre Ideen, wie die Menschheit diese Probleme konkret lösen kann und wie jede/r Einzelne sich engagieren kann. Daraus entstand diese Kurzinterviewreihe."
Zu den Interviewten zählen viele weltweit bedeutende Experten. Vom Mitautor des epochalen Berichts "Grenzen des Wachstums" aus den 1970er Jahren, Dennis Meadows, bis hin zu Vandana Shiva, über deren Ideen zur Öko-Apartheid wir früher im Semester gesprochen hatten. Hier die Liste:

Dienstag, 27. Juni 2017

"Hygge" erobert die Welt

Auf der Suche nach Konzepten zu einem glücklicheren Leben wird einem früher oder später der dänische Begriff "Hygge" begegnen. Die Dänen gelten als das zweitglücklichste Volk der Erde und ein Grund dafür scheint "Hygge" zu sein. Nun hat sogar eine neue Zeitschrift des Verlages Gruner + Jahr dieses mystische Wort zum Titel gemacht. Aber was verbirgt sich hinter diesem Wort?

Das kleine Wort, das zunächst einfach nur lustig geschrieben aussieht, hat es in sich. Schon allein die Übersetzung ist schwierig und eigentlich nicht möglich. Zwar kommt das Wort "Gemütlichkeit" dem schon nahe, aber kann es dennoch nicht richtig fassen, denn "Hygge" hat etwas mit dänischer Lebensart zu tun, und wie soll da ein deutsches Wort passen?

Die Dänen verwenden weniger das Nomen, aber häufig das Adjektiv "hyggelig" um Aktivitäten zu beschreiben, die sie einfach nett finden. Das Adjektiv lässt sich auch noch mit lauschig, traut, heimelig oder eben einfach gemütlich umschreiben. So richtig "hyggelig" ist es dann, wenn die Dänen sich ins Private zurückziehen, umgeben von Familie und Freunden. In eine Welt, die mit der Welt da draußen einfach nichts zu tun hat und die Geborgenheit bietet. Das Genießen des Moments.

So habe ich den Begriff aufgefasst in der Zeit, in der ich dänisch gelernt habe, und auch in meinen Urlauben in Dänemark, während derer ich die dänische Lebensart kennen lernte. Wie es die Autorin des neuen FAZ-Artikels zu fassen versucht, kann man hier nachlesen: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/gruner-jahr-bringt-neues-gluecksmagazin-hygge-heraus-15071100.html

Nachhaltige Geldanlage

Wer bei seiner Geldanlage nicht nur die Rendite als einzige Prämisse sieht, hat die Chance, in ökologisch, ethisch und sozial verträgliche Investmentfonds zu investieren. Doch Vorsicht, nicht alle Fonds gewährleisten, was sie vorgeben.

Eine Untersuchung der Verbraucherzentrale im Jahr 2014 ergab erhebliche Mängel bei den Portfolios einiger Investmentfonds. Zwar beteuerten die Unternehmen, nur in nachhaltige Produkte zu investieren. Allerdings veröffentlichte der Test, dass einige Fonds in Rüstungsgüter, Atomenergie oder in Kohle- und Erdölindustrie investieren.

Der Investitionsgesellschaft ÖKOWORLD AG wird eine transparente und ökologisch nachhaltige Anlagestrategie nachgesagt.

Analyse der Externalisierungsgesellschaft

"Neben uns die Sintflut" ist der eindrückliche Titel (Untertitel: "Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis"), den der Soziologe Stephan Lessenich seiner treffenden Diagnose unserer Gesellschaft gegeben hat. Das Buch ist 2016 im Carl Hanser Verlag erschienen, zwischenzeitlich auch als Lizenzausgabe bei der Bundeszentrale für politische Bildung (Schriftenreihe Band 10010) erhältlich und unbedingt lesenswert.

Zentrale Aussage ist, dass es uns gut geht, weil es anderen schlecht geht. Glück und Unglück müssen in Tateinheit betrachtet werden. So schreibt der Autor hinsichtlich der Ziele, die er mit dem Buch verfolgt:
"Ebendiese Doppelgeschichte soll hier in den Blick genommen werden. Es geht um den Einblick in Zusammenhänge, die Einsicht in Abhängigkeiten, in globale Beziehungsstrukturen und Wechselwirkungen. Es geht um die andere Seite der westlichen Moderne, um ihr 'dunkles Gesicht', um ihre Verankerung in den Strukturen und Mechanismen kolonialer Herrschaft über den Rest der Welt. Es geht um Reichtumsproduktion auf Kosten und um Wohlstandsgenuss zu Lasten anderer, um die Auslagerung der Kosten und Lasten des 'Fortschritts'. Und es geht noch um eine weitere, dritte Geschichte: um die Abwehr des Wissens um ebendiese Doppelgeschichte, um deren Verdrängung aus unserem Bewusstsein, um ihre Tilgung aus den gesellschaftlichen Erzählungen individuellen und kollektiven 'Erfolgs'. Wer von unserem Wohlstand hierzulande redet, dürfte von den damit verbundenen, verwobenen, ja ursächlich zusammenhängenden Nöten anderer Menschen andernorts nicht schweigen. Genau das aber ist es, was ununterbrochen geschieht." (S. 17)
Im weiteren Verlauf des Textes wird Lessenich noch deutlicher, wenn er schreibt: "Gegen ebenjenes Vergessen aber richtet sich dieses Buch" (S. 24). Es geht darum, die Mechanismen und Strukturen darzustellen, die zu der perversen "internationalen Arbeitsteilung" geführt haben, die sich so beschreiben lässt:
"Wir haben uns aufs Gewinnen spezialisiert - und die anderen aufs Verlieren festgelegt." (S. 25)
Die Anzeichen mehren sich, dass Ungleichheit und Ungerechtigkeit im Weltmaßstab immer mehr Menschen Unbehagen bereitet.
"Diesem einstweilen noch unterschwelligen, aber - so die Vermutung - zunehmend um sich greifenden Unbehagen an der Externalisierungsgesellschaft und ihrem Preis will das vorliegende Buch Ausdruck und Auftrieb geben." (S. 29)
Es geht Lessenich also um "eine Gegenwartssoziologie der Externalisierungsgesellschaft" (S. 50), wobei er diesen zentralen Begriff entlang der drei zentralen Kategorien von Macht, Ausbeutung und Habitus folgendermaßen definiert:
"In der Externalisierungsgesellschaft besteht Macht in der Chance, die Kosten der eigenen Lebensführung auf andere abzuwälzen - und diese Chance ist strukturell ungleich verteilt. Sie ist dies, weil es bestimmten sozialen Kollektiven gelungen ist, sich Möglichkeiten zur Externalisierung anzueignen und sie zugleich anderen vorzuenthalten. Diese anderen werden von den machtvollen Positionen aus ausgebeutet, insofern sie vorrangig die Kosten der Externalisierung zu tragen haben, von den Profiten derselben aber dauerhaft ausgeschlossen bleiben. Sozial wirksam und gesellschaftlich stabilisiert werden Machtungleichgewicht und Ausbeutungsdynamik in der Externalisierungsgesellschaft durch einen spezifischen Habitus derjenigen, die aus machtvollen Positionen heraus ausbeuterisch handeln: Externalisierung wird für sie zu einer sozialen Praxis, die sie als möglich, üblich und legitim wahrnehmen und daher wie selbstverständlich vollziehen." (S. 62f., eigene Hervorhebung)
Auf den Seiten 179/180 bilanziert der Autor seine Analyse. In zwei Anläufen habe er zu ergründen versucht, wie es sich mit Wohlstand und "Übelstand" verhält:
"Zunächst wurde gezeigt, wie die gesamte (...) Lebensführung in den reichen Gesellschaften des globalen Nordens auf einem schon seit langem praktizierten, großangelegten System ungleichen Tauschs beruht: In weiter Ferne, an den vielen Peripherien der kapitalistischen Weltökonomie, werden Arbeiten erbracht, Ressourcen gefördert, Giftstoffe freigesetzt, Abfälle gelagert, Landstriche verwüstet, Sozialräume zerstört, Menschen getötet - für uns, für die Menschen in den Zentren des Wohlstands, für die Ermöglichung und Aufrechterhaltung ihres Lebensstandards, ihrer Lebenschancen, ihres Lebensstils." (S. 179f.)
Der zweite Schritt besteht darin, das Mobilitätsregime dieser globalen Formation in den Blick zu nehmen. Hier kommt Lessenich zu folgender Einschätzung:
"Sodann wurde in einem zweiten Schritt nachgezeichnet, wie sich diese Zentren des Wohlstands von der sie nährenden und entlastenden Außenwelt abschließen, oder genauer: wie sie 'fremde' Lebenswelten als ein 'Außen' konstruieren, auf das sie zur Sicherung ihrer Lebensweise zugreifen können, ohne selbst jedoch von diesem in ihrer Integrität berührt zu werden. Die Beziehungen zwischen Zentren und Peripherien sind nach dem Prinzip der Halbdurchlässigkeit gestaltet: Während nach 'außen' viel geht, soll nur wenig nach 'innen' gelangen. Die globale Mobilitätskluft zugunsten des globalen Nordens ist dafür ein treffendes Beispiel: Die eine Hälfte der Welt bereist kollektiv die andere, eröffnet dieser aber nur einen höchst selektiven Zugang zu ihrem eigenen Wirtschafts- und Sozialraum. Wie die Lebens- sind auch die Bewegungschancen offensichtlich global teilbar - und effektiv geteilt. Was den einen möglich ist, bleibt den anderen verwehrt: Das nennt sich dann das Zeitalter der 'Globalisierung'." (S. 180)
In dieser Analyse bestand das Hauptanliegen des Buches. Hinzu kam das Ziel, mit "der Schweigespirale des Wohlstandskapitalismus" (S. 192) zu brechen. Was mögliche Reaktionen auf die dargestellte schreiende Ungerechtigkeit betrifft, beschränkt sich Lessenich auf einige Andeutungen zur "radikalen institutionellen Reform der Externalisierungsgesellschaft" (S. 195):
"...von einer mit den Privilegien der Zentrumsökonomien brechenden Revision des Welthandelsregimes, einer effektiven Besteuerung weltweiter Finanztransaktionen und einem Umbau der reichen Volkswirtschaften in Postwachstumsökonomien bis hin zu einem Sozialvertrag zur Verzögerung des Klimawandels (...) und einer transnationalen Rechtspolitik, die globale soziale Rechte wirkungsvoll verankert. Auf einen gemeinsamen Nenner gebracht, liefe eine solche Reform auf eine konsequente Politik der doppelten Umverteilung hinaus: im nationalgesellschaftlichen wie im weltgesellschaftlichen Maßstab, von oben nach unten und von 'innen' nach 'außen'." (S. 195)

Montag, 26. Juni 2017

Deutsche Umwelthilfe

http://www.duh.de/projekte/althandy/ - "Seit 40 Jahren setzt sich die Deutsche Umwelthilfe (DUH) für den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen ein. Die Spenden zahlreicher Umweltschützer und Naturfreunde ermöglichen ein professionelles und erfolgreiches Arbeiten. Das treibt uns an und hilft, unsere Ziele zu erreichen."

Besonders interessant finde ich die Recyclingtipps, welche von der Abfallvermeidung durch Reparaturen, wo sich die Deutsche Umwelthilfe mit anderen Organisationen zum "Runden Tisch" zusammengeschlossen hat (http://runder-tisch-reparatur.de/), bis zur Sammlung von Althandys für die Nutzung ihrer Rohstoffe reichen.

Unsere Hochschule: Zukunftsfähig?!

Herzliche Einladung zur Podiumsdiskussion am Donnerstag, 29.Juni um 17:30 im Lit-Café!

Nachhaltigkeit – das Wort ist in aller Munde. Doch ein bisschen Chari Tea im Lit-Café zu schlürfen, rettet leider noch nicht die Welt...

Wie ist es also um die Zukunftsfähigkeit unserer Hochschule bestellt?! Mit der Podiumsdiskussion „Unsere Hochschule: Zukunftsfähig?!“ sollen die Chancen und Potentiale der PH für eine nachhaltige und somit zukunftsfähige Entwicklung aufgedeckt werden. Diskutieren werden
  • Unser Rektor Prof. Dr. Martin Fix
  • Prof. Dr. theol. Katrin Bederna
  • Prof. Dr. Armin Lude
  • Patricia Mohr als studentische Vertreterin
  • Prof. Dr. habil. Armin R. Gemmrich, Leiter des Nachhaltigkeitsinstituts der Hochschule Heilbronn
  • Johannes Geibel, Vorsitzender Netzwerk n 
  • Moderation: Netzwerk N 
Und auch DU hast die Chance, Wünsche, Ideen und Kritik einzubringen – und das wünschen wir uns, denn es geht um UNSERE Hochschule.

Im Anschluss an die Diskussion gibt es noch ein kleines Meet n‘ Greet mit leckeren kostenlosen Snacks und der Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen. Wir freuen uns auf dich!

Initiative ZukunftsPHähig

Das Tütle - die bessere Papiertüte?

Der Verbrauch von Plastiktüten in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen. Dies ist sicher auch ein Verdienst der Selbstverpflichtung der Händler, für Plastiktüten eine Gebühr zu verlangen. Ein weiterer Versuch, den Verbrauch von Plastiktüten zu verringern, ist das Tütle aus Dettingen. In diesem Video wird zudem erklärt, dass ein weiterer positiver Nebeneffekt die erhöhte Recyclingquote von Biomüll ist.

Freitag, 23. Juni 2017

Utopia - Nachhaltige Mode

Utopia ist eine Website für ein nachhaltiges Leben: https://utopia.de/. Ihre Selbstbeschreibung lautet wie folgt:
"Utopia.de hilft dir, einfach nachhaltiger zu leben: Bei uns findest du Inspiration und Ideen, praktische Tipps und unabhängige Kaufberatung sowie eine Community mit vielen Gruppen, in denen du diskutieren kannst. Bei Utopia dreht sich dabei alles um Nachhaltigkeit in Bereichen wie Ernährung, Haushalt und Wohnen oder Naturkosmetik. Wir berichten über nachhaltige Mode, grünere Technik, Upcycling, umweltfreundlichen Verkehr und Mitfahrgelegenheiten."
Besonders interessant finde ich die Bestenliste nachhaltiger Mode: https://utopia.de/bestenlisten/modelabels-faire-mode/. Dort finden sich altbekannte und junge Labels und Stores wie:
  • Greenality
  • Armedangels
  • hessnatur
  • manomama

Mittwoch, 21. Juni 2017

AlmaWin - Ein Unternehmen, das auf Nachhaltigkeit und Innovationen setzt

http://www.almawin.de/227-0-GREEN-BRANDS-2017.html - Wer nachhaltig leben möchte, achtet darauf, dass seine Kleidung fair und verantwortungsvoll gegenüber der Natur hergestellt wurde, seine Lebensmittel bestmöglich bio und aus der Region sind und trennt seinen Müll richtig. Viele BürgerInnen nutzen trotz alldem konventionelle und chemische Spül- und Waschmittel. Ein Unternehmen aus Winterbach im Remstal hat die Ambition, dies zu ändern. Es setzt neben der Hautverträglichkeit der Produkte nicht nur auf biologisch abbaubare Inhaltsstoffe, sondern auch recyclebare Verpackungen, welche FSC-zertifiziert sind. Da alle Rohstoffe mineralischem und pflanzlichem Ursprungs sind, gilt AlmaWin als Vorreiter und Innovateur dieser Branche. So heißt es auf ihrer Internetseite:
"Es liegt uns am Herzen, dass Du Dich wohlfühlst in Deiner Haut und Dich mit gutem Gewissen auf uns verlassen kannst. Darum setzen wir alles daran, sehr gute Leistung mit höchstmöglicher Haut- und Umweltverträglichkeit zu kombinieren."
Ich persönlich finde das Unternehmen sehr interessant. Besonders bemerkenswert finde ich, dass das Thema Spülmittel/Waschmittel und deren negativen Auswirkungen noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind und es dank AlmaWin endlich ein Unternehmen gibt, welches sich diesem wichtigen Thema widmet. Der zweite Punkt ist die Tatsache, dass AlmaWin ein Unternehmen aus dem Großraum Stuttgart ist und für Innovation auf lokaler und internationaler Ebene steht.

Dienstag, 20. Juni 2017

Nachtrag zum Anthropozän

Dass der Guardian zu den besten Zeitungen der Welt zählt und dass "The Long Read" eine höchst empfehlenswerte Serie ist, darauf habe ich in den verschiedenen Blogs bereits hingewiesen. Nun ist ein äußerst lesenswerter Beitrag von Alex Blasdel über den Philosophen Timothy Morton und das Anthropozän erschienen, der im Seminar angesprochene Themen vertieft: "'A reckoning for our species': the philosopher prophet of the Anthropocene":
"Timothy Morton wants humanity to give up some of its core beliefs, from the fantasy that we can control the planet to the notion that we are ‘above’ other beings. His ideas might sound weird, but they’re catching on."

Reallabor Oststadt Karlsruhe

Wie wir unser Leben in Städten organisieren, entscheidet maßgeblich über das Gelingen Nachhaltiger Entwicklung. Vor diesem Hintergrund betreibt das Karlsruher Institut für Technologie seit 2015 in der Karlsruher Oststadt das „Reallabor 131: KIT findet Stadt“ (R131), um Wissenschaft, Innovation und Stadtentwicklung in einem transdisziplinären Prozess gemeinsam mit der Bürgerschaft und lokalen Akteuren eng zu verknüpfen, siehe:
Geforscht wird konkret in diesen vier Bereichen:
  • Energiekonzept im Quartier Oststadt
  • Mobilität und Beratung
  • Soziales und Raum
  • Nachhaltiger Konsum

Nager IT - Der Versuch einer fairen Fertigung in der Computerbranche

Unter dem Motto "Faire Computermäuse" bietet die deutsche Firma seit 2012 eine Computermaus an, die als besonders nachhaltig und fair beworben wird.
Wie beim Fairphone werden allerdings nicht alle Teile nachhaltig produziert (pdf) ohne konfliktfreie Materialien hergestellt, doch vor allem in der Montage, sowie in den nicht so anspruchsvollen Teilen wie dem Gehäuse, dem Lötzinn, dem Scrollrad und einzelnen anderen Bauteilen steht der Fokus der Nachhaltigkeit im Vordergrund.

Fertigung


Die Einzelteile der Maus werden in einer Integrationswerkstatt in Regensburg zusammengebaut und verlötet. Laut eigener Aussage sind die Arbeitsbedingungen dort deutlich besser als in anderen Produktionsstätten, die Einzelteile bis hin zum Zusammenbau werden vor allem von Auftragsfertigern in China produziert. Diese Produktionsabläufe sollen allerdings weitgehend automatisiert sein, sodass Personen nur noch in der Qualitätskontrolle arbeiten müssen.

An mehreren Stellen wurden Komponenten aus konventioneller Herstellung durch interessante Eigenentwicklungen ersetzt. So wird das Gehäuse der Maus beispielsweise aus Zuckerrohr statt (Erdöl)Plastik gefertigt, dieser soll in den nächsten Monaten sogar auf Zuckerrohr aus fairem Handel umgestellt werden.
Das Scrollrad der Maus besteht sogar aus Holz.

Preisgestaltung


Die Maus ist für 30€  + Versand zu haben. Das ist allerdings nur möglich, da der Verein hinter diesem Projekt nicht gewinnorientiert arbeitet und auch eine Verantwortliche für das Projekt nur ehrenamtlich daran arbeiten. Wie sich der Preis, auch mit der Umstellung auf immer mehr nachhaltige Teile verändert ist noch nicht abzusehen.

Reisen mit Respekt vor der Umwelt

Fast jeder trennt Müll, nimmt Jutebeutel mit zum Einkaufen und versucht Ressourcen zu schonen. Warum also nicht auch im Urlaub nachhaltig handeln? Wir alle sind für den Schutz unserer Umwelt verantwortlich und schulden den Kulturen der einzelnen Länder Respekt. Will man sich bewusst für Ziele und Hotels mit ökologisch und sozial-ökonomischer Verpflichtung entscheiden, ist man auf der Internetseite von Green Pearls genau richtig.
Green Pearls zeigt, dass nachhaltige Touristen auf nichts verzichten müssen. Mit der Wahl eines Mitgliedhotels entscheidet man sich, die umweltbewussten Hotels zu unterstützen. Diese Hotels werden nach bestimmten Kriterien von dem Unternehmen selbst ausgesucht und nach diesen Kategorien auf der Internetseite bewertet. Außerdem unterstützt jedes Mitgliedhotel ein Projekt, um eine nachhaltige Entwicklung innerhalb des Hotels, sowie innerhalb der Gemeinschaft zu unterstützen. Die einzelnen Schwerpunkte sind sehr unterschiedlich: Umwelt-, Tierschutz-, Schul- oder Gemeinschaftsprojekte.
Obwohl die Auswahl der Reiseziele weitaus kleiner ist als auf anderen Reiseportalen, ist die Internetseite ansprechend durch die Auswahl und Präsentation der einzelnen Hotels. 

Montag, 19. Juni 2017

Innocent

http://www.innocentdrinks.de/ueber-uns/nachhaltigkeit/produktion - Würde jeder so leben wie wir hier in Europa, bräuchten wir drei Planeten, um uns zu versorgen. Es gibt aber nur einen einzigen und auf dem werden die Ressourcen immer knapper. Darum können wir nicht so weitermachen wie bisher. Wir bei innocent stellen uns daher die Frage: „Wie können wir weniger verbrauchen?“

Diese Frage hilft uns dabei, ein paar Dinge näher unter die Lupe zu nehmen. Zum Beispiel wie wir den Einfluss unseres Unternehmens auf die Umwelt reduzieren und Ressourcen schonen können (was uns manchmal auch Geld spart).

Die meisten Ressourcen setzen wir bei Herstellung und Transport unserer Getränke ein. Aus diesem Grund arbeiten wir eng mit unseren Lieferanten zusammen, um die Auswirkungen in diesem Bereich so stark wie möglich zu vermindern. Gemeinsam überlegen wir, wie wir Wasser und Energie einsparen können und Müll vermeiden oder recyceln können. Alle diese Prozesse wirken sich direkt auf unseren CO2-Fußabdruck aus.

Werde Lebensmittelretter!

Foodsharing.de bietet eine einfache Möglichkeit, nachhaltiger zu konsumieren. Damit nicht Tonnen von gutem Essen einfach in den Mülleimern landen, bietet diese Seite ein Netzwerk, Lebensmittel zu retten und zu teilen. Wie das ganze funktioniert, wird in diesem kurzen Video dargestellt:



Wer also gerne was für die Umwelt und seinen Geldbeutel machen möchte, ist bei Foodsharing,de genau richtig. Des Weiteren gibt es auf der Homepage weitere interessante Aktionen und Informationen rund um das Thema Lebensmittelverschwendung und wie dagegen vorgegangen werden kann.

Bleed Clothing

https://www.bleed-clothing.com/deutsch/materialien/kork - "bleed clothing" bieten auf ihrer Seite verschiedene ökologisch und fair produzierte Produkte an. Mit ihrem Slogan "We bleed for nature" wollen sie auf das Ausbluten der Natur aufmerksam machen. Besonders das Kork, welches als Ersatzprodukt für Leder genommen wird, möchte ich hier präsentieren. Vom Gefühl und Aussehen her gleicht es diesem nahezu, weshalb ich es für eine gute Alternative halte.

netteinander.org

https://www.netteinander.org/ - Meine Geschwister Laura und Janosch gründeten letztes Jahr netteinander.org. Eine Agentur für gesellschaftlichen Wandel. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, jene zu erreichen, die bereits etwas gegen den Zukunftspessimismus tun wollen und möchten grundlegende Vernetzungsarbeit zwischen Ottonomalverbraucher und nachhaltigem Unternehmertum etc. leisten. Eben für einen gesellschaftlichen Wandel. Derzeit sind sie gerade dabei, ein Crowdfundingprojekt zu starten für ihre "ultimative Burner Idee". Dazu evtl. mündlich im Seminar.

Quizapp: Quiz fürs Leben

Das erste Projekt der beiden ist eine Kooperation mit der BKK Provita. Sie programmierten eine Quizapp und meine Geschwister füttern sie mit konsumkritischen Fragen, dessen Quellen direkt angezeigt werden, und falls sich Quizzer für das Thema interessieren, surfen sie schon durch die NGO oder einer Vereins-Homepage o.Ä. auf einer zuverlässigen Quelle. Und lernen noch etwas über unser Handeln, unsere Gesundheit und unsere Erde. Schaut mal rein und sagt gerne hallo :o) LG Xenia